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Die Darstellung der Frauen in den "cuentos" von Juan Rulfo

Title: Die Darstellung der Frauen in den "cuentos" von Juan Rulfo

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ana Colton-Sonnenberg (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Trotz des bescheidenen Umfangs seines literarischen Oeuvres, das lediglich einen Sammelband mit Kurzgeschichten und einen Roman umfasst, ist Juan Rulfo einer der bedeutendsten Autoren Mexikos, der nicht nur lateinamerikanische Schriftsteller wie Carlos Fuentes, Jorge Luis Borges und Gabriel García Márquez begeistert, sondern auch international, unter anderem von Günter Grass, gefeiert wird. Seine Werke sind in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt worden. In ihnen stellt er die triste Realität der mexikanischen Landbevölkerung dar, für die die Mexikanische Revolution kein Befreiungsschlag, sondern der Weg in die Verarmung und in die Trostlosigkeit bedeutete.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Frauen in Rulfos Kurzgeschichten, die im Hinblick auf diesen Aspekt wenig untersucht worden sind. Im Gegensatz zu denen in Pedro Páramo geraten die weiblichen Figuren der siebzehn Kurzgeschichten in El Llano en llamas aufgrund der omnipräsenten Motive der Gewalt und des Todes in den Hintergrund. Dennoch ist es interessant, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um zu untersuchen, inwieweit Rulfos Weiblichkeitsbilder trotz ihrer Einbettung in eine stark deskriptive Darstellung der ländlichen Gesellschaft im post-revolutionären Mexiko tatsächlich stereotypen Darstellungen der Weiblichkeit in der mexikanischen Tradition entsprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Juan Rulfo – Biographischer Überblick

3 Weibliche Archetypen der mexikanischen Tradition

3.1. Ursprünge

3.2. La Malinche/ doña Marina

3.3. La Virgen de Guadalupe

3.4. Weiblichkeitsbilder in der mexikanischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts

4 Die Darstellung der Frauen in Juan Rulfos El Llano en llamas

4.1. Es que somos muy pobres

4.2. La herencia de Matilde Arcángel

4.3. Anacleto Morones

4.4. Wiederkehrende Motive

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Figuren in Juan Rulfos Kurzgeschichtensammlung El Llano en llamas. Dabei wird analysiert, inwieweit Rulfos Weiblichkeitsbilder trotz ihrer Einbettung in das postrevolutionäre ländliche Mexiko den traditionellen, stereotypen Vorstellungen von Weiblichkeit entsprechen oder ob sie diese kritisch hinterfragen.

  • Analyse weiblicher Archetypen der mexikanischen Tradition (Malinche vs. Virgen de Guadalupe).
  • Untersuchung der sozialen Rolle und ökonomischen Abhängigkeit der Frau im ländlichen Mexiko.
  • Detailstudie ausgewählter Kurzgeschichten wie "Es que somos muy pobres" und "La herencia de Matilde Arcángel".
  • Deutung der ambivalenten Rolle der Frau zwischen Unterwerfung und Emanzipationsansätzen.
  • Erörterung der Bedeutung von Männlichkeit und patriarchaler Kontrolle in Rulfos Werk.

Auszug aus dem Buch

4.3. Anacleto Morones

„Anacleto Morones“ handelt von dem Besuch von zehn Frauen der Congregación de Amula bei Lucas Lucatero. Diese wollen seinen kürzlich verstorbenen Schwiegervater und ehemaligen Arbeitgeber, den angeblichen Wunderheiler Anacleto Morones, heilig sprechen lassen und benötigen Lucas Lucateros Zeugenaussage. Statt auf Verständnis treffen die Frauen jedoch lediglich auf Häme und geben eine nach der anderen auf. Die Geschichte wird aus der Sicht Lucas Lucateros, also aus der Sicht eines homodiegetischen Ich-Erzählers dargestellt, der gleichzeitig Hauptfigur ist. Ihre strukturelle Ordnung ergibt sich aus der Figurenkonstellation zwischen Lucas Lucatero, den zehn Frauen und Anacleto Morones. Die Handlung beginnt in medias res mit dem Herannahen der Frauen an Lucas’ Haus und endet im Morgengrauen des nächsten Tages. Die Chronologie wird durch zwei Analepsen unterbrochen, in denen der Erzähler zunächst berichtet, dass er das Kommen der Frauen bereits erwartet hatte, und dann das Schicksal Anacleto Morones’ enthüllt.

