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Islam, Islamismus, Al-Qaida?

Der ideologische Hintergrund Osama bin Ladens und Ayman al-Zawahiris

Título: Islam, Islamismus, Al-Qaida?

Trabajo , 2008 , 34 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Draeger (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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Um zu verstehen, was Islamisten und Jihadisten zu ihren Taten treibt, ist es notwendig, auch den religiösen und historischen Hintergrund mit einzubeziehen. In der vorliegenden Arbeit wird dies am Beispiel bin Ladens und al-Zawahiris erfolgen. Es wird aufgezeigt, aus welchen innerislamischen Traditionen sich diese beiden populärsten Vertreter des radikalen Islamismus speisen. Ihr Diskurs wird analysiert, und anhand einzelner Beispiele ihr ideologischer Urspung dargestellt (Ibn Taimiyya, Sayyid Qutb, Abdullah Azzam u.a.). Die Anschläge vom 11. September 2001 haben in der westlichen Welt eine tiefe Verunsicherung darüber hinterlassen, was der Islam sei und ob man sich in Zukunft dauerhaft auf Terror von islamischer Seite einstellen müsse. Vor allem die Frage nach der Gewalttätigkeit des Islam und dem Ursprung und Hintergrund des Islamismus ist seitdem immer wieder gestellt worden. Schnell wurden Stimmen laut, die für eine harte Gangart im Umgang mit Muslimen plädierten: „We should invade their countries, kill their leaders and convert them to Christianity“ forderte etwa die amerikanische Kolumnistin Anne Coulter, und George W. Bush sprach von einem Kreuzzug gegen den Terrorismus – er schien wieder da, der alte, unversöhnliche Gegensatz zwischen dem christlich geprägten Westen und der islamischen Welt.
Vor allem Vertreter islamischer Organisationen und der Kirche sowie Politiker aus dem Westen, aber auch aus dem Nahen Osten betonten hingegen, die Anschläge hätten nichts mit dem Islam zu tun, vielmehr sei die Religion zu politischen Zwecken missbraucht worden. Muslimische Führer und Geistliche weltweit betonten, dass der Islam die Tötung von unschuldigen Zivilisten verbiete. Das ist zwar richtig, unterstützt wird diese Aussage jedoch auch von der Hisbollah, die gleichzeitig Selbstmordanschläge gegen Israelis mit der Begründung rechtfertigt, dass es in Israel keine Zivilisten gäbe. Eine seltsame Allianz fand sich hier ein, mit seltsamen Fürsprechern für eine islamische Friedfertigkeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entkolonialisierung und Radikalisierung im Islam

3. Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri

4. Der Diskurs von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri

4.1 Analyse

4.2 Lösung

4.3 Ziel

5. Ausgewählte Aspekte und ihr ideologischer Ursprung

5.1 Bündnis der Juden und Kreuzfahrer gegen den Islam

5.2 Abfall von Muslimen und muslimischer Herrscher vom Glauben

5.2.1 Ibn Taimiyya und die Anti-Mongolen-Fatwa

5.2.2 Sayyid Qutb und die Jahiliyya

5.3 Jihad ist zu allererst Kampf

5.4 Der Jihad ist eine individuelle Pflicht

6. Schlussbetrachtung: Ein Phänomen, sein Ursprung und dessen Verdrängung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologischen Grundlagen des Jihadismus am Beispiel von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri. Ziel ist es, deren Gedankenkonstrukt zu analysieren, historisch in die islamische Geistesgeschichte einzuordnen und aufzuzeigen, wie sie sich auf etablierte radikale Konzepte berufen, um ihren Diskurs zu legitimieren.

  • Historischer Kontext der Radikalisierung im Islam
  • Analyse der Verlautbarungen von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri
  • Die Rolle zentraler Ideologen wie Ibn Taimiyya und Sayyid Qutb
  • Reinterpretation des Jihad-Begriffs als individueller, kriegerischer Kampf

Auszug aus dem Buch

4. Der Diskurs von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri

Der Versuch, das Gedankenkonstrukt der Al-Qaida zu erschließen, ist ohne die Analyse der Verlautbarungen und der veröffentlichten Texte Osama bin Ladens und Ayman al-Zawahiris unmöglich. Dennoch ist es augenscheinlich, dass die Versuche, die Al-Qaida von ihrer Ideologie her zu erschließen, alle neueren Datums sind. Lange beschränkte man sich bei der Analyse des Phänomens auf spektakuläre Attentate, Entführungen, Hinrichtungen oder „Erklärungen von turbantragenden Ideologen vor einer Grotte“. Doch über diese Fernseherklärungen hinaus gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen in Video-, Audio und Textform, die nur allmählich Beachtung fanden. Ein Grund dafür mag sein, dass manche Texte nur in Arabisch vorliegen, doch eine zunehmende Anzahl von ihnen gibt es mittlerweile auch in englischen oder sogar deutschen Übersetzungen.

