Die Equity-Methode. Die Entstehung latenter Steuern im Konzernabschluss


Seminararbeit, 2020

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Grundlagen im Konzernabschluss
2.1 Konzernabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB)
2.2 Konsolidierung im Rahmen der Equity-Methode

3 Grundkonzept von latenten Steuern
3.1 Entstehung von latenten Steuern im Konzernabschluss
3.2 Latente Steuern bei der Konsolidierung nach der Equity-Methode

4 Bewertung der Rolle von latenten Steuern im Rahmen der Equity-Methode

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigene Abbildung Berechnung Equity-Wert (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Die Notwendigkeit einer Konzernrechnungslegung ist in der heutigen globalisierten und vernetzen Wirtschaftswelt allgemeingültig anerkannt. Durch fortschreitende Globalisierung, Internationalisierung der Unternehmen und fortschreitender globaler Verschmelzung von Unternehmen zu Konzernen, besteht in diesem Zusammenhang erhöhter Regulierungsbedarf zur Vermeidung grenzüberschreitender Unternehmenskrisen.

Diesen Regulierungsbedarf greifen sowohl das Handelsgesetzbuch (HGB) als auch die International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Hierin ist geregelt das sogenannte Mutterunternehmen allgemein zur Konzernrechnungslegung verpflichtet sind. Mutterunternehmen üben einen beherrschenden Einfluss auf die jeweiligen Unternehmensbeteiligungen aus.1

Die aktuelle (europäische) Rechtsprechung besagt, dass solche Mutterunternehmen, deren Wertpapiere oder Anteilspapiere in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) zum Handel an einem organisierten Markt zugelassen sind, verpflichtet sind ihren Konzernabschluss nach den von der EU-Kommission anerkannten IFRS aufzustellen.2

Neben diesen globalen und internationalen Regelungen haben sich auch in Bezug auf die deutsche Rechtsprechung einige Anpassungen und Änderungen vollzogen, um eine kostengünstige und konkurrenzfähige Alternative zu den IFRS zu schaffen. Das BilMoG revolutionierte erstmals seit dem Bilanzrichtliniengesetz das HGB dahingehend im Jahre 2009.3

Im Zuge dieser Bilanzierung und Konzernrechnungslegung spielen auch vor allem latente Steuern eine große Rolle.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Das Ziel dieses Scientific Abstract ist nun das Herausarbeiten, sowie Präsentieren der latenten Steuern innerhalb der Konzernrechnungslegung. Als Bewertungsmethode wir die Equity-Methode zu Grunde gelegt.

Zunächst gehe ich im Rahmen dieser Arbeit auf die den Konzernabschluss selbst sein und erläutere in diesem Zuge die Begriffe des Konzerns, sowie erläutere die Methoden der Kapitalkonsolidierung auf Basis der Equity-Methode. Im Anschluss daran erarbeite ich die Grundlagen, Begriffsdefinitionen und Abgrenzungsmöglichkeiten latenter Steuern ein. An notwendiger Stelle greife ich zur Verdeutlichung auf Beispielrechnungen zurück.

Darauf aufbauend erfolgen eine Integration der Erkenntnisse und die abschließende Bewertung von latenten Steuern bei der Equity-Methode in einem eigenen Gliederungspunkt.

Aufgrund der Begrenzungen dieses Scientific Abstracts beschränkte ich mich bei der Erarbeitung der Bedeutung von Latenten Steuern innerhalb der Konsolidierungsart nach Equity-Methode auf die Regelungen im deutschen Handelsgesetzbuch (HGB).

Die Grundlage für Zitation und formalen Aufbau des Scientific Abstracts bildet im Gesamten der Leitfaden zur formalen Gestaltung von Seminar- und Abschlussarbeiten.

2 Grundlagen im Konzernabschluss

Im folgenden Abschnitt möchte ich zunächst die gesetzlichen Grundlagen und dem Konzernabschluss zu Grunde liegenden Begrifflichkeiten eingehen und die Methode der Equity-Konsolidierung nach Handelsgesetzbuch (HGB).

