Die vorliegende Arbeit soll Aufschluss über die Inklusionsentwicklung und -umsetzung im Freistaat Sachsen geben und folgende Kernfragen beantworten: Welchen Stellenwert hat Inklusion im sächsischen Bildungssystem? Welche Folgen hat eine 6-jährige inklusive Schulentwicklung für den Sportunterricht? Wie sieht die reale Inklusionspraxis in sächsischen Schulen aus, vor allem im Sport?
Die Beantwortung der ersten Fragestellung soll Auskunft darüber geben, wie der aktuelle Stand der Inklusionsentwicklung im sächsischen Bildungssystem zu verstehen ist. Durch statistische Informationen soll ferner mit anderen Bundesländern verglichen und gemeinsame Tendenzen bzw. Unterschiede aufgezeigt werden. Im Rahmen der zweiten und dritten Fragestellung wird der Bezug zum Sportunterricht hergestellt und in die praktische Umsetzung der Schulen geforscht. Da es aufgrund fehlender Literatur und explorativer Studien im Bereich der inklusiven sächsischen Sportunterrichtsentwicklung bis heute keine fundierten Publikationen gibt, können keine Vorannahmen getroffen und somit auch keine Arbeitshypothesen generiert werden.
Schulische Inklusion stellt ein Thema dar, dessen Stellenwert im gesellschaftlichen Zusammenleben im letzten Jahrzehnt enorm gestiegen ist. Den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention stellen sich alle deutschen Bundesländer auf ihrem individuellen Weg. Im Rahmen dieser Arbeit wird sich ausführlich mit der schulischen Inklusionsentwicklung im Freistaat Sachsen befasst. Es wird differenziert dargestellt, welche Veränderungen und Bemühungen das sächsische Bildungssystem prägen und wie die derzeitige praktische Umsetzung in den Schulen aussieht. Ein besonderes thematisches Augenmerk liegt dabei auf der Inklusion im Schulsport bzw. dem Sportunterricht. Mittels wissenschaftlicher, theoretischer Bearbeitung und einer qualitativen empirischen Untersuchung werden gesamtschulische, sächsische Entwicklungstendenzen aufgezeigt, Probleme und Barrieren benannt, sowie Veränderungen aus Sicht der Sportdidaktik und des Schulsports dokumentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Problemlage
1.2 Zielstellung und Arbeitshypothesen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Inklusion in Sachsen
2.1 Entwicklung und Umsetzung
2.2 Bedeutung inklusiven Schulsports
2.3 Barrieren und Probleme in der Umsetzung
3 Empirische Untersuchung
3.1 Stichprobenbeschreibung
3.2 Datenerhebung
3.3 Methodenauswahl
3.4 Auswertungsmethode
4 Ergebnisdarstellung
5 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Inklusionsentwicklung im sächsischen Bildungssystem sechs Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention, mit einem spezifischen Fokus auf die Herausforderungen und Barrieren im Schulsport.
- Aktueller Stand der schulischen Inklusionsentwicklung in Sachsen
- Vergleich der sächsischen Inklusionsstrategien mit anderen Bundesländern
- Bedeutung und Herausforderungen von Inklusion im Fach Sportunterricht
- Empirische Analyse mittels Experteninterviews mit sächsischen Sportlehrkräften
- Identifikation von Barrieren, Problemen und Lösungsansätzen für die inklusive Praxis
Auszug aus dem Buch
1.1 Gegenstand und Problemlage
Im letzten Jahrzehnt hat der Begriff der Inklusion im gesellschaftlichen Zusammenleben in Deutschland und somit auch im schulischen Kontext eine enorme Bedeutung erlangt. Seit dem Inkrafttreten des ‚Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung´ am 26. März 2009, ergab sich die Notwendigkeit, dass das Bildungssystem in Deutschland mit neuen Aufgaben konfrontiert werden muss und Veränderungen stattfinden, da das Recht auf inklusive Bildung nur in einem inklusiven System verwirklicht werden kann. Deshalb machte die UN-Behindertenrechtskonvention den Aufbau eines inklusiven Bildungssystems zu einem verbindlichen Ziel. Es gilt für alle Bereiche der Bildung und eben auch und gerade für den der schulischen Bildung. Zielformulierungen der UN-BRK gehen über den lernzielgleichen integrativen Unterricht hinaus: „Persons with disability can access an inclusive, quality and free primary education and secondary education on an equal basis with others in the community in which they live“ (UN, 2006). Aus diesem Zitat der Konventionsvorschrift geht hervor, dass jedes Kind das Recht besitzt innerhalb eines allgemeinen, inklusiven, kostenlosen, wohnortnahen und auf Diversität setzenden Bildungssystems aufzuwachsen und dabei die nötige Unterstützung zu erfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung der Inklusion im deutschen Bildungssystem durch die UN-Behindertenrechtskonvention und definiert die Forschungsfragen bezüglich der sächsischen Umsetzung.
