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Perspektiven von Zeit in "The Walking Dead" und "Arrival". Zeit in einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung

Title: Perspektiven von Zeit in "The Walking Dead" und "Arrival". Zeit in einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung

Master's Thesis , 2018 , 74 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Claudia Jaworski (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Analyse der Zeitästhetik in der Fernsehserie "The Walking Dead" im Vergleich zum Spielfilm "Arrival". Die Serie "The Walking Dead" ist für die Analyse interessant, da sie sich trotz ihres offensichtlichen Endlichkeitsszenarios der Zombieapokalypse endlos am Leben halten kann, ohne ihre Endlichkeit strukturell zu realisieren. Aufgrund ihres frappanten Zuschauererfolges ist eine Reflexion des ihr zugrunde liegenden Zeitkonzepts von Interesse.

Es soll die Frage beantwortet werden, wie sich der merkwürdig geartete Überlebenstrieb dieser Serie erklärt, der an einem Schrecken ohne Ende mehr Gefallen findet als einem Ende mit Schrecken. So profan die gegen den Tod ausgerichtete Erzählweise sein mag, möchte diese Arbeit endlose Endzeitszenarien nicht als lediglich obszönes Begehren nach Katastrophen quittieren. Stattdessen können diese Endzeitszenarien, in denen eine eigene Zeitlichkeit auf figurative Weise zur Anschauung kommt, als Anlass betrachtet werden, sich der abstrakten Kategorie der Zeit anzunehmen.

Bevor sich die Arbeit der paradoxalen Zeitästhetik von "The Walking Dead" widmet, soll eine geschichtstheoretische Hinführung erfolgen. Diese geht von der Frage aus, welche Form von Zeitlichkeit dem inflationär genutzten Begriff der Postapokalypse inhärent ist. Abschließend wird der nihilistischen Zeitästhetik mit dem 2016 erschienen Spielfilm "Arrival" ein alternatives, weniger konventionalisiertes Zeitkonzept entgegengestellt. Dieses strebt ebenso eine Endlosigkeit an, steht jedoch der zeitlichen Verfasstheit der Negativästhetik der Zombieserie diametral entgegen.

Die Gegenüberstellung erweist sich dahingehend als ertragreich, als dass beide Beispiele, welche Zeit als Gegenstand auch inhaltlich reflektieren, eine Endlosigkeit anstreben, die unterschiedlich geartet ist. So verfolgt diese Arbeit das Ziel, die Betrachtung von Zeit als ein von der Gestaltkraft audiovisueller Texte wandelbares Konstrukt herzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Zur Diagnose einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung

1.1 Post als das endlose Setzen eines Danachs – Ein Blick auf das Dahinter

1.2 (Post-)Apokalypse als religiöses Säkularisat

1.3 Epistemologischer Wert von fiktionalen Zukunftsantizipationen

II. Die Serie The Walking Dead und der Spielfilm Arrival in ihrer paradoxen Zeitästhetik

2. Linearität als nihilistisches Zeitkonzept am Beispiel der Serie The Walking Dead

2.1 Zeitphilosophische Betrachtung des Zombies als Wesen zwischen Leben und Tod

2.2 Wie das Wandeln des Zombies die narrative Zeitästhetik wandelt

2.3 Serielles Vorwärtsstreben als eine Zombie-Gangart

2.4 Wandel der Figuren in The Walking Dead als Zeugnis der Zeit

2.5 The Walking dead als Signatur gegenwärtigen Zeitgeistes

3. Zirkularität als affirmatives Zeitkonzept am Beispiel des Spielfilms Arrival

3.1 Zirkuläre Zeitlichkeit auf histoire und discours

3.2 Filmanfang und -ende als Dialektik von Leben und Tod

3.3 Die Zukunft als das alteritär Andere

III. Fazit

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die paradoxe Zeitästhetik in aktuellen postapokalyptischen Narrativen, indem sie die serielle Struktur von „The Walking Dead“ und die zirkuläre Struktur des Films „Arrival“ analysiert, um aufzuzeigen, wie Zeit in diesen audiovisuellen Formaten als wandelbares Konstrukt reflektiert und zur gesellschaftlichen Gegenwartsdeutung eingesetzt wird.

