Wie gelingt effektive Krisenkommunikation? Interne Unternehmenskommunikation in der Corona-Krise 2020


Hausarbeit, 2020

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Interne Unternehmenskommunikation
2.1. Definition Unternehmenskommunikation
2.2. Ziele von interner Kommunikation
2.3. Grundlagen der internen Kommunikation
2.4. Kommunikationsmix
2.5. Führungskräfte in der internen Unternehmenskommunikation

3. Krisenkommunikation
3.1. Krisen
3.2. Krisenmanagementkreislauf der internen Kommunikation
3.3. Die Corona Krise
3.4. Hauptsorgen von Mitarbeitern während Corona
3.5. Interne Krisenkommunikation während Corona

4. Fazit & Ausblick

5. Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundsäulen der Unternehmenskommunikation

Abbildung 3: Kommunikationsmix: Tiefe gegenüber Geschwindigkeit

Abbildung 2: Kommunikationsmix: Emotionalität gegenüber Dialog

Abbildung 4: Krisenmanagement Kreislauf

Abbildung 5: Hauptsorgen Corona

1. Einleitung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Charakter zeigt sich in der Krise“1 sagte einst Altkanzler Helmut Schmidt. Die Aussagekraft des Zitats zeigt sich auch in Bezug auf interne Unternehmenskommunikation. Unternehmen haben eine große Verantwortung für ihre Mitarbeiter und müssen gleichzeitig unternehmerisch handeln. In Krisen können Unternehmen Charakter beweisen, indem sie über eine gute interne Kommunikation einer Verschärfung entgegenwirken.

Die Corona Pandemie löste im Jahr 2020 eine weltweite, branchenübergreifende, wirtschaftliche- und gesellschaftliche Krise aus, deren effektiven Ausmaße sich bislang nur schätzen lassen. Sie brachte neue Herausforderungen für Unternehmen, Arbeitnehmer und somit auch für interne Unternehmenskommunikation, die sich der zunehmenden Unsicherheit der Arbeitnehmer entgegengesetzt sieht.

Interne Unternehmenskommunikation darf dabei aber keineswegs als reine Sozialleistung gegenüber den Mitarbeitern verstanden werden. Vielmehr trägt sie einen Beitrag zur unternehmerischen Wertschöpfung. Dennoch wird das Thema interne Unternehmenskommunikation in vielen Unternehmen noch recht stiefmütterlich behandelt.2

Ziel dieser Arbeit ist die Verknüpfung der Erkenntnisse der internen Unternehmenskommunikation mit dem Ausbruch der Corona Pandemie 2020. Dabei soll der Fokus auf die Kommunikation von Maßnahmen und Entscheidungen zwischen Unternehmensführung und Belegschaft gelegt werden. Auch sollen konkrete Ideen für dialogorientierte Maßnahmen im Umgang mit Corona vorgestellt werden.

Diese Arbeit vermittelt dazu die Grundlagen interner Unternehmenskommunikation. Es soll gezeigt werden, welche Instrumente es für interne Kommunikation bedarf und welche Rolle Führungskräfte dabei spielen. Weiterführend werden mögliche Ursachen und Muster von Krisen vorgestellt. Durch die Betrachtung des Krisenmanagementkreislaufs aus dem Blickwinkel der internen Kommunikation sollen Fragen wie etwa: Wie bereitet sich ein Unternehmen auf eine gute Krisenkommunikation vor? Was ist bei der Krisenbewältigung zu beachten? Und was ist eigentlich nach der Krise? beantwortet werden.

