In dieser Arbeit wird die Gestaltung des Mathematikunterrichts mit der Flipped Classroom Methode untersucht. Im Rahmen des Blended Learnings werden beim Flipped Classroom übliche Lerninhalte innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers "umgedreht"(Ebel et al. 2015, S. 2; Behringer 2014). Unter diesem Konzept besteht eine Unterrichtseinheit aus einer vorgelagerten Lernphase, dem Präsenzunterricht sowie einer nachgelagerten Lernphase.
Mithilfe zur Verfügung gestellter Lernmaterialien, beispielsweise in Form von Lernvideos, eignen sich die Lernenden in der vorgelagerten Lernphase die Lerninhalte eigenständig an. Die folgende Präsenzphase (Präsenzunterricht) baut auf der vorgelagerten Lernphase auf und bietet Gelegenheit zur Diagnose von Problemen, zur Übung, Vertiefung und Reflexion. In der nachgelagerten Lernphase haben die Lernenden die Möglichkeit die Inhalte individuell nachzuarbeiten und ihr Wissen zu festigen. Die Vorteile der Methode liegen unter anderem darin, einen höheren Grad der Individualisierung zu erreichen und die effektive Lernzeit - zumindest während der Präsenzphasen - zu erhöhen. Der Unterrichtsgestaltung eröffnet diese Methode neue Wege zur kreativen didaktischen Aufbereitung von Lerninhalten und trägt das Potenzial mehr Gestaltungsspielraum für die Präsenzphase zu eröffnen. Zugleich werden Qualitätsmerkmale von Lernvideos und deren Akzeptanz unter den Lernenden sowie die Auswirkungen der Methode auf den Unterricht und den Lehr-Lernprozess untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gliederung und Ziele der Arbeit
1.2 Methodologische Einordnung
1.3 Definitorische Grundlagen
1.3.1 Blended Learning
1.3.2 Flipped Classroom
2 Methodische Gestaltung des Mathematikunterrichts
2.1 Implementierung der Flipped Classroom Methode in den Mathematikunterricht
2.2 Lernprozessgestaltung
2.3 Qualitätskriterien von Lernvideos
3 Konzeption und Planung der Unterrichtssequenz
3.1 Lernausgangslage
3.2 Gestaltung der Vorbereitungsphase auf die Flipped Classroom Sequenz
3.2.1 Darstellung der Vorbereitungsphase auf den Flipped Classroom Unterricht
3.2.2 Erfahrungen der Vorbereitungsphase
3.3 Darstellung einer exemplarischen Unterrichtseinheit
3.3.1 Fachliche Inhalte der Unterrichtseinheit (Curriculare Einordnung)
3.3.2 Didaktisch-methodische Erwägungen
4 Evaluation der Unterrichtssequenz
4.1 Eingangserhebung der Erfahrung mit Lernvideos
4.2 Auswertung des Online-Lerntagebuchs
4.3 Auswertungen des Online-Fragebogens
4.4 Schülerinterviews
4.5 Ergebnisse der Lernstandserhebung
4.6 Interpretation der Ergebnisse
5 Reflexion der Unterrichtsequenz
6 Ergebnisse, Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung des Mathematikunterrichts in der Jahrgangsstufe 11 der Fachoberschule unter Anwendung der Flipped-Classroom-Methode. Das primäre Ziel ist es, erste Erfahrungen mit diesem Unterrichtskonzept zu sammeln, insbesondere hinsichtlich der Einbindung von Lernvideos als Vorbereitung auf den Präsenzunterricht, um so die Effektivität des Lernprozesses und die Qualität der individuellen Förderung zu steigern.
- Adaption des Flipped-Classroom-Konzepts für den Mathematikunterricht
- Definition von Qualitätskriterien für den Einsatz von Lernvideos
- Planung und didaktische Sequenzierung von Unterrichtseinheiten
- Analyse der Akzeptanz und des subjektiven Nutzens aus Sicht der Lernenden
- Reflexion des Einflusses auf die Lernkultur und Unterrichtspraxis
Auszug aus dem Buch
Methodische Gestaltung des Mathematikunterrichts
Die übergeordnete Unterrichtssystematik folgt dem Prinzip der direkten Instruktion (Hattie et al. 2013, S. 242). Die Abbildung 3 zeichnet kompakt die Lehr-Lern-Schrittfolge des „Verfahren direkter Instruktion“ nach Leisen (2014, S. 7) in Kombination mit Wellenreuter (2014, S. 8) ab. Die Phasen des Lernzyklusmodells sind interdependent zueinander und erfordern ein iteratives Vorgehen. Der Gestaltungsprozess umfasst vier Phasen sowie fünf Hauptmerkmale (Schritte). Zugleich lassen sich die Phasen anhand einer „Lernlinie“ abzeichnen, welche die Lernschritte zwischen Input- und Plateauphase4 lernpsychologisch und fachdidaktisch betrachtet (Leisen 2014, S. 10).
