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Der Gegendarstellungsanspruch im Medienrecht

Title: Der Gegendarstellungsanspruch im Medienrecht

Seminar Paper , 2008 , 37 Pages , Grade: 10 Punkte

Autor:in: Jasmin Pesla (Author)

Law - Media, Multimedia Law, Copyright
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Das Recht zur Gegendarstellung soll dem von der ursprünglichen Darstellung Betroffenen garantieren, dass er seine Sicht der Dinge darstellen kann. Er soll nicht bloß zum Objekt öffentlicher Erörterungen herabgewürdigt werden. Es folgt dem Grundsatz audiatur et altara pars und ist in seiner konkreten Ausgestaltung auf Waffengleichheit angelegt. So wie die Medien ein Massenpublikum erreichen, soll es auch der Betroffene tun können. Dabei trifft einen Teil der Medien den Vorwurf, immer rücksichtsloser mit Persönlichkeitsrechten umzugehen. Diese Entwicklung ist für einige Medien unbestreitbar. Gleichwohl wäre es zu einfach, den von Gegendarstellungen tangierten Medienunternehmen gleichsam immer ihre Seriosität abzusprechen. Denn Medien haben auch den Auftrag, kritisch Informationen zu vermitteln und insbesondere Machenschaften aufzudecken. Dabei begibt sich die Presse zwangsläufig in ein Spannungsfeld von sachlichem Informationsbedürfnis der Allgemeinheit und Persönlichkeitsrechten der Betroffenen. Da diese jedoch grundsätzlich selbst entscheiden dürfen, wie sie sich der Öffentlichkeit präsentieren, muss eine Gegendarstellung bei Beachtung aller Voraussetzungen aufgenommen werden. Das heißt jedoch nicht, dass die behauptete Tatsache unwahr sein muß, denn auf einen Beweis der Wahrheit verzichtet das Gegendarstellungsrecht ganz bewusst.
Gegendarstellungen können daher auch ein Zeichen für besonders kritische Medien sein. Wegen des befürchteten Imageschadens möchten Medien jedoch nicht unbedingt solche Darstellungen aufnehmen.

Unter welchen Voraussetzungen sie dies müssen, soll in dieser Arbeit behandelt werden.
Dabei wurde das Augenmerk bewusst auf die übereinstimmenden Leitlinien nach den Landespressegesetzen und im Bereich des Rundfunks gelegt. Auf landesrechtliche Spezifika wird hingewiesen. Auch wird der Gegendarstellungsanspruch im Bereich des Internet gesondert dargestellt.
Abschließend wird die prozessuale Durchsetzung behandelt und auf Probleme des Gegendarstellungsrechts sowie Reformoptionen aufmerksam gemacht.


Aus dem Inhalt:
Rechtsgrundlagen,
Persönliche Voraussetzungen,
Sachliche Voraussetzungen,
Gegendarstellungsfähige Medien,
Form und Inhalt der Gegendarstellung,
Umfang der Gegendarstellung,
Vorgaben an die Medien für die Veröffentlichung,
Gegendarstellung im Internet,
Die gerichtliche Durchsetzung des Anspruchs,
Abgrenzung zu angrenzenden Ansprüchen.





















Excerpt


Inhaltsverzeichnis des Gegendarstellungsanspruchs

A. Einleitung

B. Historisches Streiflicht

C. Verfassungsrechtliche Wurzeln des Gegendarstellungsanspruchs

I. Recht auf Gegendarstellung als Ausfluss des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Art. 5 I GG

II. Recht auf Gegendarstellung als Ausfluss des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts

III. Vermittelnder Ansatz des BGH

IV. Stellungnahme

D. Rechtsgrundlagen des Gegendarstellungsanspruchs

I. Normen

II. Anwendbares Recht

E. Persönliche Voraussetzungen des Gegendarstellungsanspruchs

I. Im Bereich der Presse

1. Berechtigte des Anspruchs

2. Verpflichtete des Anspruchs

II. Im Bereich des Rundfunks

1. Berechtigte des Anspruchs

2. Verpflichtete des Anspruchs

F. Sachliche Voraussetzungen der Gegendarstellung

I. Gegendarstellungsfähige Medien

II. Beschränkung auf Tatsachenbehauptungen

Fallbeispiel I: Einseitige Berichterstattung durch die Tagesschau? „Zweierlei-Maß“