2. Interne Unternehmenskommunikation

2.1. Definition Unternehmenskommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Unternehmenskommunikation bezeichnet die Gesamtheit sämtlicher Kommunikationsinstrumente und –maßnahmen eines Unternehmens, die eingesetzt werden, um das Unternehmen und seine Leistungen den relevanten internen und externen Zielgruppen darzustellen“3. Sie lässt sich dabei in die interne und die externe Unternehmenskommunikation teilen. Die interne Unternehmenskommunikation, oder auch „interne Kommunikation“ genannt, befasst sich mit der Dialogführung zwischen Unternehmensführung und den Mitarbeitern sowie der Informationsvermittlung sowohl auf vertikaler, als auch auf horizontaler Ebene4. Die externe Unternehmenskommunikation grenzt sich von der internen durch die Zielgruppe ab. Sie beschäftigt sich mit der Kommunikation zwischen Unternehmen und Umwelt oder Öffentlichkeit und ist daher auch oft unter dem Namen „Public Relations“ bekannt.

2.2. Ziele von interner Kommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Geschäftsführung vieler Unternehmen sehen in der internen Kommunikation oftmals den Kostenfaktor. Doch das ist zu kurz gedacht. Interne Unternehmenskommunikation hat den Auftrag Unternehmensziele zu unterstützen und Unternehmensstrategien kommunikativ umzusetzen. Sie ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Zielerreichung.5

Ebenso ist eine gute Vertikal- und Horizontalkommunikation ein maßgeblicher Faktor für die Mitarbeiterzufriedenheit.6 Mitarbeiter ohne die, die Unternehmungen nicht funktionieren. Im Umkehrschluss bedeutet das für Unternehmen mit einer schlechten internen Kommunikation eine höhere Mitarbeiterfluktuation und Unzufriedenheit.

Neben dem Ziel der Mitarbeiterzufriedenheit geht es darum, zukünftige Entwicklungen der Firma zu kommunizieren. Dazu soll ein effizienter Informationsfluss innerhalb des Unternehmens sichergestellt werden. Zudem ermöglicht die interne Kommunikation der Geschäftsführung, sich jeder Zeit ein Stimmungsbild der Belegschaft zu verschaffen.

Auf kommunikationswissenschaftlicher Ebene lassen sich nach Kroeber-Riel die folgenden drei Kommunikationsziele ausmachen:7

1. Kognitive Ziele sollen auf gedanklicher Ebene den Informationsstand der Zielgruppen verändern. Hiermit ist der einfache Austausch von Informationen gemeint, wie er etwa durch eine Rundmail zum aktuellen Projektstand stattfindet.
2. Affektive Ziele nehmen Einfluss auf die Gefühlsebene der Zielgruppe. Es sollen konkrete Emotionen bei den Kommunikationspartnern ausgelöst werden, beispielsweise wenn der Vertriebsleiter sein Team auf die neuen Umsatzziele einschwört und dabei die Mitarbeiter sprichwörtlich in den Kampf führt.
3. Konative Ziele richten sich auf eine aktive Verhaltensänderung der Kommunikationspartner. Oftmals verbergen sich diese Ziele hinter den kommunikativen Maßnahmen.

2.3. Grundlagen der internen Kommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die vier Grundsäulen der Unternehmenskommunikation bilden das Fundament einer erfolgreichen internen Kommunikation.8

Abbildung 1: Grundsäulen der Unternehmenskommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Offenheit heißt: Handlungsgrundlagen von Entscheidungen erläutern und frühzeitig an die Betroffenen zu kommunizieren. Sie geht eng einher mit den anderen Säulen und ist deren unbedingte Voraussetzung. Laufende Entwicklungen und Risiken müssen für alle Mitarbeiter transparent einsehbar sein, um eine nachhaltige Vertrauensbasis zu schaffen.

Zudem muss Kommunikation leicht verständlich formuliert sein. Umschweifende oder verschachtelte Ausführungen können bei den Kommunikationspartnern zu Unverständnis und sogar Ablehnung führen.

Alle kommunikativen Anstrengungen nützen jedoch nichts, wenn sie unglaubwürdig sind. Dies kann beispielsweise aufgrund von Altlasten der Fall sein. Wurden in der Vergangenheit Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden, ist die Vertrauensbasis und damit die Glaubwürdigkeit nachhaltig gestört. Aber auch die Wahl falscher Kommunikatoren machen Nachrichten unglaubwürdig. Die Verkündung eines Standortumzugs in der Teeküche ist ebenso wenig sinnvoll wie glaubwürdig.

