In der folgenden Arbeit möchte ich mich mit der Fragestellung beschäftigen, inwiefern eine Sprachentwicklungsstörung durch die Förderung der phonologischen Bewusstheit verbessert werden kann und welche Rückschlüsse sich für Kinder im Grundschulalter in Bezug auf den Erwerb der Lese- und Rechtsschreibfähigkeiten ergeben. Ich möchte zunächst auf die möglichen Sprachentwicklungsstörungen eingehen und die Wichtigkeit der phonologischen Bewusstheit erläutern, um im Anschluss auf diagnostische Verfahren einzugehen. Daraufhin untersuche ich die Fördermöglichkeiten der phonologischen
Bewusstheit im Grundschulalter und die möglichen Auswirkungen hinsichtlich einer Sprachentwicklungsstörung mit Bezug auf den Erwerb von Schriftsprachkompetenzen. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst. Studien ergaben, dass es kaum einen Bereich gibt, der so stark von Störungen betroffen ist, wie die sprachliche Entwicklung im Kindesalter, dabei stellt diese einen der komplexesten und bedeutsamsten Aufgaben auch für die gesamte Entwicklung eines Kindes, über das Jugendalter, bis ins Erwachsenenalter dar. Unsere Sprache ist ein zentrales Instrument der Kommunikation und eine entscheidende Basis der emotionalen Entwicklung. Petermann schreibt, dass bereits Kinder im Säuglingsalter den
Sprachfluss der Umgebung in einzelne Wörter unterteilen und Lautstrukturen unterscheiden, sowie ihnen eine Bedeutung zuweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachentwicklungsstörungen und phonologische Bewusstheit
2.1 Sprachentwicklungsstörungen
2.2 Phonologische Bewusstheit
2.3 Die Rolle der phonologischen Bewusstheit für die Sprachentwicklung von Grundschulkindern
3. Die sonderpädagogische Diagnostik Schwerpunkt Sprache
3.1 Förderdiagnostik
3.2 Diagnostik einer Sprachentwicklungsstörung
3.3 Diagnostik der phonologischen Bewusstheit im Vorschul- und Grundschulalter
4. Sonderpädagogische Förderung
4.1 Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Vor- und Grundschulkindern
4.2 Die Bedeutung phonologischer Bewusstheit für den Förderschwerpunkt Sprache
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, inwiefern eine Sprachentwicklungsstörung durch die gezielte Förderung der phonologischen Bewusstheit positiv beeinflusst werden kann und welche Implikationen sich daraus für den Schriftspracherwerb im Grundschulalter ergeben.
- Grundlagen und Symptomatik von Sprachentwicklungsstörungen
- Definition und Bedeutung der phonologischen Bewusstheit
- Diagnostische Verfahren im sonderpädagogischen Kontext
- Förderansätze und präventive Maßnahmen für Grundschulkinder
- Zusammenhang zwischen phonologischer Bewusstheit und Schriftsprachkompetenz
Auszug aus dem Buch
2.2 Phonologische Bewusstheit
Im Folgenden wird die phonologische Bewusstheit im Rahmen der sprachlichen Entwicklung näher erläutert. Die phonologische Bewusstheit ist ein Teil der phonologischen Verarbeitung und wird auch als Einsicht in die Struktur der Sprache bezeichnet. Genauer gesagt, ist die phonologische Bewusstheit, die Fähigkeit mit Sprachlauteinheiten, wie Einzellauten oder Silben umzugehen und in der gesprochenen Sprache Lautstrukturen zu erkennen. Sie ist eine Komponente der metasprachlichen Bewusstheit. Diese Metasprache kann als die allgemeine Fähigkeit verstanden werden Sprache zu reflektieren und umfasst mehrere Komponenten, wie Wort-, Form-, und pragmatische Bewusstheit (vgl. Metz, D., Paulina, L., & Franz, F., 2016). Die phonologische Bewusstheit ist die kognitive Auseinandersetzung mit internen Strukturen von Sprache und grenzt sich somit klar von der auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung ab (vgl. Metz, D., Paulina, L., & Franz, F., 2016).
