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Die Opern von Albert Lortzing. Veränderung der Wahrnehmung und Beliebtheit

Eine kurze Untersuchung

Title: Die Opern von Albert Lortzing. Veränderung der Wahrnehmung und Beliebtheit

Term Paper , 2020 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Liliana Düstersiek (Author)

Theater Studies, Dance
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Diese Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, weshalb sich Wahrnehmung und Beliebtheit der Opern Lortzings möglicherweise verändert haben, sowie potenzielle Schwierigkeiten untersuchen, die Menschen mit seinem Werk hatten und heute haben; sprich, die relative Erfolglosigkeit Lortzings im Vergleich zu anderen Komponisten seiner Zeit ergründen. Dazu soll auf die Aspekte Text und Musik sowie Interpretation und Instrumentalisierung in bestimmten geschichtlichen Kontexten eingegangen werden. Aufgrund der Kürze dieser Arbeit wird es jedoch nicht möglich sein, eine hundertprozentige Antwort auf die Frage zu liefern.

Albert Lortzings Opern kennen heute noch die wenigsten. Dabei haben einige seiner Zeitgenossen mit den seinen ähnlichen Werken große Erfolge gefeiert (z.B. Carl Maria von Weber mit dem "Freischütz"), Wagner hielt große Stücke auf ihn. Trotzdem blieb er insgesamt verkannt.

Häufig wird dem Komponisten ein prüder Biedermeier-Ruf angedichtet, dabei war Lortzing zu seiner Zeit alles andere als konservativ. In seinen Opern äußert er nicht selten Kritik an Obrigkeiten, was ihm hinsichtlich der Zensur wiederholt zum Verhängnis wurde. Er wird als Erfinder sowie Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper gehandelt, die sich von der französischen Opéra comique ableitet, meist heitere Stoffe behandelt und in der neben rezitativischen Teilen vor allem gesprochene Dialoge zwischen die Musikstücke eingeschoben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lortzing und die Bühnenkunst

2.1 Leben und Schaffen

2.2 Künstlerische Anforderungen

3 Untersuchung ausgewählter Aspekte

3.1 Musik

3.2 Libretto

3.3 (Fehl-) Interpretation und Instrumentalisierung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die rückläufige Wahrnehmung und Erfolglosigkeit der Opern von Albert Lortzing im Vergleich zu anderen Komponisten seiner Zeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit veränderte ästhetische Erwartungen, Fehlinterpretationen der Werke als "harmlos-naives" Biedermeier-Idyll sowie politische Instrumentalisierungen zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

  • Die historische Rolle Albert Lortzings als Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper
  • Die Analyse kompositorischer Stilmittel und musikalischer Charakteristika in Lortzings Werk
  • Die Untersuchung der Libretti unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Positionierung und politischer Freiheit
  • Die kritische Reflexion der Rezeptionsgeschichte und der Biedermeier-Assoziationen
  • Der Einfluss politischer Instrumentalisierung, insbesondere während des Nationalsozialismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Musik

Ob Lortzings Musik „gut“ ist, ist als Frage objektiv wohl kaum zu beantworten. Da er sich sein Leben lang damit beschäftigt hatte, verstand er durchaus etwas vom Komponieren; er „bewunderte“ Mozart „als unerreichbar“ was in seinen Stücken unüberhörbar ist:

„Lortzing entwickelte den Typus der deutschen Spieloper, in deren Rahmen er sowohl den Konversationsstil als auch das Opernlied und das strophisch gegliederte Liedduett kultivierte. Die vielstimmigen Ensemblesätze belegen seine satztechnische Meisterschaft und weisen ihn gleichzeitig als großen Mozart-Verehrer aus.“

Bei der Auseinandersetzung mit seiner Musik fällt auf, dass Lortzing eine ausgeprägte Motivik verwendet, sichtbar beispielsweise in Undine, aus der vor allem das „Schwanen“- als auch das „Kühleborn“-Motiv in Erinnerung bleiben. Zudem illustriert er Vorgänge auf der Bühne bzw. in der Handlung durch seine Musik. Ein Beispiel hierfür sind Rezitativ und Arie der Marie „Er ist so gut/’s mag freilich nicht so übel sein“ aus Der Waffenschmied; Das Anklopfen Maries an Konrads Tür („Sie geht an die Tür, klopft und ruft leise Konrad! lauter Konrad! ärgerlich und laut rufend Konrad! Du Murmeltier!“) ist in der Musik durch jeweils zwei akzentuierte Achtelakkorde in den Streichern dargestellt, man hört förmlich das „Klopf-Klopf“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Rückgang der Aufführungszahlen von Lortzings Opern im 20. Jahrhundert und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen für den Verlust seiner einstigen Beliebtheit.