  • Analyse der postapokalyptischen Gegenwartsstimmung
  • Untersuchung der linearen Zeitästhetik in „The Walking Dead“
  • Analyse des zirkulären Zeitkonzepts in „Arrival“
  • Vergleich der narrativen Mechanismen zur Zeitdarstellung
  • Reflexion über das Verhältnis von Endlichkeit und Unendlichkeit in modernen Medien

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Impulsgebend für die vorliegende Arbeit ist der Befund einer paradoxen Erzählästhetik, die derzeit im audiovisuellen Unterhaltungskosmos sowohl des Filmes als auch des Serienformates eine Konjunktur erfährt und auch den Nerv der Zeit zu treffen scheint, dem diese Arbeit den Titel einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung gibt. Damit ist nicht die nicht enden-wollende Flut an hochwertigen Serien gemeint, sondern das endlose Erzählen von Endlichkeitsszenarien, deren Popularität daran auszumachen ist, dass das narrative Ende qua Serialisierung überdauert wird. Ist die Erzählweise, sich endlos am Laufen zu halten, selbstverständliches Funktionsprinzip von Serien, bewegen sich inzwischen auch Spielfilme wie beispielsweise MAD MAX, PLANET DER AFFEN, MATRIX, RESIDENT EVIL in diesem Fahrwasser, indem sie sich hin zu Filmreihen entwickeln, und sogar formatübergreifend eine Fortsetzung erfahren, wie im Fall des Endzeitfilms SNOWPIERCER, der in Kürze als Serie eine Adaption erfahren soll.

Nicht die Beobachtung, dass sich auch Spielfilme hin zu einer Endlosreihe entwickeln – wie STARWARS bereits gezeigt hat – steht hier im Mittelpunkt, sondern vielmehr die zu beobachtende Tatsache, dass offenbar endloses Erzählen mit dem Topos der Endzeit eine Liaison eingeht. Anders gewendet: Wie kann sich ein nach Offenheit und Kontinuität strebendes Format wie das der Fortsetzungsserie, das offensichtlich auf ein Endpunkt zusteuert, endlos weiterlaufen. Um dieser sich zunächst widersprechenden Zeitästhetik auf den Grund zu gehen, bietet sich die derzeit gehypte, 2010 erschienene Endlosserie THE WALKING DEAD, welche mit der Gangart des nach Unendlichkeit strebenden Zombies auf überzeichnete Weise jenes paradoxe Erzählprinzip, zwei entgegengesetzte Zeitdimensionen ineinander aufzulösen – sprich der Versuch endlos eine Endlichkeit zu erzählen – paradigmatisch zur Anschauung bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der paradoxen Erzählästhetik endloser Endzeitszenarien und skizziert das theoretische Interesse an der Darstellung von Zeitlichkeit in den ausgewählten Medien.

II. Die Serie The Walking Dead und der Spielfilm Arrival in ihrer paradoxen Zeitästhetik: Dieser Hauptteil vergleicht die Formate hinsichtlich ihrer Zeitbehandlung, wobei die Serie auf eine lineare und der Film auf eine zirkuläre Zeitlogik fokussiert.

2. Linearität als nihilistisches Zeitkonzept am Beispiel der Serie The Walking Dead: Dieses Kapitel analysiert die zombie-serielle Erzählweise als eine Form, die trotz inhaltlicher Endzeitszenarien ein endloses Vorwärtsstreben simuliert.

3. Zirkularität als affirmatives Zeitkonzept am Beispiel des Spielfilms Arrival: Hier wird untersucht, wie der Film durch eine nicht-lineare Erzählstruktur das Zeitverständnis der Protagonistin und des Rezipienten radikal verändert.

III. Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bewertet die unterschiedlichen Umgangsweisen der Formate mit der menschlichen Begrenztheit und der Zeit.

