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Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Präventions- und Interventionsmaßnahmen

Titre: Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Präventions- und Interventionsmaßnahmen

Epreuve d'examen , 2007 , 127 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Schulz (Auteur)

Sport - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

1998 erschütterte der „Fall Nivel“ die ganze Welt, Deutschland im Besonderen. Am Rande des Fußballspiels Deutschland – Jugoslawien während der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich wurde der französische Gendarm Daniel Nivel von deutschen Hooligans misshandelt. Die Bilder des am Boden liegenden und blutüberströmten, leblosen Familienvaters waren tagelang in den Zeitungen und Nachrichten zu sehen. Nivel lag nach dem Übergriff sechs Wochen lang im Koma und leidet bis heute an dessen Folgen. Er kann nur mühsam sprechen und wird nie wieder einen Beruf ausüben können.

Dieser Fall von aggressiven Verhaltensweisen ist jedoch eher aus jüngerer Zeit bekannt, während zuvor vielmehr die Heysel-Tragödie mit dem Thema Hooligans in Verbindung gebracht wurde, bei der im Mai 1985 während des Spiels FC Liverpool – Juventus Turin durch Hooliganausschreitungen 39 Menschen getötet und 454 Menschen verletzt worden sind.
Seit der Heysel-Tragödie werden Gewaltprobleme durch Fußballanhänger in der Öffentlichkeit behandelt, doch schon lange zuvor gab es in Großbritannien am Rande von Fußballspielen gewalttätige Auseinandersetzungen von Fußballfans; zu Beginn der siebziger Jahre häuften sich diese Fälle auch in deutschen Stadien.

Problematisch sind jedoch nicht nur Extremfälle wie die Heysel-Tragödie oder der Fall Nivel, die weltweit in den Medien Beachtung finden, sondern auch die „alltäglichen“ Auseinandersetzungen in Deutschlands Amateurligen. Am 28.10.2007 mussten 1.300 Polizisten für das Landesligaspiel zwischen Dynamo Dresden II und dem 1.FC Lok Leipzig abgestellt werden. Dennoch kam es in Stadionnähe zu großen Konflikten der gegnerischen Hooligangruppen – 240 Randalierer mussten festgenommen werden; 10 Menschen wurden verletzt. In Folge dessen muss man sich fragen, ob es weiterhin sinnvoll ist, Fanprojekte mit Steuergeldern zu unterstützen oder aber polizeiliche Maßnahmen verstärkt angewendet werden sollten.

Abgesehen von der Frage auf die Art und Weise der Bekämpfung dieser Auseinandersetzungen skizziert dieser jüngste Fall einen Trend im deutschen Fußball: Randale findet nicht mehr am Rande von stark überwachten Bundesligaspielen statt, da sich diese Auseinandersetzungen im vergangenen Jahrzehnt auf die deutschen Amateurligen verschoben haben, in denen Überwachung durch Kameras und Polizisten stark eingeschränkt ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Aufbau der Arbeit

Teil I: Theoretischer Hintergrund

1 Definitionen verschiedener Fantypen

1.1 Erläuterung des Begriffs „Fußballfan“

1.2 Der „Kuttenfan“

1.3 Der „unauffällige Zuschauer“

1.4 Die „Supporter“

1.5 Die „Ultras“

1.6 Der „Hooligan“

1.7 Die „Hooltras“

2 Erklärungsansätze zur Zuschauergewalt

2.1 Vorstellung der Aggressionstheorien

2.1.1 Trieb- und instinkttheoretische Ansätze

2.1.2 Erklärungswert triebtheoretischer Ansätze

2.1.3 Die Frustrations-Aggressions-Theorie

2.1.4 Erklärungswert der Frustrations-Aggressions-Theorie

2.1.5 Lerntheoretische Konzepte

2.1.6 Erklärungswert Lerntheoretischer Konzepte

2.1.7 Multikausales Aggressionsmodell

2.1.8 Erklärungswert multikausaler Erklärungsmodelle

2.2 Die Bedeutung des Alkohols

3 Ursache der Hooligangewalt

3.1 Hooligans als Verlierer der Modernisierungsphase

3.2 Der „Kick“

4 Zwischenfazit

Teil II: Die Entwicklung der gewalttätigen Fußballfanszene und polizeitaktische Veränderungen

