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Die Türkenoper. Geschichte und Faszination

Titel: Die Türkenoper. Geschichte und Faszination

Hausarbeit , 2020 , 16 Seiten

Autor:in: Moritz Fischer (Autor:in)

Musikwissenschaft - Musikgeschichte bis Aufklärung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Konflikt zwischen den beiden Weltreligionen Christentum und Islam schwelt schon lange. Auch in der Kunst und der Literatur wurde dieses Problem über die Jahrhunderte immer wieder diskutiert. Im Musiktheater entwickelte sich das Genre Türkenoper.

In der Arbeit geht es um die Geschichte der Türkenoper. Dazu werden zunächst die Vorläufer der Türkenoper beschrieben. Daran schließt sich eine kurze Darstellung der Orientbilder und der "türkischen" Musik zur Zeit Wolfgang Amadeus Mozarts an. In einem dritten Schritt wird die weitere Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert skizziert.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschichte der Türkenoper nachzuzeichnen und die Ursachen für die Faszination für dieses Sujet sowohl bei seinen Komponisten als auch beim Publikum zu finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fehde zwischen Islam und Christentum in der Literatur

3. Die „Türkenoper“

3.a. Die „türkische Musik“ zur Zeit Mozarts

3.b. Orientbilder im 18. Jahrhundert und Mozarts Singspiel

3.c. Die Nachfolger der Türkenoper

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung und die kulturelle Bedeutung des Genres der „Türkenoper“ zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Ursachen die Faszination für dieses Sujet bei Komponisten und Publikum auslöste und wie sich das Verhältnis zwischen Orient und Okzident in der Kunst widerspiegelte.

  • Die literarische und historische Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum
  • Die Bedeutung der „türkischen Musik“ und deren Integration in die Wiener Klassik
  • Die Wahrnehmung des Orients im 18. Jahrhundert durch Märchen und Reiseberichte
  • Die Analyse von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ als modernes Werk
  • Die Fortführung exotischer Themen in der Operngeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

Die „türkische Musik“ zur Zeit Mozarts

Seit der zweiten Belagerung Wiens von 1683 verbreitete sich auch in Europa und insbesondere in Österreich die Musik der türkischen Militärkapellen (mehterhâne genannt) unter dem Begriff der Janitscharenmusik. Deren ursprüngliche Funktion war die Motivation und Unterhaltung der Soldaten. Die Schlaginstrumente dieser Musik wurden in das österreichische Militär übernommen. Es sind dies hauptsächlich die türkische Trommel, Becken beziehungsweise Zimbeln und Triangel sowie der verstärkte Einsatz von Pauken. Diese Instrumente griffen die Komponisten der Wiener Klassik auf, wenn sie dem Fremdländischen Ausdruck verleihen wollten.

Zur Imitation der zu der Familie der Trichteroboen gehörenden türkischen Blasinstrumente wurden dagegen keine neuen Instrumente verwendet, sondern hohe, beispielsweise in C gestimmte Klarinetten eingesetzt. Bereits 1817 war ein Journalist der Allgemeinen Musikalischen Zeitung der Verwendung dieser türkischen Elemente in der Kunstmusik überdrüssig und schrieb: „Der häufige Gebrauch der großen Türkischen Trommel, die nur selten, als Contrast angewandt, wirken sollte, ist […] für ein gebildetes Ohr beleidigend, und es ist zu wünschen, dass nun, nach langem entbehrtem Frieden, mit diesem auch wieder der Sinn für sanftere Musik zurückkehren möge. Für rohe Naturen mag der Lärm allerdings einen eigenen Reiz haben, welches die Musik aller unzivilisierten Völker bestätigt. Es ist der Reiz der Rhythmik und des Metrums, den wir aber auf eine zartere Weise befriedigen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historisch gewachsene Konfliktlinie zwischen Orient und Okzident ein und erläutert das Ziel, die Genese der „Türkenoper“ sowie ihre Faszination für das Publikum aufzuzeigen.

2. Die Fehde zwischen Islam und Christentum in der Literatur: Dieses Kapitel beleuchtet, wie der religiöse Konflikt von Boccaccio bis hin zu barocken Trauerspielen literarisch verarbeitet wurde, und diskutiert das westliche Bild vom „fremden“ Orient.

