Hybris in antiker Poesie. Selbstüberschätzung und Kompromisslosigkeit in der Antigone des Sophokles


Akademische Arbeit, 2017

16 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verwendung von Hybris bei Homer und Aischylos

3. Hybris in der Antigone: Kreon

4. Hybris bei der Antigone: Antigone

5. Gegenseitige Beeinflussung: Kreon vs. Antigone

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Hochmut kommt vor dem Fall!“ Dieses bekannte Sprichwort warnt vor Selbstüberschätzung. Es impliziert weiterhin, dass auf eine Form des Hochmuts immer eine Form eines „Falls“, also eine Wendung zum Schlechteren folgt. Dieser Gedanke spielte in antiken Gesellschaften eine große Rolle. In diesen wurde Ehre und konträr dazu Schande sozial sehr hoch bemessen.1

Viele der negativen Eigenschaften und Handlungen, welche die Herbeiführung von Schande begünstigten, wie beispielsweise Hochmut, Selbstüberschätzung, Gier oder Erniedrigung, wurden in der Antike oft unter dem Begriff der „Hybris“ zusammengefasst. Es galt die gängige Ansicht, dass zu großes Verlangen zur Hybris führte und diese schließlich ins Verderben.2 Es wurde also allgemein die Notwendigkeit anerkannt, im Gedanken an das eigene Wohl nicht der Hybris zu verfallen. Daraus resultierte, dass Hybris als Moral- und Appellbegriff benutzt wurde, welcher vor den unter ihm zusammengefassten Werten und den daraus folgenden Konsequenzen warnen sollte. Die antiken Poeten hatten hierbei aufgrund ihres Mediums, der Tragödie, die Möglichkeit, um, durch Einfließen lassen persönlicher Intentionen und Moralvorstellungen in ihre Werke, ihre Zuschauer vor der Hybris zu warnen und auf deren Gefahren aufmerksam zu machen.

Die vorliegende Arbeit soll nun hauptsächlich die Tragödie der Antigone des Sophokles untersuchen; welche der Figuren zeigen Hybris und wie ist dies mit Sophokles' Intentionen und Moralvorstellungen verbunden?

Eingangs soll die Verwendung von Hybris als Moralbegriff sowohl kurz bei Homer, als auch bei Aischylos aufgezeigt werden. Dies dient zur Untersuchung der Verwendung von Hybris und die Verbindung zu den Intentionen des Verfassers bereits in früheren Autoren. Anschließend konzentriert sich die Arbeit auf die Interpretation der Antigone des Sophokles . Dafür sollen zuerst Quellenkritische Überlegungen vorgenommen werden. Danach sollen Aspekte der Hybris zuerst bei Kreon, anschließend bei Antigone herausgearbeitet werden. Als nächster Punkt wird eine mögliche gegenseitige Beeinflussung Kreons' und Antigones' im Hinblick auf deren jeweilige Hybris untersucht. Dabei soll auch immer wieder der Bezug zu den Intentionen des Verfassers beleuchtet werden. Die Arbeit schließt mit der Zusammenfassung der vorgebrachten Ergebnisse ab.

Fishers Abhandlung über Hybris gibt einen guten Überblick über die Thematik. Sie stellt die Verwendungen von Hybris in antiken Autoren dar und schlüsselt diese sowohl sprachlich als auch inhaltlich auf. Pöggeler's und Steiner's Monographien zeigen die verschiedenen Deutungen der Antigone, erläutert durch eigene Kommentare und verbunden mit eigenen Ergebnissen. Sie liefern Ergebnisse zur sozialen Stellung Kreons und Antigones, auch im Hinblick auf die Durchführung ihrer Interessen. Des Weiteren bezieht sich diese Arbeit auf Lefèvre's Aufsatz zur Antigone, welcher überzeugend den Konflikt zwischen Antigone und Kreon erklärt, Ergebnisse für die Assoziation der Antigone mit Hybris liefert und dies mit den Moralvorstellungen Sophokles' verknüpft.

