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Die Entdeckung der nackten Schönheit. Nacktheit, Körper und Schönheitsideal in der Zeitschrift 'Die Schönheit'

Title: Die Entdeckung der nackten Schönheit. Nacktheit, Körper und Schönheitsideal in der Zeitschrift 'Die Schönheit'

Seminar Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tina Schüßler (Author)

Cultural Studies - European Studies
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Nacktheit, Schönheit und Gesundheit – das waren Schlagwörter einer Bewegung, die sich nicht nur ideale Körperbildung zum Ziel setzte, sondern vor allem eine umfassende Reform des Lebens beanspruchte. Dieses Phänomen der Lebensreformbewegung um 1900 verstand sich als Reaktion auf soziale Konflikte und Spannungen, die aufgrund sozioökonomischer und ökologischer Veränderungen durch Industrialisierungsprozesse hervorbrachen. Die Nacktkultur- und Schönheitsbewegung lässt sich als Teil dieser Bestrebungen verstehen, wenn sie auch als radikalste Strömung gilt. Mit ersten Anstößen im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erlebte sie ihre Blütezeit durch eine enorme publizistische Aufmerksamkeit im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die wohl bedeutendste Zeitschrift der so genannten Freikörperkulturbewegung war "Die Schönheit", die ab 1902 für 30 Jahre erschien.
Sie verstand sich als „moderne Zeitschrift im Dienste klassischer Ideale“, die die „Schönheit des Leibes, der Kleidung, der häuslichen und öffentlichen Umgebung, Liebe und Freude, Tanz und Spiel, Kunst und schöne Bildung, Gesundheit und Natürlichkeit [und] sittliche und gesellschaftliche Verjüngung“ zu ihren Richtwerten bestimmte.
In der vorliegenden Hausarbeit steht vor allem die Norm der „Schönheit des Leibes“ im Blickpunkt, die in der Zeitschrift Die Schönheit unter folgenden Gesichtspunkten untersucht werden soll: Was verstand man unter Nacktheit und welche Bedeutung maß man ihr für den menschlichen Körper zu? Wie ersann man sich den perfekten Körper und welche femininen wie maskulinen Schönheitsideale predigte die Zeitung? Und darüber hinaus: Wo lässt sich die Zeitung Die Schönheit in die Nacktkulturbewegung im Speziellen und in die Gesamtheit der Lebensreformbewegungen im Allgemeinen einordnen?

Excerpt


Struktur der wissenschaftlichen Arbeit

1 Einleitung

2 Die Schönheit im Zeichen ihrer Zeit: Anmerkungen zur Nacktkultur am Anfang des 20. Jahrhunderts

3 Aufbau, Thematik, Autor- und Leserschaft der Zeitschrift

4 Die Konstruktion des perfekten Körpers in den literarischen Beiträgen

4.1 Die wahre Nacktheit oder die nackte Wahrheit

4.2 „Die hervorragendste weil augenfälligste, persönliche Auszeichnung ist die körperliche Schönheit.“ – Weibliches und männliches Schönheitsideal in der Zeitschrift Die Schönheit

5 Aktbilder in der Schönheit oder: Die Aura des keuchen Körpers

6 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit untersucht die Konstruktion des "idealen Körpers" in der Zeitschrift Die Schönheit. Ziel ist es, zu analysieren, wie das Magazin Nacktheit definierte, welche Schönheitsideale propagiert wurden und wie diese in den Kontext der Lebensreformbewegung und gesellschaftlicher Diskurse des frühen 20. Jahrhunderts einzuordnen sind.

  • Analyse der Zeitschrift Die Schönheit als Leitmedium der Nacktkulturbewegung.
  • Untersuchung der ideologischen Aufladung von Nacktheit als Ausdruck von Reinheit und Gesundheit.
  • Darstellung der männlichen und weiblichen Schönheitsideale in Text und Bild.
  • Diskussion der Wechselwirkungen zwischen Ästhetik, Körperkultur und rassenhygienischen Vorstellungen.
  • Betrachtung der Aktfotografie als pädagogisches Propagandamittel.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die wahre Nacktheit oder die nackte Wahrheit

