In dieser Bachelorarbeit gilt es die Frage zu beantworten, welche positiven Aspekte für die Einführung des ZBB als Budgetierungsinstrument zur Planung, Aufstellung und Kontrolle des Bundeshaushalts sprachen. Ebenso muss kritisch hinterfragt werden, warum diese Methodik eine lediglich kurze temporäre Bedeutung als Budgetierungsinstrument hatte und ob es in einer globalisierten und digitalisierten Welt eine Möglichkeit gibt, dieser Verfahren wieder aufleben zu lassen.
Im Fokus dieser Arbeit steht die Untersuchung, ob sich das ZBB in der öffentlichen Verwaltung bewährt hat, denn die Effizienz und Effektivität ist ein viel diskutiertes Thema, da allein die Strukturierung dieser Methodik viel Arbeit verlangt. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, ob die Implementierung und Durchführung des ZBB in einer gesunden Relation zum Aufwand und den damit verbundenen Kosten steht. Ein Schwerpunkt wird in der Analyse der Umsetzung liegen und wie das Konzept in der öffentlichen Verwaltung implementiert wurde. Zudem wird sowohl auf die Planungs- als auch auf die Kontrollfunktion der Budgetierungsmethodik eingegangen.
Zudem wird ein kurzer Überblick aufgezeigt, wie Programme und Aktivitäten des ZBB mit Hilfe des Performance Measurement nach ihrer Umsetzung kontrolliert und analysiert werden können. Dies hat den Hintergrund, dass das umgesetzte Budget aus einem Budgetierungsverfahren dem Rechtfertigungsprinzip gegenüber der Gesellschaft unterliegt, da dieses mit den Steuergeldern der Bürger finanziert werden.
Dafür wird zunächst ein Überblick über die historische Entwicklung des ZBB gegeben. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Entstehung gelegt und wie sich das Budgetierungsinstrument entwickelt hat. Daraufhin wird auf die Grundidee, die verschiedenen Phasen des Aufbaus und das Resultat eingegangen.
Im Mittelpunkt steht die Implementierung des ZBB im öffentlichen Sektor. Im Vordergrund steht dabei die Umsetzung auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Fokus liegt auf der Fragestellung, ob das Budgetierungsinstrument zu entsprechend gewünschten Ergebnissen seitens der zuständigen Gebietskörperschaft geführt hat. Um diese Problematik kritisch zu hinterfragen, werden unter anderem die Implementierungsprobleme im öffentlichen Sektor dargestellt und wie zuständige Mitarbeiter mit der Thematik, ein neues Budgetierungsinstrument zu integrieren, umgingen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2. Historische Entwicklung
2.1 Zero-Base Budgeting als neues Konzept bei Texas Instruments
2.2 Der Historischer Kontext bei der Entwicklung des Zero-Base Budgeting vom privatwirtschaftlichen zum öffentlichen Sektor
2.3 Anwendungen des Zero-Base Budgeting nach der Carter-Ära
3. Bestandteile und Konzept des Zero-Base Budgeting
3.1 Begriffserklärungen
3.1.1 Merkmale und Funktionen des Budgets in Bezug auf das Zero-Base Budgeting
3.1.2 Budgetherkunft und öffentliche Sektor
3.2 Allgemeine Aufbau des Zero-Base Budgeting
3.2.1 Definition von Entscheidungseinheiten
3.2.2 Konzeption von Entscheidungspaketen
3.2.3 Festlegung der Rangordnung der Entscheidungsprozesse
3.2.3.1 Rangordnungsverfahren
3.2.3.2 Methodik der Rangordnung
3.2.4 Erstellung eines Haushaltsplans mit genehmigten Entscheidungspaketen
4. Anwendungen und Analyse des Zero-Base Budgeting im öffentlichen Sektor
4.1 Implementierungen in den Vereinigten Staaten von Amerika
4.1.1 Zero-Base Budgeting auf kommunaler Ebene
4.1.2 Zero-Base Budgeting im Bundesstaat Georgia
4.1.3 Zero-Base Budgeting auf Bundesebene
4.1.4 Vergleich zweier Zero-Base Budgetierungsmethoden im Wandel der Zeit
4.2 Analysen von Implementierungs- und Umsetzungsproblemen des Zero-Base Budgeting
5. Performance Measurement im öffentlichen Sektor
6. Kritische Würdigung und Handlungsempfehlungen
7. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung des Zero-Base Budgeting (ZBB) als Planungs- und Kontrollinstrument im öffentlichen Sektor, mit besonderem Fokus auf die Implementierung in den Vereinigten Staaten unter Jimmy Carter. Ziel ist es zu analysieren, ob sich das ZBB in der öffentlichen Verwaltung bewährt hat und ob eine gesunde Relation zwischen dem hohen Aufwand der Methodik und dem erzielten Nutzen besteht.
- Historische Entwicklung des Zero-Base Budgeting von der Privatwirtschaft in den öffentlichen Sektor.
- Strukturelle Analyse der Prozesse: Definition von Entscheidungseinheiten, Entscheidungspakete und Ranking-Verfahren.
- Kritische Untersuchung der Implementierungsprobleme und Erfolgsfaktoren (z.B. Widerstand, Komplexität, Kosteneinsparungen).
- Vergleich zwischen dem klassischen ZBB der Carter-Ära und modernen, modifizierten Budgetierungsansätzen (New-ZBB).
- Einordnung des Performance Measurement zur Kontrolle öffentlicher Ausgaben.
Auszug aus dem Buch
3.2 Allgemeine Aufbau des Zero-Base Budgeting
Der Ausgangspunkt aller Betrachtung beim ZBB ist die Null-Basis. Dabei ist nicht etwa das Bestehende Budget oder das Budget des Vorjahres gemeint, sondern die Ziele einer Organisation. Hierauf beziehen sich alle weiteren Entscheidungen des ZBB-Prozesses (Meyer-Piening (1990), S. 13).
