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Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik

Titre: Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik

Mémoire de Maîtrise , 2006 , 115 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Remmer Sassen (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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„Sozial ist, was Arbeit schafft.“ Diese Aussage suggeriert, dass es den Betroffenen, also den Arbeitslosen, besser geht, wenn sie Arbeit haben. Dies erscheint einleuchtend und trifft in vielen Fällen wahrscheinlich auch zu. Dennoch lohnt es sich Entwicklungen auf Arbeitsmärkten mit der Wohlstandsentwicklung von Gesellschaften zu vergleichen, um diese These zu unterstützen oder ggf. zu entkräften. Ist es wirklich so, dass eine Minderung der Arbeitslosenzahlen zu einer Verbesserung der Wohlstandssituation führt? Anders formuliert: Hat eine bestimmte Arbeitsmarktpolitik mehr Wohlstand oder zumindest weniger Armut zur Folge? Denkbar wäre auch, dass die Wohlstandsentwicklung unabhängig von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist. In diesem Fall könnte ein Auseinanderdriften der Schere zwischen Arm und Reich systembedingt sein.

Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wird die Analyse ökonomischer Wohlstandsindikatoren und deren Wirkungszusammenhänge sein. Grundsätzlich sollte man annehmen, dass bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit der Wohlstand einer Gesellschaft steigt bzw. im Umkehrschluss bei steigender Arbeitslosigkeit der Wohlstand einer Gesellschaft sinkt. Analog gilt dieser Zusammenhang für das Verhältnis zwischen der Arbeitslosigkeit und der Einkommensungleichheit. Dies führt unmittelbar zur Problematik der Verteilungsgerechtigkeit sowohl des Einkommens als auch des Vermögens.

Zur Beantwortung der Fragen wird ein Ländervergleich vorgenommen, um von Erfolgs- oder Misserfolgs-Modellen lernen zu können. Aus diesem Grund werden einerseits allgemein Tendenzen in den Entwicklungsländern und exemparisch aufgrund statistisch signifikant besserer Daten Tendenzen in den USA und in den Niederlanden betrachtet. In diesem Zusammenhang werden auch mögliche Ursachen von Arbeitslosigkeit aufgezeigt, um zu überprüfen, wie die Arbeitsmarktpolitik der ausgewählten Länder ausgerichtet ist und wie die Wirkung auf die Einkommensverteilung in diesen Ländern ist. Problematisch bleibt in diesem Zusammenhang sicherlich, dass mögliche Therapievorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der öffentlichen Diskussion geradezu ideologisch missbraucht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

1. Ökonomische Wohlstandsindikatoren 4

1.1. Wohlstandsmaße der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 4

1.1.1. Sozialproduktsbegriffe 4

1.1.2. Dreiseitenrechnung 7

1.2. Kritik an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 8

1.3. Alternativkonzepte zur Wohlstandsmessung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 11

1.3.1. System sozialer Indikatoren 11

1.3.2. Korrekturen am Sozialprodukt 12

1.3.3. Indexmethode 13

1.4. Einkommensverteilung 14

1.4.1. Einkommensbegriffe 14

1.4.2. Verteilungsmaße 16

1.5. Armutskonzepte 18

1.5.1. Relative Armut 20

1.5.2. Absolute Armut 21

1.6. Vermögensverteilung 22

1.6.1. Vermögensbegriff 23

1.6.2. Vermögensbewertung 24

1.6.3. Verteilungsmaße 25

1.7. Arbeitsmarktindikatoren 25

Zwischenfazit 29

2. Empirische Fundierung der ökonomischen Wohlstandsindikatoren 31

2.1. BSP- bzw. BIP-abhängige Länderauswahl 31

2.1.1. OECD-Länder 31

2.1.2. Europäische Union 34

2.1.3. Die alte „Zweite und Dritte Welt“ 34

2.2. Personelle Einkommensverteilung in den OECD-Ländern 40

2.2.1. Problematik empirischer Studien 40

2.2.2. Vergleich diverser internationaler Studien 42

2.3. Relative Armut in der Europäischen Union 44

2.4. Absolute Armut in den Ländern der alten „Zweiten und Dritten Welt“ 45

2.5. Personelle Vermögensverteilung 46

2.6. Arbeitslosenquoten in den OECD-Ländern, der Europäische Union und in den Ländern der alten „Zweiten und Dritten Welt“ 48

