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>>Von deinem Gott war die Rede, ich sprach/ gegen ihn<<: Aspekte der Frage nach Gott in Leben und Werk Paul Celans

Title: >>Von deinem Gott war die Rede, ich sprach/ gegen ihn<<: Aspekte der Frage nach Gott in Leben und Werk Paul Celans

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Monika Ringleb (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Paul Celans Erfahrung ist die eines Gottes, der sich von der Welt abgewandt hat - und zwar radikal. Genau diese Erfahrung und die damit zusammenhängende Frage nach Gott in Leben und Lyrik Celans ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Sie untersucht, auf welche Weise Celan Gott in seiner Lyrik explizit und vor allem implizit zum Thema macht, arbeitet das hinter den Gedichten liegende Gottesbild heraus und erklärt die biographischen Voraussetzungen und Gründe dieses Bildes genauer.
Die Arbeit bietet einen Überblick, eine kurze Einführung in die Frage nach Gott im Leben und in der Lyrik Celans. Das tut sie, indem sie sich 1) auf zentrale Aspekt des Lebens Celans beschränkt, in denen sich die Frage nach Gott implizit stellt und 2) indem zwei exemplarische Gedichte aus dem umfangreichen Werk Celans hinsichtlich der des dahinter liegenden Gottesbildes analysiert werden.
Aus dieser Einschränkung ergibt sich der Aufbau der Arbeit: In einem ersten Teil erfolgt eine kurze Betrachtung der Biographie Celans – und zwar eingeschränkt auf Aspekte, in denen sich die Frage nach Gott stellt. In einem zweiten Teil soll untersucht werden, inwiefern sich diese Frage nach Gott im Leben Celans in seiner Lyrik niederschlägt. Den Schluss bildet eine kurze Diskussion darüber, ob Celan aufgrund der Ergebnisse des ersten und zweiten Teils als theologischer Dichter (»poeta theologus«) einzuordnen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Frage nach Gott im Leben Paul Celans: Der Zweifel am jüdischen Gott und die Bindung an sein Volk

1.1 Kurzer biographischer Abriss

1.2 Erfahrungen schweren Leids

1.2.1 Verlusterfahrungen

1.2.2 Erfahrungen des Antisemitismus

1.2.3 Erfahrungen des Scheiterns

1.2.4 Die Frage nach Gott im Leid

1.3 Verhältnis zum Judentum

1.4 Zwischenfazit: Der Zweifel am jüdischen Gott und die Bindung an sein Volk

2. Die Frage nach Gott in der Lyrik Paul Celans: Die Niederschlagung der Biographie im Werk

2.1 Das Charakteristikum Celanscher Lyrik: Verwobenheit von Erlebtem und Geschriebenem

2.2 Aspekte der Frage nach Gott in der Lyrik Celans

2.2.1 Das Gedicht als Begegnung mit dem »ganz Anderen«

2.2.2 Dialektik von Reden und Schweigen

2.2.3 Das Jüdische in Celans Dichtung

2.2.4 Das Gottesbild Celans am Beispiel der Gedichte Psalm (1962) und Tenebrae (1957)

Abschließende Diskussion: Paul Celan – ein »poeta theologus«?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gottesbild im Leben und Werk des Dichters Paul Celan unter Berücksichtigung seiner biographischen Prägung durch den Holocaust und seine jüdische Herkunft. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Celans hadernde, zweifelnde Position gegenüber Gott – geprägt von tiefer Leiderfahrung und dem Empfinden der Gottverlassenheit – in seiner Lyrik explizit und implizit niederschlägt.

  • Biographische Grundlagen: Verwurzelung im Judentum und Leiderfahrungen
  • Die Frage nach Gott: Von der Gottferne zum Hadern
  • Wechselspiel von Biographie und Werk in Celans Lyrik
  • Literarische Analyse ausgewählter Gedichte (u.a. Psalm, Tenebrae)
  • Diskussion von Celan als »poeta theologus«

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Dialektik von Reden und Schweigen

Wenn wir Menschen versuchen, von wichtigen Dingen zu reden, von Dingen, die uns in der Tiefe unseres Daseins ganz und gar angehen, müssen wir die Erfahrung machen, dass sich das, was wir in Worte fassen wollen, niemals so sagen lässt wie wir es meinen. Das Eigentliche lässt sich bestenfalls umschreiben, weil es letztlich unsagbar bleibt. Diese Erfahrung hat auch Celan beim Schreiben seiner Gedichte machen müssen: Für Auschwitz gibt es keine Worte. Und deshalb bekommt das Unsagbare im Gedicht einen anderen Platz: „[...] Genauso wichtig wie die Worte auf dem Papier, das Schwarze auf dem Bogen, sind für Lyriker die Auslassungen, die Zwischenräume, die mitkomponierten Leerstellen. Sie verkörpern das Wortlose, Schweigende, Unsagbare, aus dem die Worte kommen und in das sie letztlich gehen.“29 Celan ist so in der Tradition der Mystiker auf der Suche nach einer Sprache des Schweigens, nach einer Sprache, durch die das Unsagbare im Gesagten deutlich hörbar mitklingt.