Als vierte Säule ist die Dialogorientierung essentiell für den Austausch von Informationen. Ihr wird in vielen Fällen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, oder sie wird auch ganz vergessen. Kommunikation ist jedoch keine Einbahnstraße. Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse und Meinungen der Mitarbeiter einzugehen. Dadurch wird unterbunden, dass sich eine unkontrollierte Eigendynamik entwickelt, die letztlich gegen das Unternehmen arbeitet. Dem Mitarbeiter wird Gehör geschenkt und steigert damit die Wertschätzung. Zudem kann auf diese Weise ein realistisches Stimmungsbild in den eigenen Reihen ermittelt werden, welches hilft Entscheidungen zielgerichtet treffen zu können.

Im Krisenfall Kommt der Grundsatz Reaktionsgeschwindigkeit hinzu. Besonders in Ausnahmesituationen zählt jede Minute.9 Umso wichtiger ist eine schnelle Kommunikation. Dabei dürfen die anderen Grundsätze allerdings nicht über Bord geworfen werden. Es reicht zunächst aus, eine kurze Stellungnahme in der knapp über die aktuelle Lage berichtet wird mit dem Verweis über Details nach Sicherung neuer Erkenntnisse zu informieren. Dies muss im Anschluss natürlich umgesetzt werden. Andernfalls würde hier gegen den Grundsatz der Glaubwürdigkeit verstoßen.

2.4. Kommunikationsmix

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jedes Unternehmen (sofern es sich nicht in der Gründung befindet) hat bereits etablierte Kommunikationskanäle. Bei einer guten internen Kommunikation kommt es nicht zwingend darauf an, möglichst viele neue Kanäle zu erschaffen, sondern vielmehr vorhandene Kanäle sinnvoll zu nutzen.10 Jedes Medium bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Es lässt sich im Allgemeinen zwischen den folgenden drei Kommunikationsformen unterscheiden:11

- Direkte Kommunikation (Face-to-Face)
- Print Kommunikation
- Elektronische Kommunikation

Abbildung 2: Kommunikationsmix: Tiefe gegenüber Geschwindigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese unterscheiden sich in den vier wesentlichen Faktoren Umfang/Tiefe, Geschwindigkeit, Emotionalität und Dialog.

Quelle: In Anlehnung an Schick , Siegfried, interne Unternehmenskommunikation, 5. Aufl., Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2014, S. 109

Der Abbildung lässt sich entnehmen, dass beispielsweise E-Mails eine sehr hohe Geschwindigkeit aufweisen, jedoch nur eine mittlere Informationstiefe vermitteln können. Ein Handbuch hingegen kann eine sehr hohe Informationstiefe vermitteln. Die Erstellung und Verbreitung des Handbuchs dauert dafür umso länger.

Quelle: In Anlehnung an Schick , Siegfried, interne Unternehmenskommunikation, 5. Aufl., Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2014, S. 110

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kommunikationsmix: Emotionalität gegenüber Dialog

DieGrafik zeigt, dass ein Kommunikationskanal wie das schwarze Brett sowohl eine niedrige Emotionalität als auch niedrige Dialogorientierung hat. Ein persönliches Kamingespräch hingegen vermag es, beide Faktoren in hohem Ausmaß zu erfüllen.

Direkte Kommunikation bietet die Möglichkeit für sofortiges Feedback, kann individuell angepasst werden und Emotionen transportieren, ist auf der anderen Seite allerdings sehr aufwändig, wird nicht dokumentiert und ist zudem sehr stark von den Qualitäten des Kommunikators abhängig.