2. Die Verwendung von Hybris bei Homer und Aischylos.

Zur Untersuchung von Hybris scheint ein Verweis auf die älteste überlieferte Verwendung derselben unentbehrlich; Homer's Ilias. Es soll hierbei angeführt werden, dass die Nähe des heute vorliegenden Werkes zum Original umstritten ist. Dies beruht unter anderem darauf, dass die Ilias ursprünglich zum mündlichen Vortrag gedacht war. Das Werk wurde daraufhin mündlich überliefert, was wiederum Veränderungen in der Überlieferung begünstigte.3 Außerdem ist fraglich, woher Homer von den von ihm berichteten Ereignissen wissen konnte.4 Der Text soll im Folgenden trotzdem untersucht werden, um bereits bei Homer eine Verwendung von Hybris in Verbindung mit dessen Moralvorstellungen und Intentionen zu fassen. Die verwendete Übersetzung ist die von Rohland Hampe.5

Homer thematisiert in der Ilias hauptsächlich zwischenmenschliche Motive. Das erste Wort der altgriechischen Überlieferung, Μῆνιν, bildet das Leitmotiv der Ilias.6 Homer bringt am Anfang das an, über was eigentlich gesungen werden soll, also den „unheilbringenden Zorn“.7 Dieser hat viele Tote zur Folge, führt also Schaden herbei. Da die Ilias hier nur kurz beleuchtet werden soll, wird im Folgenden die wohl offensichtlichste Verwendung von Hybris aufgezeigt;8 der Streit zwischen Achilles und Agamemnon. Agamemnon will Achilles dessen rechtmäßig zustehendes Ehrengeschenk, Briseis, entwenden. Als Rechtfertigung führt er hierfür an, dass er sein Ehrengeschenk bald entsenden würde und er deswegen die Briseis wegnimmt. Intention dahinter war, Achilles seine Vormachtstellung vor Augen zu führen und somit auch jeden Anderen davor zu warnen, sich ihm gleichzustellen.9 Agamemnon etabliert hier seine Stellung als Anführer.10 Achilles kritisiert daraufhin Agamemnons „Gewinnsucht“; Agamemnon sei nur auf seine persönlichen Vorteile bedacht.11 Dieses Verhalten wird kurz darauf explizit als Hybris und als zum Scheitern verurteilt bezeichnet.12 Hier zeigen sich möglicherweise Parallelen zu den Werte- und Moralvorstellungen Homers. Er kritisiert Hybris auf persönlicher, zwischenmenschlicher Ebene. Er hat dabei aber immer die Hierarchie zwischen Göttern und Menschen im Kopf, welche dem Anschein der Ilias nach deutlich zu Gunsten der Götter ausfällt.13 Menschen unterstehen den Göttern, diese wiederum dem Schicksal.14 Er tadelt die fehlende Kompromissbereitschaft Agamemnons, welcher bei der Legitimation seiner Führungsposition durch zu hohes Streben nach persönlicher Macht und Ehre die Loyalität des Achilles verliert. Homer zeigt hier also die Gefahren von zwischenmenschlicher Hybris auf; man solle sich im Gedanken an die eigene Ehre nicht überschätzen und seine Interessen abwägen. Gegenüber Göttern ist Hybris nach Homer zwecklos, da der Wille der Menschen jederzeit dem der Götter untersteht; anders bei Aischylos.

Bei Aischylos Tragödie die Perser findet Hybris zentrale Verwendung. Aischylos thematisiert in seinem Werk jüngste militärische Erfolge der Griechen: die erfolgreiche Verteidigung Griechenlands gegen die Übermacht des persischen Großkönigs Xerxes I . bei der Seeschlacht von Salamis 480 v. Chr.15

Das Erzählte behandelt also zeitgenössische Themen.16 Aischylos nahm sowohl zuvor 490 v. Chr. bei Marathon17, als auch in der genannten Schlacht bei Salamis 480 v. Chr. als Soldat teil.18 Seine aktive Teilnahme an der Verteidigung der Griechen vor einer imperialistischen Expansionspolitik der Perser begünstigte wahrscheinlich den Willen Aischylos'. Den Willen, den Zuschauern die Gefahren des Hochmuts vor Augen zu führen.

