Feministischer Humor in Film und Fernsehen

Wie charakterisiert sich feministischer Humor in aktuellen TV- und Streamingangeboten?


Bachelorarbeit, 2020

57 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage und Relevanz
1.2 Forschungsstand
1.3 Vorgehensweise und Methodik

2. Humor als Kommunikationsmedium
2.1 Funktion, Wirkung und Einfluss
2.2 Die Rolle der Medien

3. Feministischer Humor
3.1 Frauen in Comedy
3.1.1 männlicher Humor vs. weiblicher Humor
3.1.2 Feminismus vs. Sexismus
3.2 Feministischer Humor in Serien
3.2.1 Feminismus als Genre
3.2.1.1 Dramedy
3.2.1.2 Kabarett
3.2.2 Der Einfluss des Internets

4. Ergänzende Analyse
4.1 Darstellung der ausgewählten Betrachtungsgegenstände
4.1.1. Ladys Night
4.1.2. Fleabag
4.1.3 The Marvelous Mrs Maisel
4.2 Charaktere und Interaktionen
4.3 Aufbereitung von Themen, Ideologien und Werten
4.4 Humoristische und stilistische Mittel
4.5 Auswertung der Betrachtung

5. Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Filmverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Humor ist überall. Es ist eine universale menschliche Eigenschaft (Krämer , 2011), die in unserem Leben immer wieder direkt erlebbar ist (Maruhn, 2015). Humor ist wichtig (McGrwaw et al., 2012), denn er stellt in seinen zahllosen Facetten eine Möglichkeit zur Verarbeitung von Emotionen und Eindrücken dar (Martin & Ford, 2018). Doch er ist ein ebenso machtvolles Werkzeug, wenn es um die Vermittlung gesellschaftlicher Informationen, Sozialkritik, das Aufdecken von Missständen und Meinungsbildung geht (vgl. 2.1). Die jeweiligen Themen sind dabei gesellschaftlich spezifisch und bedingt an aktuelle Diskurse. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Bereichen Humor und Medien herzustellen ist demnach naheliegend. Die kommunikative Eigenschaft von Humor (vgl. 2.) wird durch die Medien, als daran anschließender Kommunikationskanal, im weitesten Sinne vergrößert, indem die Aussagen öffentlich an ein disperses Publikum verbreitet werden (Maletzke, 1963). Im Rahmen dieser Arbeit wird das Hauptaugenmerk auf die Verbindung von feministischen Inhalten, als Beispiel für einen aktuellen öffentlichen Diskurs, und Humor gelegt sowie auf ihre Verbreitung über mediale Kanäle.

1.1 Forschungsfrage und Relevanz

Da sich Comedy vorrangig auf Stereotype und kulturelle Gepflogenheiten stützt, bietet die Analyse des Humors eine einzigartige Perspektive für das Verständnis zeitgenössischer Wahrnehmung von gesellschaftsrelevanten Themen, wie beispielsweise das Geschlecht (Shifman & Lemish, 2010). Die von feministischen Bewegungen vorangetriebenen, sozialen Veränderungen haben sich in Produktion, Konsum und Inhalt des Humors auf verschiedene Weise niedergeschlagen (ebd.). Immer deutlicher zeichnet sich innerhalb der Medien und besonders in der Fernsehlandschaft eine Wandlung zu mehr humoristischen Inhalten ab (Knop, 2007; Lambernd, 1998). Gleichzeitig erlebt der Feminismus einen weiteren und sehr intensiven Aufschwung (Klaus, 2008). Der wachsende Medienkonsum stellt eine wertvolle Plattform für ihn dar (North, 2009). Aus diesem Grund geht die vorliegende Arbeit der Frage nach: „Wie charakterisiert sich feministischer Humor in den Medien, unter Bezugnahme von Beispielen aktueller TV- und Streamingangebote?“ Tiefergehend soll dabei geklärt werden was feministischer Humor ist (FF1), welches Ziel er innerhalb der Medien und genauer innerhalb von TV und Streaming verfolgt (FF2) und welchen Einfluss das Internet auf den feministischen Humor hat (FF3).

