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Reichtum und Macht

Der dritte und vierte Kreuzzug als Beispiel für die Rolle der europäischen Hochfinanz im 12. und 13. Jahrhundert

Title: Reichtum und Macht

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Niko Pankop (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Das Zeitalter der Kreuzzüge ist geprägt von einem wirtschaftlichen Aufschwung in Europa, von der Konsolidierung der Städte, der Etablierung der Geldwirtschaft, der Zunahme des Fernhandels und der Entstehung eines neuen und größeren Luxusbedürfnisses der herrschenden Adelsschichten. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich die Interessen des von der wirtschaftlichen Entwicklung besonders profitierenden Handelsbürgertums und die Kreuzzüge wechselseitig beeinflussten.

In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, ob in der Zeit des dritten und vierten Kreuzzuges eine Hochfinanz existierte, die Einfluss auf politische Prozesse und Entscheidungen hatte.
Weiterhin soll der Einfluss der Kreuzzüge, insbesondere des dritten Kreuzzuges, auf den Mittelmeerhandel, auf Handelsrouten und Handelsprivilegien der italienischen Städte untersucht und deren anschließende Entwicklung bis zum vierten Kreuzzug verfolgt werden.
Ausgehend von den Ergebnissen soll schlussendlich die Frage geklärt werden, ob die Hochfinanz Einfluss auf die politische und militärische Entwicklung hatte, ob es sogar konkrete Möglichkeiten der Einflussname auf Route und Ziel der Kreuzzüge gab und welche politischen Versprechen mit der Unterstützung der Kreuzfahrer verbunden waren.
Grundsätzliches Anliegen der Arbeit ist die Untersuchung der gegenseitigen Beeinflussung von Reichtum und Macht. Sie soll am Beispiel der Entwicklung und Rolle der Hochfinanz während der Zeit des dritten und vierten Kreuzzuges beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufstieg reicher Finanzmänner in Europa

2.1. Der Aufschwung des Handels

2.1.1. Hochfinanz am Beispiel Venedigs

2.1.2. Hochfinanz nördlich der Alpen

2.2. Politische Einflussnahme

3. Der Mittelmeerhandel

3.1. Der Mittelmeerhandel vor dem dritten Kreuzzug

3.2. Die Auswirkungen des dritten Kreuzzuges auf den Mittelmeerhandel

4. Einflussnahme der Hochfinanz auf die Kreuzzüge

4.1. Der dritte Kreuzzug

4.2. Venedig und der vierte Kreuzzug

5. Wechselseitige Beeinflussung von Reichtum und Macht

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wechselseitige Beeinflussung von Reichtum und Macht während der Zeit des dritten und vierten Kreuzzuges, wobei die Rolle der europäischen Hochfinanz als treibende Kraft für politische und militärische Entscheidungen analysiert wird.

  • Existenz und Einfluss der Hochfinanz in Europa im 12. und 13. Jahrhundert
  • Wirtschaftlicher Aufschwung, Handelszentren und neue Luxusbedürfnisse
  • Veränderung des Mittelmeerhandels durch die Kreuzzüge
  • Finanzierung der Kreuzzüge und die resultierende Abhängigkeit von Geldgebern
  • Politischer Einfluss der Hochfinanz auf Ziel und Verlauf des vierten Kreuzzuges

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Hochfinanz nördlich der Alpen

Wie bereits erwähnt, war es jedoch der Aufschwung des Handwerks vor allem im Europa nördlich der Alpen, der den Mittelmeerhandel mit Waren versorgte und eine positive Handelsbilanz Europas ermöglichte. Der Reichtum blieb also nicht auf die großen Handelsstädte des Mittelmeers beschränkt. Auch in Frankreich, Deutschland und England kamen einzelne Personen durch Handel und Geldgeschäfte zu bedeutendem Reichtum.

