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Erving Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell. Ortsbestimmtes Verhalten in einer Lagerhalle

Título: Erving Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell. Ortsbestimmtes Verhalten in einer Lagerhalle

Trabajo , 2020 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Julian Borchard (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Individuen seien in Anwesenheit von anderen durchgehend damit beschäftigt, ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln. Sie seien der Situationsdynamik von Interaktionen unterworfen und würden bewusst oder unbewusst durchgehend damit beschäftigt sein, Situationsnormen zu entsprechen und die Handlungen anderer zu deuten und auf diese zu reagieren (Ringel 2017). Doch Individuen würden sich vor anderen in einem stärkeren Maße als sonst darum bemühen, die offiziell anerkannten Werte der Gesellschaft zu verkörpern (Goffman 1988). Das impliziert, dass es auch Raum-Zeit-Kontinuen gibt, in denen Individuen sich nicht so stark an anerkannten Werten der Gesellschaft orientieren. Goffman entwickelte innerhalb seiner Interaktionstheorie ein Modell, welches sich mit genau dieser Thematik beschäftigt. Sein Modell bestehend aus „Vorderbühne“ und „Hinterbühne“ wird das Thema dieser Ausarbeitung werden.

Dazu wird zuerst im Sinne Goffmans Interaktionstheorie erklärt, wie und wieso Individuen ein Bild von sich produzieren und wieso sie dazu tendieren ihre Darstellungen räumlich zu trennen. Daran anknüpfend wird das „Vorder- und Hinterbühnen-Modell“ erklärt und kurz auf seine Aktualität überprüft. Im Anschluss daran wird anhand eines Beispiels, die Vorder- und Hinterbühnen-Thematik erläutert. Es wird erklärt werden, wie „Lagerarbeiter“ gemeinsam und im Einzelnen, eine normorientierte Darstellung für ihre „Vorgesetzten“ konstruieren und zu welchen Inkonsistenzen es kommt. Die Beobachtungen aus dem Beispiel stützen sich dabei auf persönliche Beobachtungen, welche in einem Zentrallager von einer Kette von Schuhfachgeschäften, produziert wurden. Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell

2.1. Das Selbstdarstellungsdilemma

2.2. räumliche Trennung

2.3. Kritik

3. Ortsbestimmtes Verhalten in der „Lagerhalle“

3.1. Ursprung der Daten und Ausgangslage

3.2. Situationsbestimmung auf der Vorderbühne

3.3. Die Hinterbühne

3.4. Störungen und Fehler / Brüche zwischen Vorder- und Hinterbühne

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Erving Goffmans Modell der Vorder- und Hinterbühne anhand eines praktischen Fallbeispiels in einer Lagerhalle. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Individuen ihre Selbstdarstellung an gesellschaftliche Erwartungen anpassen, welche räumlichen Mechanismen dabei zur Rollentrennung genutzt werden und welche Konflikte durch die Unterdrückung persönlicher Bedürfnisse in einem starren Arbeitsumfeld entstehen.

  • Analyse der Interaktionstheorie nach Erving Goffman
  • Das Selbstdarstellungsdilemma und die Rolle der „Fassade“
  • Räumliche Trennung von Vorder- und Hinterbühne
  • Fallstudie: Lagerarbeit als koordiniertes „Ensemble“
  • Umgang mit Inkonsistenzen und Brüchen in der Darstellung

Auszug aus dem Buch

3.1. Ursprung der Daten und Ausgangslage

Die, in dieser Arbeit verwendeten Beobachtungen wurden im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses gewonnen und entspringen dem Gedächtnisprotokoll. Das Arbeitsverhältnis bestand im Jahr 2017 vom Juli bis zum September. Es handelte sich um eine Vollzeitstelle, bei der die Tagschicht um 7:00 Uhr morgens begann und bis 15:45 Uhr erbracht werden musste. Die Schichten waren durch jeweils zwei Pausen von einmal 15 Minuten und einmal 30 Minuten unterbrochen. Der Arbeitsort war eine Lagerhalle, welche der größte Logistikstandort einer deutschlandweit vertretenen Kette von Schuhfachgeschäften darstellt. Die Arbeitsaufgaben in der Lagerhalle waren stark getrennt und wurden in kleine Arbeitsschritte aufgeteilt. Die formale Rolle des Beobachters in der Organisation befand sich auf der niedrigsten Hierarchiestufe und besaß klar definierte „Anstandsregeln.“ Somit wurden die Daten mithilfe einer teilnehmenden Beobachtung gewonnen. Die formale Rolle des Beobachters lässt sich als „Lagerarbeiter“ definieren.