Nachdem der erste Kriegszug gegen die Griechen, der Dareios I., 490 v. Chr. Fehlschlug, plante Xerxes I. einen weiteren Kriegszug gegen die Griechen.19 Dieser Kriegszug hatte persönliche Motive. Xerxes versuchte Ehre zu erlangen, da sein Vater als König mit großen Erfolgen galt.20 Er suchte das angefangene Werk seines Vaters zu vollenden.21 Die Erlangung von persönlicher Ehre war also ein maßgebliches Motiv für Xerxes.22 Das Selbstbewusstsein, welches Xerxes in seinem Vorhaben hegte,23 wird bereits im einleitenden Chorgesang der Perser deutlich.24 Nicht lange nach der Etablierung der persischen Militärstärke folgt jedoch eine erste Warnung vor Hybris.25 Aischylos betrachtete die Selbstsicherheit Xerxes I. über dessen militärische Kraft und dessen Expansionspolitik kritisch. Er impliziert hier, dass sich kein Sterblicher den Göttern anmaßen solle, da dies fatale Konsequenzen haben würde. Xerxes tat jedoch genau das, als er eine Brücke über den Hellespont bauen ließ, „als ein Joch ums Genick warf es dem Meeresgott.“26 Durch die Wortwahl wird deutlich, dass Aischylos den Bau der Brücke als Anmaßung gegenüber dem Meeresgott Poseidon auffasste und mit negativen Reaktionen der Götter rechnete. Er stellt dieses Verhalten als Form der Hybris dar und führt dabei den Zuschauern die Gefahren von Anmaßung gegenüber Göttern und damit verbunden die Hierarchie zwischen Göttern und Menschen vor Augen. Auch hier unterstehen die Menschen den Göttern und habe wenig bis keine Chancen, dem Willen der Götter zu entfliehen.27

Dies zeigt sich unter Anderem in der berühmten Grabrede des Geistes von Dareios I. Nachdem der beschworene Geist des Dareios I. erfuhr was passierte, zeigt er in analytischer Manier die Fehler seines Sohnes auf. Hier werden erneut die Intentionen und Moralvorstellungen Aischylos' deutlich. Die versuchte Expansion wird als „Tat der Tor“28 und „als Hochmut“29 negativ konnotiert. Jedoch lässt Aischylos den Dareios eine dämonische Beeinflussung Xerxes' anführen30 und schiebt somit die Schuld teilweise von Xerxes selbst auf göttliche Einflüsse. Dies wird kurz darauf erneut etabliert, wieder mit der göttlichen sowie der persönlichen Komponente.31 Götter können demnach Eifersucht erfahren und daraufhin dem Verursacher bewusst schaden, was aufgrund der göttlichen Macht zum sicheren Verderben des Menschen führt.

Speziell die Worte des letzten Paragraphen von Dareios lesen sich wie ein expliziter Appell Aischylos' an seine Zuschauer. Hier wird abschließend im Prophezeiungscharakter an die Besonnenheit des Geistes appelliert. Die Konsequenzen von Hybris in Form der „Haufen Leichen“, die zu erkennende Notwendigkeit des Maßhaltens für die „Augen aller Sterblichen“, als auch das Respektieren göttlicher Macht in Form der Aussage, „ein Mensch“ solle nicht der Maßlosigkeit verfallen, wird hier impliziert.32 Damit vereint Aischylos in diesen zwei Sätzen seine im Laufe des Stückes erkennbaren moralischen Vorstellungen zu Hybris: Menschen sollen Maß halten, sich nicht überschätzen, sowohl untereinander als auch besonders gegenüber Göttern, da sonst Verderben und Schande die unabwendbare Folge.