Bis vor ein paar Jahren verstand sich die Film- und Fernsehbranche als rein männerdominiert. Für Frauen war es so gut wie unmöglich einen Fuß in diese Tür zu setzen (Perkins & Schreiber, 2019). Doch mit der Zeit gewann das Thema immer mehr an Relevanz und führte zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit auf den Feminismus (ebd.). Durch öffentliche Diskussionen zu Sexismus-Fragen und geschlechtsbezogener Ungleichheit in der Medienindustrie wächst seine Bedeutung stetig (Nussbaum, 2019; Cheney, 2018). Eine vorab aufgestellte Hypothese (H1) in diesem Zusammenhang vermutet deshalb, dass feministischer Humor als ein zeit- bzw. gesellschaftsspezifisches Phänomen dazu dient sich selbst aufzulösen und die Kommunikationsmedien TV und Streaming dabei als Katalysator nutzt. Damit ist gemeint, dass wenn das Ziel des Feminismus darin besteht die Aufmerksamkeit auf die Benachteiligung der Frauen innerhalb der Gesellschaft zu lenken, um ein Umdenken zu bewirken, er bei Erfolg wiederum seine Notwendigkeit verliert. Seine Reichweite wird durch die Übertragung via medialer Kommunikationskanäle vergrößert, was wiederum beschleunigend wirken kann und damit der Funktion eines Katalysators nachkommt.

1.2 Forschungsstand

Im Zuge der privaten Informationsgewinnung gewinnt Comedy immer mehr an Bedeutung (Chattoo, 2018). Ihr wird sozusagen der Status eines „Influencers“, im Kontext gesellschaftlicher Meinungsbildung, zugeschrieben (ebd.). Streaming­anbieter, wie Netflix und Amazon, schaffen, neben dem klassischen Fernsehprogramm, neue Stimmen in diesem Bereich (ebd.). Vier spezifische Comedy-Formate stechen durch ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss besonders hervor: satirische Nachrichten, scripted entertainment storytelling, Marketing und Werbung sowie Stand-up-Comedy (ebd.). Das Gender-Element ist dabei für die Inhalte ein unerlässlicher Aspekt (Matwick & Matwick, 2017). Seit den 1970er Jahren gelang es feministischen Bewegungen immer stärker die Themensetzung der Medien grundlegend zu beeinflussen und geschlechtsbezogene Repräsentationsweisen nachhaltig zu verändern (Klaus & Lünenborg, 2013). Auch heute reagieren die Medienangebote verstärkt auf gesellschaftlichen Wandel. Gezielte Adressierung junger Frauen und emanzipatorische Rhetorik sind dabei nur beispielhaft als Mittel zu nennen (ebd.). In der Medienwissenschaft haben sowohl die Themengebiete Humor als auch Feminismus bislang jedoch nur wenig Beachtung gefunden (Knop, 2007; Lambernd, 1998; Stillion & White, 1987).

1.3 Vorgehensweise und Methodik

Zur ausführlichen Erarbeitung soll die Arbeit in zwei große Bereiche unterteilt werden: die theoretische Betrachtung des Status-quo der Charakterisierung von feministischem Humor in den Medien und zweitens die Konkretisierung dieser Merkmale, durch die Betrachtung von jeweils einer Folge aus drei aktuellen Serienbeispielen. Durch die Kopplung der feministischen und humoristischen Medienforschung sollen Ableitungen getroffen und Zusammenhänge erkannt werden. Zunächst wird dazu Humor generell in seiner Rolle als Kommunikationsmedium betrachtet. Seine Funktion, seine Wirkung und sein Einfluss werden dargestellt und darüberhinaus die Rolle der Massenmedien in ebendiesen Kontext eingebettet. Daran anschließend wird der Begriff „feministischer Humor“ genauer definiert. Zur Vertiefung wird dann die Rolle von Frauen in Comedy genauer beleuchtet. Die Gegenüberstellung von männlichem und weiblichem Humor sowie von Sexismus und Feminismus sollen den Begriff des feministischen Humors weiter ausdifferenzieren. Anschließend kann dieser dann in den Medienkontext von TV und Streaming eingeordnet werden. Der besondere Blick liegt hier auf der Relevanz vom Feminismus als eigenes Genre. Die sogenannte Dramedy und das Kabarett werden beispielhaft, als für den feministischen Humor typische Sendungsformen genauer erklärt, da diese in den qualitativ analysierten Beispielen im weiteren Verlauf erneut Anwendung finden. Der Einfluss des Internets spielt besonders im Zusammenhang mit Streamingportalen eine Rolle. Der zweite Teil der Arbeit betrifft dann die

Analyse von jeweils einer Folge aus der deutschen Kabarett-Show Ladies Night, der britischen Serie Fleabag und der amerikanischen Amazon-Produktion The Marvelous Mrs. Maisel. Aus methodischer Sicht werden für die qualitative Analyse schwerpunktmäßig die Kategoriensysteme zur Fernsehanalyse von Werner Faulstich zur Orientierung benutzt (2008).