Printmedien bieten dagegen die Vorteile der Dokumentation, verhältnismäßig geringem Aufwand pro Empfänger und der Einheitlichkeit. Die Nachteile sind, unter anderem, keine individuelle Differenzierung, eingeschränkte Dialogmöglichkeiten und erhöhte Produktionskosten.

Elektronische Kommunikation ist im heutigen Zeitalter das wohl weit verbreitetste Medium, da es die Möglichkeit bietet große Zielgruppen auch über Distanz schnell zu erreichen. Es bietet außerdem die Möglichkeit für einen Dialog und dokumentiert gleichzeitig die Kommunikation. Kritik entsteht oftmals gerade wegen dieser intensiven Nutzung des Mediums, wodurch wichtige Informationen in der „Mail-Flut“ schnell untergehen können. Außerdem werden umfangreiche Texte am Bildschirm nicht gerne gelesen. Zu beachten ist auch die Erreichbarkeit der Mitarbeiter, denn nicht jeder Mitarbeiter verfügt über die notwendigen technischen Voraussetzungen.

Der richtige Kommunikationsmix ist ein Erfolgskriterium, um die gesetzten Kommunikationsziele und Zielgruppen zu erreichen.12 Wie zuvor herausgestellt, unterscheiden sich die Kommunikationsmedien in vielerlei Hinsicht. Sollen beispielsweise alle Mitarbeiter der Unternehmung angesprochen werden, so reicht eine Rundmail alleine nicht aus. Mitarbeiter, die nicht oder nur wenig am PC arbeiten, würden hier benachteiligt. Es müssen also weitere Kanäle genutzt werden, die ergänzend zu der Rundmail einen Beitrag leisten. Nach Möglichkeit sollten alle drei zuvor genannten Kommunikationsformen genutzt werden. Wie die Umsetzung im Detail aussieht, muss zuvor individuell mit den Zielen abgestimmt werden und bei der Ausarbeitung des Kommunikationskonzepts berücksichtigt werden.

2.5. Führungskräfte in der internen Unternehmenskommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine besondere Rolle bei der internen Kommunikation nehmen Führungskräfte ein. Sie sind Vermittler der Strategien und Vision zwischen Geschäftsführung und Belegschaft. Sie nehmen dabei eine Multiplikatorenrolle ein13, da sie der wichtigste Kommunikationspartner für die meisten Mitarbeiter sind. Umso entscheidender ist, dass die Führungskräfte ihre Kommunikationsaufgaben richtig wahrnehmen.14 Voraussetzung hierfür ist die Versorgung mit notwendigen Informationen durch die Geschäftsleitung und die richtige Motivation. Denn schnell wird vergessen, dass Führungskräfte in Krisensituationen die Ängste und Sorgen wie viele ihrer Mitarbeiter teilen. Wie sollen sie also überzeugend und selbstsicher die Strategien der Geschäftsführung an Mitarbeiter vermitteln, wenn sie selbst verunsichert sind oder wichtige Informationen vorenthalten werden?

Der direkte Meinungsaustausch von Geschäftsleitung und Führungskräften ist daher unersetzlich. Dieser sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen und „muss auch den zeitlichen und atmosphärischen Rahmen … schaffen“.15 Bei der Wahl des Kommunikationskanals ist daher auf eine hohe Emotions- und Dialogorientierung zu achten. Die Entscheidung wird letztlich von der Geschäftsführung beschlossen. Die Führungskräfte sollten dabei jedoch die Möglichkeit haben, eigenen Input zu geben, welchem im Prozess der Entscheidungsfindung Beachtung geschenkt wird.

Am Ende muss ein klarer Kommunikationsauftrag der Führungskräfte stehen.16 Dies sichert den Informationstransfer zu den Mitarbeitern und stellt deutlich heraus, was in welcher Form an die Mitarbeiter kommuniziert werden soll und was nicht.

3. Krisenkommunikation

3.1. Krisen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Begriff Krise stammt aus dem Griechischen „Krisis“ und bedeutet wörtlich Entscheidung, Ausschlag oder Trennung.17 „Eine Krise bezeichnet im Allgemeinen einen Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung“18. Die Ausprägungen von Krisen können dabei ganz verschieden sein.

