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Ein Vergleich von „DIS/ABILITY“ im vormodernen Japan und dem europäischen Altertum und Mittelalter

Titel: Ein Vergleich von „DIS/ABILITY“ im vormodernen Japan und dem europäischen Altertum und Mittelalter

Essay , 2019 , 14 Seiten , Note: 2

Autor:in: Patrik Howanitz (Autor:in)

Weltgeschichte - Allgemeines und Vergleiche
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Essay über Dis/ability im Rahmen der "Stigmatisierung" und des "Othering"s im japanischen Mittelalter. Da aufgrund der mangelnden Schriftlichkeit wenig über den Alltag von Menschen mit Beeinträchtigung in der europäischen, wie japanischen Kulturgeschichte bekannt ist, vergleicht das Essay Paradigmen hinsichtlich körperlicher Beeinträchtigung, Kindestötung, Geschlecht und sozialer Inklusion bzw. Exklusion auf überregionaler Ebene. Anhand von Schnittmengen aus japanischer und europäischer Kulturanthropologie, historischer Quellenforschung und philologischen Interpretationen von Mythen aus dem Shintoismus, wie europäischer Folklore, werden Thesen aus der Dis/Ability Forschung erprobt und verglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

„Kindsein“ als Dis/Ability

Diffamierung zur „Monstrosität“ als Praxis des Otherings

Dis/Ability als soziale Inklusion/Exklusion

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen „Dis/Ability“ im vormodernen Japan und setzt dieses in einen komparativen Bezug zu europäischen Paradigmen aus Antike und Mittelalter. Das zentrale Forschungsanliegen ist dabei die Analyse sozialer Konstrukte von Behinderung, Kindheit und Ausgrenzung sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen.

  • Historische Perspektiven auf „Dis/Ability“ und Othering
  • Soziale Konstruktion von Kindheit und Infantizid
  • Darstellung von Beeinträchtigung als „Monstrosität“ in Literatur und Mythologie
  • Soziale Inklusion und Exklusion durch gesellschaftliche Rollenzuweisungen
  • Vergleich der Vormoderne in Japan und Europa hinsichtlich Gendernormen und ökonomischer Faktoren

Auszug aus dem Buch

Diffamierung zur „Monstrosität“ als Praxis des Otherings

Ähnlich spärlich verhält es sich auch mit der Quellenlage der japanischen Vormoderne über die Ermordung von körperlich beeinträchtigen Menschen. Es scheint zumindest nicht abwegig, dass sichtliche Deformationen oder Krankheitsbilder ein Motiv für die Ermordung oder Ausstoßung stellten. In der Funktion als Arbeitskraft, könnte die Mobilität von Kindern eine große Rolle gespielt haben. Einige Anhaltspunkte lassen sich jedoch aus Literatur und Mythologie ableiten: Beispielsweise wurden Menschen mit Beeinträchtigung, ähnlich wie in Europa, kunsthistorisch als Monstrositäten dargestellt.

In Japan ist die in diesem Kontext häufig ein „Oni“ (Oger) als körperlich deformierte Gestalt überliefert. Ein „Oni“ hat in der Regel übernatürliche Kräfte und verkörpert generell „anormale“ Erscheinungen oder geächtete Verhaltensformen in der Gesellschaft. Auch in Europa tauchen Monster-Darstellungen als Allegorien für Missbildungen auf. Wie Lorrain Daston und Katharine Park schildern, wurde einst ein siamesisches Kind in Ravenna geboren, welches in einer Zeichnung mit überkarikierten dämonischen Attributen dargestellt und als böses Omen für einen feindlichen militärischen Überfall auf die Stadt bezichtigt wurde.

In Japan finden sich auch zur Aussetzung im Kindesalter einige solcher „Monster“-Erscheinungsbilder: So zum Beispiel im Schöpfungsmythos der Shinto-Erzählung um Hiruko. Der Name Hiruko setzt sich aus den beiden Wörtern „Hiru“ (Blutegel) und „Ko“ (Kind) zusammen. Hiruko wurde als Kind von Izanagi und Izanami, den Schöpfergottheiten des japanischen Archipels, mit körperlicher Beeinträchtigung geboren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Quellenlage und Definition des Forschungsbegriffs „Dis/Ability“ im Kontext vormoderner Gesellschaften.