2. Humor als Kommunikationsmedium

Kommunikationsmedien bilden laut Räwel „ein formloses, nur potentiell formbares Konglomerat, das spezifische Möglichkeiten der ... kommunikativen Bindung ... erlaubt“ (2017: 34). Ihnen obliegt dabei die Aufgabe typischerweise unwahrscheinliche Kommunikation zu ermöglichen (ebd.). Als Humor definiert der Duden die „Fähigkeit und Bereitschaft, auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu regieren“ und gleichzeitig aber auch die „sprachliche oder künstlerische Äußerung einer von dieser Fähigkeit bestimmten Geisteshaltung oder Wesensart“ (o.J.). Räwel (2017) ist der Ansicht, dass auf Basis der Luhmannschen Systemtheorie dem Humor der Status eines Kommunikationsmediums zukommt. Luhmann selbst erklärt jedoch, dass der Humor als Kommunikationsmedium nicht voll entwickelt und eher symbolisch generalisiert ist (1997: 408). Viel eher kann vom Humor deshalb als ein Metamedium gesprochen werden, das in reflektierender Weise und themenunabhängig eine Anschlussmöglichkeit darstellen kann (Maruhn, 2015). Ebendiese Themenunabhängigkeit und Universalität zeichnen seinen großen Vorteil aus (Räwel, 2017). Der Humor nimmt die Position eines Beobachters zweiter Ordnung ein. Er beobachtet also die Beobachtung und nimmt ihre Schwachstellen war (ebd.). Konventionen und Stereotype werden neu betrachtet und erhalten mit der Bindung an typische, kommunikative Strukturen ihre humoristische Form (ebd.).

Das Kommunikationsmedium Humor ist für sein Funktionieren an das Vorhandensein von bereits etablierten und symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien gebunden. Erst daraus ergibt sich seine Freiheit diese reflexiv zu brechen (ebd.). Seine Unverbindlichkeit kann dann die Auflösung des Problems doppelter Kontingenz erleichtern (Räwel, 2017). Dementsprechend ist Humor ein ausgeprägtes und allgegenwärtiges, soziales Kommunikationsmedium, über das Informationen in sozialen Interaktionen vermittelt werden (Bill & Naus, 1992: 646). Humor als Kommunikationsmedium kann so die Art und Weise verändern, in der wir eine bestimmte Botschaft interpretieren (Ford et al. , 2007).

2.1 Funktion, Wirkung und Einfluss

Humor ist ein fundamentaler Teil menschlicher Interaktionen (Martin & Ford, 2018). Er ermöglicht ein Überschreiten sozialer Normen und die Umterminierung bestehender Machtverhältnisse (Schubert, 2014). Sachverhalte können perspektivisch neu betrachtet werden, wodurch der Mensch bei der Deutung seiner Realität nicht länger an den Sinn einer Sache gebunden ist (Lisson, 2014). Komik entsteht „durch die Bedeutungszuschreibung eines Betrachters oder bei Medienangeboten eines Rezipienten“ (Stark, 2005: 72). Dabei variiert der Gebrauch darin sich entweder über Etwas oder Andere lustig zu machen (Aggressionstheorie) und/oder Entspannung zu erzeugen, wodurch ein Gefühl von Gemeinschaft entstehen kann (Entspannungstheorie) (Knop, 2007; Lefcourt & Martin, 2012). Die sogenannte Inkongruenztheorie basiert auf der Annahme, dass die Erkenntnis von Anomalien, von nicht zusammenpassenden Gegenständen, Situationen, Handlungsweisen, etc. und die Nichterfüllung von Erwartungen durch Lachen zum Ausdruck gebracht wird (Maruhn, 2015). Bergson beschreibt dies damit, dass „die Macht der Gewohnheit oder der Mode ... gebrochen werden [muss], damit die Komik sich neu entfalten kann“ (2011: 36). Daraus ergibt sich eine allgemeine Funktion von Humor, die auf der Verletzung von universell gültigen Normen und Erwartungen beruht, die wiederum vom Intellekt erkannt werden und so einen untypischen Blick auf Konventionen möglich machen (Stark, 2005). Auf diese Weise wird Humor zu einem Werkzeug für all jene, die aus subjektiver Perspektive Missstände wahrnehmen oder erleben, um sich über ebendiese lustig zu machen und dadurch eine Art von Katharsis zu erlangen (Downe 1999). Entsprechend dem stressreduzierenden Effekt (Lefcourt & Martin, 2012) besteht laut Lisson (2014) die Aufgabe des Humors darin den Menschen ein Gefühl von Gelassenheit zu verschaffen. Auf diese Weise findet Humor auch als Bewältigungsstrategie Anwendung (Nezlek & Derks, 2001).