Das Bundesministerium für Krisenschutz unterscheidet dabei in drei mögliche Ursachen einer Krise. Dabei können diese sowohl einen endogenen (von innen ausgehend) als auch exogenen (von außen ausgehend) Ursprung haben.19

1. Naturereignisse: Extremwetterlagen (u. a. Stürme, Starkniederschläge, Hochwasser, Hitzewellen), Waldbrände, Erdbeben, Epidemien.
2. Technisches/menschliches Versagen: Systemversagen (u. a. Unter- und Überkomplexität in der Planung), Fahrlässigkeit, Unfälle, Havarien.
3. Terrorismus, Kriminalität, Krieg (Auswahl): Anschläge, Attentate, Sabotage, Bürgerkriege, Kriege.

Jede Krise verläuft individualspezifisch. Doch aus sozialpsychologischer Sicht folgt der Krisenverlauf zumeist einem Muster. Johann Cullberg und Verena Kast kategorisieren den Verlauf einer Krise in vier Phasen: Schock, Reaktion, Bearbeitung und Neuorientierung.20 Die Grenzen sind dabei fließend, und es kann zu Überscheidungen einzelner Phasen im Verlauf der Krise kommen. Auch kann es vorkommen, dass sich einzelne Phasen wiederholen.

- Phase 1 - Schock: Mit dem Eintreten der Krise bricht Chaos aus. Unruhen werden breit und keiner weiß was los ist. Ein Lähmungsgefühl zieht durch die Betroffenen. Teilweise wird die Realität sogar verleugnet. Die Dauer dieser Phase ist dabei stark vom Individuum abhängig.
- Phase 2 – Reaktion: Nachdem sich die Menschen der Umstände bewusst geworden sind, machen sich Emotionen breit. Angst und Hilflosigkeit sind dabei typische Reaktionen. Diese Reaktionen können zu irrationalen Handlungen und Entscheidungen führen, wodurch sich die Situation weiter zuspitzen kann.
- Phase 3 – Bearbeitung: In der Bearbeitungsphase wird nach einem Ausweg aus der Krise gesucht. Der erste Schritt dabei ist die Akzeptanz. Erst dann können Lösungskonzepte erarbeitet und Perspektiven eröffnet werden. Der Fokus sollte dabei losgelöst von den negativen Ereignissen auf den eröffneten Chancen liegen.
- Phase 4 – Neuorientierung: Zuletzt kommt der Schritt der Neuausrichtung. Wie eingangs erwähnt, ist der Übergang zur Bearbeitungsphase fließend. Hier geht es primär darum, neue Wege einzuschlagen und die eröffneten Chancen zu nutzen. Dabei sollten die Erfahrungen aus der Krise mit einfließen.

3.2. Krisenmanagementkreislauf der internen Kommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das zuvor beschriebene Modell von Johann Cullberg zeigt, dass sich unter den Mitarbeitern eine wahre Gefühlslawine von Sorgen und Ängsten als Reaktion auf Krisensituationen breitmacht. Interne Krisenkommunikation sollte sich diesen Gefühlen der Mitarbeiter annehmen und beschwichtigend agieren.

Um diesen Anspruch zu erfüllen, können sich Unternehmen an dem Krisenmanagementkreislauf (siehe Abb. 4) orientieren.21 Auf makroskopischer Ebene lässt sich der Krisenmanagementkreislauf gut auf die interne Krisenkommunikation adaptieren.

