Wissen wir nichts über die Außenwelt? - Ein Beweis gegen die Meinung der Skeptiker

Am Beispiel von Hilary Putnam


Hausarbeit, 2008

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Putnams Beweis in der Form Crispin Wrights und dessen Stringenz
2.1 Lösung der ersten Prämisse
2.2 Lösung der zweiten Prämisse

3. Verbesserung des Beweises
3.1. Logische Struktur der Prämissen
3.2 Glaubwürdigkeit der Prämissen

Fazit

Bibliographie

1. Einleitung

Seit Descartes wurde in der Philosophie schon oft darüber diskutiert, ob unsere Meinung über die Außenwelt falsch sei. Vor allem wurde dies mithilfe von ewigen Träumen oder einem bösen Dämon, der uns täuscht, motiviert. Man nennt diese Vorstellung auch cartesischer Skeptizismus. Ein Szenario, das jedoch viel weiter geht ist das vom Gehirn im Tank (GIT). Seit den Matrix- Filmen streiten sich auch Nicht-Philosophen darüber, ob wir wirklich ausschließen können, dass unser ganzes Wissen über die Außenwelt nicht durch einen Simulationscomputer vermittelt wird. Stellen wir uns vor, unser Gehirn steckt von Anbeginn unserer Existenz in einem Tank mit Nährflüssigkeit und unsere Empfindungen über die Außenwelt, unsere Sinneserfahrungen, etc. werden uns vom Computer vorgegaukelt. Diese Konklusion wäre abgewiesen, wenn der Beweis aus dem Jahr 1981 von Hilary Putnam gegen das Szenario funktionierte. Er war der Erste, der bewies, dass die Annahme, dass wir GIT sind, unmöglich wahr sein kann, weil sie sich selbst widerlegt. Das bedeutet, dass eine bestimmte These so genannt wird, wenn es die Annahme, dass die These erwogen oder ausgesprochen wird, ist, die ihre Falschheit impliziert[1]. Ich werde mich hier mit der späteren Rekonstruktion des Beweises von Crispin Wright befassen, weil sie einfacher zu verstehen ist als Putnams ursprünglicher Beweis, dennoch hat jener einen entscheidenden Fehler gemacht: Er setzt Dinge voraus, die er noch nicht bewiesen hat. Wrights Fassung ist dennoch wertvoll. Sie erlaubt einen klaren Blick auf die Ideen, die Putnams Beweis zugrunde liegen, und sie wird einen Weg zu einer Fassung des Beweises auftun, die wirklich hieb- und stichfest ist[2]. Die Aufgabe hier wird daher sein, den Fehler offen darzulegen und ihn zu beseitigen. Zusätzlich wird gezeigt, wie man den Beweis verfeinern kann, damit die Skeptiker definitiv keine Möglichkeit mehr haben, ihn anzugreifen.

2. Putnams Beweis in der Form Crispin Wrights und dessen Stringenz

Logisch stringent meint, dass die Konklusion wahr sein muss, wenn auch die Prämissen des Arguments wahr sind. Ich werde mich zuerst damit befassen, warum die Konklusion wahr sein muss und später werde ich mich der Wahrheit der Prämissen zuwenden. Wrights Vierzeiler lautet:

(1) In meiner Sprache bezeichnet das Wort „Tiger“

die Tiger ( Erste Prämisse)

(2) In der Sprache eingetankter Gehirne bezeichnet

das Wort „Tiger“ keine Tiger (Zweite Prämisse)

(3) Also unterscheidet sich meine Sprache von der

Sprache eingetankter Gehirne. (Zwischenschritt:

folgt aus den beiden Prämissen)

(4) Also bin ich kein Gehirn im Tank. (Konklusion:

folgt aus dem Zwischenschritt)

Der Zwischenschritt folgt logisch aus den beiden Prämissen, da in der 1. Prämisse behauptet wird, dass meine Sprache etwas bezeichnet, von dem die 2. Prämisse behauptet, dass dies in der Sprache der GIT nicht bezeichnet wird. Und die Konklusion? Durch (3) wird indirekt die Konklusion bewiesen. Hierzu ließ sich ein schönes Beispiel finden. Wenn wir annehmen, dass die Konklusion falsch wäre, also dass wir GIT wären, so wird auch die Sprache eingetankter Gehirne von uns gesprochen, d.h. meine Sprache wäre die gleiche wie die der GIT. Das steht jedoch im Widerspruch zu (3), der schon bewiesen wurde[3]. Aufgrund der logischen Stringenz darf (4) nicht falsch sein, da sie aus (3) folgt, welche wahr ist. Diese wiederum muss wahr sein, wenn die Prämissen wahr sind. Man muss sich sicher sein, dass die Prämissen tatsächlich wahr sind.

