Das Ziel der Arbeit ist es, die Thematik Work-Life-Balance hinsichtlich ihrer Bedeutung, Motive und Grundlagen zu erarbeiten, um letztlich die Frage zu beantworten, welche Handlungsmaßnahmen sowohl Betriebe als auch das Individuum selbst für eine gelingende Work-Life-Balance (WLB) umsetzen könnten.
Beginnend mit ausgewählten Motiven für die Notwendigkeit der WLB, werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Work-Life-Balance geklärt. Es werden in dieser Arbeit lediglich ausgewählte Motive diskutiert, da mehr den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Daraufhin wird sich intensiver mit den drei Wortbausteinen work, life und balance auseinandergesetzt, um am Ende zu versuchen den Begriff in seiner Gesamtheit zu definieren.
WLB ist als ein dynamischer Prozess zu sehen. Zur Veranschaulichung dieses Prozesses werden daher zwei ausgewählte Modelle vorgestellt: Das Wippenmodell von Kastner und das Mobile-Modell von Rüdiger. Im darauffolgenden Kapitel werden zwei mögliche psychische Erkrankungen, deren Ursache in der Unvereinbarkeit von Berufs- und Privatleben begründet sein könnte erläutert, nämlich Burn-Out und Depressionen.
Nachdem die theoretischen Grundlagen und die für diese Arbeit wichtigsten Begrifflichkeiten erläutert wurden, wird in den nächsten Kapiteln genauer dargestellt, welche Maßnahmen zur Umsetzung der WLB existieren und wie diese aufgebaut sind. Zur Ausführung der betrieblichen Maßnahmen sind die Aspekte Arbeitszeit- und Ortflexibilisierung als am relevantesten eingestuft worden und werden daher konkreter ausgeführt.
Da WLB jedoch nur funktionieren kann, wenn auch das Individuum etwas dazu beiträgt, werden zwei wichtige Maßnahmen, die man als Einzelperson selbst umsetzen kann, vorgestellt. Dafür wird zunächst der Begriff der Selbstsorge angeführt, der mit Selbstreflexion und Selbstführung einhergeht. Als zweite Selbstmaßnahme wird die Achtsamkeit hinsichtlich ihrer Bedeutung erklärt. Im Zuge dessen wird erläutert, wann Achtsamkeit nur als Methode oder sogar als innere Haltung anzusehen ist und letztlich auch, wie man Achtsamkeit erlernen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Relevanz der Thematik
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2. Work- Life- Balance
2.1. Wozu brauchen wir eine Work-Life-Balance?
2.1.1. Entgrenzung von Arbeit
2.1.2. Räumliche Mobilität
2.1.3. Zeit- und Leistungsdruck
2.1.4. Wertewandel
2.2. Auseinandersetzung mit dem Begriff „Work-Life-Balance“
2.2.1. Work-Arbeit
2.2.2. Life-Lebenswelt
2.2.3. Balance-Ausgeglichenheit
2.2.4. Work-Life-Balance
2.3. Modelle der Work-Life-Balance
2.3.1. Das Mobile-Modell von Rüdiger
2.3.2. Das Wippenmodell von Kastner
2.4. Seelische Risiken der Unvereinbarkeit des Arbeits- mit dem Privatleben
2.5.1. Burn-Out-Syndrom
2.5.2. Depressionen
3. Maßnahmen zur Realisierung der Work-Life-Balance
3.1. Betriebliche Maßnahmen
3.1.1. Arbeitszeit und -ortflexibilisierung
3.2. Individuelle Maßnahmen
3.2.1. Selbstsorge
3.2.2. Achtsamkeit
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung und Grundlagen der Work-Life-Balance vor dem Hintergrund moderner Arbeitsanforderungen. Ziel der Arbeit ist es, Handlungsoptionen zu identifizieren, durch welche Unternehmen und Individuen eine gelingende Vereinbarkeit von beruflichen Anforderungen und Privatleben erreichen können.
