Inwiefern verändern sich bei den angehenden Lehrpersonen die Überzeugungen zum Lehren und Lernen im Fach Mathematik durch die wahrgenommen Schulpraxis während des Praxissemesters?
Aufbauend auf der Forderung, Theorie und Praxis während der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern besser zu verknüpfen, soll das Praxissemester diese Bestrebung erfüllen. Inwieweit dieses Ziel erreicht wird, untersucht die Arbeit.
Da die Überzeugungen eines Individuums handlungsleitend sind, dienen diese dazu, um den Einfluss des Praxissemesters zu untersuchen. An zwei Erhebungsterminen werden angehende Lehrerinnen und Lehrer der Westfälischen Wilhelms-Universität diesbezüglich befragt. Der Fragebogen bedient sich der Studie TEDS-M 2008, sodass die Kategorien und Items von dieser international anerkannten Studie übernommen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zur Einordnung und Problemlage des Forschungsbestandes
1.2 Zielstellung und Abgrenzung der Arbeit
1.3 Forschungsmethodische Anlage
1.4 Aufbau der Masterarbeit
2 Theorie
2.1 Praxisphasen während der Lehrerausbildung
2.2 Lehrerprofessionalisierung
2.3 Überzeugungen
3 Empirische Studie
3.1 Stichprobe und Design
3.2 Messinstrument
3.2 Vorgehen bei der Auswertung
3.4 Darstellung der Ergebnisse
3.4.1 Überzeugungen zum Lehren und Lernen
3.4.2 Wahrgenommene Schulpraxis
3.5 Überprüfung der Hypothesen
4 Diskussion
4.1 Interpretation: Erarbeitung der Forschungsfrage
4.2 Methodenkritische Reflexion
4.3 Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Praxissemesters auf die Überzeugungen zum Lehren und Lernen im Fach Mathematik bei angehenden Lehrkräften, um dessen Stellenwert als Element der Lehrerprofessionalisierung zu bewerten.
- Praxissemester in der Lehrerausbildung
- Lehrerprofessionalisierung und Überzeugungen
- Quantitative Untersuchung von Konstruktion und Transmission
- Rolle der wahrgenommenen Schulpraxis
- Fachdidaktische Reflexion des Praxissemesters
Auszug aus dem Buch
1.1 Zur Einordnung und Problemlage des Forschungsbestandes
„Das Studium [muss] die Handlungsfähigkeit der AbsolventInnen für die spätere berufliche Praxis sichern. Zentrales Ziel und Gegenstand des Studiums [ist] die spätere berufliche Praxis“ (SCHÜSSLER/WEYLAND 2014, S. 28). So plausibel die Forderung über die Verknüpfung von Theorie und Praxis während der Lehrerausbildung klingt, desto schwieriger und langjähriger gestaltet sich dessen Umsetzung. Teilweise erscheinen die Debatten über die Strukturen der Lehrerausbildung, oder verallgemeinert ausgedrückt die bildungspolitischen Diskussionen, als Instrumente für den Wahlkampf auf der Landesebene zu fungieren. So, als „käme es darauf an, Schule und Unterricht permanent zu verändern, quasi um der Veränderung willen“ (RIECKE-BAULECKE 2016, S. 186).
Ausgelöst durch schlechtes Abschneiden in internationalen Studien, sind neue Rahmenbedingungen entstanden; Begriffe, wie Kompetenzen oder Professionalisierung werden dabei zunehmend in den Fokus gerückt. Die Entstehung von neuen alternativen Schulformen, die inklusive Bildung oder die Flüchtlingsströme erweitern das ohnehin große Konstrukt Bildung. Bereits seit über 20 Jahren liefert die Unterrichtsforschung theoretisch und methodisch neue Impulse. Im Fokus bei der Optimierung steht vor allem die Verknüpfung von Theorie und Praxis, aber auch eine bessere Kooperation der verschiedenen Akteure und Institutionen. Ein neues Element der Lehrerausbildung stellt das Praxissemester dar, durch welches Studierende besser auf den späteren Schuleinstieg vorbereitet werden sollen.
Angefangen bei der Frage was eigentlich einen effektiven Schulunterricht kennzeichnet oder in wie weit dieser durch Lehrende und Lernende gemeinsam gestaltet werden kann, keimen stets neue Problemfelder auf. Dementsprechend nehmen Veröffentlichungen auf nationaler, aber auch auf internationaler Ebene stetig zu. Jedoch sind diese kumulativen Ergebnisse nicht widerspruchslos. Da der (Schul-)Unterricht als eine „vielschichtige und herausfordernde Situation“ (KUNTER/TRAUTWEIN 2013, S. 57) definiert werden muss, gibt es zahlreiche Möglichkeiten für dessen Ausprägungen. Ebenso wird (Schul-)Unterricht als ein Konstrukt, welches sich durch Mehrdimensionalität, einer Unvorhersehbarkeit, Unmittelbarkeit kennzeichnet, sowie öffentlich, simultan, geschichtlich ist, angesehen (vgl. DOYLE 2006, S.98f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Praxissemester innerhalb der Lehrerbildung und erläutert die Forschungsfrage sowie die methodische Anlage.
2 Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Praxisphasen, Lehrerprofessionalisierung und Überzeugungen als Aspekte professioneller Kompetenz dargestellt.
3 Empirische Studie: Dieses Kapitel beschreibt das Design, das Messinstrument sowie die quantitative Datenauswertung zur Untersuchung der Hypothesen.
4 Diskussion: Hier findet die Interpretation der Ergebnisse statt, sowie eine methodenkritische Reflexion und ein abschließendes Fazit.
Schlüsselwörter
Praxissemester, Lehrerausbildung, Lehrerprofessionalisierung, Mathematikunterricht, Überzeugungen, Konstruktion, Transmission, Schulpraxis, Kompetenzmodell, TEDS-M 2008, Unterrichtsqualität, quantitative Erhebung, Längsschnittstudie, Reflexion, fachdidaktische Professionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Praxissemesters auf die Überzeugungen angehender Mathematiklehrkräfte im Hinblick auf Lehren und Lernen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Lehrerprofessionalisierung, die Struktur von Praxisphasen und die Messung von konstruktivistischen sowie transmissiven Überzeugungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Praxissemester als Prozess zu klassifizieren, der die Lehrerprofessionalisierung beeinflusst und die Überzeugungen der Studierenden messbar verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Längsschnittstudie, bei der Daten mittels Fragebögen an zwei Zeitpunkten erhoben und statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Beschreibung der empirischen Studie (Stichprobe, Design, Instrumente) und die anschließende Ergebnisanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Praxissemester, Lehrerprofessionalisierung, Überzeugungen, Konstruktion, Transmission und Schulpraxis.
Welchen Einfluss hat die wahrgenommene Schulpraxis auf die Ergebnisse?
Die Ergebnisse zeigen, dass eine dynamisch wahrgenommene Schulpraxis die Veränderung der Überzeugungen hin zu konstruktivistischeren Ansätzen stärker beeinflusst als ein statisch wahrgenommener Unterricht.
Wie unterscheiden sich konstruktivistische und transmissive Überzeugungen in dieser Studie?
Die Studie betrachtet diese als voneinander unabhängige Pole, wobei Studierende nach dem Praxissemester tendenziell stärkere konstruktivistische Ansätze verfolgen, während die transmissive Dimension stabil bleibt.
- Quote paper
- Laura Kriewen (Author), 2018, Verändern sich bei angehenden Lehrern die Überzeugungen zum Lehren und Lernen im Fach Mathematik durch die Schulpraxis während des Praxissemesters?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937724