„Durch Humor kann das im eigenen Leben vorgefundene scheinbar Negative auf neue Weise erlebt und neu für sich interpretiert werden. Damit wird zwar nicht der äußere Umstand . gemildert oder geändert, aber die Weise des Umgangs damit. So ist es möglich Humor als Ventil und als Medium zur Bewältigung von Stress, Angst und Anspannung zu nutzen (Maruhn, 2015).

Durch Humor wird den Dingen ihre Eindeutigkeit genommen. Ihre Autorität und potentielle Bedrohlichkeit geht verloren (Lisson, 2014). Eine Humortheorie mit konstruktivistischem Ansatz erklärt dies damit, dass durch die Schaffung einer für jeden Menschen individuellen Realität auf Basis von Bewertungen, der Humor in der Lage ist diese Weltanschauung in positive Bahnen zu lenken und damit zur Veränderung des eigenen sozialen Umfeldes beizutragen (Maruhn, 2015). So können die verschiedensten Gesellschaftsbereiche und Systeme zugänglich gemacht und gleichzeitig kritisiert werden (ebd.). Dabei wirkt Comedy als beeinflussende Kraft hinsichtlich sozialer Veränderungsprozesse. Sie generiert Aufmerksamkeit, erleichtert das Erinnern, fungiert als Türöffner für komplexe Themenbereiche, überwindet soziale Grenzen und regt zum Teilen der humoristischen Inhalte mit Anderen an (Chattoo, 2018). Humor löst eine Form von „gateway effect“ aus. Er hat die Fähigkeit seinem Publikum komplexe Themengebieten zu eröffnen, denen es sonst keine Aufmerksamkeit geschenkt hätte (ebd.). Eine starke Wirkung wird besonders dadurch erzeugt, dass die Informationen an Emotionen gebunden werden (ebd.). Durch diese Bindung ist gleichzeitig eine Identifikation mit den Umständen sowie Distanz wahrscheinlich, was eine reflektierte Beurteilung ermöglicht (Stark, 2005). Durch Herausfordern des Status quo kann mit Humor dazu beigetragen werden Veränderungen in den Haltungen und Meinungen der Gesellschaft zu erwirken (Quirk 2015).

2.2 Die Rolle der Medien

Humoristische Medienformate, wie Fernsehsendungen, Kinofilme und Zeitschriften, verbreiten sich im westlich-amerikanischen Kulturkreis inflationär (Räwel, 2017). Sowohl im amerikanischen als auch im deutschsprachigen Raum erfreuen sich humoristische Fernsehprogramme und Comedy-Sendungen großer Beliebtheit (Knop, 2007). Für die Sendungsverantworlichen ergibt sich dadurch eine erfolgsversprechende Chance zur quotenstarken Programmplanung, die bereits zur Zeit der Etablierung des Fernsehens genutzt wurde (ebd.). Comedy ist also dazu in der Lage eine Form von Agendasetting zu betreiben und gleichzeitig dem Rezipienten die Tür dafür zu öffnen sich mit komplexeren Themen auseinanderzusetzen (Chattoo, 2018). Die telemediale Übertragung einer Humorsendung kann integrative sowie parasoziale Effekte für den Zuschauer haben (Knop, 2007). Im Fall der Gruppenrezeption ist darüberhinaus Anschlusskommunikation möglich, die den Wunsch nach sozialer Orientierung befriedigt (ebd.).

Durch den Einfluss des digitalen Wandels wird die kulturelle, politische und auch gesellschaftliche Landschaft neu definiert (Chattoo, 2018). Das Internet bietet Rezipienten die Möglichkeit nicht länger passiv auf Informationsempfang warten zu müssen, sondern gezielt auf Unterhaltungsinhalte und Informationsquellen zugreifen zu können, die ihrem spezifischen psychologischen Bedarf dienen (Informationsbedarf, Regulation von Stimmung, etc.). Für Stand-up-Comedy bedeutet das digitale Zeitalter, dass durch Portale wie Netflix, YouTube und Co. die Reichweite der Formate erhöht werden kann, wodurch sich ihr Einfluss ebenfalls potentiell vergrößert (ebd.). Das Angebot an Comedy-Programmen im Entertainment-Bereich ist dabei derzeit gezeichnet von Formaten, die sich verstärkt mit Sozialfragen auseinandersetzen. Auch Netflix und Amazon Video, als zwei der derzeit reichweitenstärksten Streaminganbieter, platzieren vermehrt Serien wie Transparent und Master of None, das Stand-up-Programm der Moderatorin Ellen DeGeneres oder das britische Fleabag. Letztere wird im Verlauf der Arbeit ausführlicher aufgegriffen (vgl. 4. ff.).

