Der Indian New Deal

Vorgeschichte und Durchführung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
26 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Prolog

II. Einführung
II. 1.) Klärung der Terminologie
II. 2.) Zur Geschichte der Beziehungen zwischen der US-Regierung und
Amerikanischen Ureinwohnern
II. 2. a) Eine Völkerschaft ohne Geschichtsschreibung
II. 2. b) Tabellarische Auflistung der Geschichte der Beziehungen
II. 2. c) Zur Erläuterung von Tabelle 1:

III. John Collier und die Vorgeschichte des Indian Reorganization Acts

IV. Charakterisierung des Indian Reorganization Acts

V. Der ‚Wahlkampf’: Die Tagungen der Amerikanischen Ureinwohner
V. 1.) Der Rapid-City-Kongress
V. 2.) Die Westküsten-Konferenzen
V. 3.) Die Südwest-Kongresse
V. 4.) Die Oklahoma-Kongresse
V. 5.) Die Große-Seen-Kongresse:
V. 6.) Fazit der Kongresse

VI. Epilog

VII. Persönliche Stellungnahme

VIII. Bibliographie / Bildnachweise
VIII. 1.) Sekundärliteratur:
VIII. 2.) Internetquellen:
VIII. 3.) Bildnachweise:

IX. Anhang: Darstellung der Gesetzestexte

I. Prolog

Diese Hausarbeit trägt den Titel „Der Indian New Deal - Vorgeschichte und Durchführung“ und bezieht sich auf meine Präsentation des Themas 'Der Indian Reorganization Act' in der Sitzung des 04. Mai 2005 als Facette des Hauptse- minars 'Politik im indigenen Nordamerika' während des Sommersemesters 2005.

Die in dieser Arbeit behandelten Aspekte lauten wie folgt:

- Klärung der Terminologie ‘Indianer’, ‘Stamm’ und ‘indigen’, mit dem Ziel, einen diplomatischen Denkansatz anzusteuern;
- Überblick sowohl über die Vorgeschichte, als auch über die Durchfüh- rung des 'Indian Reorganization Act' (IRA) im Zuge des ‚Indian New Deal’ durch John Collier;
- schwerpunktgemäße kulturhistorische Darstellung der 'Indian Congres- ses' im Hinblick auf deren Funktion als Wahlkampf-Medium zugunsten des IRA, bei gleichzeitiger Beleuchtung der divergierenden Stellungnah- men seitens der Ureinwohner;
- Abschließende Betrachtung der hypothetischen Fragestellung: ‚Wären zu Beginn der Beziehungen zwischen den Amerikanischen Ureinwohnern und den europäischen Siedlern bereits diplomatischere Resultate erziel- bar gewesen?’

Ziel dieser Arbeit ist es, einen historischen Überblick über das Verhältnis zwischen indigenen Kulturen in Nordamerika und der US-Regierung, insbesondere anhand des 20. Jahrhunderts zur Zeit der Durchführung des ‚Indian New Deal’, aufzuzeigen.

Namen von Autoren konsultierter Artikel, bzw. diverser Sekundärliteratur er- scheinen in Kapitälchen. Wort-für-Wort Zitate werden in Anführungszeichen und Quellenangaben angegeben (gemäß dem literatur-/kulturwissenschaftlichen Style-Sheet des amerikanistischen Fachbereichs, Fb 10 Neuere Philologien), umformulierte Passagen werden ohne Anführungszeichen angegeben und er- halten anstatt dessen den Zusatz 'vgl.' z. B. ‚'(vgl. Silverstone 2001:19)'.

II. Einführung

II. 1.) Klärung der Terminologie

Indigene Gruppierungen bilden unter nicht-indigenen Kulturkreisen (US- Amerikaner, Kanadier, Afroamerikaner, etc.) eine Minderheit im Lebensraum des heutigen Nordamerikas. Schon allein im Zuge der Diplomatie, aber nicht minder in der Verfolgung des Ziels, Diskriminierung zu vermeiden, ist es im Dis- kurs über eine Minderheit generell von Bedeutung, die eingebrachten Aspekte nicht mit Begriffen anzuhäufen, die ihrerseits bereits Diskriminierung enthalten, bzw. diese automatisch implizieren und bestehende Vorurteile bestätigen. Wel- che Begriffe von einem Mitglied der betreffenden Minderheit im Allgemeinen als wertfrei empfunden werden und welche nicht, kann in letzter Instanz eben doch nur von einem solchen Gruppenmitglied entschieden werden.