Bald spannte sich ein Netz von Handelswegen von den Städten des byzantinischen Reichs, Palästinas, Syriens und Ägyptens über die europäischen Mittelmeerstädte nach Nordwesteuropa bis hin zu den britischen Inseln, Norwegen, Ungarn und Nowgorod. Beispielhaft für diese Geschäftsbeziehungen sind die Produktion und der Handel mit Wolltuchen. Die flämischen Webereien beschafften sich Wolle in England und Farbstoffe und Beizmittel aus dem Orient. Die italienischen Händler vertrieben das dort hergestellte Tuch im ganzen Mittelmeerraum. So wuchs Europa zusammen.

Es gibt zahlreiche Hinweise dafür, dass es auch nördlich der Alpen große Finanzmänner gab, die ihren italienischen Kollegen in nichts nachstanden, ihnen in allen geschäftlichen Praktiken ebenbürtig waren und daher auf gleicher Basis zusammenarbeiten und konkurrieren konnten.

So waren zum Beispiel Gerhard Unmaze und sein Bruder Dietrich, die aus einer alten Kölner Fernhändlerfamilie stammten, ähnlich wie die Familie Ziani und Bernardus teotonicus in Venedig, im Besitz zahlreicher Immobilien in Köln: einer Schiffslände am Rhein, Häusern an den Haupttoren, Markthallen und Backhäuser, ganzer Häuserblocks in zentraler Lage, Turmhäuser und einer Curia. Die Unmazes waren damit die größten Grundbesitzer in Köln. Gerhard Unmaze erwarb seinen Reichtum als oberster Zöllner im Dienste des Kölner Erzbischofs. Er war dadurch beteiligt an den Rhein- und Stadtzöllen und konnte mit deren Anteil an Naturalien auch im Groß- und Fernhandel Profite erzielen. Damit war er der bedeutendste Kölner Großkaufmann und steckte sein im Handel erworbenes Vermögen auch in Kreditgeschäfte. Außerdem war er Vorsteher der Bruderschaft der Richerzeche, was seinen enormen Reichtum bezeugte und ihn in eine Position brachte, die ihm eine große Kontrolle über Handel und Gewerbe verschaffte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wirtschaftliche Situation des 12. und 13. Jahrhunderts ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wechselwirkung zwischen dem aufstrebenden Handelsbürgertum und den Kreuzzügen.

2. Der Aufstieg reicher Finanzmänner in Europa: Das Kapitel analysiert den wirtschaftlichen Aufschwung in Europa und zeigt am Beispiel von Venedig sowie Städten nördlich der Alpen die Entstehung einer mächtigen Hochfinanz auf.

2.1. Der Aufschwung des Handels: Dieser Abschnitt beschreibt die Belebung von Gewerbe und Fernhandel sowie die Entstehung neuer Luxusbedürfnisse, die durch den Kontakt mit dem Orient verstärkt wurden.

2.1.1. Hochfinanz am Beispiel Venedigs: Hier wird der immense Reichtum der venezianischen Patrizierfamilien und ihr Einfluss als Bankiers weltlicher und geistlicher Herrscher dargelegt.

2.1.2. Hochfinanz nördlich der Alpen: Dieser Teil belegt, dass auch nördlich der Alpen, etwa in Köln oder durch den englischen Hof, bedeutende Finanzmänner agierten, die ihren italienischen Kollegen in nichts nachstanden.

2.2. Politische Einflussnahme: Es wird erläutert, wie reiche Kaufleute durch ihre Finanzkraft direkt in die Stadtpolitik eingriffen und sogar über die Wahl von Königen mitentscheiden konnten.

3. Der Mittelmeerhandel: Das Kapitel betrachtet die enge Verflechtung der europäischen Wirtschaft mit den Handelsrouten des Mittelmeerraums und die Bedeutung dieser Achse für ganz Europa.

3.1. Der Mittelmeerhandel vor dem dritten Kreuzzug: Dieser Textabschnitt beschreibt die Vormachtstellung Venedigs und anderer Handelsmächte in Konstantinopel vor dem dritten Kreuzzug.

3.2. Die Auswirkungen des dritten Kreuzzuges auf den Mittelmeerhandel: Hier wird analysiert, wie der dritte Kreuzzug die Machtverhältnisse veränderte und den Handelsstädten neue, weitreichendere Privilegien und Unabhängigkeiten ermöglichte.

