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Darstellung religiöser Bewusstseinszustände in der Kunst am Beispiel der "Ekstase des heiligen Franziskus"

Titel: Darstellung religiöser Bewusstseinszustände in der Kunst am Beispiel der "Ekstase des heiligen Franziskus"

Hausarbeit , 2020 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit widmet sich der Visionsdarstellung in der Kunst.
Hierbei werden vor der kunstwissenschaftlichen Analyse des Werks Ekstase des Heiligen Franziskus, gefertigt von Caravaggio im Jahr 1590, zunächst grundlegende Begrifflichkeiten des inneren Sehens und der Ekstase als psychologischer Geisteszustand definiert, um daran anschließend das Werk auf den Ebenen der Ikonographie/Ikonologie und Rezeptionsästhetik zu untersuchen. Das Augenmerk hierbei liegt auf der Erweiterung der materiellen Ebene durch den christlichen Kontext der Offenbarung, sowie auf Irritationen, die der Künstler in das Werk einschreibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das innere Sehen

3. Die Ekstase

4. Analyse zu Caravaggios Ekstase des heiligen Franziskus

4.1 Heiliger Franziskus

4.2 Bildanalyse

4.3 Rezeptionsästhetik

4.4 Ikonologie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung religiöser Bewusstseinszustände in Caravaggios Frühwerk "Ekstase des Heiligen Franziskus". Ziel ist es, durch eine kunstwissenschaftliche Analyse zu entschlüsseln, wie der Künstler durch spezifische Lichtführung, die bewusste Auslassung ikonographischer Attribute und die Ambivalenz zwischen profaner und sakraler Bildsprache den Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Bild zwingt.

  • Definition des "inneren Sehens" und der psychologischen Dimension der Ekstase.
  • Biographische Einordnung und Charakterisierung des Werks als privates Sammlerstück.
  • Ikonographische und rezeptionsästhetische Analyse der Personenkonstellation und Lichtgestaltung.
  • Untersuchung der "Simulatio" und "Dissimulatio" als Mittel zur Erzeugung diskursanregender Ironie.
  • Reflektion über die Überbrückung der Dichotomie zwischen Bildmaterie und Betrachtergeist.

Auszug aus dem Buch

4.2 Bildanalyse

Das Werk, dessen Datierung sich an der Schwelle zwischen Renaissance und Barock befindet, weist bei der Betrachtung eine zentrale Personenkonstellation auf. Überlebensgroß dominieren die zwei abgebildeten Personen fast vollständig das Bild. Die aufgrund ihres dunkelbraunen Habits als Franziskus zu identifizierende Person liegt mit geschlossenen Augen auf dem Boden und wird von einem hinter ihm knienden Engel gestützt. Hierbei ragen Franziskus Beine bis in die linke, untere Bildecke. Seine Gesichtszüge wirken entspannt, fast erschlafft und es scheint, als ob Franziskus ohne fremde Stütze nur des Liegens fähig wäre. Der hinter ihm angeordnete Engel, dessen Physiognomie durch weiche Gesichtszüge sehr vermenschlicht ist und proportional noch größer wirkt als der Heilige, stützt Franziskus Oberkörper, indem er ihn an der Kordel seines Habits hält und in seinen Schoß bettet. Hierbei ist durch den gelenkten Blick des Engels, sowie die Anordnung der Körper zueinander, eine starke Nähebeziehung zwischen dem Ordensbruder und seinem Gegenüber zu spüren.

Zudem wirkt die Personenkonstellation durch die Anordnung des Engels, welcher am unteren und äußeren Rand begrenzt ist, noch präsenter. So vermittelt Caravaggio den Eindruck als würde die Gestalt, die nur anhand der Flügel als Abgesandter Gottes zu identifizieren ist, über den Bildrand hinausragen. Beide Figuren erheben sich aus dem dunklen Grund. Diesen Effekt erreicht Caravaggio durch die spezielle Farb- und Lichtgestaltung des Chiaroscuros. Die Darstellung der Ekstase ist ein Beispiel für frühen, in Rom entstandenen Bilder, die allesamt Charakter privater Sammlerstücke haben und in welcher sich Caravaggio schrittweise an seine später typische Hell-Dunkel-Malerei herantastet. Allerdings sind auch in dem vorliegenden Werk die typischen Beleuchtungsgegensätze auszumachen. Caravaggio arbeitet mit zwei unterschiedlich positionierten Lichtquellen, die die ansonsten dunkle Tonigkeit des Gemäldes durchdringen. Zum einen formt Caravaggio durch ein unnatürlich frontales Licht die Plastizität der Körper aus, was besonders am Knie des Jünglings zu sehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in das Thema der Visionsdarstellung und die methodische Herangehensweise der Arbeit an Caravaggios Werk.