Winona LaDuke1, die sich offiziell für die Erhaltung indigener Kulturen und Rechte einsetzt, bestätigt, dass der Gebrauch einer bestimmten Bezeichnung eine große Bedeutung auf die Art und Weise habe, wie Menschen außerhalb ihrer Gruppe von anderen betrachtet würden. Darüber hinaus habe es einen Effekt auf die Sichtweise der Menschen innerhalb der Gruppe von sich selbst. Daher sei es wichtig, sich seiner Terminologie bewusst zu sein und sich zu vergewissern, dass diese die Zustimmung der Menschen findet, über die, bzw. mit denen man spricht (siehe: Silverstone 2001:19).

Um mich für diese Arbeit eben dessen zu vergewissern, suchte ich den kulturellen Austausch mit einem Sachverständigen: Herrn Professor Alfred Young Man (Cherokee) von der University of Lethbridge in Lethbridge, Alberta (Kanada). Nach abschließender Überlegung habe ich mich dann für die Auswahl folgender Terminologie entschieden:

- Der Begriff ‚Indianer’ (engl.: 'Indian') mag zwar (seit Karl Mays Romanen im Besonderen in Deutschland) weit verbreitet sein, jedoch sei er im Zu- ge der Political Correctness zu vermeiden, da die so genannten ‚India- nern’ niemals Indianer waren, sondern lediglich von Christoph Columbus als solche bezeichnet wurden, da er glaubte, den Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Tatsächlich handelt es sich um ‚Amerikanische Ur- einwohner’, weil sie diejenigen waren, die Nord- (und Süd-) Amerika zu- erst besiedelten und bewohnten. Inzwischen leben zwar viele Amerikani- sche Ureinwohner (scheinbar) zufrieden mit der Bezeichnung ‚Indianer’, bzw. ‚Indians’ und nennen sich auch selbst so. Auch Winona LaDuke bestätigt dies (vgl. Silverstone 2001:19). Jedoch ist Selbst- Labeliesierung nicht immer automatisch auch ein Zeichen von innerer Zufriedenheit mit dem Status Quo. Ein Mensch, der sich selbst mit einem Stigma versieht, ist möglicherweise schon viel zu sehr gewohnt, dieses Stigma tragen zu müssen. Selbst im Dokument des Indian Reorganizati- on Acts (Nachtrag, Sektion 19; siehe ‚Anhang’ dieser Arbeit) ist der Beg- riff ‚Indian’, bzw. 'of Indian descent' (dt.: (von) indianischer Abstammung) verankert. Zwar ist möglicherweise der Begriff „Amerikanischer Urein- wohner“ auch nicht sehr günstig gewählt, da der Kontinent zum Zeitpunkt der Besiedelung durch die indigenen Kulturen noch weit davon entfernt war, den Namen ‚Amerika’ verhängt zu bekommen. Somit handelt es sich genau genommen auch nicht um 'Amerikanische' Ureinwohner (engl.: Native Americans). Jedoch hat sich der Begriff 'native' während der Recherchen zu dieser Arbeit als etymologisch auf 'angeboren' (von lat. natus = Geburt), bzw. 'einheimisch' zurückführbar herausgestellt (Hermann 1998:424). Somit wäre ein ‚Native American’ gewissermaßen ein ‚Angeborener des Landes, welches jetzt Amerika genannt wird, der jedoch dort schon einheimisch war (und ist)’. Somit wird der Term ‚Ame- rikanischer Ureinwohner’ in dieser Arbeit beibehalten. Auch der Ausdruck ‚Indigene Kulturen’ (engl.: Indigenous Cultures/People) wird allgemein als politisch korrekt angesehen (vgl. Silverstone 2001:19).
- Ebenso sei laut Young Man der Ausdruck ‚Stamm’ (engl.: tribe) nicht an- gebracht. 'Stamm' enthalte eine Vielzahl negativierender Implikationen, welche beispielsweise auf das Zeitalter der Britischen Kolonialisierung verweisen; ein Zeitalter, in dem der Begriff 'Stamm' als Indikator für 'eine Horde Wilder und Ungebildeter' der übermächtigen Kategorie 'zivilisiert' gegenüber stand. Die Political Correctness gebietet hier den Begriff der ‚Ethnischen Gruppe’ (engl.: ethnic group), jedoch sei dies laut Professor Young Man auch nicht sehr treffend, da die Unterscheidung ‚ethnisch’ den Gegensatz von ‚nicht-ethnisch’ impliziere. Da allerdings ein US- Bürger (und alle anderen Bürger der Erde) ebenso Angehörige(r) einer Kultur, bzw. eines Kulturkreises ist (sind), ist dieser nicht minder ‚eth- nisch’ als ein Amerikanischer Ureinwohner. Der Begriff ‚Ethnische Min- derheit’ (engl.: ethnic minority) steht hier außer Frage, da die Bezeich- nung ‚Minderheit’ sicher nicht als Kompliment zu verstehen ist. Der Beg- riff 'Gruppe', bzw. 'Gruppierung' erscheint mir in diesem Zusammenhang dennoch passend.
- Im Gegensatz hierzu ist der Begriff ‚indigen’ (germanifiziert von engl. in- digenous) trotz allem Anschein nach keine Ableitung von 'Indianer', son- dern führt zurück auf das lateinische ‚indigena’; welches in Englisch 'nati- ve', bzw. zu Deutsch: 'eingeboren' (Adjektiv) und/oder 'Ureinwohner' (Substantiv), bedeutet (Hoad 1996:233), und somit für durchaus vertret- bar angesehen werden kann.

