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Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion

Title: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silke Kalkowski (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Es stellt sich die Frage, ob Wirtschafts- und Währungsunion in ihrem Bestehen voneinander abhängig sind oder ob die eine ohne die andere bestehen kann.

Bei kritischer Betrachtung erscheint eine Währungsunion ohne Wirtschaftsunion nicht denkbar. Ein wesentlicher Grund hierfür soll beispielhaft genannt werden. Die Währungsstabilität kann u. a. durch die jeweilige Wirtschaftspolitik eines Staates gesteuert werden. Da in einer Währungsunion keine Wechselkursschwankungen auftreten und im besten Fall sogar eine einheitliche Währung besteht, ist eine Wirtschaftsunion und somit eine gemeinsam geführte Wirtschaftspolitik unabdingbar. Eine Wirtschaftsunion ohne Währungsunion hingegen ist möglich. In Art. 98 EGV ist geregelt, dass jeder Mitgliedstaat angehalten ist, das Erforderliche zu tun, um das Vertrauen in die eigene Währung aufrecht zu erhalten. Eine gemeinsame Wirtschaftspolitik stünde dem nicht entgegen; eine gemeinsame Währungsunion ist nicht zwingend erforderlich.

Jedoch gilt die Konjunkturpolitik der Mitgliedstaaten gemäß Art. 99 (1) EGV als „... eine Angelegenheit von gemeinsamem Interesse...“ Aus diesem Grund soll zur Erreichung der Ziele der Gemeinschaft die Wirtschafts- und Währungspolitik der Mitgliedstaaten koordiniert werden. Für die Schaffung einer Währungsunion gibt es viele Gründe. Einer davon ist das Ziel, den Freihandel zwischen den teilnehmenden Ländern zu fördern und zu stärken. Durch eine gemeinsame Währung entfallen die Wechselkurse ebenso wie die Transaktionskosten.

Handelsvorteile könnten entstehen, da durch die Währungsunion der größte Finanzraum der Welt entstehen würde, welcher wiederum deutlich besser vor externen negativen Einflüssen geschützt wäre.

Auch der Kostenfaktor spielt eine wichtige Rolle. Der Geldaufwand für den Währungstausch und die Sicherung des Wechselkurses beispielsweise belief sich seinerzeit innerhalb der Europäischen Gemeinschaft auf 20-30 Mrd. DM pro Jahr. Würden diese Kosten eingespart, könnte das Geld wirtschaftlicher verwendet werden. Hieraus könnten erneut Wachstumsgewinne realisiert werden, da die Transparenz im Geld- und Warenverkehr sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen und Reisende wesentlich verbessert würde.


Excerpt


Struktur der Arbeit

1 Einleitung

1.1 Was ist eine Währungsunion?

1.2 Dependenz von Wirtschafts- und Währungsunion

2 Die Europäische Währungsunion

2.1 Gründe für die Währungsunion

2.2 Geschichtlicher Ablauf / Vorläufer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion

2.2.1 Der Werner-Plan

2.2.2 Der Europäische Wechselkursverbund

2.2.3 Das Europäische Währungssystem

2.2.4 Die Einheitliche Europäische Akte

2.2.5 Der Delors-Bericht

3 Die Entstehung der Wirtschafts- und Währungsunion

3.1 Der Drei-Stufen-Plan

3.1.1 Die erste Stufe

3.1.2 Die zweite Stufe

3.1.3 Die dritte Stufe

3.2 Das Europäische Währungssystem II

4 Schlussfazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die strukturellen Voraussetzungen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und analysiert die notwendige Verzahnung von Währungsstabilität und koordinierter Wirtschaftspolitik.

  • Historische Meilensteine von den Anfängen (Werner-Plan) bis zur Einführung des Euro.
  • Analyse der notwendigen Konvergenzkriterien für eine erfolgreiche Teilnahme.
  • Die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Europäischen Währungsinstituts.
  • Die Bedeutung der Einheitlichen Europäischen Akte für die wirtschaftliche Integration.
  • Untersuchung des Drei-Stufen-Plans als zentrales Implementierungsinstrument.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Der Europäische Wechselkursverbund

Eines der Ziele der geplanten Währungsunion war es, die Wechselkurse der teilnehmenden Länder gegenüber dem US-Dollar stabil zu halten.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, wurde im Jahre 1972 der sog. „Europäische Wechselkursverbund“ geschaffen. Die damaligen sechs Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft vereinbarten eine zulässige Bandbreite für Wechselkursschwankungen untereinander von 2,25 %. Am 01.01.1973 traten Großbritannien, Irland und Dänemark hinzu. Als nächstes folgten Norwegen und Schweden. Innerhalb der Gemeinschaft sollten die Wechselkurse stabil, gegenüber dem US-Dollar jedoch flexibel gehalten werden.

