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Die Jazzszene und ihre Zugehörigkeit zum Hochkulturschema

Eine empirische Milieuanalyse der Deutschschweizer Jazzszene auf Grundlage der Gesellschaftstheorie von Gerhard Schulze

Titel: Die Jazzszene und ihre Zugehörigkeit zum Hochkulturschema

Bachelorarbeit , 2014 , 233 Seiten , Note: 1.2

Autor:in: Andre Fritzsche (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, empirisch zu untersuchen, ob Jazz heute der „Hochkultur“ angehört. Um dies zu überprüfen, wird das Forschungsfeld auf die Jazzszene in der deutschsprachigen Schweiz (der Deutschschweiz) begrenzt und die Gesellschaftstheorie von Gerhard Schulze und sein Begriff des Hochkulturschemas inklusive der entsprechenden Milieus herangezogen. Auf Grundlage dieser Theorie werden zwei Erhebungsinstrumente entworfen. Primär stützt sich diese Forschungsarbeit auf die Ergebnisse von Experteninterviews. Es werden sieben Experten in insgesamt sechs Interviews mit einer durchschnittlichen Interviewlänge von 70 Minuten befragt. Für das halbstandardisierte Interview wird ein Leitfaden, der offene Fragen enthält, entwickelt. Die Experten, die zu Wort kommen, sind ausschließlich Personen, die eine leitende Position in verschiedenen Institutionen der Jazzszene innehaben. Das zweite Erhebungsinstrument, das als Kontrollinstrument gedacht ist, ist die teilnehmende Beobachtung. Um die Aussagen der Experten direkt im Feld zu überprüfen, werden acht Beobachtungen an verschiedenen relevanten Standorten getätigt. 527 Einzeleinheiten werden untersucht. Die Experteninterviews sind wortwörtlich transkribiert. Verwendet wird die variablenorientierte qualitative Inhaltsanalyse nach Glässer und Laudel, welche sich an der Inhaltsanalyse von Philipp A. E. Mayring orientiert. Die Daten der teilnehmenden Beobachtung werden mithilfe der deskriptiven Statistik ausgewertet.

Die Daten zeigen eine relative Nähe zum Hochkulturschema, die sich in einem kontemplativen Genussschema, in einer antibarbarischer Distinktion, einer perfektionistischen Lebensphilosophie und in einem hohen Bildungsgrad äußern. Eine relative Nähe zum Spannungsschema kann ebenfalls aus den Daten abgelesen werden. Eine antikonventionelle Distinktion, ein legerer Kleidungsstil und eine narzisstische Lebensphilosophie deuten darauf hin. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass drei Milieus in der Deutschschweizer Jazzszene vertreten sind. Niveaumilieu, Integrationsmilieu und Selbstverwirklichungsmilieu. Die Jazzszene ist ein Gemisch aus den alltagsästhetischen Zeichengruppen, die diesen Milieus zugeordnet werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Einleitung