Im folgenden Abschnitt findet die Adaption der Flipped Classroom Methode unter der übergeordneten Unterrichtssystematik statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse an innovativen Unterrichtskonzepten wie Flipped Classroom, um den Frontalunterricht zu entlasten und individuelle Lernzeit zu gewinnen.
2 Methodische Gestaltung des Mathematikunterrichts: Das Kapitel erläutert die Implementierung der Methode in den Mathematikunterricht sowie Qualitätskriterien für Lernvideos auf Basis von Lehr-Lern-Modellen.
3 Konzeption und Planung der Unterrichtssequenz: Hier werden die Lernausgangslage sowie die praktische Planung und didaktische Strukturierung einer exemplarischen Unterrichtseinheit zur Abstandsbestimmung dargelegt.
4 Evaluation der Unterrichtssequenz: In diesem Teil werden die Evaluationsergebnisse aus Online-Lerntagebüchern, Fragebögen und Interviews vorgestellt, um die Akzeptanz der Lernenden zu analysieren.
5 Reflexion der Unterrichtsequenz: Dieses Kapitel reflektiert den gesamten Projektverlauf und die Auswirkungen der Methode auf die Lernkultur aus der Sicht des Lehrenden.
6 Ergebnisse, Diskussion und Ausblick: Der Abschluss fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, diskutiert Herausforderungen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Bereich des digitalen Klassenzimmers.
Schlüsselwörter
Blended Learning, Flipped Classroom, Mathematikunterricht, Lernvideos, Unterrichtsgestaltung, direkte Instruktion, Design-Based-Research, Qualitätskriterien, Schülerzentrierung, digitale Medien, Lernprozess, Evaluation, Lernausgangslage, Lernkultur, Abstandsbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Untersuchung und Erprobung der Flipped-Classroom-Methode im Mathematikunterricht der 11. Klasse an einer Fachoberschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktische Planung des Unterrichts, der Einsatz von Lernvideos zur Wissensvermittlung und die methodische Sequenzierung in Vor- und Nachbereitungsphasen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist das Sammeln erster Praxiserfahrungen mit dem Flipped-Classroom-Konzept sowie die Untersuchung der Akzeptanz und des Nutzens digitaler Lernvideos für die Lernenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf dem Design-Based-Research-Ansatz, kombiniert mit einer literaturbasierten Anforderungsanalyse und einer begleitenden Evaluation durch Umfragen und Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Konzeption, der Planung einer Unterrichtssequenz, der praktischen Anwendung in 14 Unterrichtseinheiten und der abschließenden Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Blended Learning, Flipped Classroom, Qualitätskriterien von Lernvideos, direkte Instruktion und individualisiertes Lernen.
Wie gehen die Lernenden mit der Vorbereitung auf den Unterricht um?
Die Lernenden nutzen Lernvideos und Materialien in einer vorgelagerten Phase. Die Arbeit zeigt, dass nach einer Eingewöhnungsphase ein hohes Maß an Eigenverantwortung und eine verbesserte Lernkultur entstanden sind.
Welche Bedeutung haben die Lernvideos für die Schülerinnen und Schüler?
Die Lernvideos werden von den Lernenden als nützliches Werkzeug empfunden, da sie individuelle Lernphasen ermöglichen, wie das Zurückspulen oder erneute Ansehen von Erklärungen.
Wie reagierten die Lernenden auf das Gesamtkonzept?
Die Rückmeldungen waren mehrheitlich sehr positiv; die Lernenden schätzen die Individualisierung und die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die Unterrichtsinhalte vorzubereiten.
- Citar trabajo
- Stefan Schröder (Autor), 2017, "Flipped Classroom" im Mathematikunterricht. Erste Erfahrungen mit dem Einsatz von Lernvideos in der Jahrgangsstufe 11, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/936738