2. Das innere Sehen: Theoretische Grundlegung des "inneren Sehens" als metaphorische Erkenntniskraft in der christlichen Kunst.

3. Die Ekstase: Definition der Ekstase als mystisches Erleben und Trancezustand, der die Subjekt-Objekt-Trennung aufhebt.

4. Analyse zu Caravaggios Ekstase des heiligen Franziskus: Detaillierte Untersuchung des Gemäldes hinsichtlich Biographie, Ikonographie, Betrachterrolle und ikonologischer Bedeutungsebenen.

4.1 Heiliger Franziskus: Kurzbiographie des Heiligen als Kontext für die ikonographische Analyse.

4.2 Bildanalyse: Deskriptiv-analytische Untersuchung der Bildinhalte, Lichtführung und Figurengestaltung.

4.3 Rezeptionsästhetik: Analyse der Betrachterrolle und der Wirksamkeit der artifiziellen Lichtführung auf den Rezipienten.

4.4 Ikonologie: Interpretation der "Simulatio" und "Dissimulatio" im Kontext zeitgenössischer Diskurse und der Ambivalenz zwischen religiösem und profanem Ausdruck.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Vermittlung zwischen Sehebenen und der künstlerischen Strategie des bewussten Verstoßes gegen traditionelle Historienbilder.

Schlüsselwörter

Caravaggio, Ekstase des heiligen Franziskus, Visionsdarstellung, Inneres Sehen, Chiaroscuro, Ikonologie, Rezeptionsästhetik, Simulatio, Dissimulatio, Barock, Stigmatisierung, Heiliger Franziskus, Bilddiskurs, Kunstgeschichte, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gemälde "Ekstase des heiligen Franziskus" von Caravaggio, um die Darstellung religiöser Visionszustände im Übergang von der Renaissance zum Barock zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das "innere Sehen", der psychologische Zustand der Ekstase, die Rolle des Betrachters bei Gottesbegegnungen sowie das Spannungsfeld zwischen sakraler Allegorie und profaner Wirklichkeitsdarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Caravaggio durch gezielte Irritationen und das Weglassen traditioneller Ikonographie den Betrachter dazu anregt, die "Wahrheit" des Bildes über eine bloße Betrachtung hinaus kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert kunstwissenschaftliche Ansätze wie die christliche Ikonographie, die Rezeptionsästhetik nach Wolfgang Kemp sowie die ikonologische Interpretation nach Erwin Panofsky.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einordnung, eine deskriptive Bildanalyse, eine rezeptionsästhetische Untersuchung der Lichtführung und eine ikonologische Interpretation, die das Werk als diskursanregendes Sammlerbild deutet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Caravaggio, Ekstase, Inneres Sehen, Chiaroscuro, Simulatio, Dissimulatio und die Ambivalenz zwischen Religion und Kunst.

Warum fehlen in dem Bild die typischen Stigmata des Heiligen Franziskus?

Die Autorin argumentiert, dass Caravaggio auf die Stigmata verzichtet, um sich auf das 17. Kapitel der Fioretti zu beziehen, das eine göttliche Offenbarung zu Lebzeiten des Heiligen schildert, welche nicht zwingend die Wundmale inkludiert.

Welche Rolle spielt der Engel im Bild?

Der Engel wird nicht als traditioneller Seraph dargestellt, sondern als schöner Jüngling mit entblößtem Oberkörper, was eine amouröse, irdische Komponente einführt und den Betrachter zur haptischen Erfahrung verführen soll.

Was bedeutet der Begriff "Simulatio und Dissimulatio" im Kontext der Analyse?

Diese Begriffe beschreiben die künstlerische Strategie Caravaggios, einerseits etwas vorzutäuschen (Simulatio der Stigmatisierung) und andererseits die eigentliche Bedeutung zu verbergen (Dissimulatio durch profane Anspielungen), um den Betrachter zu verunsichern und zum Nachdenken anzuregen.

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Details

Titel
Darstellung religiöser Bewusstseinszustände in der Kunst am Beispiel der "Ekstase des heiligen Franziskus"
Hochschule
Universität Konstanz
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V933217
ISBN (eBook)
9783346259769
ISBN (Buch)
9783346259776
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung bewusstseinszustände kunst beispiel ekstase franziskus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Darstellung religiöser Bewusstseinszustände in der Kunst am Beispiel der "Ekstase des heiligen Franziskus", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933217
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Leseprobe aus  16  Seiten
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