- Wandel der Arbeitswelt und Entgrenzung von Arbeit
- Begriffsbestimmung und theoretische Modelle zur Work-Life-Balance
- Psychische Risiken durch Unvereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
- Betriebliche Maßnahmen wie Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort
- Individuelle Strategien wie Selbstsorge und Achtsamkeit
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Entgrenzung von Arbeit
Die Fortschritte im Bereich der Vernetzung und Kommunikation führen zu einer räumlichen und zeitlichen Entgrenzung von Arbeit. Des Weiteren haben sich in den letzten Jahren eine Menge an Flexibilisierungsformen entwickelt. Zu nennen ist das Arbeiten von Zuhause aus – auch Teleheimarbeit genannt –, eine standortübergreifende Zusammenarbeit im Team – auch virtuelle Teamarbeit genannt – oder das mobile Arbeiten von unterwegs oder vom Kunden aus. Durch diese Flexibilisierung der Arbeit ist es Arbeitnehmern möglich, von unterwegs aus oder räumlich distanziert voneinander zu kommunizieren, ohne dass die Qualität der Kommunikation beeinträchtigt wird. (Vgl. Hofmann 2012, S.90)
Mit Hilfe von Smartphones und Laptops ist Arbeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich. Dabei ist es – anders als bei der Teleheimarbeit – nicht immer eine bewusste Entscheidung zu Hause, statt im Büro zu arbeiten. Diese Entwicklung zieht auf der einen Seite positive Aspekte wie die Reduzierung von Arbeitswegen, Zeitsouveränität und eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung nach sich. Auf der anderen Seite jedoch kann eine erhöhte Flexibilität die individuelle zeitliche Selbstorganisation stark beanspruchen. Dabei kann es zum einen passieren, dass durch ein zu hohes Maß an Arbeit die freie Zeiteinteilung eher Belastung als Entlastung wird. Zum anderen ist eine Benachteiligung des Privatlebens durch Arbeitszeitverlängerungen nicht auszuschließen. (Vgl. Carstensen 2015, S.189)
Diese ständige Erreichbarkeit in allen Lebensbereichen führt letztendlich zur Entgrenzung, also einem kontinuierlichen Verschwimmen der Grenze zwischen Berufs- und Privatleben. (Vgl. Strobel 2013, S.10)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Wandel und die steigenden Anforderungen in der modernen Arbeitswelt, die das Thema Work-Life-Balance hochaktuell machen.
2. Work- Life- Balance: Analysiert theoretische Grundlagen, definiert die Komponenten Arbeit, Leben und Balance und stellt dynamische Modelle sowie psychische Risiken bei Unvereinbarkeit vor.
3. Maßnahmen zur Realisierung der Work-Life-Balance: Erläutert betriebliche Instrumente wie Arbeitszeitflexibilisierung sowie individuelle Maßnahmen wie Selbstsorge und Achtsamkeit zur Stärkung der persönlichen Resilienz.
4. Fazit: Fasst zusammen, dass Work-Life-Balance ein dynamischer Prozess ist, der ein Zusammenspiel aus betrieblichen Rahmenbedingungen und persönlicher Verantwortung erfordert.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Arbeitswelt, Entgrenzung, Flexibilisierung, psychische Belastung, Burn-Out, Depressionen, Arbeitszeitmodell, Selbstsorge, Achtsamkeit, Selbstreflexion, Gesundheit, Führung, Stressmanagement, Unternehmensalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Konzepte, Anforderungen und Maßnahmen zur Erreichung einer Work-Life-Balance im Kontext der modernen, digitalisierten Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entgrenzung von Arbeit, theoretische Modelle zur Balance-Findung, psychische Erkrankungen wie Burn-Out sowie konkrete betriebliche und individuelle Bewältigungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer theoretischen Fundierung aufzuzeigen, wie Unternehmen und Einzelpersonen durch gezielte Maßnahmen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle und aktueller Studienergebnisse zur Arbeitswelt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit dem Begriff Work-Life-Balance, die Vorstellung von Modellen wie dem Mobile- und Wippenmodell, die Analyse seelischer Risiken sowie die Darstellung betrieblicher und individueller Handlungsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Work-Life-Balance, Entgrenzung, Flexibilisierung, psychische Gesundheit, Burn-Out, Achtsamkeit und Selbstsorge.
Wie unterscheidet sich das Mobile-Modell vom Wippenmodell?
Das Mobile-Modell von Rüdiger konzentriert sich ressourcenorientiert auf das Austarieren von Aktivitäten, während das Wippenmodell von Kastner eine ganzheitlichere Sichtweise einnimmt, die Belastungen, Anforderungen und Puffer in dynamische Wechselwirkungen setzt.
Warum wird Achtsamkeit als eine Form der Selbstsorge betrachtet?
Achtsamkeit dient dazu, sich im „Hier und Jetzt“ zu verankern und durch eine wertfreie Haltung die eigene Selbstwahrnehmung und -führung zu verbessern, was als wichtige Ressource zur Vorbeugung von Belastungen gilt.
- Citation du texte
- Stefanie Keil (Auteur), 2019, Work-Life-Balance in pädagogischer Perspektive. Motive, Grundlagen und Bedeutung für eine gelingende Balance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937119