2 Inklusion in Sachsen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Inklusion in Sachsen sowie die spezifische Bedeutung und didaktische Herausforderung des Schulsports.
3 Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Untersuchung, bestehend aus Experteninterviews mit Sportlehrkräften, beschrieben und begründet.
4 Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse der Interviews werden dargelegt und kritisch mit dem theoretischen Kontext hinsichtlich der praktischen Inklusionsumsetzung in sächsischen Schulen konfrontiert.
5 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der empirischen Erhebung werden zusammengefasst und die Einschränkungen der Repräsentativität sowie methodische Herausforderungen reflektiert.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert den sächsischen Weg der Inklusion und formuliert Empfehlungen für zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Inklusion, Sachsen, Schulsport, Sportunterricht, UN-Behindertenrechtskonvention, Sonderpädagogik, Förderbedarf, Regelschule, Förderschule, Lehrerbildung, Barrieren, Inklusionspraxis, qualitative Sozialforschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Bachelorarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Umsetzung schulischer Inklusion im Freistaat Sachsen über einen Zeitraum von sechs Jahren, insbesondere in Bezug auf den Sportunterricht.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die rechtliche Verankerung der Inklusion, der Vergleich zum bisherigen selektiven Schulsystem, Barrieren in der Umsetzung sowie die Rolle des Sportunterrichts bei der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert Inklusion im sächsischen Bildungssystem hat, welche Folgen die Schulentwicklung für den Sportunterricht hat und wie die reale Inklusionspraxis vor Ort aussieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten Experteninterviews mit sächsischen Sportlehrkräften basiert, deren Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Inklusionsbegriffs und der sächsischen Schullandschaft sowie eine empirische Untersuchung, in der subjektive Einschätzungen von Lehrkräften zur aktuellen Praxis analysiert werden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Inklusion, Sachsen, Schulsport, sonderpädagogischer Förderbedarf und die UN-Behindertenrechtskonvention.
Warum wird der Schulsport in der Arbeit gesondert betrachtet?
Der Schulsport nimmt aufgrund seiner besonderen Organisationsform, der notwendigen motorischen Voraussetzungen und der sozialen Komponente eine Sonderrolle ein, die Inklusion im Vergleich zum Fachunterricht im Klassenzimmer spezifisch herausfordert.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Lehrkräfte für die Inklusion?
Die Arbeit stellt fest, dass methodische und theoretische Kenntnisse im Umgang mit heterogenen Lerngruppen für den Erfolg der Inklusion entscheidend sind, wobei hier aktuelle Defizite in der Fortbildung sächsischer Lehrkräfte identifiziert werden.
Welche wesentliche Barriere für Inklusion wird in Sachsen benannt?
Neben räumlichen Barrieren werden vor allem die anhaltende Beibehaltung des selektiven Förderschulsystems und ein Mangel an sonderpädagogischem Fachpersonal als zentrale Hindernisse identifiziert.
Wie bewerten die befragten Experten die zukünftige Inklusionsentwicklung?
Die befragten Sportlehrkräfte äußern sich teilweise skeptisch und betonen die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen, wie beispielsweise kleinere Klassen und den Einsatz von pädagogischen Hilfskräften (Team-Teaching), anstatt nur quantitative Zielvorgaben zu erfüllen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, 6 Jahre Inklusion im sächsischen Bildungssystem. Bedeutung und Barrieren für den Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/925923