Schlüsselwörter

Postapokalypse, Zeitästhetik, The Walking Dead, Arrival, Serialisierung, Endlichkeit, Zirkularität, Linearität, Gegenwartsstimmung, Narrativik, Endzeit, Zeitphilosophie, Existenzialismus, Diskurs, Medientheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie moderne audiovisuelle Medien wie „The Walking Dead“ und „Arrival“ Zeitkonzepte nutzen, um eine spezifische „postapokalyptische Gegenwartsstimmung“ darzustellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Zeitlichkeit, die Dialektik von Leben und Tod, die Erzählstrukturen von Serien gegenüber Filmen und die gesellschaftliche Reflexion der Postmoderne.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich das paradoxe Erzählen von Endlichkeitsszenarien, die gleichzeitig auf Unendlichkeit ausgerichtet sind, zeitästhetisch begreifen und kulturwissenschaftlich deuten lässt.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die diskursanalytische Elemente mit zeitphilosophischen Konzepten, unter anderem von Heidegger, Koselleck und Lyotard, verbindet.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der linearen, nihilistischen Zeitästhetik der Zombie-Serie „The Walking Dead“ und eine Untersuchung des zirkulären, affirmativen Zeitkonzepts im Spielfilm „Arrival“.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Postapokalypse, Zeitästhetik, Serialisierung, Endlichkeit, Zirkularität, Narrativik und Gegenwartsstimmung.

Warum wird gerade das Beispiel des Zombies als Vergleichsfolie genutzt?

Der Zombie fungiert als „Reflexionsfigur“, da sein Status als Wesen zwischen Leben und Tod die herkömmliche lineare Zeitwahrnehmung stört und das serielle „Endlos-Erzählen“ formal ermöglicht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über den Vergleich der Formate?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass beide Formate zwar unterschiedliche Zeitlogiken verfolgen, aber beide auf die menschliche Auseinandersetzung mit Endlichkeit reagieren und die Zeit als ein gestaltbares, wenn auch widersprüchliches Konstrukt begreifen.

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Details

Title
Perspektiven von Zeit in "The Walking Dead" und "Arrival". Zeit in einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung
College
LMU Munich  (Literaturwissenschaftliches Institut)
Grade
1,0
Author
Claudia Jaworski (Author)
Publication Year
2018
Pages
74
Catalog Number
V932129
ISBN (eBook)
9783346262783
ISBN (Book)
9783346262790
Language
German
Tags
Postapokalypse Zeitästhetik narrative Zeitästhetik serielle Zeitästhetik paradoxale Zeitästhetik Zirkularität zirkuläre Zeitlichkeit Dialektik von Leben und Tod alteritär das Andere Endzeitfilme Unendlichkeit endlose Endlichkeit Fortsetzungsserien widersprechende Zeitästhetik Topos der Endzeit endloses Erzählen Zombies Wiedergänger Endlichkeitsszenarien Endlichkeit Zeitkonzept Zombieapokalypse Überlebenstrieb Walking Dead Arrival postapokalyptische Zeitverhältnisse Gegenwart Vergangenheit Zukunft Präfix Post Post Erzähltechniken Postmoderne Moderne Lineares Kontinuum Destruktivität nihilistische Zeitästhetik Endlosigkeit vs. Endlichkeit Endlosigkeit Zombieserie formatbedingte Zeitlichkeit Negativästhetik Formkatastrophe Offenheit Geschlossenheit lineare Sukzession strukturelle Endlichkeit zeitliche Struktur Zukunftshaltung postapokalyptische Gegenwartsstimmung endlose Setzen eines Danachs Zeitllichkeitsästhetiken Apokalypse Postismen Zeitgeist postapokalyptischer Zeitgeist Zeitbewusstsein Moderne des Danachs Erfahrungsraum Erwartungshorizont Reinhart Koselleck Diskontinuität zweite Moderne
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GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Jaworski (Author), 2018, Perspektiven von Zeit in "The Walking Dead" und "Arrival". Zeit in einer postapokalyptischen Gegenwartsstimmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932129
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