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Die Berliner Freischule im Vergleich mit der deutsch-jüdischen Schulanstalt in Prag

Title: Die Berliner Freischule im Vergleich mit der deutsch-jüdischen Schulanstalt in Prag

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dr. Helmut Jeremias (Author)

History - Miscellaneous
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1778 wurde in Berlin die Freischule, eigentlich Gesellschaft für Knabenerziehung, gegründet. Sie war die erste jüdische Schule, an der auch weltliche Fächer unterrichtet wurden. Vier Jahre später wurde in Prag von der staatlichen Schulbehörde in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde eine deutsch-jüdische Hauptschule ins Leben gerufen. Nach den Toleranzpatenten Josephs II. waren auch jüdische Kinder unterrichtspflichtig. Die Schule stellte eine Möglichkeit dar, dieser Verpflichtung nachzukommen. Beide Anstalten sind Beispiele für frühe jüdische Schulgründungen im Zeitalter der Aufklärung. Dennoch gab es erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Projekten. Beispielsweise haben wir es in Berlin mit einer privaten Initiative zu tun, in Prag mit einer staatlichen.
Thema meiner Arbeit ist ein Vergleich zwischen beiden Schulen. Zu Beginn gebe ich eine kurze Übersicht über die traditionelle jüdische Bildung und die Bildungsideen der Maskilim; letztere haben für das Thema eine große Bedeutung. Danach behandle ich die Geschichte der Freischule und anschließend jene der Schulanstalt in Prag. Für die Freischule gibt es eine hervorragende Quellensammlung aus dem Jahr 2002, die ich bei meiner Arbeit mit einbezogen habe. Deshalb konnte ich diesen Teil meiner Arbeit auf Primärquellen stützen.
Ich habe mich bei der Darstellung der Schulen und ihrer Geschichten auf das Wesentliche beschränkt. Über Mendelssohns Beteiligung am Freischulprojekt (und ob eine direkte überhaupt bestanden hat) beispielsweise gibt es innerhalb der Forschung heftige Kontroversen. Auf diese oder Ähnliches einzugehen war mir im Rahmen der Arbeit nicht möglich. Punkt 4 befasst sich mit dem Vergleich zwischen beiden Schulen, wobei es hier in erster Linie um Gründung, Gründer, die wesentlichen Schulmerkmale und Probleme, mit denen man jeweils zu kämpfen hatte, geht. Anschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jüdisches und christliches Schulwesen vor bzw. während der Aufklärung

3. Zu den Bildungsprogrammen der Haskala

4. Die Freischule Hinuch-ne`arim in Berlin

5. Die deutsch-jüdische Schule in Prag (1782-1848)

6. Vergleich zwischen der Freischule in Berlin und der Schule in Prag

7. Zusammenfassung

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Gründungsgeschichte, Struktur und gesellschaftliche Bedeutung der jüdischen Freischule in Berlin sowie der deutsch-jüdischen Schulanstalt in Prag im Kontext der Aufklärung. Im Fokus steht dabei, wie diese Bildungseinrichtungen den Wandel von traditionell religiöser Unterweisung hin zu einer weltlich orientierten Berufsausbildung unter Berücksichtigung der Ideale der Haskala vollzogen.

  • Historische Entwicklung des jüdischen Schulwesens im 18. und 19. Jahrhundert
  • Einfluss der Haskala-Bildungsprogramme auf die jüdische Identität und Integration
  • Vergleich zwischen privater Schulinitiative (Berlin) und staatlich initiierter Schule (Prag)
  • Herausforderungen in der Finanzierung und Akzeptanz durch traditionelle jüdische Kreise
  • Bedeutung der Schulerfolge für die berufliche Qualifikation und Emanzipation jüdischer Jugendlicher

Auszug aus dem Buch

Die Freischule Hinuch-ne`arim in Berlin

Die Schule wurde im Jahr 1778 von den beiden Berliner Juden Isaak Daniel Itzig und David Friedländer gegründet, wobei sie offiziell erst im Jahr 1781 eröffnet wurde. Es handelte sich hierbei um eine rein private Initiative. Finanziert wurde sie mit Hilfe von Spenden und Schulgeld. Etwas später kamen die Einnahmen aus der orientalischen Buchdruckerei dazu. Der Name Freischule stammt daher, dass der Schulbesuch für die Kinder mittelloser Eltern kostenlos war. Deshalb wird sie in der Literatur gelegentlich auch als Armenkinderschule bezeichnet, wobei dieser Ausdruck neuerdings nicht ganz unumstritten ist.

