Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung der Okzitanischen Sprache aus dem Lateinischen im Vergleich zur Entwicklung der spanischen Sprache. Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, die Entwicklung beider Sprachen herauszuarbeiten und anschließend miteinander zu vergleichen. Zunächst wird die Entwicklung der okzitanischen Sprache vorgestellt. Im Anschluss wird die Entwicklung der spanischen Sprache vom Vulgärlatein aufgezeigt. Abschließend erfolgt ein Vergleich beider Entwicklungen.
Der Fokus dieser Hausarbeit liegt darin, die einzelnen Sprachwandelphänomene zu erörtern, insbesondere den Prozess als auch die Ergebnisse dieses Sprachwandels. Daher liegt der Schwerpunkt auf den Veränderungen innerhalb der Sprache, also auf der internen Sprachgeschichte des Okzitanischen und des Spanischen. Auf die externe Sprachgeschichte beider Sprachen wird wegen der Schwerpunktsetzung auf die interne Sprachgeschichte nicht eingegangen.
Zudem sei kritisch anzumerken, dass die Ausführungen zur internen Sprachgeschichte des Spanischen ausführlicher erfolgen, als die Ausführungen zum Okzitanischen. Grund dafür ist, die mangelnde Existenz spezifischer Werke zur detaillierten Entwicklung des Okzitanischen vom Lateinischen.
Spanisch und Okzitanisch - Weltsprache gegen Minderheitssprache: Zwei romanische Sprachen, die ihren sprachlichen Ausgangspunkt im Vulgärlatein haben. Allerdings sind beide sprachlichen Entwicklungen unterschiedlich verlaufen und jede Sprache weist für sich verschiedene Sprachwandelphänomene auf.
Das Okzitanische oder auch die Langue d'oc, die zu den galloromanischen Sprachen zählt, wird primär im südlichen Teil Frankreichs gesprochen. Darüber hinaus in 15 Talschaften in Italien und in der spanischen Region Val d'Arán in den Pyrenäen. Die spanische Sprache, die weit in der Welt verbreitet ist und zu den Iberoromansichen Sprachen zählt, umfasst neben dem spanischen Gebiet vor allem auch Lateinamerika.
Inhaltsverzeichnis
1 Thematische Einführung
2. Die Entwicklung des Okzitanischen vom Lateinischen: Interne Sprachgeschichte
2.1 Sprachwandel auf phonetischer und phonologischer Ebene:
2.1.1 Vokalsystem
2.1.2 Konsonantismus
2.2 Sprachwandel auf morphosyntaktischer Ebene:
2.3 Sprachwandel auf lexikalischer Ebene:
2.4 Zwischenergebnis:
3. Die Entwicklung des Spanischen vom Lateinischen : Interne Sprachgeschichte
3.1 Sprachwandel auf phonetischer und phonologischer Ebene:
3.1.1 Quantitätenkollaps
3.1.2 Monophongierung und Dipthongierung
3.1.3 Kosonantismus
3.1.5 Zwischenergebnis
3.2 Sprachwandel auf morphosyntaktischer Ebene:
3.3 Sprachwandel auf lexikalischer Ebene
3.4 Zwischenergebnis
4. Gegenüberstellung: Vom Lateinischen zum Okzitanischen – ein Vergleich mit der Entwicklung des Spanischen
4.1 Vergleich auf phonetischer und phonologischer Ebene
4.2 Vergleich auf morphosyntaktischer Ebene
4.3 Vergleich auf lexikalischer Ebene
5. Abschließende Bemerkung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die interne Sprachgeschichte des Okzitanischen und des Spanischen, um deren Entwicklung aus dem Vulgärlatein nachzuvollziehen und die Ergebnisse dieser Wandelprozesse in einem direkten Vergleich gegenüberzustellen.
- Historische Herleitung des Okzitanischen und Spanischen aus dem Vulgärlatein
- Analyse phonetischer und phonologischer Sprachwandelphänomene
- Untersuchung morphosyntaktischer Veränderungen und des Kasusverlusts
- Darstellung lexikalischer Entwicklungen und Einflüsse
- Vergleichende Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sprachlichen Evolution
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Quantitätenkollaps
Eine der beachtlichsten Entwicklungen im Vulgärlatein ist, wie bereits erwähnt, der „Übergang von einem Vokalsystem, in dem die Längenoppositionen zwischen Vokalen bedeutungsunterscheidende Funktion besaßen zu einem System, in dem die Öffnungsgrade der Vokale phonologisch distinktiv wurden“ (Becker 2013: 208). Dieser Wandel trägt den Namen Quantitätenkollaps.
