Die Möglichkeiten virtueller Gruppenarbeiten am Beispiel einer Mastereingangswoche für Erstsemesterstudierende


Ausarbeitung, 2020

17 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Forming
2.2 Storming
2.3 Norming
2.4 Performing

3 Schluss: Zusammenfassung und Fazit

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang
5.1 Mindmap-Abbildungen

6 Tool-Links

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ziele der MEP-Woche

Abbildung 2: MEP-Präsenzwoche Ablaufplan

Abbildung 3: Teamuhr für Tutoren

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Ausarbeitung auf die parallele Verwendung der männlichen und weiblichen Sprachform verzichtet.

1 Einleitung

Viele Hochschulen und Universitäten sind von der Coronavirus-Pandemie stark betroffen. So wurden in kurzer Zeit viele Veranstaltungen auf digitale Formate umgestellt. Im Studiengang Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung gibt es eine Mastereingangswoche für Erstsemesterstudierende. Auch diese wird nun online stattfinden. Diese Arbeit möchte die Planung und Vorgehensweisen für eine digitale und virtuelle Durchführung fokussieren und legt den Schwerpunkt dabei auf die Gruppenarbeiten, speziell auf die Gruppenarbeiten in der Mastereingangswoche. Der Fokus liegt auf der Tutorenrolle und zeigt, welche Besonderheiten aufgrund der genannten Veränderung bezüglich Gruppenarbeiten einhergehen. Die vorliegende Ausarbeitung wird im Rahmen der mündlichen Kernthemenprüfung geschrieben und hat zum Ziel, die bisher in Präsenz geplanten Gruppenarbeiten der Mastereingangswoche online zu gestalten. Die Fragestellung hierzu lautet: Wie kann eine bestehende Präsenz-Gruppenarbeit in eine virtuelle Gruppenarbeit übertragen und bestmöglich vom Lernbegleiter unterstützt werden? Meine Motivation über dieses Thema zu schreiben hat ihren Ursprung im Interesse für das Kernthema „Digitalisierung und Erwachsenenbildung“. Der Besuch des Kernthemas bei Herrn Jonas Falk weckte bei mir das Interesse, wie didaktisch und methodisch Gruppenarbeitsprozesse virtuell effektiv gestaltet werden können.

2 Hauptteil

„Der Begriff Team ist eine Sammelbezeichnung für alle arbeits- und aufgabenbezogenen Gruppen, deren Mitglieder kooperieren“ (König/Schattenhofer, 2006, S. 18) für die Erreichung eines gemeinsamen Ziels. Die wichtigsten Ziele der bereits in der Einleitung beschriebenen Master-eingangswoche (von Montag bis Freitag) zeigt nachfolgende Abbildung.

Abbildung 1: Ziele der MEP-Woche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Im Fokus dieser Arbeit steht zum einen das Ziel, dass Erstesemesterstudierende eine erwachsenenbildnerische Fragestellung bearbeiten und präsentieren. Dies impliziert eines der primären Ziele der Tutoren, die Erstsemesterstudierenden mit der Arbeitsweise des Studiengangs vertraut zu machen. In der Mastereingangswoche im Präsenzformat war bisher die Gruppenarbeit wie folgt vorgesehen: Die Mastererstsemesterstudierenden erhalten von den Tutoren erste Einblicke in die Themen der Erwachsenenbildung und damit auch in unterschiedliche Berufsfelder. Daraufhin sollten die Erstsemesterstudierenden sich eine eigene Fragestellung bzw. ein Thema in einem dieser Felder suchen, um im nächsten Schritt auf Basis der gesammelten Themen eine Gruppenbildung zu bestimmten Themen zu ermöglichen. Die Gruppe erarbeitet im Anschluss gemeinsam eine Fragestellung im erwachsenenbildnerischen Themenbereich und präsentiert dies den Kommilitonen und Tutoren. Anschließend wird das Thema in einer Wissensinsel in Ilias (PH-Online-Plattform) festgehalten. Hierfür erhalten die Erstsemesterstudierende Credit Points. Der geschilderte Ablauf ist auch im nachfolgenden gesamten Ablaufplan der MEP-Präsenzwoche ersichtlich.