2.1 Konzernabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB)

Der Konzernabschluss ist der Jahres- oder Zwischenabschluss der wirtschaftlichen Einheit Konzern, bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (HGB), des Konzernanhangs (konsolidierter Abschluss) und der globalen Kapitalflussrechnung (Bestandteil des Anhangs).4 5

Ein Konzern ist der Zusammenschluss eines oder mehrerer Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit.6 Ein Konzern besteht darüber hinaus aus mindestens einer Mutter- und einer Tochtergesellschaft, die in beherrschender oder abhängiger Form unter der Führung eines einzelnen Unternehmens (des Mutterunternehmens) wirtschaftlich eigenständig fungieren.7

Die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses ist eindeutig im HGB abgegrenzt und geregelt. Auf dieser Basis ist nach § 290 Abs.1 HGB in Verbindung mit § 294 HGB ist die Aufstellung eines Konzernabschlusses gesetzlich vorgegeben, wenn eine Kapitalgesellschaft oder Personenhandelsgesellschaft, gemäß § 264a HGB8, direkt oder indirekt einen beherrschenden Einfluss auf ein weiteres Unternehmen ausüben kann.9

Die Befreiung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses ist in den § 291 HGB bis § 293 HGB, sowie § 296 HGB geregelt.

Korrespondierend mit den Aufstellungspflichten gemäß §§ 290 ff. HGB ergibt sich, dass die wirtschaftliche Einheit, d.h. der Zusammenschluss der wirtschaftlich eigenständigen Unternehmen, als ein einheitliches Unternehmen (Einheitsfiktion) angesehen wird.10

Dieses Konzept der Einheitsfiktion ist niedergeschrieben in § 297 Abs. 3 HGB und ergibt sich aus der Zusammenfassung der jeweiligen Konzernunternehmen. Ziel ist dabei die wirtschaftlichen Beziehungen zu konsolidieren und zu bereinigen.11 Im Zuge dieser Konsolidierung erfolgen Korrekturen hinsichtlich der Kapitalkonsolidierung, Schuldenkonsolidierung, der Zwischenergebniseliminierung, der Aufwands- und Ertragskonsolidierung, sowie der Anpassung aufgetretener latenter Steuern.12

2.2 Konsolidierung im Rahmen der Equity-Methode

Im Rahmen eines Konzerns bietet das HGB nun die Möglichkeit zur Darstellung von assoziierten Gemeinschaftsunternehmen nach der Methode der Quotenkonsolidierung oder der Equity-Methode. Im Rahmen dieser Arbeit beschränken wir uns auf die Analyse der Equity-Methode.13

In diesem Zuge ist die Equity-Methode eine Methodik zur bilanziellen Erfassung bestimmter Beteiligungen innerhalb des Konzernabschlusses einer Gesellschaft, die am stimmberechtigten Kapital einer anderen Konzerngesellschaft beteiligt ist.14

Somit müssen assoziierte Unternehmen § 311 HGB in den Konzernabschluss aufzunehmen und entsprechen zu bewerten.

Die Regelung zur Kapitalkonsolidierung nach der Equity Methode. wird darüber hinaus gemäß § 312 HGB niedergeschrieben und geregelt. Anzuwenden ist die Kapitalkonsolidierung im Rahmen der Equity-Methode für Gesellschaften, in denen eine bedeutende Minderheitsbeteiligung (20% bis 50% der Anteile) gehalten wird.

Ausgehend von den ursprünglichen Anschaffungskosten der Beteiligung wird der bewertete Beteiligungsbuchwert laufend an die Entwicklung des Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens, an dem die Beteiligung besteht, angepasst.15

Als Grundschema kann man daraus folgend das untenstehende Schema aufstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eigene Abbildung Berechnung Equity-Wert (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)

Daraus folgend erhöhen Jahresüberschüsse beziehungsweise vermindern Jahresverluste des assoziierten Unternehmens den Beteiligungsbuchwert entsprechend der Beteiligungsquote des Konzerns. Gewinnausschüttungen vermindern den Buchwert der Beteiligung ebenfalls.16

Die Konsolidierung ist gemäß § 312 HGB verpflichtend nach der Buchwertmethode vorzunehmen. Demnach sind neben dem auszuweisenden Ergebnis auch noch der Unterschiedsbetrag zwischen dem Anschaffungswert und dem anteiligen bilanziellen Eigenkapital des assoziierten Unternehmens sowie ein darin enthaltener Geschäfts- oder Firmenwert17 oder passiver Unterschiedsbetrag (stille Reserven) auszuweisen.18

3 Grundkonzept von latenten Steuern

Nachdem wir nun im vorhergehenden Abschnitt die Equity-Methode im Rahmen des Konzernabschlusses nach HGB analysiert haben, widmet sich der kommende Abschnitt mit den latenten Steuern. Hierbei werden die Ursachen, sowie Abgrenzungskonzepte dargestellt.