Neben den Lagerarbeitern gab es noch die formalen Rollen: „Sprinterbus-Fahrer“, „Auszeichner“, „Versand-Mitarbeiter“, „Auspacker“ und „Schichtleiter.“ In der folgenden Analyse soll die Interaktion zwischen den „Lagerarbeitern“ und den „Schichtleitern“ erklärt werden. Die Fahrer, Auszeichner und Versand-Mitarbeiter waren alle auf der gleichen Hierarchiestufe wie die Lagermitarbeiter tätig. Zwar wurde auch in Anwesenheit von anderen Mitarbeitern derselben Hierarchiestufe von den Erwartungen an die „Lagerarbeiterrolle“ abgewichen, dennoch scheint es eher so, als wenn die Darstellung gewechselt wurde, anstatt dass die komplette Fassade abgelegt worden wäre. In dieser Arbeit soll es aber hauptsächlich um die Situationsbestimmung gehen, welche von den „Lagerarbeitern“ für die „Vorarbeiter“ im Zeitraum der Beobachtung, aufrechterhalten wurde. Aufgrund dessen wird die Darstellung der Lagerarbeiter für die anderen formalen Rollen derselben Hierarchiestufe, nicht tiefergehend berücksichtigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Selbstdarstellung anhand von Goffmans „Wir alle spielen Theater“ und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell: Theoretische Erörterung des Selbstdarstellungsdilemmas, der Bedeutung der Fassade sowie der räumlichen Trennung von Bühnenregionen.

3. Ortsbestimmtes Verhalten in der „Lagerhalle“: Empirische Analyse der Arbeitswelt in einem Logistikzentrum, bei der die Teilnehmer als Ensemble eine spezifische Rolle vor dem Publikum der Vorarbeiter aufrechterhalten.

4. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit, welches die Erkenntnisse zur Unterdrückung von Bedürfnissen und den Herausforderungen der Rollenaufrechterhaltung zusammenfasst.

Schlüsselwörter

Erving Goffman, Vorderbühne, Hinterbühne, Selbstdarstellung, Interaktionstheorie, Fassade, soziale Rolle, Lagerhalle, Arbeitswelt, Eindrucksmanipulation, Wahrnehmungsschranken, Ensemble, Anstandsregeln, Soziologie, Rollenkonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert soziologische Konzepte der Selbstdarstellung nach Erving Goffman und wendet diese auf den realen Arbeitsalltag in einer Lagerhalle an.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Vorder- und Hinterbühnen-Modell, die Koordination von Rollen in Ensembles sowie die Problematik von Inkonsistenzen in der sozialen Darstellung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Angestellte in einem starren beruflichen Umfeld durch räumliche Trennung und Rolleninszenierung versuchen, den Anforderungen an ihre „Fassade“ gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt teilnehmende Beobachtung und ein Gedächtnisprotokoll, das während eines realen Arbeitsverhältnisses in einer Lagerhalle im Jahr 2017 entstand.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden die theoretischen Grundlagen des Modells dargelegt und anschließend auf die spezifischen Arbeitsaufgaben und sozialen Interaktionen im Logistikzentrum übertragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Vorderbühne, Hinterbühne, Selbstdarstellung, Fassade, Eindrucksmanipulation und soziale Rolle.

Wie unterscheidet sich die Arbeitssituation in der Lagerhalle von Goffmans klassischem Modell?

Das Besondere ist die mangelnde geografische Abgrenzung der Bühnen, wodurch das Personal ständig Gefahr läuft, bei unzureichender Rollenperformance sanktioniert zu werden.

Welche Rolle spielt die Hinterbühne in der Lagerhalle konkret?

Sie dient primär als Rückzugsort, um kurzzeitig aus der erschöpfenden Rolle des „konzentrierten Arbeiters“ zu schlüpfen und persönliche Bedürfnisse, wie Kommunikation mit Kollegen, zu befriedigen.

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Detalles

Título
Erving Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell. Ortsbestimmtes Verhalten in einer Lagerhalle
Universidad
Bielefeld University
Calificación
1,0
Autor
Julian Borchard (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
19
No. de catálogo
V936724
ISBN (Ebook)
9783346268228
ISBN (Libro)
9783346268235
Idioma
Alemán
Etiqueta
erving goffmans vorder- hinterbühnen-modell ortsbestimmtes verhalten lagerhalle
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julian Borchard (Autor), 2020, Erving Goffmans Vorder- und Hinterbühnen-Modell. Ortsbestimmtes Verhalten in einer Lagerhalle, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936724
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