Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Bibliodrama. Sie schließt an ein viertägiges Blockseminar zu diesem Thema an. Zunächst werde ich allgemeine Informationen geben, die eine Annäherung an den Terminus Bibliodrama, eine Darlegung der Entwicklungsgeschichte und der Quellen, die zugrunde liegen, und einen konkreten Vorschlag für eine phasengeleitete Durchführung des Bibliodramas beinhalten.
Anschließend werde ich den neutestamentlichen Text Mk 9,14-29 exegetisch erschließen und versuchen, ihn für ein Bibliodrama in der gymnasialen Mittelstufe vorzubereiten. Der zuvor behandelte Vorschlag zur phasengeleiteten Durchführung des Bibliodramas wird dabei Anhaltspunkt für meine Arbeit am biblischen Text sein. Als reales Klassenvorbild dient mir für meine Überlegungen eine zehnte Klasse. Der Lehrplan sieht für diese Klassenstufe ohnehin das Thema „Theologie im Neuen Testament“ vor und zielt dabei auch darauf, dass die Schüler die Bibeltexte auf ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse beziehen. Bibliodramatische Elemente zu verwenden ist im Curriculum bei dieser Unterrichtseinheit sogar als gezielter Vorschlag angegeben und daher fand ich es sehr sinnvoll, mein Bibliodrama in diesem Zeitraum anzusetzen.
Die Herausarbeitung des Unterschieds zwischen dem damaligen und heutigen Textverständnis, aber auch die Relevanz und der Lebensbezug für jeden einzelnen Schüler, sollen dabei im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Informationen zum Bibliodrama
2.1 Was ist Bibliodrama?
2.2 Entstehung des Bibliodramas und Quellen
2.3 Konkrete Durchführung des Bibliodramas
3. Bibliodrama zum neutestamentlichen Text Mk 9, 14-29
3.1 Bibelübersetzung
3.2 Allgemeine Hinführung zum Text
3.3 Exegese
3.4 Hinführung zu meinem Bibliodrama
3.5 Vorschlag für ein Bibliodrama
4. Bibliodrama und Schule
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten des Bibliodramas im Religionsunterricht der gymnasialen Mittelstufe am Beispiel des biblischen Textes Mk 9, 14-29. Ziel ist es, ein phasengeleitetes Konzept zu entwickeln, das Schülern durch den Prozess des szenischen Gestaltens ermöglicht, biblische Texte mit ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit und individuellen Erfahrungen zu verknüpfen.
- Grundlagen und Definition des Bibliodramas als prozessorientierte Inszenierung
- Exegetische Erschließung des neutestamentlichen Textes Mk 9, 14-29
- Methodischer Vorschlag zur Durchführung eines Bibliodramas in fünf Phasen
- Verknüpfung von theologischen Inhalten mit der Lebenswelt von Jugendlichen
- Rolle und Haltung der Lehrperson bei der Anleitung bibliodramatischer Prozesse
Auszug aus dem Buch
2.1 Was ist Bibliodrama?
„Bibliodrama ist eine angeleitete Form prozessorientierter Inszenierung biblischer Texte in Gruppen mit dem Ziel, den Text und die Biographie der Teilnehmer/innen im Vollzug ganzheitlicher Begegnungen wechselseitig zu erschließen.“ Zunächst ist zu dieser Definition von Bibliodrama zu sagen, dass es nicht das Bibliodrama gibt. Jeder Definition liegt daher nur ein Verständnis von Bibliodrama, also der Inszenierung biblischer Texte, zugrunde.
Bibliodrama meint allgemein erfahrungsorientiertes, spielerisch-kreatives Handeln innerhalb eines biblischen Textraumes. In der Identifikation mit dem biblischen Geschehen, den handelnden und erfahrenden Personen, den Bildern und Symbolen geht es darum, die darin angesprochenen menschlichen Grunderfahrungen selbst handelnd zu ergründen und sich ähnlicher Erfahrungen bewusster zu werden. Man kann und sollte sich durch die Texte herausfordern lassen sein Inneres zu entdecken, zu wecken und sich dessen bewusst zu werden. Sich mit seinen eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen zu konfrontieren kann helfen, den eigenen Lebens- und Glaubensprozess zu fördern. Aufgabe der Leitungsperson ist es beim Bibliodrama, immer neu den Ausgleich zwischen den drei Polen Bibeltext, Gruppe und Individuum zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt das Bibliodrama als Methode im Religionsunterricht vor und erläutert den Aufbau des Konzepts für eine zehnte Klasse.
2. Allgemeine Informationen zum Bibliodrama: Hier werden Definition, Herkunft und die prozessorientierte Struktur der fünf Phasen des Bibliodramas grundlegend erläutert.
3. Bibliodrama zum neutestamentlichen Text Mk 9, 14-29: Dieses Kapitel umfasst die Bibelstelle, deren exegetische Analyse sowie die spezifische didaktische Planung für den Einsatz im Unterricht.
4. Bibliodrama und Schule: Ein Fazit zur pädagogischen Sinnhaftigkeit und der praktischen Integration bibliodramatischer Elemente in den schulischen Alltag.
Schlüsselwörter
Bibliodrama, Religionsunterricht, Mk 9, 14-29, Exegese, Prozessorientierung, Jugendliche, Lebensbezug, szenisches Gestalten, Glaube, Unglaube, Identifikation, Rolle, Reflexion, Schule, Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Integration der Methode Bibliodrama in den Religionsunterricht der gymnasialen Mittelstufe, um biblische Texte erfahrbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Bibliodramas, die exegetische Arbeit an einem konkreten Markustext sowie die didaktische Umsetzung im schulischen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die Erstellung eines phasenorientierten Konzepts, das Schülern hilft, die Relevanz biblischer Texte für ihre eigene Lebenswelt und Biographie zu entdecken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Neben einer Literaturrecherche zur Methode des Bibliodramas kommt eine historisch-kritische Exegese des Textes Mk 9, 14-29 zum Einsatz, die durch schulpädagogische Überlegungen ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einführung in die Bibliodramatik, eine detaillierte Exegese des Heilungswunders und die Ausarbeitung eines fünfteiligen Unterrichtsvorschlags.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Bibliodrama, Ganzheitlichkeit, prozessorientiertes Lernen, Lebensbezug und subjektive Identifikation mit Rollen aus.
Warum wird speziell der Markustext Mk 9, 14-29 gewählt?
Dieser Text wird gewählt, weil er die existenzielle Spannung zwischen Glauben und Unglauben thematisiert, die für Jugendliche in einer Phase der Identitätsfindung besonders anschlussfähig ist.
Welche Rolle spielt die Lehrperson bei dieser Methode?
Die Lehrperson tritt weniger als Wissensvermittler, sondern primär als Begleiter und Moderator auf, der den Raum für individuelle Erfahrungen und Reflexionen eröffnet.
- Citation du texte
- Katrin Zulauf (Auteur), 2007, Bibliodrama zu Markus 9, 14-29, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93324