In dieser Arbeit geht es um die Diversität in der Suchtkrankenhilfe. Nur die zwei Begriffe, Diversität und Suchtkrankenhilfe und schon offenbart sich eine nahezu unübersehbare Masse an Kategorien Aspekten und vor allem Ambivalenzen, die in dieser Hausarbeit berücksichtigt werden wollen.
Dabei geht es auch um Hautfarbe, Geschlecht, Diskriminierung, Stigmatisierung, Machtverhältnissen, sozialer Ungleichheit, um das Verständnis von Normalität und Gesundheit. Wer wird von Angeboten der Suchtkrankenhilfe erreicht? Wer hat Barrieren zu überwinden? Wer wird ausgegrenzt? Wo sind unsere Anteile? Wer ist Opfer und wer ist Täter?
Eigentlich geht es um alle umfassenden Grundlagen der sozialen Arbeit in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft, die geprägt ist von konstant zunehmender Heterogenität und Pluralität. In den Bindungen zu Familie, Lebenswelten, religiösen Organisation immer mehr abzunehmen scheinen sowie weniger an Bedeutung für den Einzelnen besitzen. In der das Bestreben nach rechtlicher Anerkennung und Akzeptanz des Andersseins zunimmt.
Anderssein auch eine Kategorie des Nichtdazugehörens bildet, die Ausgrenzung darstellt. Der Frage nach der Definitionshoheit muss ebenfalls gestellt werden. Es geht auch um Vorrangigkeit, Herrschaft und soziale Gerechtigkeit. Also werden hier die Kernthemen der sozialen Arbeit angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Diversität
1.1 Das positivistische Diversitätsverständnis
1.2 Das kritische Diversitätsverständnis
1.3 Das reflexive Diversitätsverständnis
1.4 Diversity Management
2. Die Suchtkrankenhilfe
2.1 Diversität als Herausforderung für die Suchtkrankenhilfe
2.2 Professioneller Umgang mit Diversität im Kontext der Suchtkrankenhilfe
2.3 Soziale Ungleichheit und Suchthilfe
2.4 Bildung und Sucht
2.5 Armut und Sucht
2.6 Arbeitslosigkeit und Sucht
3. Geschlecht und Sucht
3.1 „Queer“ und Sucht
3.2 Transsexualität und Transidentität in der Suchthilfe
4. Migration und Sucht
4.1 Migration und Spielsucht
4.2 Sucht und Geflüchtete
4.3 Interkulturelle Öffnung der Suchthilfe
5. Sucht und Alter
6. Sucht und Behinderung
7. Diversität in der Suchthilfe– eine Zwischenbilanz
7.1 Stigmatisierung der Suchterkrankung
7.2 Suchterkrankung und Ambiguität
7.3 Suchterkrankung zwischen Lebenswelt und politisch-gesellschaftlicher Konstruktion
7.4 Diversität der Adressaten*Innen und der Mitarbeiter*Innen in der Suchtkrankenhilfe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Diversität im Kontext der Suchtkrankenhilfe. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche soziale Identitätsmerkmale und Machtverhältnisse den Zugang zu sowie den Verlauf von Suchterkrankungen und deren Behandlung beeinflussen, um daraus Ansätze für eine diversitätssensible soziale Arbeit abzuleiten.
- Theoretische Fundierung verschiedener Diversitätsverständnisse (positivistisch, kritisch, reflexiv).
- Analyse von Intersektionalität und sozialer Ungleichheit in der Suchthilfe.
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Aspekte sowie der Situation von LGBTQ*-Personen und Transidenten.
- Betrachtung von Migration, Flucht und interkultureller Öffnung als Herausforderungen für Versorgungssysteme.
- Reflexion der Rolle von Sucht im Alter sowie bei Menschen mit Behinderung.
Auszug aus dem Buch
1. Diversität
Der Begriff der Diversität ist nicht abschließend definiert. Dies bedeutet, dass es eine breite Diversität an Definitionen und Betrachtungsmöglichkeiten für diesen Begriff existiert. Die Ursprünge des Konzeptes Diversität stammen aus dem Umfeld der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre und sind ausgerichtet auf die Herstellung von Chancengleichheit.