2.1 Forschungsfrage

2.2 Entdeckungs- und Verwendungszusammenhang

2.3 Hypothesenbildung

2.4 Präzisierung der Hypothese

3. Theoretische Grundlagen

3.1 Klassentheorie

3.1.1 Habitus

3.1.2 Distinktion

3.1.3 Kritik

3.2 Milieutheorie

3.2.1 Stil

3.2.2 Alltagsästhetische Schemata

3.2.3 Milieutypen

3.2.4 Kritik

3.3 Szenen

4. Methodik

4.1 Forschungsparadigma

4.2 Gegenstandsbereich

4.3 Triangulation

4.3.1 Datentriangulation

4.3.2 Methodentriangulation

4.4 Experteninterview

4.4.1 Analyse

4.5 Teilnehmende Beobachtung

4.5.1 Analyse

5. Durchführung

5.1 Feldzugang

5.2 Theoretisches Sampling

5.3 Experteninterview

5.3.1 Interviewleitfaden

5.3.2 Gewinnung von Interviewpartnern

5.3.3 Forschungsethik

5.3.4 Auswahlkriterien

5.3.5 Analyse

5.4 Teilnehmende Beobachtungen

5.4.1 Beobachtungsstandorte

5.4.2 Verhalten im Feld

5.4.3 Operationalisierung

5.4.4 Analyse

6. Ergebnisse

6.1 Experteninterview

6.1.1 Genussschema

6.1.2 Distinktion

6.1.3 Lebensphilosophie

6.1.4 Sozialstatus

6.2 Teilnehmende Beobachtung

6.2.1 Altersstruktur

6.2.2 Genussschema

6.2.3 Kleidungsstil

6.3 Induktion Milieutheorie

6.3.1 Sozialstatus

6.3.2 Genussschema

6.3.3 Distinktion

6.3.4 Lebensphilosophie

7. Zusammenfassung

7.1 Fazit

7.2 Kritik

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die empirische Untersuchung, inwieweit die Jazzszene in der deutschsprachigen Schweiz dem soziologischen Begriff der "Hochkultur" zugeordnet werden kann, wobei die Gesellschaftstheorie von Gerhard Schulze als theoretisches Fundament dient.

  • Analyse der Jazzszene in der Deutschschweiz
  • Anwendung der Milieutheorie von Gerhard Schulze
  • Untersuchung von Genuss, Distinktion und Lebensphilosophie
  • Durchführung von Experteninterviews und teilnehmenden Beobachtungen
  • Empirische Einordnung der Jazzszene in soziologische Milieutypen

Auszug aus dem Buch

2. Einleitung

Jazzmusik gehört zweifelsfrei zu den Musikarten, die im Laufe der Zeit eine gewaltige Entwicklung erlebt haben und deren Bedeutung als Kulturgut kaum abzustreiten ist. Das wird deutlich, wenn man den Begriff des Jazz in seine Dimensionen zerlegen und vollständig erfassen möchte. Es scheint unmöglich. Das liegt daran, dass der Jazz in jeder Epoche seiner Geschichte eine andere Bedeutung hatte. Man denke nur an die Anfänge in New Orleans, als man Jazz vorrangig mit Rotlicht und Nachtleben in Verbindung brachte. Oder an die Swing-Ära, in der Jazz zur Popmusik einer ganzen Generation wurde (Polillo & Schaal 2003, S.144, Trültzsch 2010, S.92).

Genau wie jeder andere Musikstil verändert sich natürlich auch der Jazz. Der Bebop, der 1944 aufkam und von Zeitzeugen als Revolution empfunden wurde, ist nur eine Entwicklungsstufe, die rückblickend das Verständnis dieses Musikstils grundlegend veränderte (Bollenbeck & Bleek, 2002, S.211, Polillo & Schaal 2003, S.161ff). In diesem Zusammenhang ist es jedoch sinnvoller, von einer Erweiterung zu sprechenden; der Jazz hat sein altes Storyville-Image nie ganz abgelegt. Jedoch sind in der Geschichte einige Kontraste entstanden, die Jazz als Forschungsgebiet interessant machen. Auf der einen Seite steht die von körperlichen Genüssen geprägte Zeit des frühen Jazz und auf der anderen Seite die von Perfektion und „Kälte“ geprägte Zeit des Bebop (Polillo & Schaal 2003, S.181). Diese Eigenschaften sorgten nicht nur für die Erweiterung des Jazz-Begriffes, sondern auch für eine Erweiterung seines Publikums.

Doch wo steht Jazz heute? Und welches Publikum hat er? Wenn man heute einen Jazzclub besucht, findet man eine Ansammlung von verschiedenen Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick völlig selbstverständlich erscheinen: beispielsweise die Improvisation, die den Künstler in Ekstase versetzt und ihm körperliche Hochleistungen abverlangt, und eine disziplinierte Zuhörerschaft, die geduldig auf das Ende des Solos wartet, um den verdienten Applaus zu spenden. Erst durch den Vergleich mit anderen Musikstilen wird deutlich, dass dieses Verhalten in dieser Kombination für den Jazz speziell ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstract: Zusammenfassung der Zielsetzung, der angewandten Theorie von Gerhard Schulze sowie der zentralen Ergebnisse bezüglich der Milieuzugehörigkeit der Deutschschweizer Jazzszene.

2. Einleitung: Hinführung zur Bedeutung des Jazz, Darstellung der Forschungsfrage zur "Hochkultur" und Präzisierung der Hypothese auf Basis von Schulzes Milieutheorie.