Zwischenfazit 50

3. Empirische Zusammenhänge zwischen den ökonomischen Wohlstandsindikatoren 51

3.1. Vorgehensweise zur Herstellung von Zusammenhängen 51

3.2. Einkommensverteilung und Arbeitslosenquoten in den OECD-Ländern 54

3.3. Armutsgefährdungsquote und Arbeitslosenquoten in der Europäischen Union 58

3.4. Ein-Dollar-Grenze, Gini-Koeffizient und Arbeitslosenquoten in der alten „Zweiten und Dritten Welt“ 60

Zwischenfazit 68

4. Untersuchung über den Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktpolitik und den ökonomischen Wohlstandsindikatoren in den USA und den Niederlanden 70

4.1. Ansätze zur Arbeitsmarktpolitik in der ökonomischen Theorie 71

4.1.1. Neoklassischer Ansatz 71

4.1.2. Keynesianischer Ansatz 72

4.2. Begründung der Länderauswahl 73

4.3. Arbeitsmarktpolitik in den USA 74

4.4. Einflüsse der Arbeitsmarktpolitik auf die Entwicklung der ökonomischen Wohlstandsindikatoren in den USA 77

4.5. Arbeitsmarktpolitik in den Niederlanden 78

4.4. Einflüsse der Arbeitsmarktpolitik auf die Entwicklung der ökonomischen Wohlstandsindikatoren in den Niederlanden 81

Zwischenfazit 83

5. Forschungsperspektiven 85

5.1. Verbesserung der Datengrundlage 85

5.2. Einkommensmobilität 86

5.3. Ökonomische Wechselwirkungen 87

5.4. Einkommensungleichheit und Wirtschaftswachstum 88

Schlussbetrachtung 90

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen ökonomischen Wohlstandsindikatoren und der nationalen Arbeitsmarktpolitik, um zu ergründen, ob eine Minderung der Arbeitslosigkeit zwangsläufig zu einer Verbesserung der Wohlstandssituation führt oder ob systembedingte Diskrepanzen zwischen Arm und Reich existieren.

  • Analyse und Vergleich ökonomischer Indikatoren (BIP, Einkommens- und Vermögensverteilung, Armutskonzepte)
  • Empirische Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Arbeitslosenquoten und Einkommensungleichheit
  • Vergleichende Fallstudie zur Arbeitsmarktpolitik in den USA und den Niederlanden
  • Kritische Reflexion der Datengrundlagen für internationale Vergleiche
  • Untersuchung von Forschungsperspektiven hinsichtlich Wohlstand und Wirtschaftswachstum

Auszug aus dem Buch

1.1. Wohlstandsmaße der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. das Bruttosozialprodukt (BSP) ist ein traditionelles Wohlstandsmaß, das jedoch als Gesamtmaß über Missstände hinwegtäuschen kann. Da stellen sich unweigerlich Fragen. Was ist Wohlstand und wie kann man Wohlstand messen? Ist eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums immer wünschenswert? So könnten hiermit z. B. Nebenwirkungen, wie erhöhte Schadstoff- und Lärmemissionen sowie steigender Energieverbrauch verbunden sein.

Beginnend erläutere ich unterschiedliche Sozialproduktsbegriffe. Alle gehen zunächst vom Produktionsvolumen eines Staates aus.

Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen (BSP, Gross National Product, GNP) = Bruttonationaleinkommen zu Marktpreisen (BNE)

Das Bruttosozialprodukt bestimmt die Wirtschaftskraft eines Landes und ergibt sich aus dem von allen Inländern erwirtschafteten Produktionsvolumen innerhalb einer Periode. Die Bestimmung dieses Wertes erfolgt mithilfe der Marktpreise, wobei so genannte Vorleistungsprodukte zur Vermeidung einer Doppelerfassung abgezogen werden müssen. Inländer sind in diesem Zusammenhang natürliche Personen, die ihren Wohnsitz im Inland haben, und juristische Personen, deren Zentrum ihrer wirtschaftlichen Aktivität im Inland ist. Dies wird auch als Bruttowertschöpfung (BWS) bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Korrelation zwischen Arbeitsmarktpolitik und Wohlstandsentwicklung sowie die Problematik, ob sinkende Arbeitslosigkeit Armut effektiv reduziert.