3. Feministischer Humor

In dem Wort „Feminismus“ schwingt seit jeher politische Bedeutung mit (North, 2009). Jedoch wurde er in den letzten 30 Jahren sowohl innerhalb der Massenmedien als auch im Alltagssektor hauptsächlich negativ konnotiert (ebd.). Das Wort „Feminismus“ wirkt abschreckend, ebenso wie das stereotype Vorurteil der humorlosen, männerhassenden Feministin (ebd.). Die meisten wehren sich gegen diese Sichtweise (Franzini, 1996). Dementsprechend schreibt Hannah Lühmann (2014): „Wer etwas in der Geschlechterpolitik ändern will, kann nicht klingen wie Jürgen Habermas“. Gemeint ist damit, dass gerade wenn es um das Streben nach grundlegender Veränderung in der Geschlechterpolitik geht, ein „feuilletontauglicher Feminismus ... nicht wie ein philosophisches Traktat daher kommen sollte“ (Elmenthaler, 2014).

Feministischer Humor basiert Kaufman zufolge auf der Wahrnehmung, dass Gesellschaften als Systeme der Unterdrückung und Ausbeutung organisiert sind und dass die größte unterdrückte Gruppe Frauen sind (1980: 13). Er erwächst aus einem System, indem Gesellschaften historisch betrachtet männerdominiert und gleichzeitig frauenunterdrückend sind (Franzini, 1996). Feministischer Humor setzt dementsprechend zunächst die Anerkennung voraus, dass Frauen unterdrückt werden und bedarf dann der Überzeugung, dass es diesen Status zu verändern gilt (Stillion & White, 1987). Ein humoristischer Umgang bietet die Möglichkeit die vorherrschenden ideologischen Diskurse und Machtstrukturen herauszufordern, ohne sie dabei offen anzugreifen (Gillooly, 1991). Auch Crawford definiert feministischen Humor als Chance der Herausforderung traditioneller Sichtweisen das Geschlechts betreffend (2003). Gallivan bietet eine etwas abweichendere Definition. Für sie ist feministischer Humor ein Humor, der die Absurdität von Geschlechterstereotypen und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten aufdeckt und lächerlich macht (2009). Es wird also der Versuch unternommen die Wertesysteme, die bislang als normal angesehen wurden, zu entlarven und zu kritisieren (Barreca, 1991: 185). Grundlegend erkennbar ist bei allen Definitionen von feministischem Humor der explizite Bezug auf das Geschlecht sowie die Darstellung und Kritik der vorherrschenden Ideologien.

In Abgrenzung zum feministischen Humor ist der Frauenhumor zu betrachten. Dieser bezieht sich auf Humor über oder von Frauen, ohne dabei zwangsweise ein feministisches Gedankengut zu implizieren (Franzini, 1996.). Er kann auf diese Weise zwar versteckter agieren, ist aber auch tendenziell selbsterniedrigender als feministischer Humor (Walker, 1988). Kaufman (1980) sieht die Unterscheidung darin, dass Frauenhumor ein Humor der Hoffnungslosigkeit ist, wohingegen feministischer Humor Hoffnung verbreitet. Für Barreca (1991: 182) ergibt sich daraus folgende Funktion: „You’re using feminist humor because you’re offering some sort of challenge to the system. You’re taking on a new perspective, offering your statement or question when the system would encourage you to be silent“. Darin äußert sich gleichzeitig der Wunsch auszubrechen: „[A]nytime a woman breaks through a barrier set by society, she’s making a feminist gesture of a sort, and every time a woman laughs, she’s breaking through a barrier“ (ebd.: 182).

Für den feministischen Humor lassen sich vier Hauptmerkmale feststellen: Er umfasst den Widerstand gegen den gegenwärtigen Zustand der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und hegemonialen Stereotypen. Zweitens: Feministischer Humor ist eine Manifestation von Macht und beinhaltet die Freiheit solche Gedanken über soziale Realität auszudrücken. Drittens: Der explizite Fokus liegt auf den Geschlechtern. Und viertens: der feministische Humor erfordert Zugang zu einem Ventil, einer Bühne oder einem Medium über den dieser zur Verbreitung gebracht werden kann (Shifman & Lemish, 2010: 873). Ergänzend lassen sich auch vier thematische Kategorien benennen, in denen feministischer Humor seinen Ausdruck findet. Diese bestehen aus (a) dem Thema männlicher Unterlegenheit (Männer sind unterlegen / Frauen sind überlegen), (b) dem Thema weiblicher Unabhängigkeit (Frauen brauchen keinen Mann), (c) dem Thema männlicher Obstruktion (Männer machen das Leben für Frauen schwerer oder behindern es sogar und (d) der Gleichberechtigungsthematik (Frauen und Männer sind gleich) (Stillion & White, 1987: 223). Auf Basis dieser Erkenntnisse kann die Frage (FF1) „Was ist feministischer Humor?" folgendermaßen beantwortet werden: Feministischer Humor ist ein Werkzeug, das aus der gesellschaftlichen Ungleichberechtigung von Frauen in einem männerdominierten System erwächst und von Feministen genutzt wird, um auf humoristische Weise ebendiese Missstände zu kritisieren und eine Verbesserung der Verhältnisse für Frauen innerhalb der Gesellschaft zu erwirken.