III. Gründe für den Ausschluss einer Gegendarstellung

1. Fehlendes berechtigtes Interesse

2. Wahrheitsgetreue Gerichts- oder Parlamentsberichterstattung

3. Gewerbliche Anzeigen in Printmedien

a) Nur teilweise explizit gesetzlicher Ausschluss

b) Gibt es ein allgemeines Rechtsprinzip, nach dem Gegendarstellungen auf gewerbliche Anzeigen immer ausgeschlossen sind?

c) Die Ausnahmeregelung im Rundfunk

4. Strafbarer Inhalt

5. Ist eine Gegendarstellung auf eine Gegendarstellung möglich?

G. Form und Inhalt der Gegendarstellung

I. Schriftform, Unterzeichnung, Koppelung an ein Veröffentlichungsverlangen und Unverzüglichkeit der Zuleitung

II. Eingeschränkter Schlagabtausch: Tatsachenerwiderung auf Tatsachenbehauptung

III. Umfang der Gegendarstellung

H. Vorgaben an die Medien für die Veröffentlichung

I. Veröffentlichung in der nächstfolgenden Ausgabe bzw. Sendung

II. Äußeres Erscheinungsbild der Gegendarstellung

III. Überschrift der Gegendarstellung

IV. Über die Reichweite einer gleichwertigen Platzierung: Gegendarstellungen auf Titelseiten von Zeitungen und Zeitschriften

Beispiel II: Bilder eines Gehirns: Gysis Gegendarstellung in der BILD-ZEITUNG

1. Problemaufriss und Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts

Fallbeispiel III: Frau Simonis geht nicht in den RTL- Dschungel

2. Kritische Würdigung der Rechtsprechung

3. Müssen für Magazine mit nur einem Titelbild andere Maßstäbe gelten?

I. Gegendarstellung im Internet

I. Übereinstimmungen mit den Landespressegesetzen

II. Besonderheiten

J. Die gerichtliche Durchsetzung des Anspruchs

K. Abgrenzung zu angrenzenden Ansprüchen

I. Der Unterlassungsanspruch

II. Die Berichtigung, insbesondere der Widerruf

III. Der Schadensersatz

L. Reformoptionen des Gegendarstellungsrechts

I. Reformvorschläge auf dem 58. Deutschen Juristentag

II. Kritische Bewertung

1. Vereinheitlichung der Rechtsnormen

2. Ausweitung auf Meinungsäußerungen

3. Änderung der Gegendarstellung im Verfahren

4. Verbot des sog. Redaktionsschwanzes

M. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Gegendarstellungsanspruch im Medienrecht als Instrument zur Wahrung der Waffengleichheit zwischen Betroffenen und Medienunternehmen. Ziel ist es, die materiellen und formellen Voraussetzungen dieses Anspruchs unter Berücksichtigung landesrechtlicher Unterschiede, der Rolle des Rundfunks und des Internets sowie der prozessualen Durchsetzung darzulegen und kritisch zu bewerten.

  • Konstitutive Voraussetzungen und Rechtsgrundlagen des Gegendarstellungsanspruchs.
  • Differenzierung zwischen Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen in der Medienberichterstattung.
  • Besonderheiten bei der Durchsetzung gegenüber Rundfunkanstalten, Internetangeboten und auf Titelseiten von Publikationen.
  • Prozessuale Aspekte und Abgrenzung zu Unterlassungs- sowie Berichtigungsansprüchen.
  • Kritische Analyse von Reformoptionen und die Bedeutung des Schutzes des Persönlichkeitsrechts.