Die Implementierung, Umsetzung und Evaluation des ZBB ist eine komplizierte Aufgabe. Es gibt viele verschiedene Definitionen, die versuchen den Sinn des ZBB widerzugeben. Die Beschreigung von Joseph S. Wholey erklärt kurz die wichtigsten Merkmale in Bezug auf das ZBB:
„Zero-Base Budgeting reexamines the base of excisting program activities, exploring the effects of reducing or reallocating the current levels of resources rather than taking for granted the base of excisting programs” (vgl. Wholey (1979), S. 3).
Wholey beschreibt schon in seinem ersten Satz den Grundgedanken des ZBB, denn anstatt bestehende Programme als gegeben anzusehen, wie es bei der traditionellen Budgetierung der Fall ist, werden alle Programme infrage gestellt und von Grund auf neu bewertet. Dies führt dazu, dass Reduzierungen, Erhöhungen oder sogar Eliminierungen von Programmen möglich sind. Die Veränderung des Programmbudgets ist ein elementarer Bestandteil des ZBB-Prozesses.
Laut Peter Phyrr ist das Zero-Base Budgeting ein Managementinstrument, was die Planung, Budgetierung und die operative Entscheidungsfindung verbessern soll, indem grundlegende Tätigkeiten und Programme innerhalb einer Organisation hinterfragt, evaluiert und analysiert werden. Dies soll dazu führen, dass jeder veranschlagte „Dollar“ nachvollzogen werden kann, welcher an die Bedingung der Organisationsziele geknüpft ist. Allerdings kann die Methodik des ZBB nur bei Programmen angewendet werden, die in einer Kosten/ Nutzen- Beziehung stehen. Dabei ist es irrelevant, ob diese auf subjektive oder quantitative Einschätzungen beruhen (Phyrr (1976), S. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der Haushaltsplanung im öffentlichen Sektor und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie den Gang der Untersuchung vor.
2. Historische Entwicklung: Beleuchtet den Ursprung des ZBB bei Texas Instruments und dessen Transfer in den öffentlichen Sektor unter Jimmy Carter sowie spätere Entwicklungen.
3. Bestandteile und Konzept des Zero-Base Budgeting: Erläutert detailliert die theoretischen Grundlagen, den Prozess der Identifikation von Entscheidungseinheiten, die Konzeption von Paketen und die Rangordnungsverfahren.
4. Anwendungen und Analyse des Zero-Base Budgeting im öffentlichen Sektor: Analysiert die praktische Implementierung auf kommunaler Ebene, im Bundesstaat Georgia und auf US-Bundesebene sowie die dort aufgetretenen Umsetzungsprobleme.
5. Performance Measurement im öffentlichen Sektor: Erörtert die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Leistungsmessung im nicht-gewinnorientierten öffentlichen Bereich im Kontext des ZBB.
6. Kritische Würdigung und Handlungsempfehlungen: Diskutiert kritisch die Zukunft der Methode und gibt Empfehlungen zur Modifikation des ZBB für eine zeitgemäße Anwendung.
7. Schlussfolgerung: Zieht ein Fazit über den Erfolg und die Wirkung des ZBB als Instrument für ein Umdenken in der öffentlichen Budgetierung.
Schlüsselwörter
Zero-Base Budgeting, ZBB, Öffentlicher Sektor, Haushaltsplanung, Entscheidungseinheiten, Entscheidungspakete, Rangordnungsverfahren, Budgetierung, Performance Measurement, öffentliche Finanzen, Effizienz, Kosten-Nutzen-Analyse, Jimmy Carter, Planungsinstrument, Ressourcenallokation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Theorie, Anwendung und kritische Analyse des Zero-Base Budgeting (ZBB) als Budgetierungsinstrument innerhalb der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historische Genese des Konzepts, die methodische Struktur des ZBB-Prozesses, Fallbeispiele aus den USA sowie die Integration von Performance Measurement in öffentliche Haushalte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, den Erfolg des ZBB im öffentlichen Sektor zu bewerten und zu untersuchen, ob der hohe administrative Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie Analysen zur Implementierung des ZBB in verschiedenen Gebietskörperschaften der USA.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen (Entscheidungseinheiten, Ranking) und die praktische Analyse der Implementierungsprobleme sowie die daraus abgeleiteten Erfahrungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Zero-Base Budgeting, öffentliche Haushaltsplanung, Ressourcenallokation, Effizienz und Entscheidungspakete.
Warum wird das ZBB als "kurzfristiges" Instrument kritisiert?
Die Kritik basiert darauf, dass die jährliche, von Grund auf neue Bewertung des Budgets bei Großprojekten oder gesetzlich verpflichtenden Ausgaben ("Mandatory Spending") ineffizient ist und nicht ausreichend langfristige Planungssicherheit bietet.
Inwiefern beeinflussten "politische Faktoren" die Einführung des ZBB?
Die politische Unterstützung durch Jimmy Carter war maßgeblich für die Verbreitung auf Bundesebene, jedoch führten politische Erwartungshaltungen an Kosteneinsparungen, die das ZBB nicht in vollem Umfang erfüllen konnte, zu einer schnellen Abkehr nach seiner Amtszeit.
Wie unterscheidet sich das "New-ZBB" vom ursprünglichen Konzept?
Das New-ZBB fokussiert sich nicht mehr auf die jährliche Überprüfung aller Programme, sondern untersucht nur noch etwa 10% der Aktivitäten jährlich, um den administrativen Aufwand massiv zu reduzieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2019, Bedeutung des Zero-Base Budgeting als Planungs- und Kontrollinstrument für den öffentlichen Sektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936723