1 Die Ultraszene in Deutschland

1.1 Die Ausdifferenzierung der Ultraszene

1.2 Das Selbstverständnis der Ultras

1.3 Abkehr von der Gewaltlosigkeit

1.4 Rassismus in der Ultraszene

2 Hooliganismus in Deutschland

2.1 Die Entwicklung in den siebziger Jahren

2.2 Erste Polizeitaktische Veränderungen

2.3 Hooliganismus in den achtziger Jahren

2.3.1 Rechtsradikalismus in den achtziger Jahren

2.3.2 Das Bekenntnis zur Gewalt in den achtziger Jahren

2.3.3 Fallbeispiel: Europameisterschaft in Frankreich 1984

2.3.4 Fallbeispiel: Weltmeisterschaft in Italien 1990

2.4 Hooliganismus in der DDR

2.4.1 Veränderung des Hooliganismus seit der Wende

2.4.2 Veränderungen der Polizeitaktik in den neunziger Jahren

2.4.2.1 Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze

2.4.2.2 Einsatz Szenekundiger Beamter

2.4.2.3 Stadionverbote und Hooligandatei

2.5 Veränderungen der Szene seit Mitte der neunziger Jahre

3 Rassismus innerhalb der Hooligangruppierungen

4 Gewalt durch Frauen im Fußball

5 Aktuelle Statistik zum Gewaltpotenzial

5.1 Störerlage

5.2 Sicherheitslage

5.3 12-Jahres-Übersicht

5.4 Spiele der deutschen Mannschaften im Ausland

6 Auseinandersetzungen während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

7 Hooligans im europäischen Vergleich

7.1 Hooliganismus in England

7.2 Hooliganismus in Italien und Frankreich

7.3 Hooliganismus in den Niederlanden

7.4 Hooliganismus in der Schweiz

7.5 Hooliganismus in Osteuropa

8 Zwischenfazit

Teil III: Aktuelle Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt durch Fußballfans

1 FARE – Football Against Racism in Europe

2 Nationales Konzept Sport und Sicherheit

2.1 Einrichtung von Fanprojekten auf örtlicher Ebene

2.2 Koordinationsstelle Fanprojekte

2.3 Maßnahmenkatalog gegen Gewalt in Fußballstadien

2.3.1 Stadionverbote

2.3.2 Zweck von Stadionverboten

2.3.3 Ordnerdienste

2.3.4 Musterstadionordnung

2.3.5 Stadionsicherheit

2.3.5.1 Umfriedung

2.3.5.2 Verkehr

2.3.5.3 Zuschauerbereiche

2.4 Zusammenarbeit auf (über-) örtlicher Ebene

2.5 Bewertung der vorgestellten Maßnahmen

2.5.1 Kritische Bewertung der Maßnahmen des NKSS

2.5.2 Beurteilung des Stadionverbots durch die KOS

3 Fanprojekte

3.1 Einführung der Fanprojekte

3.2 Die Selbstbegründung der Fanprojekte

3.2.1 Zielsetzung der Fanprojekte

3.2.2 Erfolge der Fanprojekte

4 Interviews mit den Fanprojekten

4.1 Fanbeauftragter des VfL Osnabrück

4.2 Präventionsmaßnahmen des VfL Osnabrück

4.3 Interview mit dem Fanprojekt in Hannover

4.4 Fanprojektarbeit in Hannover

4.5 Interview mit dem Fanprojekt des DSC Arminia Bielefeld

4.6 Angebote des Fanprojekts in Bielefeld

4.7 Interview mit dem Fanprojekt in Dresden

4.8 Angebote des Fanprojekts in Dresden

4.9 Bewertung der Maßnahmen der Fanprojekte

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Ursachen für Gewaltphänomene im Umfeld der Fußball-Fanszene sowie die Wirksamkeit aktueller Präventions- und Interventionsmaßnahmen, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Fanprojekten und polizeitaktischen Strategien in Deutschland.

  • Typisierung von Fußballfans (Kuttenfans, Ultras, Supporter, Hooligans, Hooltras)
  • Psychologische Aggressionstheorien zur Erklärung von Zuschauergewalt
  • Historische Entwicklung des Hooliganismus und der Fan-Polizei-Beziehungen
  • Analyse des "Nationalen Konzept Sport und Sicherheit" (NKSS)
  • Empirische Einblicke durch Interviews mit Fanbeauftragten und Fanprojekten

Auszug aus dem Buch

3.2 Der „Kick“

Der Grund für die Lust an der Gewalt ist nicht vollkommen geklärt. Vor allem die unter 2 aufgeführten Aggressionsmodelle können nicht für die Hooligangewalt dienen. In einem Interview mit einem Hooligan erfährt Gehrmann:

„Der Kitzel, der Nervenkitzel dabei, wenn du auf die anderen draufrennst – das gibt dir ´nen irren Kick! Zusammensein, das Machtgefühl, wenn du ‚ne Gruppe bist. Da kann mir einer sonst was erzählen: wenn ich Macht ausüben kann, dann ist das irgendwie ein tolles Gefühl. Das steckt, glaube ich, in jedem drin. Wenn du über irgendjemand oder irgendetwas Macht hast, wenn du bestimmen kannst: So ist es! Das ist „der kleine Nazi“ oder „der kleine Diktator“ in jedem. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht mal Lust hätte, Macht auszuüben. Und wenn du auf einen Mob draufrennst und boxt die weg, dann warst du besser als die, dann hast du die Macht ausgeübt“ (GEHRMANN 1990, 17).