Während im klassischen Lateinischen zwischen der Präsensform věnit und der Perfektform vēnit dank der Vokallänge differenziert wurde, wird im Vulgärlatein mit dem Quantitätenkollaps nur noch nach der Qualität der Vokale unterschieden: „Dadurch fallen einige Vokale zusammen, wodurch die Reduktion auf sieben zustande kommt“ (Wesch 2001: 144).
Dieses vulgärlateinische Vokalssystem bildete auch den Ausgangspunkt für das spanische Vokalssystem ( vgl. Becker 2013: 208).
So wären spanische „Beispiele für /i/ > /e/: lat. Consilium > span. Consejo, lat. Silva > span. Selva; für /u/ > /o/: lat. Unda > onda, lat. Bucca > span. Boca“ (Wesch 2001:144).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Thematische Einführung: Diese Einleitung definiert den Gegenstandsbereich der Arbeit, stellt die beiden Sprachen vor und grenzt den Fokus auf die interne Sprachgeschichte ein.
2. Die Entwicklung des Okzitanischen vom Lateinischen: Interne Sprachgeschichte: In diesem Kapitel werden die phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Wandelprozesse des Okzitanischen detailliert beleuchtet.
3. Die Entwicklung des Spanischen vom Lateinischen : Interne Sprachgeschichte: Das Kapitel analysiert die spezifischen Entwicklungen des Spanischen aus dem Vulgärlatein, unter besonderer Berücksichtigung von Lautwandel, morphologischen Vereinfachungen und dem Wortschatz.
4. Gegenüberstellung: Vom Lateinischen zum Okzitanischen – ein Vergleich mit der Entwicklung des Spanischen: Hier werden die Ergebnisse aus den vorangegangenen Kapiteln synthetisiert, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung beider Sprachen herauszuarbeiten.
5. Abschließende Bemerkung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs und gibt Anregungen für weiterführende Studien.
Schlüsselwörter
Okzitanisch, Spanisch, Vulgärlatein, Sprachgeschichte, Sprachwandel, Quantitätenkollaps, Phonologie, Morphosyntaktik, Kasusflexion, Lexik, romanische Sprachen, Palatalisierung, analytische Formen, Analytik, Wortschatzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachgeschichtliche Entwicklung des Okzitanischen und des Spanischen, ausgehend von ihrem gemeinsamen Ursprung im Vulgärlatein.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf der internen Sprachgeschichte, unterteilt in die Analyse der phonetischen/phonologischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Ebenen.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung beider Sprachen systematisch herauszuarbeiten und anschließend durch einen direkten Vergleich Gemeinsamkeiten und Oppositionen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet einen diachronen linguistischen Ansatz, der die Sprachwandelphänomene systematisch auf verschiedenen Sprachebenen untersucht und vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden die interne Sprachgeschichte des Okzitanischen und anschließend die des Spanischen jeweils unter denselben linguistischen Kategorien dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Sprachwandel, Vulgärlatein, morphosyntaktische Ebene, Quantitätenkollaps und romanische Sprachen.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich des Kasussystems in beiden Sprachen?
Die Arbeit stellt fest, dass in beiden Sprachen das lateinische Kasussystem verloren gegangen ist und durch eine stärkere Verwendung von Präpositionen sowie eine analytische Tendenz ersetzt wurde.
Wie unterscheiden sich Okzitanisch und Spanisch laut der Arbeit hinsichtlich ihres Vokalsystems?
Das spanische Vokalsystem hat sich auf fünf Grundvokale reduziert, während das okzitanische Vokalsystem eine komplexere Struktur mit vier Öffnungsgraden im Vorderzungenbereich beibehalten hat.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Entwicklung des Okzitanischen vom Lateinischen. Ein Vergleich mit der Entwicklung der spanischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/926222