Somit werden in dieser Arbeit die oben aufgezählten fragwürdigen Begriffe vermieden werden (wo auch immer eine Vermeidung möglich ist und nicht zu weit vom ursprünglichen Sinn und den Aussagen der konsultierten Sekundärli- teratur wegführt) und anstatt dessen die vorgeschlagene Terminologie bevor- zugt werden.

II. 2.) Zur Geschichte der Beziehungen zwischen der US-Regierung und Amerikanischen Ureinwoh- nern

Die Beziehungen zwischen den Amerikanischen Ureinwohnern und der heuti- gen US-Regierung waren von Anfang an und sind noch heute eine fragile Ange- legenheit. Missverständnisse, Kriege, Annäherung wechselten sich immer wie- der einander ab. Blickt man auf die Geschichte dieser Beziehungen, ist keine klare Linie erkennbar. Eine diplomatische Entwicklung scheint ein Fortschritt gewesen zu sein, die nächste eher ein deutlicher Rückschritt; mal für die eine, mal die andere Seite. Ein Blick auf Tabelle 1 (Seite 8 dieser Arbeit) dürfte durch die Übersicht ‚Verhältnis’ das auf und ab des diplomatischen einander Annä- herns und voneinander Entfernens beider Seiten näher bringen.

Die folgenden beiden Unterkapitel sollen einen kurzen Einblick in diese Biographie der Beziehung zwischen zwei Gesellschaften geben, welche einen (im Vergleich zu beispielsweise Europa) an Landmasse derart umfangreichen Kontinent bewohnen, und sich all dieses Land dennoch nur schwerlich teilen und sich gegenseitig akzeptieren können.

II. 2. a) Eine Völkerschaft ohne Geschichtsschreibung

Eine Völkerschaft ohne Geschichtsschreibung zu sein, ist wohl einer der entscheidenden Nachteile der Amerikanische Ureinwohner im Zuge des Kon- taktes mit dem Weißen Europa2, so D’Arcy McNickle (vgl. 1970:29). Dies resul- tiert, laut der Autorin, aus dem Umstand, dass die geschriebene Sprache als Medium unter indigenen Gruppen noch nicht rechtzeitig entwickelt gewesen sei - mit einer Ausnahme: die der Maya-Kultur. Jedoch wurden deren Manuskriptund Dokumentbestände und Tempel bald von Bischof Landa zerstört und nach dessen Ermessen neu geschrieben und reformuliert.

Durch dieses Handicap, keine niedergeschriebene Geschichte vorweisen zu können, seien Missverständnisse und Fehlinterpretationen vorprogrammiert gewesen, wenn es um die zerbrechliche Aufgabe ging, dem Rest der Welt eine Kultur näher zu bringen und als ‚belegbar’ traditions- und geschichtsbewusst zu vermitteln. Die Autorin weiter: (übersetzt) „Viele der europäischen Siedler be- trachteten Amerikanische Ureinwohner bis spät ins 19. Jahrhundert hinein als Bestien des Waldes und weder deren Leben noch Besitz waren sicher.“ (Mc- Nickle 1970:29).