3. Hybris in der Antigone: Kreon

Nachdem die Verwendung von Hybris bei Homer und Aischylos untersucht und ein möglicher Bezug zur Moralvorstellung des Verfasser beleuchtet wurde, widmet sich die Arbeit nun der Analyse und der Interpretation der Antigone des Sophokles. Es sollen nun vorerst quellenkritische Betrachtungen zur Grundlage der Interpretation der Antigone des Sophokles durchgeführt werden. Die Dramen des Sophokles wurden durch eine erste, kommentierte Gesamtausgabe des Aristophanes in einem Kanon bis in die Spätantike zusammengefasst. Dieser wurde von Salustios im 4. Jh. v. Chr. herausgegeben. Daraufhin wurde eine byzantinische Ausgabe von Manuel Moschopulos erstellt, welche auf ca. 1290 datiert wird. Dieser Ausgabe wurden später, ca. 1270-1325 weitere Texte, darunter die Antigone hinzugefügt;33 der Text hat also eine lange Überlieferungskette hinter sich, welche Überlieferungsfehler nicht ausschließt. Die Antigone wurde wahrscheinlich 443 v. Chr. in Athen uraufgeführt.34 Die Hintergrundhandlung der Antigone orientiert sich an der Legende der Verbrennung der Ismene und der Antigone im Hera-Tempel auf Plataiai, das Motiv ist jedoch frei erfunden.35 Beispielsweise ist Haimon während der Handlung der Antigone noch lebendig, während dieser laut der Legende früher getötet wird. Sophokles wurde ca. 497/6 v. Chr. im attischen Demos Kolonos geboren.36 Er lebte beinah ein ganzes Jahrhundert hindurch und übte während seiner Laufbahn politische und strategische Ämter aus.37 Er hatte deswegen Einblicke in Politik und Staatswesen, welche ihm ein ausgeprägtes Menschenbild verschafften. Weil es in der Gattung der Tragödie nun üblich war, seinen Standpunkt zu vertreten und an das Publikum zu appellieren, wollte wahrscheinlich auch Sophokles mit seinen Tragödien das attische Volk ansprechen. Sein Ziel war es, dieses auf seine festgestellten sozialen und politischen Probleme aufmerksam machen.

Es folgt die Analyse und Interpretation der Antigone, beginnend mit Kreon. Aller Zitate sind der Übersetzung von Schadelwaldt entnommen.38 Ein entscheidender Faktor für die Assoziation der Figur des Kreon mit Hybris ist dessen Selbstüberschätzung. Es fällt ebenso wie bei Homers Agamemnon die konstante Etablierung seiner Herrscherrolle auf. Gleich zu Beginn rechtfertigt Kreon den Anspruch auf den Thron mit dem Erbrecht.39 Außerdem stellt er sich daraufhin durch Anführen seines Idealbildes eines schlechten Herrschers als guten und göttlich legitimierten Herrscher dar.40 Kreons Wahrnehmung seiner Herrscherrolle, jedoch, ist durch ein hohes Maß an Selbstüberschätzung verblendet. Er versteht seinen anfangs angesprochenen „höchsten Ratschluss“,41 an den sich ein jeder Herrscher zu halten hat, als seine eigene Moral und Vernunft. Er hält sich für eine unfehlbare, höchste Instanz,42 was hier allem Anschein nach eine Überschätzung seiner Fähigkeiten als Herrscher als Ursache hat.43 Diese Überschätzung wird, für den Zuschauer sichtbar, durch Bestätigung des Anspruchs durch andere Figuren, verstärkt.44 Sophokles wollte damit offenbar die Selbstsicherheit Kreons in seinem Handeln und Denken untermauern. Diese Selbstsicherheit reicht letztendlich jedoch soweit, dass bei Kreon eine fehlende Reflexion seines Handelns und seiner Prinzipien diagnostiziert werden kann.

Das Fehlverhalten Kreons wird nun unter Anderem deutlich, als er seinem als höchstes Ziel angepriesenem Grundsatz45, das Wohl der Polis solle an höchster Stelle stehen, widerspricht:

„Kreon: Hat mir das Volk zu sagen, wie ich herrschen muss?

Haimon: Sieh da! Wie gar zu jugendlich du dieses sagst!

Kreon: Für wen sonst als für mich soll ich dies Land regieren?

Haimon: Das ist kein Staat, der Einem nur gehört.

Kreon: Gilt nicht der Staat als dessen Staat, der in ihm herrscht?“46

Hier sagt Kreon explizit, dass seine politischen Entscheidungen sein persönliches Wohl als primäres Ziel haben. Auch Haimons Bitte, Kreon solle seine Meinung überdenken und von gut gesprochenem lernen47, wird von Kreon ignoriert. Er lässt sich aus Prinzip weder vom Volk (s.o.), noch von Jüngeren48, noch von Frauen49 etwas über seine Regierung vorschreiben.50 Kreon weicht nicht von seinen Prinzipien ab und bleibt uneinsichtig, obwohl sein Fehlverhalten als offensichtlich dargestellt wird.51 Er ist durch seine Selbstüberschätzung derart verblendet, dass eine Reflexion seines Handelns und die Einsicht seines Fehlens für ihn vorerst nicht in Frage kommt. Dies will er bereits zu Anfang durch Anführen der Eigenschaften schlechter Herrscher rechtfertigen. Er sieht diejenigen als schlechte Herrscher an, welche „in Furcht vor irgend jemandem die Zunge verschlossen [...]“52 halten. Damit wird impliziert, dass er keine Meinung als so hoch erachtet, wie seine eigene und somit aufgrund von Überschätzung des Wertes der eigenen Intentionen nicht gewillt ist, sein Handeln zu überdenken.

