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Die Schweiz und Deutschland im föderativen Vergleich

Title: Die Schweiz und Deutschland im föderativen Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,75

Autor:in: Aladdin Sarhan (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Das Wort ,,Föderalismus" gehört zu den politischen Begriffen der Neuzeit. Es ist nicht - wie Politik, Monarchie oder Demokratie - aus dem Griechischen entnommen, sondern seine Sprachwurzel liegt im lateinischen ,,foedus", was soviel wie ,,Bund", ,,Bündnis" oder ,,Vertrag" meint1.
Als politisches Organisationsprinzip umschreibt der Begriff ,,Föderalismus" einen Staatsaufbau, in dem sich mehrere Gliedstaaten mit einem Gesamtstaat die Erfüllung staatlicher Aufgaben teilen und dabei sich gegenseitig durch bestimmte Mit- oder Einwirkungsmöglichkeiten beeinflussen.
Föderalismus verkörpert das Prinzip der ,,Vielfalt in der Einheit". Die den Gliedstaaten verbleibenden politischen Gestaltungsmöglichkeiten sichern den Erhalt und die Weiterentwicklung regionaler Besonderheiten; die von Gliedstaat zu Gliedstaat verschiedenen Lösungsmöglichkeiten konkurrieren miteinander, stehen in produktivem Wettbewerb und führen damit zu einer Verbesserung auch des gesamtstaatlichen Gemeinwohls.
Die meisten Probleme des Gesellschafts- und Wirtschaftsleben lassen sich durch Föderalismus dort lösen, wo sie entstehen - vor Ort: Dort kennt man sie am besten und dort zeigt auch die durch Wahlen oder Abstimmungen ausgeübte Bürgerkontrolle für Regierung und Verwaltung die größte Wirkung. Die föderale Struktur eröffnet im Staatsaufbau flexible Reaktionsmöglichkeiten in allen Lebensbereichen, steigert die Akzeptanz, hat legitimierende Wirkung und fördert das demokratische Bewusstsein der Bevölkerung.
Eine der wichtigsten Funktionen des Föderalismus ist die Einbindung auseinanderstrebender Kräfte im Staat, seien es nationale Minderheiten oder Glaubensgemeinschaften. Die Gewährung eines eigenen politischen Gestaltungs- und Entfaltungsspielraum ermöglicht unterschiedlichsten Interessengruppierungen am besten einen ihnen akzeptablen und adäquaten Platz im Bundesstaat und verhindert tendenziell Zerfallserscheinungen2.

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. FÖDERALISMUS IN DER SCHWEIZ

2.1. Historische, politische und systematische Grundlagen

2.2. Der Ständerat als föderatives Organ des schweizerischen Bundesstaates

2.3. Kompetenzverteilung im Bundesstaat

2.4. Finanzverfassung und Finanzausgleich

3. FÖDERALISMUS IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

3.1. Historische und systematische Grundlagen

3.2. Bundesrat als föderatives Organ des deutschen Bundesstaates

3.3. Kompetenzverteilung im Bundesstaat

3.4. Finanzverfassung und Finanzausgleich

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit hat zum Ziel, die föderativen Strukturen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland vergleichend gegenüberzustellen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der historischen Entwicklung, der Ausgestaltung der Vertretung der Gliedstaaten auf Bundesebene, der Kompetenzverteilung sowie der Finanzordnung aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des Föderalismus in beiden Staaten
  • Vergleich der föderativen Kammern (Ständerat vs. Bundesrat)
  • Struktur der Kompetenzaufteilung zwischen Zentralstaat und Gliedstaaten
  • Analyse der jeweiligen Finanzverfassungen und Ausgleichsmechanismen