4. Einflussnahme der Hochfinanz auf die Kreuzzüge: Dieses Kapitel geht der Frage nach, inwieweit die Hochfinanz die Kreuzzüge finanziell instrumentalisierte, um eigene Interessen zu verfolgen.

4.1. Der dritte Kreuzzug: Der Abschnitt untersucht die Finanzierung des dritten Kreuzzugs und die Motivationen der Geldgeber, insbesondere im Hinblick auf den Wiedererwerb verloren gegangener Handelsplätze.

4.2. Venedig und der vierte Kreuzzug: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Venedig durch die Verschuldung der Kreuzfahrer die Kontrolle über den vierten Kreuzzug übernahm und ihn zur Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen nach Konstantinopel lenkte.

5. Wechselseitige Beeinflussung von Reichtum und Macht: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie Reichtum und politischer Einfluss in einer stetigen Wechselwirkung die Geschichte der Kreuzzüge als Katalysator für ein neues Handelsimperium prägten.

Schlüsselwörter

Hochfinanz, Kreuzzüge, Mittelmeerhandel, Venedig, Handelsbürgertum, Gerhard Unmaze, Bernardus teotonicus, Wirtschaftlicher Aufschwung, Handelsprivilegien, Kapital, Finanzierung, Konstantinopel, Macht, Reichtum, Handelsimperium

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Rolle der Hochfinanz im 12. und 13. Jahrhundert und untersucht, wie diese wirtschaftlich mächtigen Gruppen durch ihre Finanzkraft Einfluss auf politische Prozesse und militärische Unternehmungen wie die Kreuzzüge ausübten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Aufstieg des europäischen Handels, die Entstehung einer finanzstarken Oberschicht, die Abhängigkeit der Kreuzfahrer von privaten Krediten sowie die politische Steuerung internationaler Konflikte durch Handelsinteressen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie die Hochfinanz die Kreuzzüge beeinflusste, um ökonomische Vorteile wie den Zugang zu neuen Märkten und Handelsmonopole zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung zeitgenössischer Augenzeugenberichte (wie Ansbert oder Villehardouin) sowie der Analyse wissenschaftlicher Literatur zum Handel und zur mittelalterlichen Finanzgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der wirtschaftlichen Grundlagen, den politischen Einfluss von Finanzmännern nördlich und südlich der Alpen, den Wandel des Mittelmeerhandels durch die Kreuzzüge und eine detaillierte Fallstudie zur Lenkung des vierten Kreuzzugs durch Venedig.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hochfinanz, Handelsimperien, politischer Einfluss, Kapitalakkumulation und die ökonomische Transformation des Mittelmeerraums im Zuge der Kreuzzüge beschreiben.

Warum war der Aufstieg der Kölner Fernhändler so bedeutend für die damalige Zeit?

Er belegt, dass auch außerhalb Italiens eine eigenständige, einflussreiche Hochfinanz existierte, die durch Zölle, Landbesitz und Kreditgeschäfte massiv in die Reichspolitik eingreifen konnte.

Welche Rolle spielte Venedig bei der Ablenkung des vierten Kreuzzuges?

Venedig nutzte die finanzielle Abhängigkeit der verschuldeten Kreuzfahrer aus, um das Ziel des Kreuzzugs auf Konstantinopel umzulenken, wodurch die Stadt ihr Handelsmonopol und neue Expansionsmöglichkeiten im Schwarzen Meer sicherte.

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Details

Title
Reichtum und Macht
Subtitle
Der dritte und vierte Kreuzzug als Beispiel für die Rolle der europäischen Hochfinanz im 12. und 13. Jahrhundert
College
University of Duisburg-Essen
Course
Proseminar
Grade
2+
Author
Niko Pankop (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V93796
ISBN (eBook)
9783638073202
ISBN (Book)
9783638957328
Language
German
Tags
Reichtum Macht Proseminar Kreuzzüge Hochfinanz Finanz Handel Venedig Kaufleute Barbarossa Italien Heilig Land
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niko Pankop (Author), 2008, Reichtum und Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93796
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