3.1 Frauen in Comedy

Die Frauenbewegung der 1960er Jahre half das Interesse an weiblichen Humoristinnen zu wecken (Sheppard, 1986 ). Die kulturellen, sozialen und politischen Veränderungen im Rahmen der 68er Bewegung boten für eine Generation junger und kritischer Kabarettistinnen ergiebige Entwicklungsmöglichkeiten (Asen, 2006). Die Forderungen, die die Akteurinnen stellten, verfolgten dabei vor allem eine umfassende gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter. Besonders die Abschaffung der Frauenunterdrückung stand dabei im Fokus sowie der Wunsch nach einer Verstärkung des weiblichen Einfluss im gesellschaftlichen Normen- und Wertesystem (ebd.). In den letzten Jahren sind weibliche Comedians in den Medien immer präsenter geworden (Triebe, 2019). Die Förderung weiblicher Talente, besonders in der US-Comedylandschaft, könnte man sogar als Trend bezeichnen (Steinhart, 2015). Tatsächlich ist die Zahl der Frauen, die als Stand-up-Comedians Erfolg haben, in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Doch obwohl weibliche Comedians immer erfolgreicher werden, müssen sie gleichzeitig weiterhin die gesellschaftlich gefestigten Vorurteile in der weitestgehend von Männern dominierten Branche überwinden (Triebe, 2019). Ein ebenfalls interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass sich der Erfolg dieser Frauen darauf zurückführen lässt, dass diese oftmals dazu bereit sind auf der Bühne komisch auszusehen (Mizejewski, 2014: 1). Mizejewski (2014) geht davon aus, dass Komikerinnen, egal wie sie aussehen, immer in Opposition zum Attribut „hübsch“ betrachtet werden. Wo weibliche Comedians einem optisch wertenden Blick ausgesetzt sind noch bevor sie überhaupt sprechen, entziehen sich Männer diesem Blick vollständig (ebd.). Diese Theorie geht mit der traditionellen geschlechtlichen Spaltung von Aussehen und Intellekt einher, in der Frauen als Körper und Männer als Geist wahrgenommen werden (ebd.). Dementsprechend ist davon auszugehen, dass Frauen - wie zuvor dargestellt - nicht nur kein Humor zugetraut wird, sondern dieser auch einfach nicht als notwendige oder anziehende Eigenschaft einer Frau betrachtet wird. Dana Goodyear stellte in ihrem Essay die These auf, dass Comedy der wahrscheinlich letzte verbleibende Bereich in der Kunst ist, bei dem die Eignung von Frauen noch offen diskutiert wird (2005). Häufig gilt bei Comedy-Veranstaltungen die Regel „eine Frau pro Show“ (SWR, 2018). Dennoch ist weibliche Komik zu einem primären Ort in der Mainstream-Pop-Kultur geworden, an dem der Feminismus sprechen und antworten kann, aber auch herausgefordert wird (Mizejewski, 2014).

3.1.1 männlicher Humor vs. weiblicher Humor

Frühe Forschungen haben gezeigt, dass Frauen und Männer Humor in unterschiedlicher Weise nutzen (Matwick & Matwick, 2018). Aus gesellschaftlicher Perspektive existieren diesbezüglich klar definierte Standards für die Geschlechterrollen. Wesentlich ist dabei die Erwartung, dass Männer als Initiatoren von Humor gelten, während Frauen die Rolle des Respondenten zugeschrieben wird (McGhee, 1979). Nach Kramarae (1981) ergaben die meisten Studien zur Beurteilung von Humor, dass Männer im Gegensatz zu Frauen häufiger sexuelle und aggressive Witze bevorzugen. Aufgrund der Tatsache, dass der erfolgreiche Einsatz von Humor mit Macht verbunden wird, geht er ebenfalls mit anderen traditionell männlichen Eigenschaften wie Aggressivität, Dominanz und Durchsetzungsvermögen einher (Sheppard, 1986). Damit sich eine Frau also komödiantisch ausleben kann, muss sie gegen Muster des typischen Frauseins verstoßen (McGhee, 1979).

