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Eine Analyse von Hartmanns „Erec". Der zweifache Doppelweg

Titre: Eine Analyse von Hartmanns „Erec". Der zweifache Doppelweg

Dossier / Travail , 2020 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Pawel Bornstedt (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Diese Arbeit wird die geläufigen Diskussionen aufgreifen und ein überarbeitetes Konzept für die Struktur des Erec vorschlagen. Die Thesen dabei sind erstens, dass nicht nur bei Erec, sondern auch bei Enite eine „âventiure“ stattfindet. Zweitens, wird behauptet, dass das „verligen“ dabei nicht der Tiefpunkt beim Doppelweg-Modell sein kann, für den er gilt, auch wenn es eine wichtige narrative Rolle spielt. Hierfür wird zuerst das Modell vom Doppelweg anhand von Erec vorgestellt. Nachfolgend werden zuerst die Taten ab dem „verligen“ analysiert, d.h. erst die „âventiure“ des Erec, dann die der Enite. Das Ergebnis dessen wird im Fazit zusammengefasst.

Erec, wahrscheinlich um 1180 entstanden, ist eines der ersten Werke von Hartmann von Aue und ragt zusammen mit Iwein (ebenfalls von Hartmann) nach Ansicht älterer Literaturwissenschaft über die meisten anderen Dichtungen der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hinaus. Beide hat Hartmann ins Deutsche nach den zwei Artusromanen von Chrétien de Troyes übertragen (Érec et Énide sowie Yvain ou le chevalier au lion). Erec ist dabei der erste deutsche Artusroman überhaupt, bei dem Hartmann daher viel für das deutsche Publikum ergänzt und erklärt hat. Außerdem haben sich viele der späteren Autoren an ihm orientiert oder auf ihn verwiesen. Eines der besonders prägenden Aspekte war das Handlungsschema, bei welchem Erec „eine schlechthin kanonische Geltung für die ganze Gattung Artusroman erlangt [hat]“.
In der Forschung herrschte lange Zeit Konsens über dieses Schema bei Erec, nämlich das von Hugo Kuhn als „doppelter Kursus“, bzw. „Doppelweg“ definierte Modell. Dieses hat im Lauf der Zeit jedoch an Kritik gewonnen, exemplarisch sei hierbei Elisabeth Schmid oder Joachim Bumke genannt. Ebenfalls lange diskutiert wurde über die potenzielle Schuld von Enite.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Doppelweg

III. Erecs âventiure

IV. Enites âventiure

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur des Artusromans "Erec" von Hartmann von Aue, wobei der Fokus insbesondere auf dem traditionellen Doppelweg-Modell liegt. Es wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, ob der sogenannte "Tiefpunkt" (verligen) tatsächlich den narrativen Wendepunkt markiert oder ob dieser erst später, bei der Flucht vor dem Grafen, anzusetzen ist, und ob Enite neben Erec einen eigenständigen, parallelen Doppelweg beschreitet.

  • Kritische Analyse des "Doppelweg"-Modells in der Forschung
  • Untersuchung des "verligen"-Motivs und seiner narrativen Funktion
  • Interpretation der "âventiure"-Abfolgen von Erec
  • Herausarbeitung des eigenständigen Entwicklungsweges von Enite
  • Bewertung von Herrscher- und Ritteridealen im mittelhochdeutschen Kontext

Auszug aus dem Buch

III. Erecs âventiure

Laut des Doppelweg-Modells beginnt Erecs zweite âventiure mit seinem Tiefpunkt, der verligen-Episode, bei der er sämtliche êre verloren hat – „in [Êrec] schalt diu werlt gar“. Für moderne Leser kaum vorstellbar – was ist so schlimm daran, wenn sich ein frisch vermähltes Paar vorerst nur für sich interessiert und zweisam die Zeit verbringt? Bei Chrétien wurde immerhin angegeben, dass das verligen über ein Jahr nach der Hochzeit andauerte, doch bei Hartmann fehlt solch zeitliche Angabe.

Am verligen ist jedoch vieles schlimm, vor allem liegt Erecs Schuld darin, dass er als junger Ritter, der gerade zum König wurde, seine „gesellschaftlichen und königlichen Aufgaben [vernachlässigt], steht erst gegen Mittag auf, geht dem Messgang nur widerwillig nach und scheint auch während der Messe gedanklich abzuschweifen. Sein ganzes Sinnen ist auf die körperliche Nähe zu Enite gerichtet“. Dieses zukünftige Versagen wurde schon damit angedeutet, dass bei seiner und Enites Machtübernahme der Konjunktiv benutzt wurde, „daz er ze künege wære gezalt / und daz si wære künegîn“. Sozial und gesellschaftlich haben Erec und Enite sich jedenfalls geradezu wortwörtlich völlig in ihre Kemenate zurückgezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk "Erec" von Hartmann von Aue ein, stellt den Forschungsstand zum Doppelweg-Modell vor und skizziert die Thesen der Arbeit zur Rolle des verligen und der Entwicklung von Enite.

