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"Nosferatu". Eine Analyse des Stummfilmklassikers von 1922 und der Vergleich zur Neufassung von 1978

Title: "Nosferatu". Eine Analyse des Stummfilmklassikers von 1922 und der Vergleich zur Neufassung von 1978

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Michael Krinzeßa (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Im Jahre 1922 entstand unter der Regie von Friedrich Wilhelm ( F. W.) Murnau in Deutschland der berühmte Stummfilmklassiker „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“, mit dem legendären Max Schreck in der Hauptrolle. Die Handlung wurde in groben Zügen dem weltweit bekannten Roman „Dracula“ nachempfunden, der 1897 von dem Professor für englische Sprache und Literatur Bram Stoker in Großbritannien veröffentlicht wurde.
Murnau ist es gelungen, ein Meisterwerk des Horrorgenres zu schaffen, obwohl die filmtechnischen Mittel der Stummfilmära im Vergleich zu den Methoden der heutigen Filmproduktionen geradezu primitiv erscheinen. Auch in der gegenwärtigen Zeit scheint der Siegeszug des Klassikers ungebrochen. Zum hundertjährigen Geburtstag des Regisseurs wurde 1989 die Urfassung des Werkes rekonstruiert und mit einer extra dafür geschaffenen Hintergrundmusik, komponiert von Hans Proschka, unterlegt. Das Filmmuseum München stellte die Filmkopie zur Verfügung, deren Bearbeitung durch Enno Patalas erfolgte. Zahlreiche kommunale Kinos lassen in einer Epoche, die von Hightech und Internet geprägt ist, durch die Vorführung von „Nosferatu“ die nostalgische Zeit der zwanziger Jahre wieder aufleben. Im Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim ist beispielsweise dieses berühmte Vampirepos ein regelmäßiger Bestandteil von Freiluftkinoveranstaltungen in der Sommerzeit.
Sechsundfünfzig Jahre nach F. W. Murnaus Stummfilmklassiker hat der deutsche Regisseur Werner Herzog eine Neufassung seines berühmten Vorbildes gedreht. 1978 erschien der Farbfilm „Nosferatu - Phantom der Nacht“. Wolfgang Limmer, Redakteur des Spiegels bewunderte in einem Artikel seiner Zeitschrift vom März 1979 den Mut des Regisseurs, „an die große Tradition des deutschen Stummfilms anknüpfen zu wollen ...“, „ ... Leider spürt man Murnaus unerreichbares Vorbild allzu bedrückend.“ Seiner Meinung nach stellte Herzogs Werk in vielen Einstellungen eine Kopie des Originals dar, obwohl er versuchte, dem Film durch modifizierte Charaktereigenschaften der Hauptdarsteller oder auch durch die Veränderung der Schlußszene, eine sehr persönliche Nuance zu geben. Doch das beängstigende Flair des Grauens, das der Klassiker von 1922 ausstrahlte, konnte die Neufassung nie erreichen. So blieb Herzogs „Nosferatu“ trotz der Starbesetzung mit Klaus Kinski und Isabelle Adjani im Schatten seines historischen Originals, ohne dessen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Eine kurze Inhaltsangabe von „Nosferatu“

2. Die Analyse von „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“

3. Der Vergleich des Stummfilmklassikers mit Herzogs „Remake“

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hauptseminararbeit analysiert den Stummfilmklassiker „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) von F. W. Murnau und vergleicht diesen mit der Neufassung „Nosferatu – Phantom der Nacht“ (1978) von Werner Herzog, um die filmtechnische Wirkung und die Darstellung des Vampirmythos zu untersuchen.

  • Analyse filmtechnischer Stilmittel zur Erzeugung von Spannung und Angst im Stummfilm.
  • Untersuchung der psychologischen Komponenten und der Mythologie hinter der Nosferatu-Figur.
  • Kontrastierung der Darstellung des Vampirs als „Inkarnation des Schreckens“ versus „mitleidheischende Figur“.
  • Vergleich der Wirkungsweise von Murnaus Urfassung gegenüber Herzogs Neuinterpretation.

Auszug aus dem Buch

Die Analyse von „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“

Der Stummfilm ist eine filmische Ausdrucksform im rein Optischen im Unterschied zum Tonfilm. Er ist letzterem künstlerisch gleichrangig, erfordert aber andere Darstellungsmittel. Wichtige Textpassagen werden auf sogenannten Texttafeln, ähnlich den heutigen Untertiteln, abgebildet um dem Zuschauer das notwendige Hintergrundwissen zu vermitteln, welches er durch die visuellen Darstellungen möglicherweise nur lückenhaft erhält.

„Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“ beginnt wie im Theater mit dem I. Akt, denn in der ersten Szene wird eine grünlich gefärbte Texttafel, mit dem Titel „I. Akt - Aufzeichnung über das große Sterben in Wisborg“, eingeblendet. Die verschnörkelte Schrift vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, Einblicke in ein „wichtiges Dokument“ zu erhalten. Die drei großen Kreuze auf dem Schriftstück unterstreichen die Tatsache, daß es sich bei dem vorliegenden Stück nicht um eine Komödie handelt.

Dennoch herrscht im ersten Bild eine entspannte und lockere Atmosphäre. Ellen sitzt am Fenster und beobachtet recht freundlich schauend eine Katze, die mit einem Wollbündel spielt. Das Haustier vermittelt wohnliche Behaglichkeit. Der Betrachter soll hier den Eindruck erhalten, daß im Heim Hutters eine harmonische Familienidylle vorherrscht. Das bestärkt auch die Tatsache, daß der Hausherr Blumen im Garten pflückt. Mit einem breiten Grinsen auf seinem Gesicht betritt er das Zimmer seiner Frau, fällt ihr in die Arme und überreicht ihr die soeben geschnittenen Pflanzen. Doch hier erkennt der Zuschauer ein erstes Anzeichen von Disharmonie. Auf einer eingeblendeten Texttafel stellt Ellen die Frage: „Warum hast du die Blumen getötet?“ Während dieser Aussage filmt der Kameramann Hutters Ehefrau in Großaufnahme. Dabei ist nur sie beleuchtet, der Hintergrund ist schwarz eingefärbt. Dadurch fällt das Augenmerk auf ihre extrem dunklen Lidschatten, was das Unheimliche dieser Szene unterstreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung von Murnaus Nosferatu ein und stellt die Forschungsfrage bezüglich der filmtechnischen Stilmittel im Vergleich zur Neufassung von Werner Herzog.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung, eine detaillierte chronologische Analyse der filmischen Gestaltungsmittel bei Murnau sowie einen kritischen Vergleich mit Herzogs Neuverfilmung.

III. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die filmhistorische Bedeutung von Murnaus Werk und erläutert, warum die Urfassung trotz technischer Primitivität eine höhere emotionale und atmosphärische Wirkung erzielt.

Schlüsselwörter

Nosferatu, F. W. Murnau, Werner Herzog, Stummfilm, Horrorfilm, Vampirismus, Filmanalyse, Schatteneffekte, Filmtechnik, Mythologie, Dracula, Klaus Kinski, Wisborg, Filmgeschichte, Expressionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer filmwissenschaftlichen und medienpädagogischen Analyse des Horrorfilms Nosferatu, unterteilt in das Original von 1922 und das Remake von 1978.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die filmtechnische Gestaltung von Atmosphäre, die Interpretation der Vampirmythologie und den Wandel der Charakterzeichnung über verschiedene Filmepochen hinweg.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die filmtechnischen Stilmittel, die im Stummfilm zur Erzeugung von Angst und Spannung genutzt werden, detailliert aufzuschlüsseln und zu begründen, warum Murnaus Version als künstlerisch überlegen gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine chronologische, inhaltsnahe Filmanalyse sowie einen komparativen Ansatz, um Murnaus Werk und Herzogs Remake direkt gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben einer Inhaltsangabe bietet der Hauptteil eine detaillierte Szenenanalyse, die auf Farbeffekte (Stiche), Kameraeinstellungen und die Darstellung der Hauptfiguren (Orlock vs. Dracula) fokussiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Stummfilm, Nosferatu, Filmanalyse, Vampirmythologie und filmtechnische Gestaltungsmittel geprägt.

Warum spielt die Farbe in der Analyse eine so wichtige Rolle?

Die Arbeit zeigt auf, wie der Wechsel zwischen Blaustich (für nächtliche/unheilvolle Szenen) und Gelbstich (für behagliche/tageshelle Szenen) gezielt zur Steuerung der Zuschauerwahrnehmung eingesetzt wird.

Wie unterscheidet sich Herzogs Darstellung des Vampirs von der Murnaus?

Während Murnaus Graf Orlock als kalte, berechnende Inkarnation des Schreckens fungiert, wird Herzogs Dracula durch Klaus Kinski als mitleidheischende, tragische und fast menschliche Figur dargestellt.

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Details

Title
"Nosferatu". Eine Analyse des Stummfilmklassikers von 1922 und der Vergleich zur Neufassung von 1978
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Geistes- und Sozialwissenschaften)
Course
Medienpädagogik III
Grade
1,0
Author
Magister Artium Michael Krinzeßa (Author)
Publication Year
1999
Pages
22
Catalog Number
V9377
ISBN (eBook)
9783638160995
ISBN (Book)
9783638641005
Language
German
Tags
Nosferatu Eine Analyse Stummfilmklassikers Vergleich Neufassung Medienpädagogik Thema Nosferatu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Michael Krinzeßa (Author), 1999, "Nosferatu". Eine Analyse des Stummfilmklassikers von 1922 und der Vergleich zur Neufassung von 1978, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9377
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