Zunächst wird auf die Hintergründe der zugespitzten Situation in der Migrationskrise in den ersten Wochen vom März eingegangen. 2020 muss diskutiert werden, da das Jahr für das Verständnis sowohl der aktuellen Situation an der türkisch-griechischen Grenze als auch der Beziehungen zwischen EU-Ländern und der Türkei, von wichtiger Bedeutung ist.
Im Laufe dieser Analyse wird sich auf einen Zeitraum von März 2020 bis September 2020 beschränkt, dabei wird auf die aktuelle humanitäre Lage an dem türkisch-griechischen Grenzgebiet eingegangen, und die wichtigsten Abläufe und Geschehnisse sowie die unterschiedlichen Einstellungen der Türkei, einiger EU-Staaten und Griechenlands (das von der Migrationskrise am meisten betroffenes EU-Land ist) werden dargestellt.
Mithilfe einer ausführlichen qualitativen Inhaltsanalyse mit der derzeit bestehenden wissenschaftlichen deutschsprachigen Literatur in verschiedenen renommierten dreisprachigen Zeitungen und Fachzeitschriften, wird die aktuelle Situation der Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenzen diskutiert und die dabei relevanten europäischen Sicherheitsfragen, sowie die Beziehungen zwischen den Hauptakteuren EU und der Türkei bezugnehmend auf diese Krise, thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die zweite europäische Flüchtlingskrise 2020: Wie alles begann!
3. Inwieweit ist es zutreffend, dass Präsident Erdogan die Flüchtlinge als Druckmittel einsetzte?
4. Die jüngsten Ereignisse in den Beziehungen zwischen EU und der Türkei: Österreich als Beispiel
5. Alternativen und mögliche Lösungen seitens der EU
6. Fazit
7. Quellen und Literaturverzeichnis:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die europäische Innensicherheit im Kontext der Flüchtlingskrise des Jahres 2020 an der türkisch-griechischen Grenze und analysiert die Auswirkungen dieser Ereignisse auf die diplomatischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei sowie mögliche Lösungsansätze.
- Die Eskalation der Migrationssituation an der griechisch-türkischen Grenze im Frühjahr 2020.
- Die Analyse der strategischen Instrumentalisierung von Geflüchteten durch die türkische Regierung als Druckmittel.
- Die diplomatischen Spannungen und Reaktionen einzelner EU-Mitgliedstaaten, exemplarisch dargestellt an Österreich.
- Die Bewertung bestehender EU-Strategien und die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen für komplexe regionale Konflikte.
Auszug aus dem Buch
3. Inwieweit ist es zutreffend, dass Präsident Erdogan die Flüchtlinge als Druckmittel einsetzte?
Ich möchte nun die Frage stellen, warum die Türkei erst Ende Februar dieses Jahres ihre Grenze zu Griechenland und somit nach Europa für syrische und andere Migranten unterschiedlicher Nationalitäten öffnete? was änderte sich seit ihrem Abkommen mit der EU 2016? Wie sind also die neue Lage und die neuen Einstellungen beider Akteure aktuell zu interpretieren?
Um diese Fragen gut beantworten zu können, müssen wir die Interessen der Türkei in der Region im Hinterkopf behalten. Die Türkei forderte der EU ihre Invasion im Oktober letzten Jahrs in Nordsyrien zu unterstützen, und sich bereit erklären, an der Einrichtung einer sogenannten „Sicherheitszone“ im Norden Syriens zu beteiligen. Die Sicherheitszone, die für die Unterbringung syrischer Flüchtlinge, die sich schon seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs in türkischen Lagern aufhalten, gedacht war. Aber es stellte sich im Zuge der Ereignisse in der Region und im Kampf um die syrische Provinz Idlib fest, dass die Türkei im Namen ihres Staatschefs Erdogans sich nicht für den Wohl syrischer Flüchtlinge einsetzt, sondern werden syrische Flüchtlinge für die Durchsetzung einiger politische Interessen in der Region instrumentalisiert und als ein Druckmittel gegen EU eingesetzt. Erdogan möchte seine Feinde sprich die Kurden, die seit ungefähr acht Jahren vor allem die Kurdengebiete im Norden Syriens militärisch kontrollieren.