Aber nicht nur das Unsagbare, sondern auch Züge des Autors selbst werden auf diese paradoxe Weise offenbart. Sobald der Leser meint, eine Ahnung von dem, was Celan als Person ausmacht, ein Stück seiner selbst in den Gedichten zu entdecken, entzieht sich der Dichter auch sofort wieder. Er gibt immer nur Anklänge, leise Andeutungen von sich preis. „Stets auf’s neue steht [der Leser] vor dem Paradox, daß sich hier jemand zu erkennen gibt – und im gleichen Augenblick verhüllt.“30

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Thematik der Gottferne bei Paul Celan ein und definiert den Fokus der Arbeit auf das Verhältnis zwischen den biographischen Leiderfahrungen und dem daraus resultierenden Gottesbild in der Lyrik.

1 Die Frage nach Gott im Leben Paul Celans: Der Zweifel am jüdischen Gott und die Bindung an sein Volk: Dieses Kapitel beleuchtet die biographischen Konstanten, insbesondere die Verwurzelung im Judentum und die massiven Leiderfahrungen, die Celans kritisches Verhältnis zu Gott maßgeblich geformt haben.

2. Die Frage nach Gott in der Lyrik Paul Celans: Die Niederschlagung der Biographie im Werk: Hier wird untersucht, wie Celans persönliche Lebensgeschichte in seine Lyrik einfließt und wie er Gott durch das Gedicht als Ort der Begegnung mit dem »ganz Anderen« thematisiert.

Abschließende Diskussion: Paul Celan – ein »poeta theologus«?: Dieses Kapitel diskutiert kritisch, inwieweit Celan, trotz seiner Ablehnung einer festen Glaubensposition, als theologischer Dichter einzuordnen ist, der theologische Motive in seinem Werk verarbeitet.

Schlüsselwörter

Paul Celan, Gottferne, Holocaust, Lyrik, Judentum, Leiderfahrung, Theodizee, Gottesbild, Niemandsrose, Tenebrae, Sprache des Schweigens, Poeta Theologus, Auschwitz, Todesfuge, Religiöse Dichtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert das Gottesverständnis des Dichters Paul Celan und untersucht, wie dieses durch seine traumatischen Erfahrungen als Holocaust-Überlebender und Jude geprägt wurde.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen jüdischer Identität und Gott, die Theodizee-Frage nach Auschwitz sowie die Art und Weise, wie sich diese existentiellen Krisen in der Sprache und Form seiner Gedichte ausdrücken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das in Celans Lyrik implizit und explizit enthaltene Gottesbild herauszuarbeiten und zu erklären, warum er zu einer hadernden, zweifelnden Haltung gegenüber Gott gelangte.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftlich-theologische Analyse, die biographische Daten mit einer Interpretation exemplarischer Gedichte (wie Psalm und Tenebrae) verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung biographischer Leiderfahrungen im ersten Teil und die Analyse der Niederschlagung dieser Erfahrungen in der Lyrik im zweiten Teil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Paul Celan, Gottesferne, Holocaust, Judentum, Theodizee-Frage und die Auseinandersetzung mit der Stille bzw. dem Schweigen in der Dichtung.

Welche Bedeutung hat das Gedicht "Zürich. Zum Storchen" für die Argumentation?

Es dient als zentrales Zeugnis für Celans direkte, kritische Auseinandersetzung mit Gott und als Ausgangspunkt für die Analyse seines Agnostizismus bzw. Haderns.

Warum wird Paul Celan als "poeta theologus" diskutiert?

Die Diskussion hinterfragt, ob Celan als Dichter trotz seiner Ablehnung orthodoxer Glaubenssätze theologische Inhalte als integralen, wenn auch kritischen Bestandteil seiner Dichtung verwendet.

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Details

Title
>>Von deinem Gott war die Rede, ich sprach/ gegen ihn<<: Aspekte der Frage nach Gott in Leben und Werk Paul Celans
College
University of Würzburg
Course
Hauptseminar
Grade
1,0
Author
Monika Ringleb (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V92986
ISBN (eBook)
9783638066280
ISBN (Book)
9783638955126
Language
German
Tags
Gott Rede Aspekte Frage Gott Leben Werk Paul Celans Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Ringleb (Author), 2008, >>Von deinem Gott war die Rede, ich sprach/ gegen ihn<<: Aspekte der Frage nach Gott in Leben und Werk Paul Celans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92986
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