Die beiden Schulgründer und Direktoren waren Mitglieder der jüdischen Oberschicht Berlins. Isaak Daniel Itzig, der Sohn von Daniel Itzig, war Bauunternehmer (1790 vereidigter Hofbauinspektor), später im Immobilienhandel und Transportgeschäft tätig. 1796 kam es zum französischen Staatsbankrott, der in Folge auch das Bankhaus Itzig & Co. betraf, das deshalb schließlich Konkurs anmelden musste. Nach dem Tod seines Vaters 1799 erhielt I.D. Itzig eine jährliche Rente und erlebte einen ziemlichen finanziellen Abstieg. Bis zu seinem Tod im Jahr 1806 blieb er allerdings Direktor der Freischule. David Friedländer war nicht nur Kaufmann, sondern auch Maskilim Er selbst sah sich als Schüler Mendelssohns. Seine Ansichten wurden mit der Zeit allerdings immer radikaler, sein Hauptziel sah er in der Emanzipation der Juden, wofür er auch zu großen Opfern bereit war. Er verfasste 1779 die erste deutsche Lesefibel für jüdische Kinder. Die Schüler sollten mit Hilfe dieses Buches Deutsch lernen. Friedländer legte seinen Posten als Direktor der Schule bereits um das Jahr 1784 wieder zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zum Vergleich der Berliner Freischule und der Prager Schulanstalt sowie deren Einordnung in die jüdische Bildungsgeschichte der Aufklärung.

2. Jüdisches und christliches Schulwesen vor bzw. während der Aufklärung: Beschreibung der traditionellen jüdischen Erziehung (Chedar) und der durch staatliche Reformen sowie die Aufklärung eingeleiteten Veränderungen im Bildungssystem.

3. Zu den Bildungsprogrammen der Haskala: Erläuterung der Bildungsziele der Maskilim, die eine Verbindung von religiöser Identität mit weltlich-praktischer Bildung und Integration in die Gesellschaft anstrebten.

4. Die Freischule Hinuch-ne`arim in Berlin: Darstellung der privaten Gründung, Finanzierung, curricularen Ausrichtung auf kaufmännische Bildung sowie die organisatorischen Herausforderungen der Berliner Schule.

5. Die deutsch-jüdische Schule in Prag (1782-1848): Analyse der staatlich initiierten Gründung im Rahmen der Toleranzpatente Josephs II. sowie der Konflikte um den Religionsunterricht und die Mitwirkung der jüdischen Gemeinde.

6. Vergleich zwischen der Freischule in Berlin und der Schule in Prag: Gegenüberstellung der beiden Bildungsprojekte hinsichtlich Gründungsart, Zielsetzung, Schülerschaft, Finanzierung und ihrem Umgang mit den Herausforderungen der Zeit.

7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung dieser Pionierschulen für die Bildungsgeschichte und Emanzipation jüdischer Kinder.

8. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Haskala, Jüdische Erziehung, Berliner Freischule, Prag, Aufklärung, Emanzipation, Bildungsprogramm, Toleranzpatent, David Friedländer, Isaak Daniel Itzig, Berufsausbildung, Religionsunterricht, Integration, Schulreform, Maskilim

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Anfänge des modernen jüdischen Schulwesens am Beispiel zweier bedeutender Einrichtungen in Berlin und Prag im 18. und 19. Jahrhundert.

Welche Schulen stehen im Zentrum des Vergleichs?

Verglichen werden die private jüdische Freischule in Berlin (gegründet 1778) und die staatlich initiierte deutsch-jüdische Schulanstalt in Prag (gegründet 1782).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf Gründung, Organisation und bildungspolitische Zielsetzungen der beiden Schulen herauszuarbeiten und ihre Rolle im Kontext der Haskala zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Primärquellen, insbesondere den Programmen der Schulen und historischer Korrespondenz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Geschichte der Berliner Freischule, den Rahmenbedingungen der Prager Schule unter dem Einfluss der österreichischen Schulreformen sowie einem detaillierten Vergleich beider Institutionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Haskala, Bildungsreform, Emanzipation, schulisches Integrationsbemühen und das Spannungsfeld zwischen traditionell-religiöser und weltlicher Bildung.

Warum war der Religionsunterricht in beiden Schulen ein zentraler Konfliktpunkt?

Während die Berliner Schule ihre Unabhängigkeit bewahren wollte, gab es in Prag staatlichen Druck zur Einführung eines Morallehrbuchs (Bne Zion), was auf den Widerstand konservativer jüdischer Kreise stieß.

Welche Rolle spielte die Finanzierung für den Erfolg der Berliner Freischule?

Da die Schule eine private Initiative war, litt sie unter ständigem Geldmangel, was zur Notwendigkeit führte, christliche Schüler aufzunehmen und Buchdruckerei-Einnahmen zu nutzen.

Warum war die Prager Schule im Vergleich langlebiger?

Die Prager Schule war stärker durch staatliche Maßnahmen und die Beteiligung der jüdischen Gemeinde abgesichert, was ihr ein Bestehen bis zum Jahr 1848 ermöglichte.

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Details

Title
Die Berliner Freischule im Vergleich mit der deutsch-jüdischen Schulanstalt in Prag
College
University of Graz  (Geschichte)
Course
Die jüdische Aufklärungsbewegung (Haskala) im 18. und 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Dr. Helmut Jeremias (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V93590
ISBN (eBook)
9783640098347
ISBN (Book)
9783656210016
Language
German
Tags
Berliner Freischule Vergleich Schulanstalt Prag Aufklärungsbewegung Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Helmut Jeremias (Author), 2005, Die Berliner Freischule im Vergleich mit der deutsch-jüdischen Schulanstalt in Prag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93590
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