3. Theoretische Grundlagen: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Klassentheorie von Pierre Bourdieu, der Milieutheorie von Gerhard Schulze sowie Definitionen von Szenen.

4. Methodik: Erläuterung des qualitativen Forschungsparadigmas, der Triangulation aus Experteninterviews und teilnehmender Beobachtung sowie der gewählten Analyseinstrumente.

5. Durchführung: Beschreibung des Feldzugangs, der Fallauswahl mittels theoretischem Sampling, der Struktur der Experteninterviews und der Operationalisierung der Beobachtungen.

6. Ergebnisse: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten zu den Variablen Genussschema, Distinktion, Lebensphilosophie und Sozialstatus sowie deren Einordnung in die Milieutheorie.

7. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse, Fazit zur Anwendbarkeit des Modells und kritische Reflexion der Untersuchungsmethodik.

Schlüsselwörter

Jazzszene, Deutschschweiz, Milieutheorie, Gerhard Schulze, Hochkultur, Sozialstatus, Experteninterview, Teilnehmende Beobachtung, Distinktion, Lebensphilosophie, Genussschema, Musiksoziologie, Kulturförderung, Erlebnisgesellschaft, Szenen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht empirisch, ob Jazz in der heutigen Deutschschweiz als "Hochkultur" eingestuft werden kann, indem sie soziologische Milieutheorien auf die lokale Szene anwendet.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Themenfelder umfassen die soziologische Einordnung von Jazz, die Bedeutung von Geschmack und Lebensstil, sowie die Struktur der Deutschschweizer Jazzlandschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, mittels der Milieutheorie von Gerhard Schulze zu prüfen, ob sich die Jazzszene dem Hochkulturschema zuordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein qualitativer Ansatz verwendet, der auf Triangulation basiert: Experteninterviews werden durch teilnehmende Beobachtungen an Jazzveranstaltungen ergänzt und kontrolliert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Bourdieu, Schulze) dargelegt, die methodische Vorgehensweise beschrieben, die Durchführung der Untersuchung dokumentiert und die gewonnenen Ergebnisse analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jazzszene, Milieutheorie, Distinktion, Lebensphilosophie, Genussschema und Sozialstatus charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die "neue" von der "etablierten" Jazzszene?

Die "neue" Szene ist oft stärker mit Hochschulen verbunden, weist ein jüngeres Publikum auf und ist experimenteller, während die "etablierte" Szene ein älteres Publikum hat und traditionellere Strukturen pflegt.

Welche Rolle spielt die Kulturförderung in der Schweizer Jazzszene?

Die Kulturförderung ist ein zentraler Aspekt, da viele Veranstalter auf Subventionen, Trägervereine und Stiftungen angewiesen sind, um den Betrieb abseits rein ökonomischer Marktmechanismen aufrechtzuerhalten.

Ende der Leseprobe aus 233 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Jazzszene und ihre Zugehörigkeit zum Hochkulturschema
Untertitel
Eine empirische Milieuanalyse der Deutschschweizer Jazzszene auf Grundlage der Gesellschaftstheorie von Gerhard Schulze
Hochschule
( Middlesex University in London )  (SAE Institute Switzerland)
Veranstaltung
Audio Production
Note
1.2
Autor
Andre Fritzsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
233
Katalognummer
V935449
ISBN (eBook)
9783346263360
ISBN (Buch)
9783346263377
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Milieuanalyse Jazz Deutsch Schweiz Gerhard Schulze Gesellschaftstheorie Jazzszene Experteninterview Teilnehmende Beowachtung Distinktion Genussschema Lebensphilosophie Sozialstatus Musikproduktion Hochkulturschema Kultursoziologie Pierre Bourdieu Habitus Alltagsästhetische Schemata Spannungsschema Trivialschema Niveaumilieu Harmoniemilieu Integrationsmilieu Selbstverwirklichungsmilieu Unterhaltungsmilieu Alltagsästhetik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andre Fritzsche (Autor:in), 2014, Die Jazzszene und ihre Zugehörigkeit zum Hochkulturschema, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/935449
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  233  Seiten
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