Die vorliegende Bachelorarbeit handelt von einer Fallstudie über die Entwicklung des Flüchtlingskindes S. G., wobei die Lernentwicklung bei S. besonders in Augenschein genommen wird. Genau mit diesem Aspekt befasst sich auch die Kernfrage dieser wissenschaftlichen Arbeit: Wie hat sich S. in einer neuen Umgebung als Flüchtlingskind unter den gegebenen Voraussetzungen insbesondere im Bereich des Lernens entwickelt?
Um diese Hauptfrage am Ende der Arbeit beantworten zu können, müssen zunächst einmal einige Dinge erläutert und beschrieben werden. Zunächst soll das Projekt LISA & KO – F, das als Abkürzung für "Lern- und Lebensbiographien im schulischen und außerschulischen Kontext – Flüchtlingskinder" steht, vorgestellt werden, mit dessen Hilfe die Fallstudie durchgeführt wird. Diese Institution hat sich auf die Lernentwicklung von Flüchtlingskindern spezialisiert. Bei der Betrachtung einer Entwicklung ist es natürlich immer notwendig, auch S. Umwelt genauer zu untersuchen. Hierbei handelt es sich um die räumliche, soziale und institutionelle Umwelt, bevor dann im nächsten Abschnitt auf die Entwicklung S. eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Theorie: „Was ist LISA & KO – F?“
4. Vorstellung des Kindes
4.1 Allgemeiner Steckbrief
4.2 Selbstbild
4.3 Interessen
4.4 Motivation
4.5 Freundschaften
4.6 Ängste
4.7 Religion und Ethik
5. S. Umwelt
5.1 Räumliche Umwelt
5.2 Soziale Umwelt
5.3 Institutionelle Umwelt
6. Kompetenzentwicklung
6.1 Sprachliche Kompetenzentwicklung
6.2 Mathematische Kompetenzentwicklung
7. S. Zukunftsperspektiven
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die individuelle Lernentwicklung eines Flüchtlingskindes im Kontext einer neuen sozialen und schulischen Umgebung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich das Kind unter den gegebenen Voraussetzungen im schulischen Bereich entwickelt hat und welche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen.
- Analyse der Lernbiografie und Lebensumstände des Flüchtlingskindes
- Untersuchung des schulischen Umfelds und der Integrationsförderung
- Bewertung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzentwicklung
- Analyse psychosozialer Faktoren wie Motivation, Ängste und soziale Bindungen
Auszug aus dem Buch
4.4 Motivation
Insbesondere mit Bezug auf das Erlernen der deutschen Sprache ist S. eine sehr motivierte Person (vgl. GP 4, Z. 87f.). S. ist zur Zeit der Erhebung grade mal neun Monate in Deutschland und spricht schon nahezu perfekt Deutsch, was besonders aus den Interviews hervorgeht, so dass sie sich sehr gut artikulieren kann, was zum größtem Teil an ihrer eigenen Motivation liegt. Auch in der Psychologie ist es schon seit Jahren interessant zu erfahren, „warum der Mensch ein ganz bestimmtes Verhalten zeigt, warum er sich einer ganz bestimmten Situation so und nicht anders verhält, was sein Verhalten und Handeln veranlasst bzw. verursacht“ (vgl. Hobmair, 2008b, S.174).
Hobmair schreibt auch, dass es kaum möglich sei, alle Ursachen für bestimmte Verhaltensweisen ausfindig zu machen. Warum genau erlernt S. nun so schnell und fleißig die deutsche Sprache? Diese Beweggründe etwas zu tun, sind von außen nicht erkennbar, aktivieren jedoch das menschliche Verhalten. Man geht davon aus, dass die Beweggründe, etwas Bestimmtes zu tun, immer auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten und werden somit von Hobmair als Motive benannt (vgl. Hobmair, 2008b, S.174f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Fallstudie über das Flüchtlingskind S. G. sowie Definition der Kernfrage bezüglich der Lernentwicklung.
2. Methodisches Vorgehen: Erläuterung der qualitativen und quantitativen Untersuchungsmethoden, einschließlich Beobachtungen und standardisierter Tests.
3. Theorie: „Was ist LISA & KO – F?“: Einführung in das Forschungsprojekt, das sich mit Lernbiografien von Flüchtlingskindern im Kreis Siegen-Wittgenstein befasst.
4. Vorstellung des Kindes: Detaillierte Beschreibung der persönlichen Hintergründe, Interessen, Motivation und emotionalen Lage des Kindes.
5. S. Umwelt: Analyse der räumlichen, sozialen und institutionellen Lebensbedingungen von S.
6. Kompetenzentwicklung: Untersuchung der sprachlichen Fortschritte und Auswertung der mathematischen Testergebnisse im Zeitverlauf.
7. S. Zukunftsperspektiven: Reflexion über Bildungsziele, Berufswünsche und die Herausforderungen der unsicheren Aufenthaltssituation.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Kernfrage und persönliche Reflexion des Autors über den Forschungsprozess.
Schlüsselwörter
Flüchtlingskind, Lernentwicklung, Integration, Schule, Fallstudie, Spracherwerb, LISA & KO, Motivation, soziale Kompetenz, Mathematiktest, Bildungschancen, Zukunftsperspektiven, Migration, Pädagogik, soziale Netzwerke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?
Die Arbeit widmet sich einer Fallstudie über die schulische und außerschulische Lernentwicklung eines geflüchteten Kindes namens S. G. in Siegen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der allgemeinen Biografie stehen die Integration in das deutsche Schulsystem, die sprachliche Entwicklung, der mathematische Kompetenzaufbau sowie psychosoziale Aspekte wie Motivation und Ängste im Fokus.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie sich S. G. in einer neuen Umgebung unter gegebenen Voraussetzungen in Bezug auf ihre schulischen Leistungen und ihre Integration entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, ergänzt durch quantitative Messungen mittels eines standardisierten Mathetests (DEMAT 6+), um Lernfortschritte messbar zu machen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert das LISA & KO-F Projekt, porträtiert das Kind, untersucht sein soziales und institutionelles Umfeld sowie seine Kompetenzentwicklung in den Bereichen Sprache und Mathematik.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Flüchtlingspädagogik, Lernbiografie, schulische Integration, Sprachförderung und qualitative Fallstudie definieren.
Welche Rolle spielt die Sprachentwicklung für S. G.?
Die deutsche Sprache dient für S. G. als essenzieller Schlüssel zur Integration, zum sozialen Anschluss und als Grundvoraussetzung, um ihre hochgesteckten schulischen Ziele erreichen zu können.
Wie beeinflusst die Angst vor Abschiebung das Verhalten des Kindes?
Trotz der ständigen Belastung durch die unsichere Bleibeperspektive zeigt S. G. eine erstaunliche Resilienz und nutzt ihre Motivation zum Lernen als Bewältigungsstrategie und Schutzfaktor.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Fallstudie über ein Flüchtlingskind in Siegen unter besonderer Berücksichtigung seiner Lernentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/934888