Grundsätzlich können latente Steuern sowohl in aktiver wie auch passiver Form auftreten.

Latente Steuern treten immer dann auf, wenn die steuerliche Bemessungsgrundlage der Vermögensgegenstände oder Schulden, von der handelsrechtlichen Bewertung derselben Vermögensgegenstände oder Schulden zu einem Differenzbetrag führt und diese Differenzen sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen werden.19

Aktive Latente Steuern entstehen im Rahmen des Einzel- beziehungsweise Konzernabschlusses, wenn das steuerliche Ergebnis höher ist als das handelsrechtliche Ergebnis. Passive latente Steuern entstehen im umgekehrten Falle, wenn das handelsrechtliche Ergebnis aus (Konzern-)Jahresüberschuss höher ist als das steuerliche Ergebnis. Der Unterschiedsbetrag wird als der effektive Steueraufwand bezeichnet.20

Durch die Auflösung der aktiven und passiven latenten Steuern in den darauffolgenden Rechnungsperioden, oder Geschäftsjahren wird der zu hohe oder zu geringe effektive steuerliche Aufwand korrigiert. Somit steht auch in den folgenden Perioden, der ausgewiesene fiktive Steueraufwand im Einklang mit dem jeweiligen (Konzern-)Ergebnis.21

Daraus schließen kann man sagen, dass latente Steuern in der Handelsbilanz entsprechend angesetzt werden, um diese steuerlichen Effekte miteinzubeziehen.

Entgegen der Tatsache und Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz, die maßgeblich für die Bildung der latenten Steuern ist, ist der Konzernabschluss steuerlich nicht relevant, da es keine sogenannte Konzernsteuerbilanz gibt.22 Es wird somit mit zweierlei Handelsbilanzen gearbeitet, zum einen der des Einzelunternehmens und zum anderen mit der des Konzernes selbst.

[...]


1 Vgl. §§ 296 HGB ff.

2 Vgl. (Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 Des Europäischen Parlaments und des Rates, 2002) Art.2 und Art. 4

3 https://dejure.org/BGBl/2009/BGBl._I_S.1102

4 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/konzernabschluss-41412

5 Vgl. § 297 Abs. 1 HGB

6 https://www.firma.de/firmengruendung/was-ist-ein-konzern-definition-und-beispiele/

7 Vgl. (Baetge, Hans-Jürgen, & Thiele, 2015) S.1

8 Vgl. (Dusemond, Küting, & Wirth, 2018) S.62

9 Vgl. (Dusemond, Küting, & Wirth, 2018) S.53

10 Vgl. (Dusemond, Küting, & Wirth, 2018) S.64

11 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/konzernabschluss-41412

12 Vgl. §§ 300 – 312 HGB

13 Vgl. § 301 HGB

14 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/equity-methode-33063

15 https://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Konsolidierung/Konzernrechnungslegung-Konsolidierung%20-%20eine%20Einleitung.html

16 https://www.accountingakademie.de/service/fachbegriffe/equity-methode.html

17 Vgl. § 309 HGB

18 https://www.boeckler.de/pdf/mbf_konzernabschluss_kapitel5.pdf

19 Vgl. (Dusemond, Küting, & Wirth, 2018) S.250

20 Vgl. (Baetge, Hans-Jürgen, & Thiele, 2015) S.475

21 Vgl. (Baetge, Hans-Jürgen, & Thiele, 2015) S.475 f.

22 Vgl. (Baetge, Hans-Jürgen, & Thiele, 2015) S.474

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Equity-Methode. Die Entstehung latenter Steuern im Konzernabschluss
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V933663
ISBN (eBook)
9783346262004
ISBN (Buch)
9783346262011
Sprache
Deutsch
Schlagworte
latent, latente Steuern, Equity Methode, Equity, Steuern, Jahresabschluss
Arbeit zitieren
Patrick Wolf (Autor:in), 2020, Die Equity-Methode. Die Entstehung latenter Steuern im Konzernabschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933663

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