Daraus lassen sich Erkenntnisse über das Menschenbild und die Moralvorstellungen Sophokles gewinnen. Der wie oben beschrieben sture und uneinsichtige Kreon wird in seiner Beharrlichkeit vorerst als selbst überschätzend und kompromisslos wahrgenommen.53 Dies scheint durch widersprüchliche Unterstellungen von Hybris Kreon's bei anderen Personen bewusst von Sophokles bekräftigt zu werden.54 Nachdem jedoch alle Kritik und Chancen zur Einsicht von Kreon ungenutzt verstreichen, so bedarf es dem als bewährt angesehenen Seher Teiresias,55 um ihn endlich zur Einsicht zu bewegen. Nachdem Teiresias Kreon im Zorn dessen Unheil prophezeit und ihn davon überzeugt, jegliches Fehlverhalten sei „allein von dir […] ihnen […] aufgedrungen mit Gewalt!“56, wird zum ersten mal eine Selbstreflexion Kreon's erkennbar.57 Allein im Angesicht der Not58 bewegt sich Kreon widerwillig59 zur Umkehr seines Willens. Letztendlich wird auch oft impliziert, dass Kreon seine Fehler einsieht.60 Die Auswirkungen seiner Selbstüberschätzung finden ihr dramatisches Ende in den Suiziden Haimons, Antigones, sowie Eurydikes.61

[...]


1 Vgl. Procopé, John, ed. Alois Kehl, s.v. Hochmut, in: RAC 15 (1991), S. 800, oder Fisher, N.R.E.: Hybris. A Study in the Values of Honour and Shame in Ancient Greece, Warminster 1992, S. 1f.

2 Procopé, Hochmut, S. 801.

3 Vgl. Cobet, Justus: Vom Text zur Ruine. Die Geschichte der Troia-Diskussion, in: Ulf, Chr. (Hg.): Der neue Streit um Troia. Eine Bilanz, München 2003, S. 20-24, oder Seeck, Gustav A.: Homer. Eine Einführung, Stuttgart 2004, S. 53-58.

4 Homer berichtet vom trojanischen Krieg, welcher auf deutlich vor der angeblichen Lebzeit des Homer datiert wird. Da auch keine älteren Autoren überliefert sind, an denen Homer sich hätte orientieren können, bleibt die Frage, woher er um das Erzählte Bescheid wusste, offen.

5 Homer: Ilias, ed. Roland Hampe, Stuttgart 1979.

6 „Göttin, singe mir nun des Peleussohnes Achilleus unheilbringenden Zorn, der tausend Leid den Achäern schuf und viele stattliche Seelen zum Hades hinabstieß[...]“, Homer: Ilias, S. 3.

7 Ebd., S. 3.

8 Fisher: Hybris, S. 151.

9 „[...] So hol ich mit schönen Wangen Briseis selbst aus deinem Zelt, dein Ehrengeschenk, daß du einsiehst, wieviel höher ich stehe als du, und ein andrer zurückschreckt, sich mir gleichzustellen und ebenbürtig zu dünken.“, Ebd., S.8.

10 Fisher: Hybris, S. 151f.

11 Vgl. „[...] Besitzbegierigster aller, [...]“, Ebd., S. 6, oder „Weh mir, von Unverschämtheit Strotzender, voller Gewinnsucht, [...]“, Ebd., S. 7.

12 „[...] Warum bist du gekommen? Ist's, um die Hybris zu sehn des Artreussohns Agamemnon? Aber ich sage dir frei und meine, es wird sich erfüllen: Sein übersteigerter Stolz wird bald das Leben ihn kosten.“, Ebd., S. 9.

13 Vgl. „Welcher der Götter brachte die beiden im Streit aneinander?“, Ebd., S. 3, oder „Einen sterblichen Mann, der schon lang dem Schicksal verfallen, willst du wieder heraus aus dem tosenden Schlachtentod retten?“, Ebd., S. 335, oder „Zugesponnen haben die Götter den elenden Menschen, immer in Sorge zu leben, sie selber aber sind sorglos.“, Ebd., S. 520.