II. Doppelweg: In diesem Kapitel wird das theoretische Modell des "Doppelwegs" erläutert, welches den Erec in zwei Phasen unterteilt, und es wird die Relevanz dieses Modells als narratives Instrument für die Identitätsfindung des Helden diskutiert.

III. Erecs âventiure: Hier findet eine detaillierte Analyse der Abfolge von Ereignissen nach dem verligen statt, wobei die Entwicklung Erecs kritisch hinterfragt und die These eines verschobenen Tiefpunktes im Handlungsverlauf begründet wird.

IV. Enites âventiure: Dieses Kapitel widmet sich der bisher in der Forschung oft vernachlässigten Figur der Enite und legt dar, dass auch sie einen strukturierten Prozess durchläuft, der einem eigenen Doppelweg gleicht.

V. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bestätigt die Notwendigkeit einer Neuinterpretation des Doppelweg-Modells und betont die aktive Rolle Enites im narrativen Gefüge des Romans.

Schlüsselwörter

Erec, Enite, Hartmann von Aue, Doppelweg, âventiure, verligen, Artusroman, Mittelalter, ritterliche Tugend, höfische Literatur, Herrschaft, Minne, Schuld, Literaturwissenschaft, Narratologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die narrativen Strukturen im Artusroman "Erec" von Hartmann von Aue, insbesondere das klassische Modell des Doppelwegs, und stellt eine neue Interpretation vor.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf Konzepte wie höfische Männlichkeit, ritterliche Tugenden (êre, minne), Herrschaftsausübung, Schuldfragen und die literarische Charakterentwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Publikation?

Die Autorin/der Autor hinterfragt den wissenschaftlichen Konsens über den "Tiefpunkt" im Erec-Doppelweg und untersucht, ob Enite als eigenständige Akteurin ebenfalls einen eigenen Doppelweg vollzieht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes interpretiert und durch Strukturmodelle (Anhänge) veranschaulicht.

Welche Inhalte stehen im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die detaillierte Untersuchung der "âventiure"-Episoden von Erec und Enite sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen "verligen" und "Doppelweg".

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Erec, Enite, Hartmann von Aue, Doppelweg, âventiure, verligen sowie ritterliche Ideale und höfische Identität.

Warum wird Enites Schweigen als kritisch für ihre Rolle bewertet?

Die Arbeit argumentiert, dass Enite als Regentin eine Pflicht zur Kommunikation hatte, um Erec auf sein Versagen hinzuweisen; ihr Schweigen symbolisiert eine Vernachlässigung ihrer herrschaftlichen Verantwortung.

Inwiefern unterscheidet sich die Bewertung des "Tiefpunkts" von der gängigen Forschung?

Während die Forschung oft das "verligen" als direkten Tiefpunkt ansieht, schlägt die vorliegende Arbeit vor, diesen erst bei der Flucht Erecs vor dem Grafen anzusetzen, da er dort vollends als Ritter, Ehemann und Herrscher versagt.

Welche Rolle spielt der "Artushof" in der Analyse?

Der Artushof fungiert als symbolischer Start- und Endpunkt der Doppelwege; er repräsentiert das Ideal des höfischen Glücks, das Erec und Enite durch ihre Bußfahrt erst wieder erreichen müssen.

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Résumé des informations

Titre
Eine Analyse von Hartmanns „Erec". Der zweifache Doppelweg
Université
University of Flensburg
Note
1,3
Auteur
Pawel Bornstedt (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
26
N° de catalogue
V931439
ISBN (ebook)
9783346257000
ISBN (Livre)
9783346257017
Langue
allemand
mots-clé
Erec Hartmann Doppelweg Versroman Mittelalterliteratur Literatur Mittelhochdeutsch Artusroman Erzählstruktur Ältere deutsche Literatur Erec und Enite Erec et Enite Queste âventiure Hartmann von Aue Doppelter Kursus
Sécurité des produits
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Citation du texte
Pawel Bornstedt (Auteur), 2020, Eine Analyse von Hartmanns „Erec". Der zweifache Doppelweg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/931439
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Extrait de  26  pages
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