Humor gilt als Bereich von dem Frauen oft und auf vielfältige Weise ausgeschlossen wurden und werden (cf. Marlowe, 1985). Freud vertrat aus psychologischer Sicht die Annahme, dass Frauen im Gegensatz zu Männern nicht das Bedürfnis haben witzig zu sein (e.g. 1992). Lakoff (1975) publizierte sogar die umstrittene Meinung, dass Frauen überhaupt nicht dazu in der Lage wären Witze zu erzählen, da sie die Pointe ruinieren, die Reihenfolge vertauschen oder sie gar nicht erst verstehen würden. Das aufsehenerregende Essay „Why Women Aren’t Funny“ von Christopher Hitchens, das 2007 in der Vanity Fair erschien, vertritt das provokative Argument, dass Humor bei Männern natürlicher, durchdringender und höher entwickelt ist als bei Frauen. Für Frauen äußert sich hingegen kein Bedarf witzig zu sein, da es keiner Eigenschaft entspricht, die Männer bei Frauen attraktiv finden (Hitchens, 2007). Das Essay provozierte eine feministische Gegenreaktion. Dennoch ist zu beachten, dass die Kernaussage - Frauen werden dafür geschätzt wie sie aussehen und nicht für das, was sie sagen - eine der grundlegendsten Kulturkritiken des Feminismus darstellt (Mizejewski, 2014).

Bei Frauen fungiert Humor oftmals auch in der Bildung eines Solidaritätsgefühls, worin die unter 2.1 bereits erläuterte Wirkung von Humor - die Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls - zum Ausdruck kommt (Hay, 2000). Diese Tatsache gibt wiederum Hinweise auf die Gründe des vermehrten Aufkommens von feministisch­humoristischen Medienprodukten. Durch diese kann gleichzeitig auf sozialpolitische Missstände aufmerksam gemacht werden und durch das erzeugte Solidaritätsgefühl die Wahrscheinlichkeit erhöht werden ebendiese Missstände als gemeinschaftliche Gruppe zu verändern. Ergänzend dazu stellt McGhee (1976) fest, dass eine weitere Definition von Humor die Fähigkeit beschreibt über Mängel auf eigene Kosten zu lachen, um auf diese Weise sozusagen das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Auch diese Annahme wirkt für den feministischem Humor in Bezug auf den Umgang mit Ungleichheit und Diskriminierung durchaus als einleuchtende Tatsache.

3.1.2 Feminismus vs. Sexismus

Der Begriff „Feminismus“ erlebt seit 2006, im deutschsprachigen Raum eine positive Umdeutung und auch in den Medien ist eine neue feministische Vielfalt zu erkennen (Klaus, 2008). Mit wachsendem Erfolg präsentieren sich Frauen als feministische Bloggerinnen und Autorinnen und vermehrt tauchen feministische Serien, Filme und Magazine auf (Manz, 2017). Doch deutlich wird auch, dass die Frauen „die engen Westen, die sie jahrelang einschnürten, ... nicht einfach von heute auf morgen ablegen können“ (ebd.). Bill & Naus (1992) verstehen Sexismus als Form von individuellen und institutionalisierten Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten, auf Basis der angeblichen Minderwertigkeit des anderen Geschlechts. Besonders weibliche Comedians stellen ein Ziel für sexistische Angriffe dar (Triebe, 2019).

Politische Unkorrektheit gilt in der Unterhaltungsbranche als erfrischend und steht stellvertretend für gute Unterhaltung (Susemichel, 2016). Die Grenzen sind jedoch fließend. Deshalb sorgt „ein Holocaust-Witz noch für Empörung, sexistische Herrenwitze hingegen gehen in der Regel völlig ungestraft durch“ (ebd.). Sexistischer Humor ist in den Medien omnipräsent. Inhalte dieser Art tauchen sowohl in Film und Fernsehen, als auch in Musik und Werbung auf (Wright et al., 2017). Seine Grundlage findet er in traditionellen und gesellschaftlich gut etablierten Stereotypen (Shifman & Lemish, 2010). Basierend auf dem Glauben der Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts, werden Frauen als dümmlich, nicht logisch denkend, ignorant und verantwortungslos dargestellt (ebd.). Frauenfeindlicher Humor gilt als eine der gesellschaftlich anerkanntesten Formen von Sexismus (Gray & Ford, 2013 ). Ein besonders relevanter Aspekt der sich darin zeigt ist, dass je witziger der Zuschauer die sexistischen Inhalte findet, desto seltener neigt er dazu diese als sexistisch zu bezeichnen und ist im Gegenteil öfter bereit sie zu billigen (Bill & Naus 1992; Ford et al., 2013). Auf diese Weise wird Humor zum Mittel der Verschleierung des dahinter liegenden Sexismus (Ford et al., 2007).