Es kristallisieren sich drei Hauptstränge des Diversitätsverständnisses heraus. Diese drei Hauptstränge sind, das positivistische Diversitätsverständnis, das kritische Diversitätsverständnis, und das reflexive Diversitätsverständnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Diversität: Einführung in das Konzept der Diversität und Differenzierung der drei Hauptstränge: positivistisches, kritisches und reflexives Diversitätsverständnis sowie das ökonomisch orientierte Diversity Management.
2. Die Suchtkrankenhilfe: Analyse des Suchthilfesystems in Deutschland unter Berücksichtigung von Diversitätsaspekten wie sozioökonomischer Status, Armut und Arbeitslosigkeit.
3. Geschlecht und Sucht: Darstellung geschlechtsspezifischer Suchtentwicklungen, der Bedeutung von Gender sowie der besonderen Situation von queeren Menschen und Transidenten im Suchthilfesystem.
4. Migration und Sucht: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen durch Migration und Flucht, inklusive Spielsucht und der Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung der Einrichtungen.
5. Sucht und Alter: Erläuterung der zunehmenden Bedeutung der Sucht im Alter als eigene Diversitätsdimension, die spezifische Versorgungsangebote erfordert.
6. Sucht und Behinderung: Aufzeigen der Vernachlässigung der Thematik bei Menschen mit Behinderung und der Notwendigkeit interdisziplinärer Kooperationen.
7. Diversität in der Suchthilfe– eine Zwischenbilanz: Zusammenführende Reflexion der Stigmatisierung, des Umgangs mit Ambiguität und der Bedeutung von Diversität für die Arbeit mit Adressaten und Mitarbeitern.
Schlüsselwörter
Diversität, Suchtkrankenhilfe, Soziale Arbeit, Intersektionalität, Gender, Migration, Sucht, Stigmatisierung, Diversity Management, Inklusion, Gesundheit, soziale Ungleichheit, Transidentität, Prävention, Ambiguität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Diversitätskriterien auf das Suchthilfesystem und beleuchtet, wie soziale Identitäten den Umgang mit Suchterkrankungen prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Gender, Migration, soziale Ungleichheit, Alter, Behinderung sowie die verschiedenen theoretischen Konzepte von Diversität im professionellen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Sensibilisierung für diversitätsbedingte Zugangsbarrieren in der Suchthilfe und die Förderung eines intersektionalen Verständnisses in der sozialen Arbeit.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit Fachdiskursen, um verschiedene Konzepte der Diversität auf die Praxis der Suchthilfe zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Dimensionen wie Geschlecht, Migration, Alter und soziale Benachteiligung sowie deren Einfluss auf Suchtentwicklung und Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diversität, Suchthilfe, Intersektionalität, Stigmatisierung und soziale Ungleichheit charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das kritische Diversitätsverständnis vom positivistischen Ansatz?
Während der positivistische Ansatz Vielfalt als gegebenes Merkmal von Personen betrachtet, hinterfragt das kritische Verständnis, wie diese Kategorien durch Machtverhältnisse konstruiert und reproduziert werden.
Warum stellt Migration eine besondere Herausforderung für die Suchthilfe dar?
Migration geht oft mit speziellen Stressoren (Fluchterfahrungen, Diskriminierung) einher, und bestehende Suchthilfesysteme sind teilweise noch zu wenig für interkulturelle Bedürfnisse geöffnet.
Welche Rolle spielt die Intersektionalität in der Arbeit?
Die Intersektionalität dient dazu, zu verstehen, wie sich verschiedene Diskriminierungsebenen (z. B. Migrationshintergrund und Geschlecht) überschneiden und verstärken können.
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- Lukas Schwarthans (Author), 2019, Diversität in der Suchtkrankenhilfe. Über Diskriminierung und Stigmatisierung, Hautfarbe und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/926369