Auszug aus dem Buch

2.1. Historische, politische und systematische Grundlagen

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist der älteste Bundesstaat in Europa, nach den Vereinigten Staaten der zweitälteste überhaupt. Alle übrigen vorhergehenden Staatenverbindungen stellten entweder Staatenbünde dar - so etwa der Deutsche Bund von 1815 oder die Schweiz zwischen 1815 und 1848 - oder entziehen sich von vornherein einer Einordnung in diese modernen staatsrechtlichen Kategorien.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft stellt ein Mischsystem aus föderativen, direkt-demokratischen und repräsentativ-parlamentarischen Elementen dar und weist eine Konkordanzdemokratie auf. Im politischen System der Schweiz werden Konflikte in der Regel nicht durch Mehrheitsbeschlüsse, sondern durch ein breites Aushandeln von Kompromissen geregelt4. Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen, von denen sechs Halbkantone sind. Diese Halbkantone stellen Aufspaltungen ursprünglich einheitlicher Kantone aus konfessionellen Gründen, aus einem Stadt-Land Antagonismus (Basel) oder sonstigen Motiven dar. Einzige Minderung ihres Status ist, dass die Halbkantone nur eine Stimme im Ständerat haben, während jeder Vollkanton zwei besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert den Begriff des Föderalismus als politisches Organisationsprinzip und legt die Zielsetzung des Vergleichs zwischen der Schweiz und Deutschland dar.

2. FÖDERALISMUS IN DER SCHWEIZ: Beleuchtet die historischen Grundlagen, die Rolle des Ständerats, die Kompetenzverteilung sowie das spezifische Finanzsystem der Schweiz.

3. FÖDERALISMUS IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Analysiert die Entwicklung, die Funktion des Bundesrates, die Kompetenzverteilung und das Finanzsystem im Kontext der Bundesrepublik Deutschland.

4. Fazit: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs zusammen und arbeitet die zentralen Unterschiede, insbesondere hinsichtlich des Ständerats bzw. Bundesrats sowie der Finanzautonomie, heraus.

5. Literaturverzeichnis: Listet sämtliche für die Arbeit herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Föderalismus, Schweiz, Deutschland, Bundesstaat, Kompetenzverteilung, Finanzverfassung, Bundesrat, Ständerat, Gliedstaaten, Politikverflechtung, Subsidiarität, Finanzausgleich, Vergleich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer vergleichenden Analyse der föderativen Systeme in der Schweiz und in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, der parlamentarischen Vertretung der Gliedstaaten, der Verteilung der Kompetenzen zwischen Staatsebenen sowie der jeweiligen Finanzordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die föderativen Strukturen beider Länder hinsichtlich ihrer Geschichte, ihrer Vertretungsorgane auf Bundesebene, ihrer Kompetenzverhältnisse und ihrer Finanzordnungen systematisch zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Regierungslehre, um die politischen Systeme auf Basis theoretischer Grundlagen und relevanter Verfassungsstrukturen einander gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke, die jeweils den Föderalismus in der Schweiz und in der Bundesrepublik Deutschland unter den Aspekten Geschichte, föderative Organe (Ständerat/Bundesrat), Kompetenzverteilung und Finanzen analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Föderalismus, Bundesstaat, Gliedstaaten, Kompetenzverteilung, Finanzverfassung und Politikverflechtung.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Ständerats von der des Bundesrates?

Während der Ständerat aus unabhängigen Abgeordneten besteht, die vom Volk oder Parlament des jeweiligen Kantons gewählt werden, entsenden die Landesregierungen in Deutschland weisungsgebundene Vertreter in den Bundesrat.

Warum spielt der Finanzausgleich in beiden Systemen eine unterschiedliche Rolle?

Die Schweiz betont stärker die kantonale Steuerautonomie ("Ertragshoheit" vs. "Gesetzgebungshoheit"), während das deutsche System nach der Finanzreform von 1969 stark durch ein Verbundsystem und Politikverflechtung geprägt ist.

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Details

Title
Die Schweiz und Deutschland im föderativen Vergleich
College
Ruhr-University of Bochum  (Lehrstuhl Politikwissenschaft I)
Course
Föderalismus im Vergleich
Grade
1,75
Author
Aladdin Sarhan (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V9292
ISBN (eBook)
9783638160308
Language
German
Tags
Schweiz Deutschland Vergleich Föderalismus Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aladdin Sarhan (Author), 2002, Die Schweiz und Deutschland im föderativen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9292
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