Die folgende Untersuchung setzt es sich zur Aufgabe, das literarische Schaffen der in Vergessenheit geratenen Dichterin Henriette Hardenberg näher zu beleuchten. Der bereits erwähnte Forschungsmangel hinsichtlich der weiblichen Autorschaft der expressionistischen Epoche, sowie die Deklaration des Expressionismus als ,,Männerbewegung‘‘ geben Anlass dazu, die Untersuchungen zum Werk expressionistischer Dichterinnen erneut zu fokussieren und weiter auszubauen. Dabei soll das Augenmerk auf eine Dichterin gelegt werden, die in Forschungskreisen eher peripher Erwähnung findet , um ihren spezifischen Beitrag zum literarischen Expressionismus herauszuarbeiten, welcher nach Paul Raabe unter anderem in einer Verhaltenheit und Zartheit ihres Tons besteht. Neigungen nannte Henriette Hardenberg damals ihren 1918 erschienenen Gedichtband, der Unter-suchungsgegenstand dieser Arbeit sein soll.
Gleichwohl sich die Forschung über die Literatur der expressionistischen Epoche, welche in etwa dem Zeitraum von 1910 bis So ist man im Jahre 1988 nicht wenig überrascht, als das gesammelte Werk der von Hartmut Vollmer quasi wiederentdeckten, expressionistischen Dichterin Henriette Hardenberg erschien, welche sich damit neben die bekannteren Namen Else Lasker-Schüler, Claire Goll und Emmy Hennings stellte. Dabei tauchte auch zunehmend häufiger der Begriff des ,,weiblichen Expressionismus‘‘ auf, nach welchem das lyrische Werk der Dichterin dem literarischen Expressionismus eine neue, eigenwillige Nuance hinzufüge. Die weibliche Seite des Expressionismus – eine Randerscheinung? Welchen Beitrag leisteten Frauen zu einer der wichtigsten literarischen Bewegungen des vergangenen Jahrhunderts? Es bleibt noch eine Reihe expressionistischer Dichterinnen zu entdecken, um dem Forschungsbedarf gerecht zu werden und die Untersuchungen weiter voranzutreiben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung und Forschungsstand.
- 1.1. Zielsetzung und Leitfaden der Arbeit.
- 1.2. Existenz eines weiblichen Expressionismus
- 2. Charakteristika der Lyrik im Expressionismus.
- 2.1. Themen, Motive und Merkmale.
- 3. Die Dichterin Henriette Hardenberg.
- 3.1. Leben und Werk..
- 4. Analyse ausgewählter, repräsentativer Gedichte...
- 4.1. Aufbruch- und Ausbruchsgedichte.........
- 4.1.1. Mit dem Frühling ..
- 4.1.2. Der Vogel...
- 4.1.3. Gewitter am Abend
- 4.2. Antipathiegedichte
- 4.2.1. Der Flüchtling.
- 4.2.2. Der Kranke.
- 4.3. Sympathiegedichte.
- 4.3.1. Lied
- 4.3.2. Die Geliebte
- 5. Zusammenfassung der formalen und stilistischen Elemente..
- 5.1. Merkmale der Aufbruch- und Ausbruchsgedichte.
- 5.2. Merkmale der Antipathiegedichte..
- 5.3. Merkmale der Sympathiegedichte...
- 6. Resümee der Arbeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem lyrischen Werk der expressionistischen Dichterin Henriette Hardenberg, insbesondere mit ihrem Gedichtband "Neigungen", der 1918 erschien. Die Arbeit zielt darauf ab, Hardenbergs Beitrag zum literarischen Expressionismus zu beleuchten, indem sie ihre Gedichte analysiert und die Frage nach der Existenz eines „weiblichen Expressionismus“ untersucht.
- Analyse des Gedichtbands „Neigungen“ von Henriette Hardenberg.
- Untersuchung der Frage nach der Existenz eines „weiblichen Expressionismus“.
- Identifizierung der spezifischen Ausdrucksformen und Themen in Hardenbergs Lyrik.
- Einordnung von Hardenbergs Werk in den Kontext der expressionistischen Literatur.
- Bewertung der Bedeutung von Hardenbergs Lyrik für die expressionistische Epoche.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert den Forschungsstand zur Literatur der expressionistischen Epoche, wobei sie sich speziell mit der Frage nach der Bedeutung und dem spezifischen Beitrag expressionistischer Dichterinnen befasst.
Das zweite Kapitel widmet sich den Themen, Motiven und Merkmalen der expressionistischen Lyrik, die als Hintergrund für die Analyse von Hardenbergs Werk dienen.
Im dritten Kapitel wird Henriette Hardenberg als Person und Dichterin vorgestellt, wobei ihr Leben und ihre Werke beleuchtet werden.
Das vierte Kapitel analysiert sieben Gedichte aus Hardenbergs Gedichtband "Neigungen", die exemplarisch für die verschiedenen Themen und Stilformen ihrer Lyrik stehen.
Das fünfte Kapitel fasst die formalen und stilistischen Merkmale von Hardenbergs Gedichten zusammen, wobei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Themenbereichen beleuchtet werden.
Das sechste Kapitel, das Resümee der Arbeit, wird in dieser Vorschau nicht berücksichtigt, um Spoiler zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die expressionistische Lyrik, Henriette Hardenberg, „Neigungen“, „weiblicher Expressionismus“, Themen und Motive der Lyrik, Analyse von Gedichten, stilistische Merkmale, Beitrag zur expressionistischen Literatur, Forschungsstand.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Henriette Hardenberg?
Sie war eine expressionistische Dichterin, deren Werk "Neigungen" (1918) einen spezifischen, oft als zart und verhalten beschriebenen Ton in die Lyrik einbrachte.
Gibt es einen "weiblichen Expressionismus"?
Die Arbeit untersucht, ob die Werke von Dichterinnen wie Hardenberg, Else Lasker-Schüler oder Claire Goll der Bewegung eine eigene, eigenwillige Nuance hinzufügen.
Welche Themen werden in Hardenbergs Gedichten behandelt?
Der Gedichtband "Neigungen" enthält Aufbruch- und Ausbruchsgedichte, Antipathiegedichte sowie Sympathiegedichte (z.B. Liebeslyrik).
Warum wurde Hardenberg lange Zeit in der Forschung vernachlässigt?
Der Expressionismus wurde oft als reine "Männerbewegung" deklariert, weshalb weibliche Autorschaften erst spät wiederentdeckt wurden.
Welche formalen Merkmale zeichnen ihre Lyrik aus?
Die Arbeit analysiert formale und stilistische Elemente, die Hardenbergs spezifischen Beitrag zum literarischen Expressionismus definieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Henriette Hardenbergs Gedichtband "Neigungen". Lyrik des expressionistischen Jahrzehnts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/937974