Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich genauer mit kontrastiver Phonetik, speziell zwischen der deutschen und der arabischen Sprache.
Im zweiten Kapitel folgt dazu zunächst eine Einführung in die Thematik. Dabei werden die Ausdrücke "Deutsch als Zweitsprache"und "Deutsch als Fremdsprache" voneinander abgegrenzt und grundlegende Begriffe definiert. Im dritten Kapitel folgt dann eine detaillierte Auseinandersetzung mit der arabischen Sprache. Im Vordergrund stehen dabei die Unterschiede der arabischen und deutschen Phonetik in Bezug auf die suprasegmentalen und segmentalen Merkmale. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten, die bei arabischen Schülerinnen und Schülern beim Erlernen der deutschen Sprache auftreten können. Anhand eines Fallbeispiels werden typische Fehler in der Aussprache gezeigt. Dabei wird zwischen Akzent und Aussprachefehler unterschieden. Während mit dem Akzent eine individuelle Ausspracheeigenheit gemeint ist, die die Kommunikation nicht stört, sind Aussprachefehler sprachliche Abweichungen von der Standardsprache. Diese Fehler werden unter anderem durch Kriterien wie Korrektheit, Verständlichkeit und Situationsangemessenheit diagnostiziert und sind relevant, um Ausspracheschwierigkeiten zu erkennen und durch passende Übungsempfehlungen zu vermeiden. Das fünfte Kapitel fasst die Ergebnisse der Hausarbeit zusammen.
In Deutschland leben rund 82,5 Millionen Menschen. Davon haben 19,3 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. In den letzten Jahrzehnten gab es eine andauernde Zuwanderung. Das führte zu einem steigenden Anteil der Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln. In den Medien wird mehr und mehr von einer Flüchtlingskrise gesprochen. Dabei werden zahlreiche Problematiken thematisiert und Lösungsansätze gesucht. Doch was bedeutet Migrationshintergrund eigentlich? Und welche Auswirkungen hat das wirklich? Menschen mit einem Migrationshintergrund wurden entweder nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren oder haben mindestens ein Elternteil, welches ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurde. Laut Datenerhebungen der Bundeszentrale für politische Bildung sind 13,2 Millionen Menschen selbst im Ausland geboren. Also haben ca. 16% der deutschen Bevölkerung eigene Migrationserfahrungen gesammelt. Das hat Auswirkungen auf ihre Sprachkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Einführung: Deutsch als Zweitsprache
3 Kontrastsprache: Arabisch
3.1 Einführung
3.2 Suprasegmentales
3.2.1 Prosodische Merkmale
3.2.1.1 Sprechmelodie
3.2.1.2 Lautheit
3.2.1.3 Dauer
3.2.1.4 Sprechtempo
3.2.1.5 Sprechspannung
3.2.1.6 Pausen
3.2.1.7 Stimmqualität
3.2.2 Realisierung der Merkmale
3.2.2.1 Akzentuierung
3.2.2.2 Gliederung
3.2.2.3 Rhythmisierung
3.3 Segmentales
3.3.1 Vokalsysteme
3.3.1.1 Grad der Zungenhebung
3.3.1.2 Richtung der Zungenhebung
3.3.1.3 Lippentätigkeit
3.3.1.4 Quantität
3.3.1.5 Qualität
3.3.2 Konsonantensysteme
3.3.2.1 Artikulationsstelle
3.3.2.2 Artikulationsart
3.3.2.3 Stimmbeteiligung
3.3.2.4 Pressartikulation
3.3.2.5 Germination
4 Schwierigkeiten beim Erlernen des Deutschen als Zweitsprache
4.1 Vorstellung Hamid
4.2 Aufbau des Sprachtestes
4.3 Fehlerprognose
4.4 Fehleranalyse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, durch eine kontrastive Analyse der phonetischen Merkmale von Arabisch und Deutsch, Ausspracheschwierigkeiten arabischer Schülerinnen und Schüler beim Erlernen der deutschen Sprache zu diagnostizieren und eine Grundlage für gezielte Fördermaßnahmen im Unterricht zu schaffen.