Abbildung 2: MEP-Präsenzwoche Ablaufplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Um die beschriebene Planung vom Präsenzlernen in Onlinelernen umzustellen gilt es verschiedenes zu berücksichtigen. Positiv in Gruppenarbeiten zu vermerken ist, dass Gruppenarbeiten aufgrund der Ortsunabhängigkeit flexibler geplant werden können. Allerdings findet aufgrund der fehlenden physischen Anwesenheit in einer Räumlichkeit kein persönliches Kennenlernen statt, die Erstsemesterstudierenden und auch die Tutoren benötigen eine stabile Internetverbindung sowie Programme mit denen gearbeitet werden soll. Die Koordination, welche Person zu welchem Zeitpunkt spricht muss teilweise anders gestaltet werden und erfordert besonders im Onlineformat neue Moderationsfähigkeiten. Wie eine Variante hin zu einem Onlineformat im Detail aussehen könnte, wird nachfolgend erläutert.

Noch bevor es zu den geplanten Gruppenarbeiten kommt, finden bereits eine Vorstellungsrunde und erste Kennenlernspiele online in der gesamten Erstsemesterstudierendengruppe statt. Auf diese wird im weiteren Verlauf der Ausarbeitung nicht weiter eingegangen. Die Studierenden haben verschiedene Themen der Erwachsenenbildung kennengelernt. Hierfür musste sich jeder online in vitero, ein virtueller Teamraum, einwählen. Vitero ist eine Software, die sich gut für Durchführungen virtueller Treffen, Trainings oder Meetings eignet und ist bekannt für seine sehr realitätsnahe Bedingungen (vitero GmbhH, 2020, S. 1). Im Vitero-Raum ist es somit möglich, die Teilnehmenden in verschiedene Gruppen einzuteilen. Es werden je nach Anzahl an Tutorthemengruppen die gleiche Gruppenanzahl an Erstsemesterstudierenden gebildet, die dann online von Gruppenraum zu Gruppenraum wechseln. In den Gruppenräumen warten die Tutoren mit ihrem jeweiligen Thema zur Erwachsenenbildung und erzählen und präsentieren mit einem interaktiven Tool etwas über das Thema. Jede Tutorengruppe hat sich bereits im Vorfeld in ein Tool eingearbeitet, das für die Themenpräsentation verwendet wird. Beispielsweise präsentiert eine Gruppe mit dem Tool miro oder prezi, eine interaktivere Form der Präsentationsdarstellung. Andere Gruppen bringen entweder das Tool LimeSurvey oder das Quizz-Tool kahoot / learningapps.org zum Einsatz oder präsentieren ihr Thema mit Hilfe eines Videos (entweder selbst aufgenommen über eine Handykamera und Bearbeitung mit Hilfe von Moviemaker, einer Bildschirmaufnahme mit Hilfe von Camtasia, die Erstellung eines Videos mit Adobe Spark oder das Zeigen eines passenden bestehenden Videos über YouTube). Bereits hier kann für die Studierenden ein Hinweis gegeben werden, dass sie sich Notizen zu den Bereichen machen sollen, da sie an späterer Stelle ein Thema aus diesen Bereichen wählen sollen sowie eine Fragestellung hierzu entwickeln sollen. Nach der Vorstellung erhalten die Studierenden idealerweise auch ein digitales Handout mit den wichtigsten Punkten zum Thema per Mail zugesandt und/oder können sich Screenshots von den wichtigsten Folien der Präsentation der Tutoren machen. Bei der Themendarstellungspräsentation sollten die Tutoren besonders darauf achten, die Motivation der Erstsemesterstudierenden hochzuhalten. Dies kann mit Hilfe von Fragen geschehen, wie: „Kennt jemand bereits etwas über das Thema?“, „Hat jemand in diesem Berufsfeld vielleicht schon Erfahrungen gesammelt?“ oder „Hat bereits jemand Erfahrungen gesammelt mit dem Tool, dass die Tutorgruppe verwendet?