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Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem

Wie entscheidend ist die Herkunft?

Titre: Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Christian Eisen (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ Soweit die Theorie. Doch in der Praxis wird die angesprochene Verwirklichung durch soziale Ungleichheiten und Armut behindert. Das Bildungswesen in Deutschland ist wie in fast keinem anderen Land sehr starken sozialen Selektionsprozessen unterworfen. Die Kinderarmut hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, so dass die sozialen Unterschiede größer geworden sind. Schon die Bildungsexpansion in den 60er Jahren hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die sozialen Ungleichheiten im Bildungswesen zu beseitigen – allerdings vergeblich. Die letzten PISA- Ergebnisse haben dies noch einmal sehr deutlich bestätigt. Doch wie entscheidend ist die soziale Herkunft wirklich? Können die Mechanismen der sozialen Selektion nicht überwunden werden, um allen Kindern die gleichen Chancen zu ermöglichen? Nach wie vor spielen die soziale und ethnische Herkunft eine große Rolle, was die Bildungschancen der Kinder betrifft.
Ein weiteres Problem ist die Reproduktion von Bildungsungleichheit. Diese „Weitervererbung“ der Bildungschancen ist erschreckend hoch. Kinder aus Familien mit einem höheren sozialen Status haben vergleichsweise größere Chancen, das Gymnasium zu besuchen als Kinder aus unteren sozialen Schichten. Das macht sich vor allem in den ausgesprochenen Schulempfehlungen am Ende der Klasse 4 bemerkbar. Kinder mit höherem sozialen Status bekommen häufiger Gymnasialempfehlungen als Kinder aus anderen Schichten. Viele Ganztagsschulen haben es sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht, diese Chancenungleichheit zu beseitigen. Die deutsch-italienische Gesamtschule in Wolfburg ist nur ein Beispiel, das im vierten Kapitel dieser Arbeit vorgestellt wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Selektion im Bildungswesen

2.1 Kinderarmut und sozialer Status

2.2 Bildungsexpansion

3. Das deutsche Bildungssystem

3.1 Benachteiligte Gruppen

3.1.1 Ungleichheit nach sozialer Herkunft

3.1.2 Ungleichheit nach ethnischer Herkunft

3.2 Reproduktion von Bildungsungleichheit

3.3 Schulempfehlungen

4. Ganztagsschulen als Versuch sozialer Überwindung

4.1 Nutzung der Ganztagsangebote

4.2 Ganztagsschulen als Integrationsort – Die deutsch-italienische Gesamtschule in Wolfsburg

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die tiefgreifenden sozialen Selektionsprozesse innerhalb des deutschen Bildungssystems und analysiert, inwieweit die soziale und ethnische Herkunft von Kindern deren Bildungschancen bestimmt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob und wie Ganztagsschulen als Instrumente zur sozialen Integration und zur Überwindung bildungsbezogener Benachteiligungen fungieren können.

  • Zusammenhang zwischen Kinderarmut, sozialem Status und schulischem Erfolg
  • Mechanismen der Reproduktion von Bildungsungleichheit
  • Einfluss von Schulempfehlungen und Bildungsaspirationen der Eltern
  • Rolle von Ganztagsschulen als Integrationsräume am Beispiel der deutsch-italienischen Gesamtschule Wolfsburg

Auszug aus dem Buch

3.2 Reproduktion von Bildungsungleichheit

Die Ergebnisse der PISA Studien haben es offen gelegt: Die soziale Selektivität im deutschen Bildungssystem ist sehr stark ausgeprägt und wesentlich höher als in den meisten anderen untersuchten Ländern. Die Reproduktion der sozialen Ungleichheit konnte bis heute nicht beseitigt werden. Die Benachteiligungen werden oft über Generationen hinweg weitervererbt. Eine besonders kritische Schwelle ist der Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen.

Als Grundlage der Analyse der Entscheidungsprozesse an den Schnittstellen von Bildungskarrieren dient das Rational- Choice- Modell. Die Reproduktionsmechanismen unterteilen sich in einen primären und sekundären Effekt. Erstgenannter bezieht sich auf Differenzen der kulturellen Praxis zwischen den einzelnen Gruppen und misst unter diesen Voraussetzungen die unterschiedlichen Niveaus schulischer Leistung. Der sekundäre Effekt misst Unterschiede in der Kosten/Nutzen- Bilanz in Abhängigkeit von der sozialen Position der Eltern.