- Kontrastive Phonetik von Arabisch und Deutsch
- Suprasegmentale Merkmale wie Melodie, Rhythmus und Akzentuierung
- Segmentale Unterschiede in Vokal- und Konsonantensystemen
- Praktische Fehleranalyse anhand einer Leseprobe eines syrischen Kindes
- Didaktische Implikationen für den Deutschunterricht mit Migrantenkindern
Auszug aus dem Buch
4.3 Fehlerprognose
Um eine Fehlerprognose aufzustellen, möchte ich zunächst auf die allgemeinen Schwierigkeiten von arabischen Deutschlernen eingehen. Im suprasegmentalen Bereich gibt es wenig empirische Untersuchungen. Die Akzentuierungen ähneln sich in beiden Sprachen. Auffällig ist lediglich eine monotonere Satzmelodie in der arabischen Sprache. Durch den Aufbau des Sprachtestes lässt sich keine natürliche Kommunikation beobachten. Dadurch lassen sich auch in diesem Test keine Schwierigkeiten im suprasegmentalen Bereich feststellen. Die Arbeit fokussiert sich auf die Ausspracheprobleme im segmentalen Bereich. Bei arabischen Deutschlernern treten häufig Schwierigkeiten in der Vokalquantität und -qualität auf. In der arabischen Sprache werden beispielsweise nur lang gesprochene Vokale geschrieben. Das kann zu Problemen bei der Differenzierung langer und kurzer Vokale führen. Auch durch das Fehlen einiger Vokale in der arabischen Sprache, können Ausspracheprobleme auftreten. Im Arabischen sind die Vokale /ɛ e: ɔ o: ʊ/ nicht vorhanden. Dadurch sprechen Deutschlernen das Wort „Pelz“ z.B. „Pilz“ aus oder sagen anstatt „Rock“ „Ruck“. Auch der Murmelvokal /ə/ wird im Arabischen nicht realisiert. So sprechen sie das Wort „Hefte“ ohne den Murmellaut: „Heft“. Des Weiteren gibt es im Arabischen keine gerundeten Vorderzungenvokale. Die Vokale /ø: y:/ werden dadurch meist durch andere Vokale ersetzt. So wird dann „Hütte“ „Hutte“ ausgesprochen (vgl. Omar Mahmood, 2014, S.137-138). Auch bei den Konsonanten kommt es zu Ausspracheschwierigkeiten, da einige deutsche Konsonanten in der arabischen Sprache nicht realisiert werden. So kommt z.B. das Phonem /p/ im Arabischen nicht vor und werden von Deutschlernern durch /b/ ersetzt. So wird das Wort „packen“ beispielsweise fälschlicherweise „backen“ ausgesprochen. Auch das Phonem /ɳ/ bereitet Einigen Schwierigkeiten. Oft wird es durch [ng] realisiert. Ebenfalls Probleme bereitet das Graphem
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die demografische Situation in Deutschland mit Fokus auf Migrationshintergrund und begründet die Notwendigkeit kontrastiver Analysen zur Unterstützung arabischsprachiger Kinder im Schulalltag.
2 Einführung: Deutsch als Zweitsprache: Definiert und unterscheidet die Begriffe Deutsch als Muttersprache, Fremdsprache und Zweitsprache sowie die jeweiligen Lernkontexte.
3 Kontrastsprache: Arabisch: Bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit der arabischen Sprache, wobei der Fokus auf dem Vergleich suprasegmentaler und segmentaler Merkmale zur deutschen Sprache liegt.
4 Schwierigkeiten beim Erlernen des Deutschen als Zweitsprache: Analysiert anhand eines Fallbeispiels (Hamid) typische Aussprachefehler, die aufgrund interferierender Strukturen der Muttersprache Arabisch entstehen.
5 Fazit: Führt die Erkenntnisse der kontrastiven Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit, dass Lehrkräfte phonetische Unterschiede kennen, um optimale Förderung zu bieten.
Schlüsselwörter
Kontrastive Phonetik, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Arabisch, Ausspracheschwierigkeiten, Suprasegmentalia, Segmentalia, Vokalsystem, Konsonantensystem, Fehleranalyse, Sprachdidaktik, Phonologie, Artikulation, Migrationshintergrund, Interferenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die phonetischen Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Arabischen und untersucht, welche Ausspracheschwierigkeiten daraus bei arabischsprachigen Lernenden des Deutschen resultieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt sowohl theoretische Grundlagen der Linguistik (suprasegmentale und segmentale Phonetik) als auch praktische Aspekte der Fehleranalyse im Zweitspracherwerb ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Lehrkräften durch eine kontrastive Analyse ein tieferes Verständnis für die Ausspracheprobleme arabischsprachiger Schüler zu vermitteln, um eine gezieltere sprachliche Förderung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der kontrastiven Analyse, bei der phonetische Strukturen von Ausgangs- und Zielsprache systematisch gegenübergestellt werden, ergänzt durch eine qualitative Fehleranalyse anhand eines Fallbeispiels.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil konzentriert sich auf den Vergleich der suprasegmentalen Merkmale (Melodie, Rhythmus) sowie der Vokal- und Konsonantensysteme beider Sprachen und leitet daraus Prognosen für typische Ausspracheabweichungen ab.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kontrastive Phonetik, Deutsch als Zweitsprache, Interferenz, Fehleranalyse und arabische Sprachstruktur kennzeichnen.
Wie wurde das Fallbeispiel des Schülers Hamid methodisch bearbeitet?
Dem Schüler wurde ein eigens verfasster Lesetext vorgelegt, der spezifische phonetische Hürden enthielt. Die Leseaufnahme wurde anschließend in Lautschrift transkribiert und mit der Standartaussprache verglichen.
Welche spezifischen phonetischen Probleme werden bei arabischen Lernenden hervorgehoben?
Besonders die Vokalquantität und -qualität sowie das Fehlen spezifischer Konsonanten (wie /p/) oder deren unterschiedliche Realisierung (wie beim Graphem
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Kontrastive Phonetik. Ausspracheschwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932706