Um möglichst nahe an der Quelle zu bleiben wird im Folgenden der Diskurs von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri anhand ihrer Verlautbarungen vorgestellt. Grundlegend dabei sind die Übersetzungen und Kommentierungen der Schriften durch Gilles Kepel und Pierre Milelli. Ergänzend wird auch das Werk Abou-Taams und Ruth Bigalkes herangezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Verunsicherung in der westlichen Welt nach dem 11. September und führt in die Fragestellung nach der Gewalttätigkeit des Islam und dem Ursprung des Islamismus ein.

2. Entkolonialisierung und Radikalisierung im Islam: Untersucht den Einfluss der Muslimbruderschaft sowie die Auswirkungen der westlichen Kolonialisierung und die Sinnkrise in der muslimischen Welt des 20. Jahrhunderts.

3. Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri: Skizziert die ideologische Entwicklung der beiden Al-Qaida-Führer und beleuchtet ihre Radikalisierung vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Lebenswege.

4. Der Diskurs von Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri: Analysiert systematisch die drei Kategorien Analyse, Lösung und Ziel in den Verlautbarungen der beiden Akteure.

5. Ausgewählte Aspekte und ihr ideologischer Ursprung: Einordnung der jihadistischen Argumente in einen historischen und ideengeschichtlichen Kontext, insbesondere durch Bezugnahme auf Ibn Taimiyya und Sayyid Qutb.

6. Schlussbetrachtung: Ein Phänomen, sein Ursprung und dessen Verdrängung: Fasst zusammen, dass Jihadismus nicht losgelöst vom Islam betrachtet werden kann, sondern an bestehende radikale Interpretationsstränge anknüpft.

Schlüsselwörter

Jihad, Islamismus, Jihadismus, Al-Qaida, Osama bin Laden, Ayman al-Zawahiri, Ibn Taimiyya, Sayyid Qutb, Jahiliyya, Takfir, Scharia, Radikalisierung, Ideologie, Umma, Heiliger Krieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ideologischen Herleitung des Jihadismus und untersucht, wie bin Laden und al-Zawahiri ihre Aktionen theologisch und historisch begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Jihad, der Kampf gegen den "nahen" und "fernen" Feind sowie die Rolle der Scharia in der jihadistischen Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, dass der Jihadismus nicht aus einem luftleeren Raum entsteht, sondern auf einer historischen Kette von Denkern und Interpretationen aufbaut.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Auswertung von Originaltexten und Verlautbarungen der Anführer sowie den Vergleich mit etablierter Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Strategie von Al-Qaida und die ideengeschichtliche Herleitung ihrer Thesen durch Denker wie Ibn Taimiyya und Sayyid Qutb.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Jihad, Islamismus, Al-Qaida, Ideologie, Jahiliyya und Takfir.

Wie interpretieren bin Laden und al-Zawahiri den Begriff Jihad?

Sie definieren Jihad primär als kriegerischen, bewaffneten Kampf und weiten diesen zur individuellen Pflicht für jeden Muslim aus, statt ihn lediglich als inneren, spirituellen Kampf zu verstehen.

Welche Rolle spielt die "Jahiliyya" in der Argumentation von Sayyid Qutb?

Qutb nutzt den Begriff der vorislamischen Unwissenheit, um sämtliche bestehende Gesellschaften – auch muslimische – als antiislamisch zu markieren und somit den Widerstand gegen diese Regierungen zu legitimieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "nahem" und "fernem" Feind für die Al-Qaida wichtig?

Der Fokus auf den "fernen Feind" (USA/Westen) stellt eine strategische Neuausrichtung dar, um durch spektakuläre Aktionen den Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen und die muslimische Welt zu mobilisieren.

Final del extracto de 34 páginas  - subir

Detalles

Título
Islam, Islamismus, Al-Qaida?
Subtítulo
Der ideologische Hintergrund Osama bin Ladens und Ayman al-Zawahiris
Universidad
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Curso
Theoretische Reflexionen über den Krieg
Calificación
1,0
Autor
Michael Draeger (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
34
No. de catálogo
V93694
ISBN (Ebook)
9783640100552
Idioma
Alemán
Etiqueta
Islam Islamismus Al-Qaida Theoretische Reflexionen Krieg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Draeger (Autor), 2008, Islam, Islamismus, Al-Qaida?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93694
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