Auszug aus dem Buch

Fallbeispiel I: Einseitige Berichterstattung durch die Tagesschau? „Zweierlei-Maß“

Die BILD-ZEITUNG hatte unter der Überschrift „Tagesschau mit zweierlei Maß“ ausgeführt, dass die Nachrichtensendung um 20.00 Uhr einen Bericht über demonstrierende Atomkraftgegner in Nürnberg mit Bildbericht gezeigt hatte. Am selben Tag fand jedoch auch eine Demonstration für Atomenergie in Obrigheim statt. Die Zeitung kritisierte nun in ihrem Artikel, dass von dieser Demonstration kein einziges Bild, sondern nur ein Textbeitrag gezeigt wurde. Der NDR verwarte sich gegen den damit hervorgerufenen Eindruck einseitiger Berichterstattung und machte darauf aufmerksam, dass die TAGESSCHAU um 21.50 Uhr auch Bilder über die Demonstration für Atomenergie gezeigt hatte.

Die Tatsachenbehauptung, die TAGESSCHAU hätte um 20.00 Uhr nur Bilder über die Anti-Atomkraft-Demonstration gezeigt, konnte nicht angegriffen werden, weil sie wahr war. In den folgenden Ausführungen der Zeitung liegt jedoch nicht nur eine Meinungsäußerung, denn es wird gezielt ein ganz bestimmter Eindruck erweckt, nämlich der, dass die TAGESSCHAU einseitig Bericht erstattet hätte. Darum wurde die Zeitung zur Aufnahme einer Gegendarstellung verurteilt. In ihr durfte klargestellt werden, dass die Nachrichtensendung um 21.50 auch mit Wort und Bild von der Demonstration der Atomkraftbefürworter berichtet hatte.

Die Deutung von Äußerung „zwischen den Zeilen“ erfolgt hierbei aus der Sicht eines unvoreingenommenen und verständigen Publikums bei Würdigung ihres Kontextes und der erkennbaren Begleitumstände. Fernliegende Deutungen sind jedoch auszuscheiden, sowie nicht tragfähige Annahmen einer verdeckten Äußerung.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Zweck des Gegendarstellungsrechts zur Sicherung der Waffengleichheit im Medienrecht und gibt einen Überblick über den Gang der Untersuchung.

B. Historisches Streiflicht: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Gegendarstellungsrechts seit der Französischen Revolution nach.

C. Verfassungsrechtliche Wurzeln des Gegendarstellungsanspruchs: Das Kapitel erörtert die verfassungsrechtliche Verankerung des Anspruchs, insbesondere das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Allgemeinem Persönlichkeitsrecht.

D. Rechtsgrundlagen des Gegendarstellungsanspruchs: Hier werden die verschiedenen gesetzlichen Quellen für den Gegendarstellungsanspruch in Presse, Rundfunk und Telemedien aufgeführt.

E. Persönliche Voraussetzungen des Gegendarstellungsanspruchs: Dieses Kapitel definiert, wer Anspruchsinhaber ist und wer als Anspruchsgegner im Presse- und Rundfunkbereich in Betracht kommt.

F. Sachliche Voraussetzungen der Gegendarstellung: Der Abschnitt behandelt die Kriterien für gegendarstellungsfähige Medien sowie die notwendige Beschränkung auf Tatsachenbehauptungen.

G. Form und Inhalt der Gegendarstellung: Hier werden die strengen formellen Anforderungen an eine Gegendarstellung wie Schriftform und Unverzüglichkeit analysiert.

H. Vorgaben an die Medien für die Veröffentlichung: Dieses Kapitel widmet sich den Pflichten der Medien hinsichtlich Platzierung, Erscheinungsbild und Überschrift, inklusive der Problematik von Titelseiten-Gegendarstellungen.