„Der wahre Mensch ist der nackte Mensch“ – prägnanter kann man die Grundüberzeugung der Schönheit (wie auch der Nacktkulturbewegung insgesamt) mit Hilfe eines Goethezitats nicht ausdrücken. Wenn die Nacktheit aber das einzig Wahre war, so musste sie sich von der „Kleider - Hölle“ antagonistisch abheben: „Es ist und bleibt einmal der unausschaltbare Fluch aller Verhüllung, daß sie Neugier und Reiz erzeugt, und als sich die Menschheit […] dessen bewusst wurde, da verwandte sie auf die Geschlechtsreiz erzeugende Wirkung der Gewandung alle Aufmerksamkeit […] und die eben noch so enorm sittliche Bekleidung erhielt einen ausgesprochen unsittlichen Zweck.“ Welches Bild zeichnete der Autor hier? Zunächst verkehrte er die zeitgenössische Sichtweise, Nacktheit als unsittlich zu betrachteten, genau ins Gegenteil. Nicht der nackte, sondern gerade der bekleidete Körper entfesselte Leidenschaft und Begierde, da die Kleidung bzw. im Speziellen das Korsett, nicht nur vertuschte, sondern hervorhob und Formen betonte. Während also Verhüllung im Dienste der Sinnenfreude stand („man will ja gar nicht die Nacktheit, sie ist viel zu schlicht und plump, sie kitzelt nicht“), wurde die Nacktheit zur entsexualisierten Zone erhoben. Der nackte Mensch wurde zur Inkarnation von Unschuld und Keuschheit, frei von jeglicher Scham.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Lebensreformbewegung um 1900 ein und stellt die Zeitschrift Die Schönheit als wichtiges Medium vor, dessen Norm der "Schönheit des Leibes" hier untersucht wird.

2 Die Schönheit im Zeichen ihrer Zeit: Anmerkungen zur Nacktkultur am Anfang des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel verortet die Nacktkultur als Reaktion auf die bürgerlichen Zwänge und Industrialisierungsschäden und erläutert die Bedeutung der Naturheilkunde.

3 Aufbau, Thematik, Autor- und Leserschaft der Zeitschrift: Hier wird der aufwendige Charakter der Zeitschrift beschrieben sowie die bürgerliche, mittelständische Leserschaft analysiert, die sich einer reformorientierten, jedoch ideologisch begrenzten Weltsicht verschrieb.

4 Die Konstruktion des perfekten Körpers in den literarischen Beiträgen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die mythologische Überhöhung der Nacktheit und die strengen Körperideale, die häufig von rassenhygienischen und antiken Vorbildern durchdrungen waren.

5 Aktbilder in der Schönheit oder: Die Aura des keuchen Körpers: Das Kapitel untersucht die Rolle der Aktfotografie als pädagogisches Mittel, das mittels Ästhetisierung und Distanzierung zur Erotisierung ein "keusches" Bild des befreiten Körpers erzeugte.

6 Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die Zeitschrift maßgeblich zur Etablierung des Nudismus in den 20er Jahren beitrug, dabei jedoch einen subjektiven und teils exklusiven Schönheitsbegriff vertrat.

Schlüsselwörter

Lebensreform, Nacktkultur, Freikörperkultur, Die Schönheit, Körperbildung, Schönheitsideal, Aktfotografie, Körperkultur, Körperseele, Ästhetik, Reformbewegung, Rassenhygiene, Jugendstil, Nacktbaden, Natürlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Zeitschrift Die Schönheit als ein zentrales Organ der Nacktkulturbewegung im frühen 20. Jahrhundert und analysiert deren Einfluss auf zeitgenössische Körperideale.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Nacktheit und Körperbildung, die Auseinandersetzung mit bürgerlichen Moralvorstellungen und die Propagierung eines ästhetisierten, "perfekten" Körpers.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Zeitschrift durch literarische Beiträge und Aktfotografien die Vorstellung vom menschlichen Körper im Kontext der Lebensreformbewegung formte und ideologisch besetzte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine kulturgeschichtliche Analyse, die auf der Auswertung zahlreicher Ausgaben der Zeitschrift Die Schönheit sowie einschlägiger Forschungsliteratur zur Lebensreform basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der literarischen Konstruktion des perfekten Körpers, den weiblichen und männlichen Schönheitsidealen und der Bedeutung der Aktfotografie als pädagogisches Propagandamittel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lebensreform, Nacktkultur, Körperkultur, Ästhetik, Freikörperkultur und Schönheitsideale.

Wie wurde das Problem der Erotisierung in der Nacktkultur gelöst?

Die Zeitschrift versuchte, Nacktheit zu "ent-erotisieren", indem sie sie als Akt der Reinheit, Keuschheit und als "Tempel der Seele" definierte und sie von erotisch motivierter Sexualität abgrenzte.

Welchen Einfluss hatten antike Vorbilder auf das Schönheitsverständnis der Zeitschrift?

Antike Statuen dienten als moralischer und ästhetischer Anker, um die Nacktheit zu legitimieren, indem man sie in eine "göttliche" und klassische Tradition rückte.

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Details

Title
Die Entdeckung der nackten Schönheit. Nacktheit, Körper und Schönheitsideal in der Zeitschrift 'Die Schönheit'
College
http://www.uni-jena.de/  (Bereich Volkskunde)
Course
Lebensreform um 1900
Grade
1,0
Author
Tina Schüßler (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V93265
ISBN (eBook)
9783640131662
ISBN (Book)
9783668105706
Language
German
Tags
Entdeckung Schönheit Lebensreform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Schüßler (Author), 2006, Die Entdeckung der nackten Schönheit. Nacktheit, Körper und Schönheitsideal in der Zeitschrift 'Die Schönheit', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93265
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