„Der Reiz liegt in dem Moment, wenn du um die Ecke biegst und 40 Mann auf dich zurennen. Das ist der Kick für den Augenblick. Das ist wie Bungee–Springen – nur ohne Seil. [...] Was mich anzieht, sind die Momente, wo das Bewusstsein aufhört: Momente, in denen es ums Überleben geht, Momente von animalische Intensität, Gewalttätigkeit, Momente, wenn keine Vielzahl, keine Möglichkeit verschiedener Denkebenen besteht, sondern nur eine einzige – die Gegenwart in ihrer absoluten Form“ (BUFORD 1992, 234).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definitionen verschiedener Fantypen: Diese Übersicht differenziert zwischen den verschiedenen Erscheinungsformen der Fußballfans, um die Heterogenität der Fanszenen und deren unterschiedliche Gewaltpotenziale zu verdeutlichen.

2 Erklärungsansätze zur Zuschauergewalt: Dieses Kapitel beleuchtet psychologische und sozialwissenschaftliche Theorien, um zu ergründen, warum es bei Fußballspielen zu Aggressionen kommt und wie diese von Faktoren wie Gruppendynamik und Frustration beeinflusst werden.

3 Ursache der Hooligangewalt: Hier werden die tieferliegenden Gründe für den Hooliganismus analysiert, insbesondere im Kontext von gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen und dem Motiv des "Kicks" als Identitätsstifter.

4 Zwischenfazit: Das Kapitel reflektiert die bisher behandelten Ursachen der Fan-Gewalt und konstatiert, dass ein breites Spektrum an Maßnahmen notwendig ist, da bisherige Strategien oft nur kurzfristig wirken.

Schlüsselwörter

Fußballfan, Hooligan, Ultras, Aggression, Gewaltprävention, Fanprojekt, Nationales Konzept Sport und Sicherheit, Stadionverbot, Fanbeauftragter, Szenekundige Beamte, Gruppendynamik, Rassismus, Gewaltpotenzial, Zuschauergewalt, Fan-Kultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit liefert eine kritische Analyse der Fußballfan- und Hooligan-Szene und beleuchtet, welche präventiven und repressiven Maßnahmen ergriffen werden, um gewalttätige Ausschreitungen in deutschen Stadien zu minimieren.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Buch?

Die Arbeit gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Fantypen und Aggressionstheorien, eine historische und aktuelle Betrachtung der Szene-Entwicklung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit modernen Sicherheitskonzepten wie dem NKSS.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, inwieweit das deutsche Modell – bestehend aus Fanarbeit und Sicherheitsbehörden – effektiv gegen Fan-Gewalt vorgeht und ob pädagogische Ansätze eine nachhaltige Alternative zu rein repressiven Maßnahmen darstellen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Neben der theoretischen Herleitung durch psychologische Modelle und einer umfassenden Literaturanalyse nutzt der Autor Experteninterviews mit Fanbeauftragten und Mitarbeitern von Fanprojekten, um die tägliche Praxis zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Ultraszene und des Hooliganismus, der Rolle von Rassismus innerhalb der Fankurven sowie der Bewertung aktueller Sicherheits- und Interventionsinstrumente.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fanprojekt, Hooliganismus, Aggression, Stadionverbote, Szenekundige Beamte und Fan-Elite definiert.

Wie bewerten die befragten Experten die Stadionverbote?

Die Experten kritisieren einen oft inflationären und undifferenzierten Einsatz von Stadionverboten, da diese die betroffenen Personen aus ihrem sozialen Umfeld reißen und das Problem oft lediglich in den privaten oder außersportlichen Raum verlagern, statt es an der Wurzel zu bekämpfen.

Welche Rolle spielt die Polizei aus Sicht der Fanszene?

Die Polizei wird von vielen Fangruppen (insbesondere den Ultras) als Feindbild wahrgenommen, wobei das Verhältnis oft durch gegenseitiges Misstrauen und eine Eskalationsspirale geprägt ist, die durch polizeiliche Maßnahmen teilweise noch weiter befeuert wird.

Warum spielt der „Kick“ bei Hooligans eine so große Rolle?

Der „Kick“ dient Hooligans als Mittel zur Kompensation eines als monoton empfundenen Alltags und als Möglichkeit zur Machtausübung sowie zur physischen Selbstbestätigung in einem, nach ihren eigenen Regeln geführten, sportlichen Wettkampf.

Fin de l'extrait de 127 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Präventions- und Interventionsmaßnahmen
Université
University of Osnabrück
Note
1,0
Auteur
Andreas Schulz (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
127
N° de catalogue
V93204
ISBN (ebook)
9783638064330
ISBN (Livre)
9783638955188
Langue
allemand
mots-clé
Kritische Analyse Fußballfan- Hooliganszene Berücksichtigung Präventions- Interventionsmaßnahmen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Schulz (Auteur), 2007, Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Präventions- und Interventionsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93204
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Extrait de  127  pages
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