1. Ökonomische Wohlstandsindikatoren: Theoretische Grundlagen und Konzepte zur Wohlstandsmessung sowie deren Schwächen und Alternativen werden diskutiert.

2. Empirische Fundierung der ökonomischen Wohlstandsindikatoren: Analyse der Datenlage und Länderauswahl, wobei die Problematik internationaler Vergleichbarkeit und verschiedener Datenquellen im Fokus steht.

3. Empirische Zusammenhänge zwischen den ökonomischen Wohlstandsindikatoren: Untersuchung, ob messbare Korrelationen zwischen Arbeitslosenquoten und Verteilungsmaßen (Gini-Koeffizient, Armut) in verschiedenen Ländergruppen bestehen.

4. Untersuchung über den Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktpolitik und den ökonomischen Wohlstandsindikatoren in den USA und den Niederlanden: Detailanalyse zweier konträrer Beispiele zur Arbeitsmarktpolitik und deren Auswirkungen auf die Wohlstandssituation.

5. Forschungsperspektiven: Reflexion über Verbesserungsmöglichkeiten der Datenqualität sowie weitere Forschungsfelder wie Einkommensmobilität und Wirtschaftswachstum.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit, das die Erkenntnisse der Arbeit bündelt und die Grenzen der getroffenen Aussagen hinsichtlich der politischen Übertragbarkeit aufzeigt.

Schlüsselwörter

Wohlstandsindikatoren, Arbeitsmarktpolitik, Bruttoinlandsprodukt, Einkommensverteilung, Gini-Koeffizient, Arbeitslosigkeit, Armutskonzepte, Vermögensverteilung, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, OECD, Kaufkraftparität, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Datengrundlage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Arbeitsmarktpolitik verschiedener Länder und ökonomischen Wohlstandsindikatoren, um zu klären, ob Beschäftigungswachstum tatsächlich mit einer verbesserten Wohlstandslage korreliert.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Themenfelder umfassen theoretische Wohlstandsmaße (wie BIP oder Gini-Koeffizient), Armuts- und Vermögenskonzepte, Arbeitsmarktstatistiken sowie die Analyse spezifischer politischer Strategien in den USA und den Niederlanden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung der These, ob eine Minderung der Arbeitslosigkeit zu einer signifikanten Verbesserung der Wohlstandssituation führt oder ob systembedingte Unterschiede in der Verteilung bestehen bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen quantitativen Vergleich empirischer Daten (vorwiegend internationaler Statistiken) in Kombination mit einer qualitativen Analyse arbeitsmarktpolitischer Rahmenbedingungen in ausgewählten Fallstudien.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der empirischen Fundierung der Indikatoren, der statistischen Untersuchung von Korrelationen zwischen Arbeitslosigkeit und Verteilungsmaßen in verschiedenen Ländergruppen sowie der vergleichenden Analyse von USA und den Niederlanden.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Einkommensungleichheit, Gini-Koeffizient, Arbeitsmarktindikatoren, Kaufkraftparität, Armutsgefährdungsquote und Arbeitsmarktflexibilität charakterisiert.

Welche Besonderheit weisen die Niederlande in der Analyse auf?

Die Niederlande dienen als Beispiel für eine erfolgreiche Politik der Arbeitsmarktflexibilisierung bei gleichzeitigem Bemühen, soziale Sicherungssysteme zu erhalten, was zu einer sinkenden Tendenz bei Arbeitslosigkeit und Ungleichheit führt.

Was zeichnet die USA in der politischen Analyse aus?

Die USA zeigen trotz sinkender Arbeitslosenquoten eine steigende Einkommensungleichheit, was auf eine stark neoklassisch geprägte Politik und einen ausgeprägten Niedriglohnsektor zurückgeführt wird.

Fin de l'extrait de 115 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Note
1,5
Auteur
Remmer Sassen (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
115
N° de catalogue
V93100
ISBN (ebook)
9783638055598
ISBN (Livre)
9783638946780
Langue
allemand
mots-clé
Vergleich Wohlstandsindikatoren Länder Hintergrund Arbeitsmarktpolitik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Remmer Sassen (Auteur), 2006, Vergleich ökonomischer Wohlstandsindikatoren ausgewählter Länder vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsmarktpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93100
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Extrait de  115  pages
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