2.1 Lösung der ersten Prämisse

Die erste Prämisse

In meiner Sprache bezeichnet das Wort „Tiger“ die Tiger,

ist meiner Ansicht nach verständlich. Trotzdem werde ich sie genauer durchleuchten. Die Prämisse wirkt wie eine Binsenweisheit, die von Fachleuten in das Disquotationsschema[4] eingeordnet wird. Darauf beruht auch ihre Glaubwürdigkeit. Man kann ganz einfach fragen: Was bedeutet das Wort „Katzen“? Und es kann mit „Katzen“ geantwortet werden. Bei allen anderen Antworten müsste man zu viel über die Welt wissen und man hätte wieder ein Problem mit den Skeptikern. Deshalb ist die erste Prämisse ein analytischer Satz[5]. Jedoch muss einem bewusst sein, dass der Satz nur in meiner Sprache wahr ist. Ebenfalls wichtig in der apriorischen Rechtfertigung der ersten Prämisse ist die Erste Person. Wenn man den Satz (1) selbst hinschreibt, dann gehört der letzte Ausdruck automatisch zu meiner Sprache. Aufgrund dessen gehört auch der in Anführungszeichen gesetzte Ausdruck zu meiner Sprache. Es wird gesagt, dass jedoch die Wörter, die dieser Ausdruck bezeichnet, nicht zwingend alle zu meiner Sprache gehören müssen[6]. Man könnte z.B. den Ausdruck „playa“ zitieren, der dann aufgrund der Anführungszeichen zu meiner Sprache gehört. Und trotzdem gehört das spanische Wort, das durch diesen Ausdruck bezeichnet wird, nicht zu meiner Sprache. Falls „Tiger“ in einer anderen Sprachen vorkommt, darf bei der Bezeichnung des Wortes in diese Sprachen das Wort nicht unzitiert aufgeschrieben werden, denn so würde es nur zu meiner Sprache gehören und zu sonst keiner. Der Bereich der Ausdrücke, die mittels der Anführungszeichen in (1) bezeichnet werden, wird durch das Possessivpronomen der Ersten Person eingegrenzt. Es bleiben nur diejenigen Ausdrücke übrig, die man selber verwenden und zitieren kann. Zusammen mit den Anführungszeichen sorgt die Verwendung der Ersten Person für einen eigentümlichen Selbstbezug innerhalb der Prämisse: Ausgerechnet durch einen selbst können die Gegenstände unter Verwendung des Wortes „Tiger“ benannt werden, die genau dieses Wort, wenn es zu meiner Sprache gehört, bezeichnet[7].

[...]


[1] Vgl. Putnam [BIV]: 23; siehe auch sein Bsp. auf dieser Seite: die These, dass alle allgemeinen Aussagen falsch seien. Dies ist eine allgemeine Aussage. Also muss sie falsch sein, wenn sie wahr ist. Folglich ist sie falsch.

[2] Vgl. Olaf L. Müller, [WOI], Buch 1: 92

[3] Vgl. Olaf L. Müller, [WOI], Buch 1: 95

[4] Weil das Wort „Tiger“ einmal mit und einmal ohne Anführungszeichen vorkommt

[5] Sätze, deren Wahrheit sich aus den Bedeutungsregeln der Sprache, die verwendet wird, ergeben. Man kann ihre Wahrheit erkennen ohne in der Welt nachzusehen. Auch oft als apriori bezeichnet

[6] Vgl. Olaf L. Müller, [WOI], Buch 1: 124

[7] Vgl. Olaf L. Müller, [WOI], Buch 1: 126

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Wissen wir nichts über die Außenwelt? - Ein Beweis gegen die Meinung der Skeptiker
Untertitel
Am Beispiel von Hilary Putnam
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Veranstaltung
Einführung in die Ekenntnistheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V92801
ISBN (eBook)
9783638063876
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Um besser als 2,0 zu bekommen, hätte ich noch einige Kritikpunkte schreiben müssen.
Schlagworte
Wissen, Außenwelt, Beweis, Meinung, Skeptiker, Einführung, Ekenntnistheorie
Arbeit zitieren
Viktoria Heitz (Autor), 2008, Wissen wir nichts über die Außenwelt? - Ein Beweis gegen die Meinung der Skeptiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92801

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