Bereits im ersten Absatz der Geschichte wird die Abneigung Lucas Lucateros den Frauen gegenüber deutlich. Obwohl sowohl ihre Kleidung als auch ihr Auftreten die Frauen offensichtlich als beatas, also unverheiratete, „overly religious wom[e]n“ kennzeichnet, bezeichnet er sie voller Verachtung als „viejas, hijas del demonio“ und vergleicht sie mit Maultieren („sudando como mulas“, „como si fuera una recua levantando polvo“). Er macht seine respektlose Haltung den beatas gegenüber mehrfach durch seine Beschreibungen der Frauen –die Antolín zufolge an die Caprichos Goyas erinnern– und seine Beschimpfungen deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Autor Juan Rulfo vor und definiert das Forschungsziel, die Darstellung weiblicher Figuren in dessen Kurzgeschichtensammlung unter Berücksichtigung mexikanischer Traditionen zu untersuchen.

2 Juan Rulfo – Biographischer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Juan Rulfos nach und reflektiert, wie seine persönlichen Erfahrungen im ländlichen Mexiko eine realitätsnahe literarische Darstellung prägten.

3 Weibliche Archetypen der mexikanischen Tradition: Es werden die zentralen archetypischen Gegensätze der mexikanischen Weiblichkeitsvorstellung – die Virgen de Guadalupe als heilige Mutter und La Malinche als gefallene Frau – historisch und ideologisch hergeleitet.

4 Die Darstellung der Frauen in Juan Rulfos El Llano en llamas: Dieser Hauptteil analysiert konkret die weiblichen Charaktere in ausgewählten Erzählungen und beleuchtet wiederkehrende Motive der Unterdrückung, Armut und moralischen Abwertung.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Rulfos Frauenfiguren meist in einer patriarchalen Opferrolle verharren, lässt jedoch offen, ob der Autor diese Stereotypen bewusst dekonstruiert oder unbewusst tradiert.

Schlüsselwörter

Juan Rulfo, El Llano en llamas, mexikanische Literatur, Weiblichkeitsbilder, Archetypen, La Malinche, Virgen de Guadalupe, Patriarchat, Gender-Rollen, ländliches Mexiko, Postrevolution, Literaturanalyse, Feminismus, Sozialstrukturen, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Repräsentation von Frauen in den Kurzgeschichten von Juan Rulfo, insbesondere in dessen Sammlung El Llano en llamas.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Weiblichkeit, der Einfluss traditioneller mexikanischer Archetypen sowie die Dynamik zwischen patriarchalen Gesellschaftsstrukturen und den weiblichen Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwieweit Rulfos weibliche Figuren als Spiegel der gesellschaftlichen Erwartungen des postrevolutionären Mexikos fungieren oder ob sie Ausbrüche aus diesen starren Rollenbildern darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Kontexte, die Rückbindung an kulturelle Archetypen sowie eine detaillierte Textanalyse der Kurzgeschichten kombiniert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Darstellung in spezifischen Geschichten (u.a. "Es que somos muy pobres", "La herencia de Matilde Arcángel", "Anacleto Morones") und untersucht wiederkehrende Motive wie die Rollen der madre abnegada und der mala mujer.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Archetypen, patriarchale Ordnung, Ambivalenz, soziale Identität, Tradition und die Dichotomie von Heiligkeit und Schande.

Wie bewertet die Arbeit die Figur der Malinche in Bezug auf Rulfos Werk?

Die Arbeit sieht in der Malinche das Paradigma der als "schlecht" markierten Frau, deren Ambivalenz und Verrat an der eigenen Herkunft als Vergleichsfolie für Rulfos weibliche Figuren dient.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Intention Rulfos?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Rulfo zwar das Bild der traditionellen mexikanischen Frau darstellt, jedoch offen bleibt, ob er diese Klischees gezielt kritisiert oder als Teil des kulturellen Erbes unbewusst reproduziert.

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Details

Title
Die Darstellung der Frauen in den "cuentos" von Juan Rulfo
College
University of Paderborn
Grade
1,0
Author
Ana Colton-Sonnenberg (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V93118
ISBN (eBook)
9783638064040
ISBN (Book)
9783638951883
Language
German
Tags
Darstellung Frauen Juan Rulfo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ana Colton-Sonnenberg (Author), 2008, Die Darstellung der Frauen in den "cuentos" von Juan Rulfo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93118
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