14 „[...] Richtete vor sich da der Vater die goldene Waage, legte zwei Lose hinein des stark betrübten Todes, das des Achilleus und das des Rossebändigers Hektor […] und wog: Des Hektors […] sank und ging fort zum Hades; und Phoibos Apollon verließ ihn.“ (= Kein Einfluss der Götter auf die Lose), Ebd., S. 460.

15 Herodot: Historien, übers. Andrea Purvis, ed. Robert Strassler (Hg.), New York 2007, S. 635-641.

16 Fisher: Hybris, S. 256.

17 Ebd., S. 470-475.

18 Dieterich, s.v. Aischylos, in: DNP I.1 (1958), S. 1066.

19 Herodot, Historien, S. 493-497.

20 Vgl. „[...] all mein Reichtum, Frucht und Lohn meiner Mühe, [...]“, Aischylos: Perser, S. 307, oder „[...] sagten sie doch, daß den Kindern du Reichtums Füll erwarbst im Speerkampf, […]“, Ebd., S. 309.

21 „[...] Er jedoch – aus feigem Sinn – Führ' im Haus den Speer, der Väter Erbgut lass' er ungemehrt. Solchen Vorwurfs Schmähung hört' er oft aus böser Männer Mund; Drum beschloß er diese Kriegsfahrt […] nach Hellas' Gaun.“, Ebd., S. 309.

22 Fisher: Hybris, S. 258-260.

23 Herodot: Historien, S. 516.

24 „Es kann niemand – noch so wehrhaft – widerstehn […]. Denn unnahbar ist das Kriegsheer, festen Muts das Volk der Perser.“, Aischylos, Perser, S. 265.

25 „Denn gar liebreich zu sich her lockt dich Verblendung in ihr Fangnetz, dessen Strickwerk zu entschlüpfen keinem sterblichen vergönnt ist.“, Ebd., S. 267.

26 Ebd., S. 265.

27 U.A. „Doch dem Trugwerk, das ein Gott spinnt, wer, der Mensch ist, wer entschlüpft ihm?“, Ebd. , S.267.

28 Ebd., S. 305.

29 Ebd., S. 311.

30 „Ach, es war ein grausger Dämon, der ihm die Vernunft benahm!“, Ebd., S. 305.

31 „Doch ist einer selbst zu eifrig, trägt ein Gott zum Fall noch bei.“, Ebd., S. 307.

32 „Und Haufen Leichen werden noch im dritten Glied lautlos kundtun den Augen aller Sterblichen, daß übers Maß ein Mensch nicht heben soll den Sinn. Denn Hochmut, aufgeblüht, bringt Frucht im Ährenkorn der Schuld, daraus tränenreiche Ernte mäht der Herbst.“, Ebd., S. 311-313.

33 Zimmermann, Bernhard, s.v. Sophokles, in: DNP online, <http://referenceworks.brillonline.com/entries/der-neue-pauly/sophokles-e1117150?s.num=0&s.f.s2_parent=s.f.book.der-neue-pauly&s.q=sophokles>, besucht am 14.1.2018, S. 1.

34 Blumenthal, s.v. Sophokles, in: DNP III/A, 1 (1972), S. 1082.

35 Blumenthal, s.v. Sophokles, S. 1083.

36 Blumenthal, s.v. Sophokles, S. 1041.

37 Blumenthal, s.v. Sophokles, S. 1043.

38 Sophokles: Antigone, ed. Wolfgang Schadelwaldt, Berlin 1974.

39 „[...] Bei den Söhnen derer […]. Da diese nun in doppeltem Verhängnis umgekommen, […] so habe ich denn Allgewalt und Thron als nächster in der Folge des Geschlechts nach den Toten.“, Sophokles: Antigone, S. 17.

40 „Denn ich – das wisse Zeus, der allzeit alles sieht -, ich schwiege nicht, säh ich Verderben über die Bürger kommen statt des Heils, und würde nie den Mann als Freund erachten, der Feind der Stadt ist, in der Einsicht, daß nur sie es ist, die uns erhält [...].“, Ebd., S.18.

41 Ebd., S. 17f.

42 „Ich fehlen? Wenn ich meine Herrschaft heilig halte!“, Ebd., S. 37.