3. Die „Türkenoper“: Hier wird das Genre der Türkenoper definiert und seine Entwicklung von den Anfängen bis zu seinen Höhepunkten in der Wiener Klassik sowie darüber hinaus dargelegt.

3.a. Die „türkische Musik“ zur Zeit Mozarts: Dieser Abschnitt beschreibt die Übernahme der Janitscharenmusik in die europäische Kunstmusik, ihre instrumentale Umsetzung und die kritische Aufnahme durch Zeitgenossen.

3.b. Orientbilder im 18. Jahrhundert und Mozarts Singspiel: Die Untersuchung befasst sich mit dem damaligen Orientbild durch 1001 Nacht und Reiseberichte und analysiert Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ vor dem Hintergrund der Aufklärung.

3.c. Die Nachfolger der Türkenoper: Dieser Teil betrachtet das Fortbestehen exotischer Motive und die Verwendung von Lokalkolorit in Werken von Rossini, Verdi und Puccini.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Verwendung von Exotismen primär dem Wunsch der Komponisten entsprach, modern zu wirken und den Zeitgeist zu treffen, wobei eine authentische Wiedergabe meist hinter der künstlerischen Stilisierung zurücktrat.

Schlüsselwörter

Türkenoper, Mozart, Die Entführung aus dem Serail, Janitscharenmusik, Exotismus, Orient, Okzident, Musikgeschichte, Aufklärung, Musiktheater, Lokalkolorit, Interkultureller Austausch, Osmanisches Reich, Kunstmusik, Rezeption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und Entwicklung des Genres der „Türkenoper“ als Ausdruck eines kulturellen Austauschs zwischen dem Orient und Europa.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die literarische Darstellung des Konflikts zwischen Islam und Christentum, die instrumentale Integration der Janitscharenmusik in die Klassik sowie die Funktion exotischer Sujets in der Oper.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Faszinationsgeschichte der Türkenoper nachzuzeichnen und die Motive für deren Popularität bei den Komponisten und dem zeitgenössischen Publikum zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse, basierend auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Briefzeugnissen sowie Libretti und Kompositionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die literarische Vorgeschichte des Orient-Bildes, die technische Adaptation „türkischer“ Musikmerkmale und die spezifische Analyse von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ sowie deren Nachwirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Türkenoper, Exotismus, Janitscharenmusik, Mozart, Aufklärung, Orientbilder und die Rezeption fremder Kulturen in der europäischen Musikgeschichte.

Welche Rolle spielt Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ in der Argumentation?

Das Werk dient als zentrales Fallbeispiel, an dem die Verbindung von musikalischer Innovation, zeitgenössischem philosophischem Diskurs und dem Wunsch nach einer modernen Operngestaltung aufgezeigt wird.

Wie bewertet die Arbeit die „Authentizität“ der verwendeten exotischen Klänge?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es den Komponisten weniger um eine authentische ethnologische Wiedergabe ging, sondern vielmehr um eine ästhetische Stilisierung, um ein „türkisches“ Kolorit zu erzeugen.

Welche Bedeutung wird dem „Lokalkolorit“ in späteren Opern beigemessen?

Lokalkolorit, etwa bei Verdi oder Puccini, wird als Fortführung der Tradition verstanden, das Fremde zur Charakterisierung von Schauplätzen und zur Steigerung des dramatischen Effekts zu nutzen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Kreuzzügen und der Türkenoper?

Ja, in der Arbeit wird argumentiert, dass das Genre auch eine indirekte Auseinandersetzung mit der Kreuzzugsideologie und dem historischen Zerfall des Osmanischen Reiches widerspiegelt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Türkenoper. Geschichte und Faszination
Autor
Moritz Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V937379
ISBN (eBook)
9783346260345
ISBN (Buch)
9783346260352
Sprache
Deutsch
Schlagworte
türkenoper geschichte faszination
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Fischer (Autor:in), 2020, Die Türkenoper. Geschichte und Faszination, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937379
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Leseprobe aus  16  Seiten
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