“. Es ist wichtig am Ende der Vorstellung Raum für Fragen und Diskussion einzuplanen. Dies steigert nicht nur die Motivation, sondern bringt den Studierenden auch Praxisnähe und Missverständnisse können einfach aus dem Weg geräumt werden. Im Anschluss der gesamten Themenvorstellungen aller Tutorgruppen gehen alle wieder in den Hauptraum zurück. Auch das muss von den Tutoren gut angeleitet werden, damit sich keiner in den virtuellen Gruppenräumen verläuft. Im Hauptraum finden sich so alle wieder zusammen und die weitere Aufgabenstellung wird vom Dozenten oder einem Tutor erläutert. Ziel ist es, dass die Studierenden sich zu einem der Themen eine Fragestellung überlegen und diese bereits bis am nächsten Morgen in „Doodle“ eintragen. Hierfür wird bereits in der vitero-Veranstaltung ein Link zum kopieren eingeblendet. Zudem erhalten die Studierenden diesen Link mit einer zusätzlichen Anweisung nochmals per Mail zugesandt, falls jemand früher die Veranstaltung verlassen musste oder nicht daran teilnehmen konnte. Hierfür sollte bereits im Vorhinein ein Tutor damit beauftragt werden, der die Teilnehmerliste im Blick behält und sich notiert, wenn Personen aus dem Programm rausfliegen oder gehen. Es ist wichtig im Vorfeld zu kommunizieren, dass sich Personen bitte abmelden, wenn sie früher gehen müssen. Zudem ist es sinnvoll eine IT-Hotline einzurichten, bei der die Erstsemesterstudierenden Hilfestellung erhalten, wenn sie Probleme bei der Einwahl in das Online-Treffen haben. Haben die Studierende alle eine Fragestellung am Folgetag eingereicht, kann im Anschluss die Gruppenbildung stattfinden. Ähnliche Fragestellungen werden von den Tutoren zusammengefasst. Erneut treffen sich alle im vitero-Raum und eine Gruppenbildung wird von den zuvor bestimmten Tutoren anmoderiert. Dies erfordert seitens der Tutoren eine verständliche und einfache Fragenformulierung an die Studierenden, da die Tutoren zunächst keinen Gesichtsausdruck sehen können sollte hier Geduld und Zeit eingeplant werden, um die Studierenden nicht zu überfordern. Ob das jeweilige Thema wirklich zusammengefasst werden kann oder sich eine Person vorstellen könnte noch zu einer anderen Gruppe zu wechseln, damit die Gruppenzahlen stimmen, wird häufig bereits an nonverbalen Äußerungen deutlich, die hier fehlen. Tutoren können beim Moderieren auf die Symbole wie „Daumen hoch oder runter“ und verschiedene „Smilies“ verweisen. Diese unterstützen die einfache und schnelle Kommunikation. Zudem gibt es in den vitero-Räumen die Möglichkeit Moderationskarten zu verteilen und zu ordnen. So können die Tutoren im Vorfeld die Fragestellungs-/Themenkarten selbst anfertigen und clustern. Dies vereinfacht die Gruppenzuordnung. Sind die Gruppen bestimmt, wählt jede Gruppe ein bestimmtes Online-Tool, um die Präsentation der Fragestellung zu gestalten über eine Doodle-Liste aus. Aufgrund der Visualisierung in Doodle ist die Übersicht klar. Des Weiteren kennen die Erstsemesterstudierenden die Tools bereits aus der Themenvorstellung im Bereich Erwachsenenbildung und mögliche Berufsfelder der Erwachsenenbildung der Tutoren. Auch neue Tool-Ideen können in Rücksprache mit dem Dozenten genutzt werden. Für eine eigene Recherche für andere Tools, bietet sich die Seite: https://www.docdroid.net/uyjfOYW/ digimedien-tools-gesamt-bs-xlsx#page=26 an. Hier findet sich eine lange Liste von verschiedenen Tools für interaktive Präsentationen und Trainings wieder. Im Onlineformat wird auf eine Erstellung einer Wissensinsel verzichtet, da sich die Studierenden bereits in ein neues interaktives Tool zur Online-Präsentation einarbeiten. Sind das Thema und das Tool für jede Gruppe bestimmt, beginnt die Gruppenarbeitsphase.