2 Lortzing und die Bühnenkunst: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben des Komponisten, seine autodidaktische Ausbildung und die speziellen Anforderungen, die er als ehemaliger Schauspieler an die Darstellung in seinen Spielopern stellte.

3 Untersuchung ausgewählter Aspekte: Hier werden zentrale Elemente wie Musik, Librettistik und die historische Rezeption bzw. Fehlinterpretation seiner Werke analysiert, um das Bild des "naiven" Komponisten zu hinterfragen.

3.1 Musik: Die Untersuchung zeigt auf, wie Lortzing durch gezielte Motivik und bühnenillustrierende kompositorische "Kniffe" seiner Musik Tiefe verlieh, auch wenn sie zeitgenössisch als weniger revolutionär wahrgenommen wurde.

3.2 Libretto: Dieses Kapitel analysiert Lortzings Libretti als politische Texte, die gesellschaftliche Missstände thematisieren und den Komponisten als Anwalt der sozial Benachteiligten ausweisen.

3.3 (Fehl-) Interpretation und Instrumentalisierung: Es wird untersucht, wie Lortzing durch eine "Verbiedermeierung" missverstanden und instrumentalisiert wurde, was zu einer einseitigen Wahrnehmung seines Werks als apolitisches Idyll führte.

4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Lortzing zwar musikalisch nicht als Innovator gelten mag, jedoch durch die Authentizität seiner politischen Überzeugung ein unterschätzter Dramatiker bleibt, dessen Wiederentdeckung aufgrund der "Uneindeutigkeit" seiner Musik lohnenswert erscheint.

Schlüsselwörter

Albert Lortzing, Spieloper, Musiktheater, Biedermeier, Libretto, Rezeptionsgeschichte, deutsche Oper, gesellschaftliche Kritik, politische Instrumentalisierung, Musikwissenschaft, Komposition, Bühnenkunst, Wirkungsgeschichte, Interpretation, künstlerische Autonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der veränderten Wahrnehmung des Opernschaffens von Albert Lortzing und ergründet, warum er im Vergleich zu Zeitgenossen wie Verdi oder Mozart an Popularität verloren hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Charakteristika der deutschen Spieloper, die Analyse von Lortzings Kompositionsstil, die politische Dimension seiner Texte sowie die Auswirkungen der Rezeptionsgeschichte auf sein heutiges Image.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die relative Erfolglosigkeit Lortzings zu hinterfragen und das hartnäckige Klischee des "harmlosen" Biedermeier-Komponisten kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literatur- und musikwissenschaftliche Analyse ausgewählter Werke mit der Auswertung von Rezensionen und historischer Fachliteratur, um die Wirkungsweise der Opern zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lortzings Biografie und Bühnenanforderungen, die Analyse seiner Musik und Libretti sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der politischen Fehlinterpretation seiner Stücke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spieloper, Biedermeier-Kritik, politische Instrumentalisierung, Librettistik und Rezeptionsgeschichte charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die musikalische Innovation bei Lortzing?

Die Autorin stellt fest, dass Lortzing zwar nicht als bahnbrechender musikalischer Innovator gilt, seine Qualität jedoch in der Verbindung von musikalischer Satztechnik und der bildhaften Unterstützung dramatischer Handlungen liegt.

Warum wurde Lortzing während der Zeit des Nationalsozialismus instrumentalisiert?

Seine Werke wurden aufgrund der volkstümlichen Ästhetik fälschlicherweise als "völkisches" Kulturgut umgedeutet, wobei seine eigentlich demokratischen Tendenzen im Libretto ignoriert oder ins Gegenteil verkehrt wurden.

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Details

Title
Die Opern von Albert Lortzing. Veränderung der Wahrnehmung und Beliebtheit
Subtitle
Eine kurze Untersuchung
College
LMU Munich
Grade
1,7
Author
Liliana Düstersiek (Author)
Publication Year
2020
Pages
13
Catalog Number
V927363
ISBN (eBook)
9783346253446
ISBN (Book)
9783346253453
Language
German
Tags
Lortzing Albert Lortzing Musikwissenschaft Theaterwissenschaft Wagner Verkennung Schaffen Oper Musiktheater Schauspiel Bühnenkunst Komposition Künstler Libretto Musik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Liliana Düstersiek (Author), 2020, Die Opern von Albert Lortzing. Veränderung der Wahrnehmung und Beliebtheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/927363
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