In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, unter welchen biographischen und geschichtlichen Umständen, unter welchen filmhistorischen, ästhetischen und poetologischen Einflüssen Andrej Tarkowskijs Arbeit sich entwickelt hat. Dabei gehe ich im besonderen auf seinen Film Stalker aus dem Jahre 1979 ein, der auf dem Höhepunkt seiner stilistischen Arbeit entstand. Meine Filmanalyse geht hauptsächlich auf die inhaltliche Ebene des Films ein, wobei sie ein Versuch darstellen soll, Tarkowskijs persönliche Weltvorstellung zu eröffnen. Es scheint so, dass in Tarkowskij Werk fortwährend dasselbe Problem in je verschiedenen Variationen bearbeitet wird: Der Zwiespalt des Menschen in Geist und Materie. Dies werde ich auch unter Berücksichtigung anderer Interpretationen zu verdeutlichen suchen. Zum Schluss werde ich auf die Rezeptionsergebnisse von Tarkowskijs Werk eingehen und versuchen, den Aktualitätsbezug aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzbiographie
2.1 Filmographie
2.2 Historischer Hintergrund
3. Stalker - Stufen der Entstehung
3.1 Stellung von Stalker innerhalb des Gesamtwerks
3.2 Vorbilder des Autors
3.2.1 Literarische Einflüsse
3.2.2 Politische Einflüsse
3.2.3 Persönliche Einflüsse
3.3 Epochengebundenheit von Stalker
3.4 Selbstaussagen des Autors
3.4.1 Ästhetische Positionen des Autors
3.4.2 Politische Positionen des Autors
3.4.3 Poetologische Positionen
4. Interpretation
5. Rezeptionsergebnisse des Films
6. Die ästhetische Aktualität von Stalker und des Films allgemein
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die biographischen, geschichtlichen, filmhistorischen, ästhetischen und poetologischen Einflüsse, die die Entwicklung von Andrej Tarkowskijs filmischem Schaffen maßgeblich geprägt haben, mit einem besonderen Fokus auf seinen Film Stalker (1979) als Höhepunkt seiner künstlerischen Arbeit.
- Biographische und historische Rahmenbedingungen des Wirkens von Andrej Tarkowskij.
- Die Entstehungsgeschichte und Kontextualisierung von Stalker innerhalb des Gesamtwerks.
- Analyse der ästhetischen und poetologischen Positionen des Regisseurs.
- Untersuchung von philosophischen, mythologischen und religiösen Motiven im Film.
- Rezeptionsgeschichte und Aktualitätsbezug des Werkes.
Auszug aus dem Buch
3. Stalker – Stufen der Entstehung
Wie reift ein Gedanke? Das ist ein äußerst rätselhafter und nicht nachvollziehbarer Prozeß. Er verläuft gleichsam unabhängig von uns, im Unterbewusstsein, kristallisiert sich an den Wänden unserer Seele [...] hängt seine Einmaligkeit ab, mehr noch, von ihr hängt die geheime »Reifezeit« ab, die dem Bewußtsein verborgen bleibt.13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den biographischen und filmhistorischen Faktoren, die Tarkowskijs Arbeit beeinflussten, und führt in die inhaltliche Analyse des Films Stalker ein.
2. Kurzbiographie: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über das Leben Tarkowskijs, seine Ausbildung, familiäre Hintergründe sowie die politischen und künstlerischen Herausforderungen, denen er sich als Filmemacher in der UdSSR gegenüber sah.
3. Stalker - Stufen der Entstehung: Dieser umfassende Abschnitt beleuchtet die Einordnung von Stalker in das Gesamtwerk, die literarischen, politischen und persönlichen Einflussfaktoren sowie die ästhetischen und poetologischen Ansichten des Autors.
4. Interpretation: In diesem Kapitel erfolgt eine tiefgehende Analyse von Stalker, wobei insbesondere die symbolische Bedeutung der "Zone", das Wasser-Motiv und die filmische Struktur untersucht werden.
5. Rezeptionsergebnisse des Films: Hier wird der Umgang der sowjetischen Behörden mit Tarkowskijs Filmen sowie die internationale Wahrnehmung und Mythisierung des Regisseurs nach seinem Tod thematisiert.
6. Die ästhetische Aktualität von Stalker und des Films allgemein: Dieses Kapitel reflektiert auf einer Meta-Ebene die filmische Darstellung von Wirklichkeit durch Zeichen und Supplemente und hinterfragt, inwiefern eine Bedeutungsebene durch die Beziehung der Einstellungen zueinander gewonnen werden kann.
7. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Films, die die künstlerische Qualität der Bildersprache gegen die religiös-mystifizierenden Ideologeme abwägt.
Schlüsselwörter
Andrej Tarkowskij, Stalker, Filmgeschichte, sowjetisches Kino, Autorenfilm, ästhetische Positionen, poetologische Ansätze, Metaphysik, Religion, Symbolik, Zone, Montage, Rezeption, Wirklichkeit, Humanismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Hausarbeit untersucht die Entwicklung der Gedankenwelt und des filmischen Stils von Andrej Tarkowskij unter Einbeziehung biographischer und historischer Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehungsbedingungen von Tarkowskijs Filmen, insbesondere Stalker, seine ästhetischen Prinzipien sowie die philosophische und religiöse Dimension seines Werks.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, unter welchen Umständen sich Tarkowskijs Arbeitsweise entwickelte und wie seine persönliche Weltvorstellung in seine Filme, allen voran Stalker, einfloss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine inhaltliche Filmanalyse, die subjektive Interpretation mit dem Kontext der Filmgeschichte und theoretischer Schriften Tarkowskijs verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Genese von Stalker, eine Interpretation des Films und eine Reflexion über die ästhetische Aktualität sowie die Rezeptionsgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Andrej Tarkowskij, Stalker, Autorenfilm, Metaphysik, Symbolik, Montage und ästhetische Positionen.
In welchem Maße spielte die Zensur in der UdSSR eine Rolle für Tarkowskijs Schaffen?
Die Zensur und der bürokratische Apparat der sowjetischen Filmindustrie waren prägend, da sie Tarkowskijs künstlerische Freiheit stark einschränkten, Projekte verhinderten und die Anerkennung seiner Filme im eigenen Land erschwerten.
Wie deutet die Autorin die Rolle des "Wunschzimmers" in Stalker?
Das Zimmer wird als allegorischer Ort des Mystischen oder Metaphysischen interpretiert, der die Protagonisten mit sich selbst konfrontiert und als Projektionsfläche für ihre inneren Ängste und Sehnsüchte dient.
Welche Bedeutung kommt dem Element "Wasser" im Film Stalker zu?
Wasser wird als beherrschendes Element in verschiedenen Zuständen analysiert, das sowohl eine reinigende Funktion (Taufbecken) als auch die Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses der Menschheit trägt.
Wie verhält sich die im Film gezeigte "Zone" zur Realität?
Die "Zone" wird als ein Ort beschrieben, der durch ein komplexes, teils mystisches System funktioniert und als Allegorie für eine von Entfremdung und Sinnsuche geprägte Realität, teilweise auch als Anspielung auf sowjetische Verhältnisse, gelesen werden kann.
- Quote paper
- M. A. Sara Ehsan (Author), 2007, "Stalker" von A. Tarkowskij - eine biografische, politische, ästhetische, poetologische und geschichtliche Hinführung zur Gedankenwelt Andrej Tarkowskijs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93831