Der Europäische Wechselkursverbund war auch unter dem Namen „Währungsschlange“ bekannt. Diese Bezeichnung entstand, weil das Kursband in der grafischen Darstellung den Körperbewegungen einer Schlange ähnelte. Die Grenzen nach oben bzw. unten wurden durch die Währung des teilnehmenden Landes mit der stärksten bzw. schwächsten Notierung im Vergleich zum US-Dollar determiniert.

Der Wechselkursverbund erbrachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Deutlich wurde dies an zahlreichen Bei- und Austritten von Währungen. Als ursächlich für sein Scheitern wurden die starken Währungs-Turbulenzen angesehen, die auf die beiden Ölkrisen in den Jahren 1973 und 1974 zurückzuführen sind. Auch politische Divergenzen spielten eine entscheidende Rolle. So wollten einige Mitgliedstaaten nicht ihre nationalen Autonomien auf die Gemeinschaft übertragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert die Grundlagen der Währungsunion und thematisiert die notwendige Abhängigkeit zwischen Währungs- und Wirtschaftspolitik.

2 Die Europäische Währungsunion: Beleuchtet die ökonomischen sowie politischen Beweggründe und zeichnet die historische Entwicklung durch verschiedene Vorläufermodelle nach.

3 Die Entstehung der Wirtschafts- und Währungsunion: Erläutert detailliert den Drei-Stufen-Plan und die spezifischen Kriterien für die Einführung des Euro.

4 Schlussfazit: Zieht Bilanz über die Stabilität des Euro und die Herausforderungen bei der Integration nationaler Interessen in das europäische System.

Schlüsselwörter

Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, EWWU, Euro, Währungsstabilität, Konvergenzkriterien, Europäische Zentralbank, EZB, Drei-Stufen-Plan, Binnenmarkt, Wechselkursschwankungen, Wirtschaftspolitik, Delors-Bericht, Währungsschlange, Europäisches Währungssystem, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Genese der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und die damit verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Integrationsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historischen Vorläufermodelle, die Stufenpläne zur Umsetzung der Währungsunion sowie die Kriterien, die Mitgliedstaaten für die Euro-Einführung erfüllen mussten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die europäische Währungspolitik entwickelt hat und warum eine einheitliche Währung zwingend eine engere wirtschaftspolitische Koordination erfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf offiziellen Verträgen (EGV), Berichten (Delors-Bericht) und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Vorläufer, die detaillierte Beschreibung des Drei-Stufen-Plans und die Analyse der Beitrittskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Euro, Währungsunion, Konvergenzkriterien, Geldpolitik und Europäische Gemeinschaft.

Warum wird der "Werner-Plan" als wichtiger Vorläufer genannt?

Der Werner-Plan von 1971 war der erste konkrete Stufenplan zur Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion und legte die konzeptionelle Basis für spätere Entwicklungen.

Was passierte in der dritten Stufe des Delors-Plans?

In der dritten Stufe erfolgte die endgültige Festlegung der Wechselkurse und die Einführung des Euro als Buchgeld bzw. später als physisches Zahlungsmittel.

Welche Rolle spielt die Preisstabilität bei den Konvergenzkriterien?

Die Preisstabilität ist ein fundamentales Kriterium; die Inflationsrate eines Landes darf die der drei stabilsten Mitgliedstaaten nur geringfügig übersteigen.

Was bedeutet das Prinzip der Parallelität im Delors-Plan?

Es besagt, dass Fortschritte in der ökonomischen Zusammenarbeit und in der monetären Zusammenführung gleichrangig und abgestimmt erfolgen müssen.

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Details

Title
Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
College
University of Applied Sciences Essen
Course
Europarecht
Grade
1,3
Author
Silke Kalkowski (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V92751
ISBN (eBook)
9783638066457
ISBN (Book)
9783638952804
Language
German
Tags
Europäische Wirtschafts- Währungsunion Europarecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Kalkowski (Author), 2007, Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92751
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