Eine der frühen Konsequenzen des Fehlens einer niedergeschriebenen ei- genen Geschichte war laut McNickle (übersetzt) „der Widerwillen, Amerikani- sche Ureinwohner als die Erbauer der Hügelstrukturen entlang der Flusstäler in Ohio und des Mississippi anzuerkennen“ (1970:30). Und an der Atlantikküste wurden die indigenen Gruppen als ein Hindernis für die westwärts orientierte Expansion der Siedler angesehen. Um deren Ausrottung zu rechtfertigen, be- zeichneten die Siedler die indigenen Kulturen als „betrügerisch, wild und grau- sam, mehr Tier als Mensch“ (übersetzt, 1970:30); denn sich selbst sahen die europäischen Siedler als ‚zivilisiert’ genug an, um zu wissen, dass Ausrottung eine gute Begründung für ihre Durchführung braucht. Diese Selbstsicht wird bestätigt durch Salisbury, der die Europäer zum Zeitpunkt der Invasion von Amerika als bestrebt beschreibt, (übersetzt) „ihre Handlungen durch eine My- thologie zu verstehen, zu legitimieren und aufzuwerten, in der sie sich selbst als ‚zivilisierte Christen’ den ‚Wilden’ gegenüber stellten. Auf diese Weise maxi- mierten die Europäer die Unterschiede zwischen sich selbst und den Amerika- nischen Ureinwohnern bezüglich moralischer, biologischer und kultureller Be- stimmung“ (1987:46). Eine Begründung für die Ausrottung war gefunden in der Entwertung des indigenen Lebens als solchem. Umso mehr stieg deren Ver- wunderung, als die kolossalen und beeindruckenden Ruinen der Bauwerke und Artefakte der Maya-Kultur aufgefunden wurden, welche man einzig und allein als die Überreste einer „verstorbenen Super-Rasse“ beschreiben konnte (über- setzt, 1970:30).

Versuche, von nun an (von 1800 bis 1820) moderne Amerikanische Ureinwohner als Nachkommen dieser Land mitgestaltenden Kulturen zu beschreiben, fanden nicht viel Sympathie. Selbst Thomas Jefferson (1743-1826; 3. USPräsident von 1801-1809) gelang es nicht, seine Zeitgenossen davon zu überzeugen, indigene Kulturen als vernünftige Wesen zu betrachten.

Diese grundsätzliche, egozentrierte und ethnozentrierte Idee, es gäbe „lediglich einen Fluss der Zivilisation, nämlich unseren eigenen, und dass sämtliche anderen entweder Nebenflüsse seien oder im Wüstensand verliefen“, war laut McNickle die Basis, auf der von nun an die Geschichte der Amerikanischen Ureinwohner niedergeschrieben werden sollte (1970:30).

II. 2. b) Tabellarische Auflistung der Geschichte der Beziehun- gen

(Die folgenden Angaben beziehen sich auf Wilkins, 2002:105):

Zur Übersicht hier nun eine tabellarische Auflistung der wichtigsten Phasen der Beziehungen zwischen der US-Regierung (seit der Amerikanischen Unab- hängigkeitserklärung vom 04. Juli 1776) und den Gruppierungen der Amerikanischen Ureinwohner, sowie der wichtigsten jeweiligen Gesetzeserlasse:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. 2. c) Zur Erläuterung von Tabelle 1:

(Die folgenden Angaben beziehen sich hauptsächlich auf Wilkins, 2002:103-118, falls nicht anderweitig angegeben):

1770-1820 Formatierungsperiode

Kurze Charakterisierung:

Geprägt durch die Frage nach Landrechten, Legitimation. Es herrschte ein hohes Maß an so genannten Conspiracies (Resontiments gegenüber Amerikanischen Ureinwohnern) vor. Da die USA ursprünglich mittellos war und nur Land vorhanden war, wurde Handel mit den Ureinwohnern betrie- ben. Man schloss Verträge (‚Treaties’), erließ Gerichtsurteile und Gesetze. Diese Gesetze hießen entweder Acts, Laws oder Bills (z. B. ‚Trade and In- tercourse Law’, ca. 1790-1834, welches besagte, dass kein Handel zwi- schen Privatleuten und Amerikanischen Ureinwohnern getätigt werden durf- te).

1830-1850 Vertreibungspolitik

Kurze Charakterisierung:

Die Politik der Segregation (= Separierung), welche hier betrieben wurde, ist das genaue Gegenteil der Assimilationspolitk, welche totale Integration bedeutet.