Ein zweiter Grund für die Eröffnung der Grenze findet man in dem jüngsten Libyenkonflikt, an dem die Türkei militärisch auf der Seite der international anerkannten Regierung von Fayiz-as-Sarradsch gegen den libyschen General Khalifa Haftar, der weitgehende Gebiete des Landes unter seiner Kontrolle hat, beteiligt ist. Erdogan warnte in der 3 Beteilung seines Landes an dem Libyenkonflikt die EU davor, seine Politik in Libyen und Syrien nicht zu kritisieren, und drohte die EU die Türe Europas für Flüchtlinge zu eröffnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den Untersuchungszeitraum von März bis September 2020 und definiert das Ziel, die Auswirkungen der Migrationskrise auf die EU-Türkei-Beziehungen mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse zu erforschen.
2. Die zweite europäische Flüchtlingskrise 2020: Wie alles begann!: Dieses Kapitel beschreibt die plötzliche Grenzöffnung der Türkei im Februar 2020 und die daraus resultierende humanitäre Lage an der türkisch-griechischen Grenze sowie die Reaktion Griechenlands.
3. Inwieweit ist es zutreffend, dass Präsident Erdogan die Flüchtlinge als Druckmittel einsetzte?: Hier werden die geopolitischen Interessen der Türkei in Nordsyrien und Libyen analysiert, um zu belegen, dass die Grenzöffnung als politisches Druckmittel gegenüber der EU fungierte.
4. Die jüngsten Ereignisse in den Beziehungen zwischen EU und der Türkei: Österreich als Beispiel: Der Abschnitt verdeutlicht die verschärften diplomatischen Spannungen anhand der Kritik des österreichischen Bundeskanzlers und der türkischen Gegenreaktionen im Kontext des Konflikts im östlichen Mittelmeer.
5. Alternativen und mögliche Lösungen seitens der EU: Es wird kritisch erörtert, warum bisherige Maßnahmen der EU wie finanzielle Unterstützungen oder Freiwilligenprogramme für eine dauerhafte Lösung der Krise nicht ausreichen.
6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die EU in der Krise Schwächen zeigte und betont, dass eine nachhaltige Lösung der Flüchtlingsfrage ohne die Beilegung der zugrunde liegenden regionalen Konflikte kaum möglich ist.
7. Quellen und Literaturverzeichnis:: Eine Auflistung der in der Analyse verwendeten Zeitungsberichte und Online-Quellen zur Untermauerung der Argumentation.
Schlüsselwörter
Flüchtlingskrise, Europäische Union, Türkei, Grenzöffnung, Innensicherheit, Geopolitik, Instrumentalisierung, Migration, Nordsyrien, Libyenkonflikt, Asylpolitik, diplomatische Beziehungen, Menschenrechte, Regionalkonflikte, EU-Türkei-Abkommen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die durch den Flüchtlingszustrom an der türkisch-griechischen Grenze im Jahr 2020 für die europäische Innensicherheit entstanden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die diplomatischen Spannungen zwischen der EU und der Türkei, die geopolitischen Interessen der Türkei in Syrien und Libyen sowie die Wirksamkeit der europäischen Flüchtlingspolitik.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, inwieweit die Flüchtlingssituation die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei beeinflusst und welche Rolle die Instrumentalisierung von Migranten dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine ausführliche qualitative Inhaltsanalyse von deutschsprachigen Medienberichten und Fachzeitschriften, um die Geschehnisse im Zeitraum von März bis September 2020 auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem Beginn der Krise, der strategischen Nutzung von Flüchtlingen als Druckmittel durch die türkische Führung und der Reaktion europäischer Akteure, insbesondere am Beispiel Österreichs.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Flüchtlingskrise, Innensicherheit, Geopolitik, Instrumentalisierung und die diplomatischen Beziehungen zwischen EU und Türkei definieren.
Warum bewertet der Autor die bisherigen EU-Lösungen als unzureichend?
Der Autor argumentiert, dass die bisherigen Maßnahmen lediglich kurzfristige, vorläufige "Pflaster" sind, die das eigentliche Problem – die Vernetzung der Flüchtlingskrise mit regionalen Kriegen wie in Syrien – ignorieren.
Welche Rolle spielt der Konflikt im östlichen Mittelmeer für die Flüchtlingskrise?
Der Konflikt um Erdgasvorkommen verschärft die diplomatische Lage zwischen Griechenland, Zypern und der Türkei erheblich und dient der Türkei als weiterer Hebel, um politischen Druck auf die EU auszuüben.
- Citar trabajo
- Alan Pire (Autor), 2020, Einflussfaktoren auf die Beziehung zwischen der EU und der Türkei. Die Herausforderung durch den Flüchtlingszustrom an der türkisch-griechischen Grenze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/935528