3.2 Feministischer Humor in Serien

In der Serie Frau Jordan stellt gleich spielt Katrin Bauerfeind eine auf unkonventionelle Art arbeitende Gleichstellungsbeauftragte. Die Serie parodiert ernste Themen, um die Aufforderung deutlich werden zu lassen „Lachen Sie bitte trotzdem“ (Hennings, 2019). Interessant an der Serie ist die Tatsache, dass der Autor und Showrunner von männlich ist. Dies scheint ein Hinweis darauf zu sein, dass feministischer Humor nicht zwangsläufig ausschließlich von Frauen gemacht wird, sondern durchaus auch von Feminismus-Sympathisanten des anderen Geschlechts (ebd.). Das heißt, die eigentliche Voraussetzung feministischen Humor zu machen liegt nicht im passenden Geschlecht, sondern in einer anerkennenden oder unterstützenden Grundhaltung dem Feminismus gegenüber. „Comedy ist wichtiger als moderner Feminismus“ lautet ein Zitat von Katrin Bauerfeind (ebd.). Diese Aussage impliziert, dass es nicht typischerweise der Anspruch von feministisch­humoristischen Serien ist mit erhobenem Zeigefinger den Feminismus voranzutreiben, sondern dass sie als Mittel dienen einerseits die Aufmerksamkeit auf dieses sensible Thema zu lenken, aber trotzdem den Humor in den Vordergrund stellen (ebd.).

Die Medien, die konsumiert werden, haben einen unwiderlegbaren Einfluss auf die Entwicklung einer Person und ihre Wahrnehmung der Welt (Wright et al., 2017). Dennoch neigen sie zu feindseligen und negativen Darstellungen des Feminismus, die von Spott und Verharmlosung der Sachverhalte geprägt sind (Bradley, 1998; Sheridan et al., 2006). Da der Kontakt mit den Medien in immer jüngerem Alter beginnt und sich über die gesamte Lebensspanne fortsetzt, ist der Einfluss der dargestellten Inhalte immens (Wright et al., 2017). Durch die zunehmend feministische Atmosphäre hat die kritische Auseinandersetzung mit den Medien jedoch nicht nur zugenommen, sie ist dafür auch unerlässlich geworden (ebd.). Im US-amerikanischen Fernsehen gilt Comedian Amy Schumer als feministische Leitfigur (Steinhart, 2015). Durch ihre Darstellung überspitzter weiblicher Stereotype und gesellschaftlicher Normen in grotesker Form, versucht sie die Grenzen der Geschlechterbilder zu zersetzen und zu bekämpfen (ebd.). Eine weitere Wegbereiterin ist Tina Fey. Ihr Anspruch liegt darin durch den parodistischen Umgang mit Frauenbildern zu zeigen, dass der humoristische Umgang mit weiblichen Stereotypen möglich ist, ohne gleichzeitig misogyn zu sein (Scholz, o.J.). Dies deckt sich wiederum auch mit der Herangehensweise mit der in Frau Jordan stellt gleich gearbeitet wird.

Der Feminismus ist eine der einflussreichsten sozialpolitischen Bewegungen der westlichen Welt, der durch die Darstellung in den Medien verstärkt, projiziert, geformt und in Frage gestellt wird (North, 2009). Zurückzuführen ist dies auf den großen Einfluss der Medien in Bezug auf Geschlechternormen und damit auch auf das Verständnis des Feminismus (ebd.). Das Ziel von feministischem Humor in den Medien (vgl. FF2) ist es demnach ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken. Das sonst stark misogyn geprägte und feministisch negativ konnotierte Programm soll eine Umformierung im feministischen Sinne erfahren. Dabei geht es vorrangig darum keine weiteren Klischees zu formen, wie beispielsweise Männerfeindlichkeit, Humorlosigkeit, etc., sondern mit diesen zu brechen und so eine Gleichstellung von Mann und Frau zu erwirken. Dies geschieht durch den parodistischen und humorvollen Umgang mit bereits etablierten Stereotypen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Feministischer Humor in Film und Fernsehen
Untertitel
Wie charakterisiert sich feministischer Humor in aktuellen TV- und Streamingangeboten?
Hochschule
Universität Trier
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
57
Katalognummer
V937338
ISBN (eBook)
9783346261113
ISBN (Buch)
9783346261120
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Feminismus Medien Humor Film Fernsehen
Arbeit zitieren
Merle Böckenhoff (Autor), 2020, Feministischer Humor in Film und Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937338

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