Abbildung 4: Krisenmanagement Kreislauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Bundesministerium des Inneren, Leitfaden Krisenkommunikation, 2014, S. 7

Im Normalzustand geht es um Vorsorge und Vorbereitung. Dazu gehört es, Krisensituationen zu antizipieren und geeignete Strukturen für den Ernstfall zu schaffen. Hier hilft eine Schwachstellenanalyse mit Risikobewertung basierend auf Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensvolumen.22 Ein gut vorbereitetes Unternehmen hat dazu ein Krisenhandbuch griffbereit. In diesem werden leicht verständlich in einem angemessenen Umfang wichtige Zuständigkeiten samt Notfallnummern festgehalten, wichtige Abläufe und Checklisten aufgeführt und allgemeine Verhaltensweisen zusammengefasst.23

[...]


1 https://www.helmut-schmidt.de/aktuelles/nachrichten/detail/artikel/charakter-zeigt-sich-in-der-krise/, Zugriff 17.07.2020.

2 Vgl. Schick , S., interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 1.

3 Bruhn, M., Kommunikationspolitik: systematischer Einsatz der Kommunikation für Unternehmen; 2003, S.2.

4 Vgl. Bruhn, M., Interne Kommunikation; in: Meyer, A.; Handbuch Dienstleistungs-Marketing, S. 1045-1062.

5 Vgl. Mast, C., Unternehmenskommunikation ein Leitfaden, 2002, S. 244.

6 Vgl. Kleinherz, S., Dialogisches Management zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit, 2015, S.2.

7 Vgl. Kroeber-Riel, P., Weinberg, W.; Konsumentenverhalten; 2003. S. 170 f.

8 Vgl. Schick , S., interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 12f.

9 Vgl. Höbel, P., Hofmann, T., Krisenkommunikation, 2014, S. 44f.

10 Vgl. Schick , S., interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 13ff.

11 Vgl. Schick , S., interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 13ff.

12 Vgl. Allgäuer, J. E., Larisch, M., Die Finanz-PR im Kommunikationsmix, 2011, S. 39f.

13 Vgl. Schick , S., Interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 136.

14 Vgl. Schick , S., Interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 136.

15 Schick , S., Interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 138.

16 Vgl. Schick , S., Interne Unternehmenskommunikation, 2014, S. 139.

17 Vgl. Dreyer, A.; Dreyer, D.; Obieglo, D., Krisenmanagement im Tourismus: Grundlagen, Vorbeugung und kommunikative Bewältigung, 2001.

18 Schmidt, M. G., Wörterbuch zur Politik, 2010, S. 443 f.

19 Vgl. Bundesministerium des Inneren, Leitfaden Krisenkommunikation, 2014, S. 4.

20 Cullberg, J., Krisen und Krisentherapie. Psychiatrische Praxis, 1978; Kast, V., Lebenskrisen werden Lebenschancen. Wendepunkte des Lebens aktiv gestalten, 2014.

21 Vgl. Bundesministerium des Inneren, Leitfaden Krisenkommunikation, 2014S. 6ff

22 Vgl. Höbel, P., Hofmann, T., Krisenkommunikation, 2014, S. 81ff.

23 Vgl. Höbel, P., Hofmann, T., Krisenkommunikation, 2014, S. 97f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Wie gelingt effektive Krisenkommunikation? Interne Unternehmenskommunikation in der Corona-Krise 2020
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V934542
ISBN (eBook)
9783346255525
ISBN (Buch)
9783346255532
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit gibt eine Einführung in das Thema der internen Unternehmenskommunikation und verknüpft diese mit Methoden aus dem Krisenmanagement. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden schließlich auf den Ausbruch der Corona Pandemie übertragen. Fragen wie etwa: Wie bereitet sich ein Unternehmen auf eine gute Krisenkommunikation vor? Was ist bei der Krisenbewältigung zu beachten? Und was ist eigentlich nach der Krise? soll in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden.
Schlagworte
Corona, Krise, Kommunikation, Krisenkommunikation, Unternehmenskommunikation, interne
Arbeit zitieren
Finn Topole (Autor), 2020, Wie gelingt effektive Krisenkommunikation? Interne Unternehmenskommunikation in der Corona-Krise 2020, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/934542

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