Die Separierung wurde durchgeführt während der Amtszeit von Andrew Jackson (1767-1845), dem 7. Präsidenten der Vereinigten Staaten zwischen 1829-1837, und hatte unter anderem den so genannten Trail Of Tears zur Folge: die Umsiedlung von 60.000 Cherokee durch den Staat Georgia gen Westen. Die Cherokee sahen sich selbst übrigens als ‚Civilized Tribes’ (zu Deutsch: zivilisierte Gruppen) und waren selbst ehemalige Sklavenhalter. Sie fanden in Chief Justice John Marshall (1755-1835) einen Sympathisan- ten für ihre Interessen und strebten zwei bedeutsame Prozesse an: 1.

‚Cherokee Nation versus State of Georgia’ um 1831, und 2. ‚Worcester versus State of Georgia’ um 1832. Der Kampf vor Gericht hatte zur Folge, dass die Cherokee seither eine ‚Domestic dependant nation’ sind. Jedoch wurde die Vertreibung nichtsdestotrotz durchgesetzt.

1850-1890 Reservation

Kurze Charakterisierung:

Eine Reservation ist Landfläche, die durch tribale Regierung gemanagt wird, jedoch dem Department of the Interior’s Bureau of Indian Affairs3 un- terstellt ist. Zum heutigen Zeitpunkt existieren ca. 300 Reservationen in den USA. Während der politischen Phase der ‚Reservation’ wurden unter Präsi- dent Ulysses S. Grant (1822-1885; 18. Präsident der USA) ein Großteil die- ser Reservationen etabliert, um die Jagdgründe von Siedlern und Ureinwoh- nern voneinander zu trennen.

Außerdem kreiste während dieser Phase der Goldrausch die Amerikanischen Ureinwohner von beiden Seiten des Kontinents ein. Die Indianergrenze (= ‚frontier’; Bezeichnung für die Grenze zwischen dem von NichtIndigenen besiedelten Gebiet und dem Gebiet der Amerikanischen Ureinwohner) wurde vom Fuße der Applachian Mountains fortwährend westwärts geschoben und neu etabliert.

Außerdem wurde das Interventionsrecht der USA durch Lewis Cass (1782-1866), einem amerikanischen Militäroffizier und Politiker, eingeführt. Es bemächtigt die USA-Streitkräfte dazu, einzugreifen, wenn zwei oder mehrere (internationale) Parteien sich streiten. Die Ausübung dieses Recht ist seither fester Bestandteil der Geschichte der USA (z. B. Zweiter Welt- krieg, Golf-Krieg, Vietnam).

Der Bürgerkrieg zwischen den Süd- und Nordstaaten fand statt, welcher den Afroamerikanern eine akzeptablere Stellung vor dem amerikanischen Gesetz verschaffte, jedoch nicht automatisch den Amerikanischen Ureinwohnern, vielmehr spitzte es das Verhältnis der US-Regierung und den Ureinwohnern noch zu. Diese Phase brachte außerdem die Indianerkriege hervor (z. B. Sioux-Uprising in Minnesota im Jahre 1862).

[...]


1 Winona LaDuke geb. 1959, Aktivistin für indigene Rechte und zweifache Kandidatin für das Amt des US-Vizepräsidenten (vgl. SILVERSTONE 2001:12)

2 In diesem Zusammenhang ist vom ‚Weißen Europa’ die Rede, da die ersten historischen Begegnungen zwischen indigenen und nicht-indigenen Gruppen zwar auf dem Boden des heutigen Amerikanischen Kontinents stattfanden, jedoch zwischen Ureinwohnern und eben europäischen Siedlern mit weißer Hautfarbe.

3 siehe hierzu auch: Fußnote (5) dieser Arbeit

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Der Indian New Deal
Untertitel
Vorgeschichte und Durchführung
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Historische Ethnologie)
Veranstaltung
Politik im indigenen Nordamerika
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V93312
ISBN (eBook)
9783640097951
ISBN (Buch)
9783640122882
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mein eigentliches Hauptfach war Amerikanistik. Da ich Amerikanische Kulturwissenschaften als Schwerpunkt studierte, besuchte ich zusätzlich in der Historischen Ethnologie das Hauptseminar 'Politik im indigenen Nordamerika', zu dessen Abschluss die vorliegende Hausarbeit entstand. Sie wurde somit aus der Sicht der Amerikanischen Kulturwissenschaften verfasst, nicht aus Sicht der Historischen Ethnologie. Ich bitte dies zu bedenken. Vielen Dank für Ihr Interesse.
Schlagworte
Indian, Deal, Politik, Nordamerika
Arbeit zitieren
Alexander Täuschel (Autor), 2005, Der Indian New Deal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93312

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