I. Gegendarstellung im Internet: Hier wird der Anspruch auf Gegendarstellung bei journalistisch-redaktionell gestalteten Internetangeboten erläutert.

J. Die gerichtliche Durchsetzung des Anspruchs: Dieses Kapitel beschreibt den prozessualen Weg zur gerichtlichen Durchsetzung bei Weigerung des Medienunternehmens.

K. Abgrenzung zu angrenzenden Ansprüchen: Hier werden die Unterschiede zum Unterlassungs-, Berichtigungs- und Schadensersatzanspruch verdeutlicht.

L. Reformoptionen des Gegendarstellungsrechts: Das Kapitel diskutiert Vorschläge zur Vereinheitlichung und Anpassung des Rechts, insbesondere im Hinblick auf Meinungsäußerungen und das Verfahren.

M. Fazit: Das Fazit fasst den Wert des Gegendarstellungsanspruchs als Instrument zur Relativierung strittiger Sachverhalte zusammen.

Schlüsselwörter

Gegendarstellung, Medienrecht, Persönlichkeitsrecht, Tatsachenbehauptung, Waffengleichheit, Pressefreiheit, Rundfunkrecht, Telemedien, Titelseite, Unterlassungsanspruch, Widerruf, Schadensersatz, Meinungsäußerung, Redaktionsschwanz, Medienberichterstattung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Gegendarstellungsanspruch im deutschen Medienrecht, einem Instrument, das Betroffenen ermöglicht, ihre Sichtweise auf eine ursprüngliche Berichterstattung darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die materiellen und formellen Voraussetzungen, die prozessuale Durchsetzung sowie die Abgrenzung zu anderen medienrechtlichen Ansprüchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Recht auf Gegendarstellung in der Praxis angewendet wird, welche rechtlichen Leitlinien bestehen und wie diese bei verschiedenen Medientypen (Presse, Rundfunk, Internet) ausgestaltet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verwendet eine rechtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Gesetzen, einschlägiger Rechtsprechung (insbesondere des Bundesverfassungsgerichts) und juristischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die persönlichen und sachlichen Voraussetzungen des Anspruchs, die Anforderungen an Form und Inhalt sowie die Besonderheiten der Durchsetzung bei verschiedenen Medien und im gerichtlichen Verfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Gegendarstellung, Persönlichkeitsrecht, Tatsachenbehauptung, Waffengleichheit und Medienrecht.

Welche Rolle spielen Gegendarstellungen auf Titelseiten?

Titel-Gegendarstellungen sind hochsensibel, da sie die Identifikationsfunktion und das wirtschaftliche Interesse des Mediums tangieren. Die Rechtsprechung sucht hier einen Ausgleich zwischen dem Schutz des Betroffenen und der Pressefreiheit.

Warum wird eine Erweiterung des Gegendarstellungsanspruchs auf Meinungsäußerungen kritisch gesehen?

Eine solche Erweiterung wird kritisch gesehen, da sie zu einer Überlastung der Medien durch unzählige Gegenerwiderungen führen könnte und Meinungsäußerungen subjektive Werturteile darstellen, denen das Publikum ohnehin nicht die gleiche Beweiskraft wie Tatsachenbehauptungen beimisst.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Der Gegendarstellungsanspruch im Medienrecht
College
University of Freiburg
Grade
10 Punkte
Author
Jasmin Pesla (Author)
Publication Year
2008
Pages
37
Catalog Number
V93487
ISBN (eBook)
9783638065832
ISBN (Book)
9783638952385
Language
German
Tags
Gegendarstellungsanspruch Medienrecht Gegendarstellung Erwiderungsrecht Presse Rundfunk Fernsehen Persönlichkeitsrecht Film APR Erwiderung Medien Massenmedien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Pesla (Author), 2008, Der Gegendarstellungsanspruch im Medienrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93487
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