Wie sich die Tutorenrolle aufgrund des Onlineformats in den Gruppenarbeiten verändert und welche Besonderheiten dabei zu berücksichtigen sind, wird im Nachfolgenden in der Teamuhr-Abbildung ersichtlich. Ich beziehe mich dabei auf die Theorie nach dem Gruppendynamik-Modell von Tuckman, welches die Gruppenentwicklungsphasen in: Forming, Storming, Norming und Performing unterteilt (Tuckman, 1965).

Abbildung 3: Teamuhr für Tutoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Stahl, 2002, S. 49ff; Tuckman, 1965, S. 348ff

2.1 Forming

Jede Gruppe hat nun ein gemeinsames Interesse für ein Thema sowie eventuell bereits eine fertig definierte Fragestellung vorliegen, die sie bearbeiten möchten. Für den Tutor gilt zunächst in einem virtuellen Gruppenraum mit dabei zu sitzen und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Als Tutor sollte darauf geachtet werden, ob für die Gruppe die Aufgabenstellung verständlich ist. Das Forming kann durch Anregungen von Informationsbeschaffungs-Ideen wie: Bibliothekskatalog, Google-Scholar, spannende Unternehmen im Netz suchen, die das Thema beleuchten, jemanden Interviewen, etc. unterstützt werden. Wichtig ist, dass ein Kommunikationmittel zum weiteren Austausch festgelegt wird. Beispielsweise kann das Gründen einer WhatsApp-Gruppe oder das Festlegen von Mailkontakt hilfreich sein. Zudem ist neu, dass der Tutor auch die Toolexpertise des gewählten Tools der Gruppe gut beherrscht und somit auch hier Fragen beantworten kann sowie Fragen zur Technik bei Verbindungsproblemen beherrscht.

Der Tutor kann erste Hilfe bezüglich Technikprobleme geben wie beispielsweise:

- Headset benutzen bei Tonstörungen (und noch vor Betreten des virtuellen Raumes anschließen)
- LAN-Kabel anschließen bei Verbindungsproblemen
- Neu ein- und ausloggen in das verwendete Meetingtool bei Problemen
- Der Tutor kennt neue Tools, um mit der Gruppe in ein neues Tool wechseln zu können, falls das verwendete Tool nicht funktioniert (Alternativen: Zoom, Adobe Connect, Skype, WhatsApp- und, Facebookvideokonferenz, Vitero etc.).

Der Tutor achtet darauf, dass genug Raum zum Kennenlernen und zum Austausch stattfinden kann und sorgt dafür, dass die Technik funktioniert. Er muss sich bewusst sein, dass aufgrund dessen, dass er im virtuellen Raum dabeisitzt, zunächst die Gruppenarbeit von Zurückhaltung und Schüchternheit geprägt sein kann. Vielleicht haben die Erstsemester Angst etwas Falsches zu sagen und trauen sich in Anwesenheit des Tutors nicht. Sollte dies der Fall sein und der Tutor merkt dies, wäre es besser sich zurückzuziehen. Kann dies so gelöst werden, dass er dennoch für die Gruppe ansprechbar ist, wenn diese ihn braucht, in dem er in einen virtuellen Gruppennebenraum geht und der Gruppe sagt, wenn sie ihn brauchen, können Sie ihn im Gruppennebenraum zurückholen. Schließlich braucht es Zeit erste Beziehungen aufzubauen und in eine gemeinsame Arbeitsweise zu starten. Dennoch hat der Tutor die Möglichkeit, immer mal wieder in den Gruppenraum zu gehen und nachzufragen, ob es seine Hilfe benötigt und Fragen aufgetaucht sind, bei denen er helfen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Möglichkeiten virtueller Gruppenarbeiten am Beispiel einer Mastereingangswoche für Erstsemesterstudierende
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V937030
ISBN (eBook)
9783346269157
ISBN (Buch)
9783346269164
Sprache
Deutsch
Schlagworte
möglichkeiten, gruppenarbeiten, beispiel, mastereingangswoche, erstsemesterstudierende
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Die Möglichkeiten virtueller Gruppenarbeiten am Beispiel einer Mastereingangswoche für Erstsemesterstudierende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937030

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