„Kindsein“ als Dis/Ability: Untersuchung der Kindesaussetzung und des Kindseins als soziales Konstrukt, das durch ökonomische Not und patriarchale Strukturen geprägt war.

Diffamierung zur „Monstrosität“ als Praxis des Otherings: Analyse der mythologischen und literarischen Darstellung von Beeinträchtigungen als „monströs“ und deren Funktion als soziale Ausgrenzungspraxis.

Dis/Ability als soziale Inklusion/Exklusion: Erläuterung der Sonderstellung blinder Musiker in Japan, die durch gildenartige Organisationen sozialen Schutz und Anerkennung fanden.

Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ähnlichkeiten zwischen japanischen und europäischen Paradigmen hinsichtlich Gendernormen und sozialer Ausgrenzung.

Schlüsselwörter

Dis/Ability, Vormoderne, Japan, Europa, Kindesaussetzung, Othering, Monstrosität, Inklusion, Exklusion, Gendernormen, Infantizid, Hiruko, Blindengilden, Sozialgefüge, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Phänomen „Dis/Ability“ (Behinderung) in der vormodernen japanischen Gesellschaft wahrgenommen und behandelt wurde, und stellt dies einem Vergleich mit europäischen historischen Paradigmen gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Felder sind die soziale Konstruktion von Kindheit, die Praxis der Kindesaussetzung, die bildliche Darstellung von Beeinträchtigungen als Monstrositäten sowie die gesellschaftliche Inklusion spezieller Gruppen wie blinder Musiker.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, unter dem Blickwinkel der „Dis/Ability History“ aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen, ökonomische Faktoren und kulturelle Rituale den Status und das Überleben von Menschen mit Beeinträchtigung oder in abhängigen Positionen beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen komparativen kulturwissenschaftlichen Ansatz, indem er historiographische Quellen, mythologische Überlieferungen und literarische Zeugnisse aus Japan und Europa gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von „Kindsein“, der Rolle des „Othering“ durch „Monstrositäts-Zuschreibungen“ und den spezifischen sozialen Strukturen wie den Gilden blinder Sänger, die sowohl Ausgrenzung als auch Inklusionsmechanismen aufzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dis/Ability, Othering, Kindesaussetzung, Vormoderne, japanische Mythologie, soziale Inklusion und gildenartige Organisationen.

Welche Rolle spielt die Mythologie bei der Definition von Behinderung?

Mythologien (wie die Erzählung um den Gott Hiruko) dienten dazu, körperliche Deformationen als böse Omen oder „monströs“ zu kennzeichnen, wobei sie gleichzeitig als religiöse Legitimation für den Umgang mit betroffenen Kindern fungierten.

Warum wird die Stellung blinder Sänger als Besonderheit hervorgehoben?

Blinde Sänger bildeten im vormodernen Japan eine Ausnahme, da sie sich in gildenartigen Organisationen zusammenschlossen, monopolisierten Berufe ausübten und durch eine eigene Schutzgottheit gesellschaftlich sowie ökonomisch privilegiert waren.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Vergleich von „DIS/ABILITY“ im vormodernen Japan und dem europäischen Altertum und Mittelalter
Hochschule
Universität Wien  (Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Guided Reading - Versehrt und baufellig? DisAbility History der Vormoderne
Note
2
Autor
Patrik Howanitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V930225
ISBN (eBook)
9783346259592
ISBN (Buch)
9783346259608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Infantizid Behinderung Beeinträchtigung Othering Kindheit Mythologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrik Howanitz (Autor:in), 2019, Ein Vergleich von „DIS/ABILITY“ im vormodernen Japan und dem europäischen Altertum und Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/930225
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Leseprobe aus  14  Seiten
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