Begutachtet man die verschiedenen Schulformen, so ist der Besuch des Gymnasiums noch immer ein Privileg der Besserverdienenden. Der Besuch der Realschule ist dagegen in den letzten Jahren sozial offener geworden. Sie kann auch als Aufstiegsschule der unteren sozialen Gruppen bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Recht auf Bildung und stellt fest, dass soziale Ungleichheit und Armut in Deutschland den Bildungserfolg massiv behindern.

2. Soziale Selektion im Bildungswesen: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und dem sozialen Status sowie das Scheitern der Bildungsexpansion bei der Beseitigung sozialer Unterschiede.

3. Das deutsche Bildungssystem: Hier werden benachteiligte Gruppen, die Reproduktionsmechanismen von Bildungsungleichheit sowie die soziale Selektivität bei Schulempfehlungen detailliert analysiert.

4. Ganztagsschulen als Versuch sozialer Überwindung: Der Abschnitt untersucht die Nutzung von Ganztagsangeboten und präsentiert die deutsch-italienische Gesamtschule in Wolfsburg als erfolgreiches Modell zur Integration und Förderung.

5. Zusammenfassung: Das Kapitel rekapituliert die Ergebnisse und betont, dass trotz positiver Ansätze durch Ganztagsangebote weiterhin erhebliche Anstrengungen zur Überwindung der sozialen Selektivität notwendig sind.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Kinderarmut, Bildungsexpansion, Selektionsprozesse, Herkunft, Bildungsaspirationen, Schulempfehlungen, Ganztagsschule, Integration, Bilingualität, Migrationshintergrund, Bildungsbeteiligung, Chancengleichheit, Leistungsbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die sozialen Selektionsmechanismen im deutschen Schulwesen und untersucht, wie soziale und ethnische Herkunft die Bildungschancen beeinflussen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Bildungserfolg, die Reproduktion von Ungleichheit über Generationen sowie die Rolle von Ganztagsschulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, wie entscheidend die soziale Herkunft für den Bildungsweg ist und ob alternative Schulformen wie Ganztagsschulen diese Ungleichheiten abmildern können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien, PISA-Ergebnissen und einer Fallstudie zur deutsch-italienischen Gesamtschule.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Selektion, die Darstellung der systemischen Benachteiligungen und eine detaillierte Betrachtung der Integrationspotenziale von Ganztagsschulen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie soziale Selektivität, Chancengleichheit, Bildungsaspirationen und Integrationspädagogik beschreiben.

Warum spielen Schulempfehlungen eine solch entscheidende Rolle?

Laut der Arbeit wirken Schulempfehlungen als Weichenstellung, bei denen nicht nur die Leistung, sondern auch der soziale Status der Eltern die Zuweisung zu den Schulformen maßgeblich beeinflusst.

Was macht die deutsch-italienische Gesamtschule in Wolfsburg zu einem besonderen Beispiel?

Sie zeichnet sich durch ein bilinguales Konzept, eine gezielte Sprachförderung und die bewusste Integration unterschiedlicher sozialer Schichten und Herkünfte aus.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Zukunft des Bildungssystems?

Der Autor fordert eine bessere Lehrerqualifizierung, eine stärkere Förderung in Ganztagsschulen und verbesserte Arbeitsbedingungen, um den begonnene Integrationsprozess langfristig zu festigen.

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Résumé des informations

Titre
Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem
Sous-titre
Wie entscheidend ist die Herkunft?
Université
University of Siegen  (FB Erziehungswissenschaft)
Cours
Ganztagsbildung als Schnittfeld zwischen Sozial- und Schulwesen
Note
1,7
Auteur
Christian Eisen (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
18
N° de catalogue
V93655
ISBN (ebook)
9783640100422
ISBN (Livre)
9783640294015
Langue
allemand
mots-clé
Soziale Ungleichheiten Bildungssystem Ganztagsbildung Schnittfeld Sozial- Schulwesen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Eisen (Auteur), 2008, Soziale Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93655
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Extrait de  18  pages
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