Die Ausbildung der phonologischen Bewusstheit erfolgt vom Großen (Silben- Reime) zum Kleinen (Phonemen). Kinder erkennen beispielsweise zu Beginn der Ausbildung der phonologischen Bewusstheit, dass ein zusammengesetztes Wort aus Einzelwörtern besteht (z.B. Bilderbuch – Bilder und Buch). Der nächste Entwicklungsschritt ist die Unterteilung eines Wortes in Silben, also wie im Beispiel Bilder, Bil – der. Im nächsten Schritt können sie bereits ein Gefühl für Reimwörter entwickeln und erkennen dann, dass z.B. Buch und Tuch einen unterschiedlichen Anlaut haben, der Silbenkern und der Auslaut, der sogenannte Reim, aber gleich sind (vgl. Ptok, Berendes, Gottal, Grabherr, Schneeberg, & Wittler., 2008). Diese letzte Fähigkeit ist auch an der Schnittstelle zwischen Sprache und Schriftsprachentwicklung und damit der Grundbaustein fürs spätere Lesen und Schreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der sprachlichen Entwicklung für den Lernfortschritt und führt in die Relevanz der phonologischen Bewusstheit als Grundlage für den Schriftspracherwerb ein.
2. Sprachentwicklungsstörungen und phonologische Bewusstheit: Dieses Kapitel definiert Sprachentwicklungsstörungen und erläutert die phonologische Bewusstheit sowie deren maßgebliche Rolle für den Schriftspracherwerb bei Kindern.
3. Die sonderpädagogische Diagnostik Schwerpunkt Sprache: Hier werden die diagnostischen Prozesse im Förderschwerpunkt Sprache sowie spezifische Verfahren zur Ermittlung phonologischer Fähigkeiten dargelegt.
4. Sonderpädagogische Förderung: Das Kapitel behandelt verschiedene Interventionsmöglichkeiten und deren Wirksamkeit bei der Förderung der phonologischen Bewusstheit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die teilweise unzureichende empirische Absicherung langfristiger Effekte sowie die Notwendigkeit einer klaren Abgrenzung von Störungsbildern.
Schlüsselwörter
Phonologische Bewusstheit, Sprachentwicklungsstörung, Schriftspracherwerb, Sonderpädagogik, Förderdiagnostik, Lese-Rechtschreibschwäche, Sprachförderung, Prävention, Metasprache, Laut-Buchstaben-Korrespondenz, Lernvoraussetzungen, Grundschule, Sprachverarbeitung, Bildungsbedarf, Diagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der phonologischen Bewusstheit als Schlüsselkompetenz für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen im Grundschulalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Bereiche Sprachentwicklungsstörungen, die diagnostische Erfassung sowie didaktische Förderansätze zur Stärkung der phonologischen Bewusstheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die gezielte Förderung phonologischer Kompetenzen den Schriftspracherwerb bei sprachauffälligen Kindern verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung aktueller theoretischer Ansätze sowie relevanter diagnostischer Leitfäden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert, gefolgt von einer Analyse diagnostischer Möglichkeiten und praktischer Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Sprachentwicklungsstörung, phonologische Bewusstheit, Lese-Rechtschreibschwäche, Förderdiagnostik und Schriftspracherwerb.
Warum ist die Unterscheidung zwischen phonologischer Bewusstheit im weiteren und engeren Sinne wichtig?
Sie ermöglicht eine gezielte diagnostische Einordnung, da im weiteren Sinne implizite Fähigkeiten (Silben/Reime) und im engeren Sinne explizite phonologische Analysen (Phonemebene) adressiert werden.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Förderung?
Die Autorin schlussfolgert, dass Förderung zwar eine positive Wirkung auf den Schriftspracherwerb haben kann, jedoch keine "Allheilmittel" darstellt und in ein umfassendes Therapiekonzept eingebettet werden muss.
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- Anonym (Author), 2020, Sprachentwicklungsstörungen im Grundschulalter. Inwiefern kann phonologische Bewusstheit sie verhindern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933740