43 Fisher: Hybris, S. 311f.

44 Vgl. „Doch dort kommt Kreon, Menoikeus' Sohn, bestellt zum neuen König des Lands nach der Götter neuen Fügungen.“, Ebd., S. 17, oder „ […], wenn wir gewaltsam, gegen das Gesetz, Entscheid und Machtgebot des Herrschers übertreten.“, Ebd., S. 13, oder „Dein Sohn bin ich, und du stellst rechte Regeln nach deinem Wissen für mich auf, denen ich folgen will. Denn keine Ehe kann zu gewinnen mir für höher gelten als du, wenn du mich recht führst.“, Ebd., S. 34, vgl. auch Kawalko, David: Polyneices' Body and His Monument: Class, Social Status and Funerary Commemoration in Sophocles' Antigone, in: Helios Vol. 33 (2006), S. 158.

45 „[...], der feind der Stadt ist, in der Einsicht, daß nur sie es ist, die uns erhält […].“, Ebd., S. 18.

46 Ebd., S. 37.

47 Ebd., S. 37.

48 „In unserem Alter sollen wir Vernunft von einem uns lehren lassen, der so jung an Jahren?“, Ebd., S. 37.

49 „Besser – wenn es sein muss – einem Mann zu fallen, anstatt daß man uns Weibern unterlegen nennt!“, Ebd., S. 35.

50 Lefèvre, Eckard: Sophokles' Antigone. Eine Tragödie zwischen ethischem Anspruch und Hybris, in: Freiburger Universitätsblätter 169 (2005), S. 19.

51 Vgl. „Seh ich doch, wie du unrecht handelst und schlimm fehlst!“, Sophokles: Antigone, S. 37, vgl. auch Fisher: Hybris, S. 311.

52 Ebd., S. 18.

53 Kawalko: Monument, S. 148-150.

54 Vgl. „Er geh und tue, denke über Menschenmaß hinaus!“, Ebd., S. 38, oder „Kein größres Übel als die Zuchtlosigkeit!“, Ebd., S. 35.

55 Vgl. „Auch früher wich ich nie von deinem Sinn.“, Ebd., S. 47, oder „Doch wissen wir, seit dieses weiße Haar anstatt des schwarzen mir das Haupt umgibt, nie hat er falsch gesprochen vor der Stadt.“, Ebd., S. 50.

56 Ebd., S. 50.

57 Vgl. „Ich weiß es selbst und bin erschüttert in dem Sinn.“, Ebd., S. 50, oder „Ich aber, da sich meine Meinung so gewendet, […].“, Ebd., S. 51.

58 Vgl. „[...] doch widerstehn und sich das Herz mit Unheil schlagen auch.“, Ebd., S. 50, oder „Doch mit der Not ist nicht zu streiten.“, Ebd., S. 51.

59 „Denn nachgeben ist arg, […].“, Ebd., S. 50.

60 Vgl. „Gestorben bist du, bist geschieden, durch meine, nicht durch deine Unberatenheiten!“, Ebd., S. 57, oder „Ich habe es gelernt, ich Armer!“, Ebd., S. 57.

61 Vgl. „Haimon ist hin. Er blutet nicht von fremder Hand.“, Ebd., S. 53, oder „[...] und sehn zuhinterst in der Grabeskammer sie aufgehängt am Halse, eingeschnürt in einen Strick von Fäden ihres Linnens […].“, Ebd., S. 55, oder „Die Frau ist tot, ganz Mutter dieses Toten! Sie starb, die Arme, grad an frischgeschlagenen Wunden.“, Ebd., S. 57.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Hybris in antiker Poesie. Selbstüberschätzung und Kompromisslosigkeit in der Antigone des Sophokles
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Griechische Kulturgeschichte des 5. Jh. v. Chr.
Note
1.0
Autor
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V937954
ISBN (eBook)
9783346266972
ISBN (Buch)
9783346266989
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hybris, Antigone, Sophokles, Kreon, Homer, Aischylos
Arbeit zitieren
Christoph Zistler (Autor), 2017, Hybris in antiker Poesie. Selbstüberschätzung und Kompromisslosigkeit in der Antigone des Sophokles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937954

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Hybris in antiker Poesie. Selbstüberschätzung und Kompromisslosigkeit in der Antigone des Sophokles



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden