Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention

Das frühe Ich und die Abwehr

Eine metapsychologische Analyse unter besonderer Berücksichtigung des pathologischen Narzißmus

Title: Das frühe Ich und die Abwehr

Diploma Thesis , 2007 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lars Tischler (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Von der Entstehung der Objektbeziehungstheorie im Zusammenhang mit Freuds "Zur Einführung des Narzißmus" bis zu den wegweisenden Vorstellungen Kleins, Hartmanns und anderer, wird der psychoanalytische Diskurs insbesondere im Hinblick auf das Konzept der primitiven Abwehr beleuchtet und intensiv diskutiert. Wie nicht anders zu erwarten, liegt das besondere Augenmerk hierbei auf den kontroversen Auslegungen von Spaltung und projektiver Identifizierung. Der Autor distanziert sich von Kernbergs Annahme eines eigenständigen Abwehrmechanismus der Spaltung. Es wird ein Abschnitt psychischer Entwicklung ausgearbeitet, der der Kernbergschen Annahme des Beginns psychischer Entwicklung vorangeht. Der Autor teilt nicht die Ansicht, daß Psychisches erst in der Interaktion mit bedeutsamen anderen wird, sondern daß bereits bestehendes Psychisches in dieser Interaktion mit Bedeutung aufgeladen und erlebbar wird. In der Ausdifferenzierung psychischer Struktur in Selbst und Objekt, aufbauend auf dem Getrenntsein von gut und böse, liegt die Aktivität eines entstehenden Ichs begründet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einführung in die Objektbeziehungstheorie

1.1. Das Objekt zwischen Trieb und Beziehung

1.2. Von Freud bis Kernberg

2. Zur Einführung des Narzißmus

2.1. Zur Einführung des Narzißmus – eine Einführung

2.1.1. Zur Einführung des Narzißmus – eine Interpretation von Kernberg

2.2. Pathologischer Narzißmus

2.2.1. Erscheinungsbilder des pathologischen Narzißmus

2.2.2. Erlebniszustände bei pathologischem Narzißmus

3. Die Abwehrorganisation narzißtischer Persönlichkeiten

3.1. Spaltung

3.1.1. Der Spaltungsbegriff bei Freud

3.1.2. Der Beitrag Melanie Kleins - Spaltung und paranoid-schizoide Position

3.1.3. Das Spaltungskonzepts Kernbergs

3.1.4. Zu Reichs Eine Kritik des Konzepts der „primitiven Abwehr“ am Begriff der Spaltung

3.1.5. Ein Konzept spaltet die Meinungen

3.1.6. Ist Spaltung aktive Abwehr?

3.2. Die projektive Identifizierung

3.2.1. Projektive Identifizierung bei Melanie Klein

3.2.2. Projektive Identifizierung – Ausweitung des Konzepts

3.3. Identitätsdiffusion

3.4. Weitere Formen primitiver Abwehr

3.4.1. Primitive Idealisierung

3.4.2. Allmacht und Entwertung

3.4.3. Verleugnung

3.4.4. Das pathologische Größenselbst

3.5. Der Preis der Abwehr

3.5.1. Überich-Integration und pathologisches Überich

3.5.2. Der Mechanismus der Wiederverschmelzung

4. Zur Genese des Ichs

4.1. Das Konzept der primitiven Abwehr und die Genese des Ichs

4.1.1. Desintegration und Synthese

4.2. Zur synthetischen Funktion des Ichs

4.3. Zum Autoerotismus

4.4. Introjektion, Identifizierung und Ichidentität

4.4.1. Kernbergs Strukturderivate der Objektbeziehungen

4.4.2. Eigene Überlegungen zur Genese des Ichs

5. Abriss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht metapsychologisch die Entwicklung des Ichs und der Abwehrmechanismen, wobei der Fokus auf schweren Persönlichkeitsstörungen, insbesondere dem pathologischen Narzißmus, liegt. Ausgehend von den objektbeziehungstheoretischen Arbeiten Otto F. Kernbergs und im Abgleich mit klassischen psychoanalytischen Konzepten (u.a. von Sigmund Freud, Melanie Klein und Heinz Hartmann) wird analysiert, wie frühe Abwehrformen das Ich strukturieren und die Identitätsbildung beeinflussen.

  • Objektbeziehungstheorie und ihre Entwicklung von Freud bis Kernberg
  • Phänomenologie und Erlebniszustände des pathologischen Narzißmus
  • Die Organisation primitiver Abwehrmechanismen (Spaltung, projektive Identifizierung, Idealisierung)
  • Die Genese des Ichs und die Rolle der Identitätsdiffusion

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Erlebniszustände bei pathologischem Narzißmus

Der wichtigste und nach außen sehr gut beobachtbare Erlebniszustand des pathologischen Narzißten stellt die narzißtische Wut dar. Sie beruht auf einer Kränkung des kompensatorisch erweiterten Selbstwertgefühls. „Bei Konfrontation mit der Realität [kommt es] zu heftigen Affekten“ (Hartmann, 2006, S. 21). Ein solcher Affektausbruch setzt für andere meist völlig unerwartet ein und ist in seiner ungezügelten Heftigkeit für diese nicht nachvollziehbar. Er erscheint als unangemessen und übertrieben. Kränkbarkeit als solche ist jedoch nicht pathologisch. Das Pathologische besteht im Umgang mit der Kränkung.

Das Gegenstück zur narzißtischen Wut stellt der schamerfüllte Rückzug dar. Diese beiden Affekte sind die „beiden grundlegenden Manifestationen des gestörten narzißtischen Gleichgewichts“ (Kohut, 1973, S. 534). Den verschiedenen Formen narzißtischer Wut „ist ein besonderer psychologischer Anstrich gemeinsam“ (ebd. S. 535), der sie von anderen Formen menschlicher Aggression unterscheidet: in ihnen wirken ein unersättliches Verlangen nach Entschädigung, die zwanghafte und unerbittliche Verfolgung des Übels, das es an der Wurzel auszureißen und schonungslos auszumerzen gilt, und vor allem ein unstillbarer Durst nach Rache für die erlittene Kränkung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Stellt den thematischen Rahmen der Arbeit dar, insbesondere die Untersuchung der Ich-Entwicklung und Abwehr bei schweren Persönlichkeitsstörungen unter Berücksichtigung von Otto F. Kernbergs Theorien.

1. Einführung in die Objektbeziehungstheorie: Beleuchtet den historischen Kontext der Psychoanalyse und die theoretische Verortung der Objektbeziehungstheorie, insbesondere im Verhältnis zum klassischen Triebmodell Freuds.

2. Zur Einführung des Narzißmus: Analysiert den Ursprung und die Entwicklung des Narzißmus-Begriffs und dessen Bedeutung für das Verständnis pathologischer Persönlichkeitsstrukturen.

3. Die Abwehrorganisation narzißtischer Persönlichkeiten: Diskutiert detailliert primitive Abwehrmechanismen wie Spaltung, projektive Identifizierung und Idealisierung als zentrale Strukturelemente narzißtischer Pathologie.

4. Zur Genese des Ichs: Untersucht die theoretischen Grundlagen der Ich-Bildung, den Einfluss primärer Autonomie und die Internalisierungsprozesse von Objektbeziehungen.

5. Abriss: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und plädiert für eine differenzierte psychoanalytische Betrachtungsweise des Narzißmus-Begriffs und der primitiven Abwehr.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Objektbeziehungstheorie, Narzißmus, Pathologischer Narzißmus, Otto F. Kernberg, Spaltung, Projektive Identifizierung, Identitätsdiffusion, Ich-Entwicklung, Triebtheorie, Primitive Abwehr, Selbst-Objekt-Repräsentanzen, Introjektion, Identifizierung, Abwehrmechanismen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die psychodynamischen Prozesse bei schweren Persönlichkeitsstörungen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem pathologischen Narzißmus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Entstehung des Ichs, die Funktion und Dynamik primitiver Abwehrmechanismen sowie die Bedeutung verinnerlichter Objektbeziehungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die metapsychologischen Grundlagen hinter verschiedenen Abwehrmechanismen wie Spaltung und projektiver Identifizierung aufzuzeigen und deren Beitrag zur Identitätsdiffusion bei narzißtischen Persönlichkeiten zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der metapsychologischen Literatur und der systematischen Auswertung psychoanalytischer Theorien (insb. Kernberg, Freud, Klein) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion der Abwehrorganisation bei narzißtischen Persönlichkeiten sowie die Analyse der Genese des Ichs, wobei die Funktionsweise von Spaltung, Identifizierung und Introjektion im Detail erörtert wird.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen Narzißmus, Spaltung, Objektbeziehungstheorie, Identitätsdiffusion, Projektive Identifizierung und Ich-Genese.

Warum spielt die Unterscheidung von Narzißmus und Borderline-Persönlichkeitsstruktur eine Rolle?

Die Arbeit differenziert diese Zustände, um die spezifische "soziale Anpassung" des Narzißten von der Borderline-Organisation abzugrenzen, obwohl beide ähnliche primitive Abwehrmechanismen nutzen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Spaltung als Abwehrmechanismus?

Der Autor hinterfragt kritisch die Ansicht, dass Spaltung ein *aktiver* Abwehrmechanismus ist, und schlägt vor, sie eher als Ergebnis einer mangelnden Integrationsfähigkeit des Ichs zu verstehen.

Excerpt out of 71 pages  - scroll top

Details

Title
Das frühe Ich und die Abwehr
Subtitle
Eine metapsychologische Analyse unter besonderer Berücksichtigung des pathologischen Narzißmus
College
University of Bremen
Grade
1,0
Author
Lars Tischler (Author)
Publication Year
2007
Pages
71
Catalog Number
V93304
ISBN (eBook)
9783638062930
ISBN (Book)
9783638953504
Language
German
Tags
Objektbeziehungstheorie Abwehrmechanismus Spaltung projektive Identifizierung Psychoanalyse Melanie Klein Otto Kernberg Introjektion Triebtheorie paranoid-schizoide Position Objektbeziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Tischler (Author), 2007, Das frühe Ich und die Abwehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93304
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  71  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint