Durch das immer weitere Vorrücken des Klimawandels, entsteht ein immer breiter gefächerter Fokus der Forschung zum Thema arktische Meereseisfläche. Zahlreiche Studien und Datensammlungen wurden bereits vor vielen Jahrzehnten gesammelt und durchgeführt, somit kann das Gebiet der arktischen Eisflächen und deren Schmelzen auch gut erläutert werden.
Die Möglichkeit, dass interne Varianzen jahrzehntelange Perioden im 21. Jahrhundert hervorrufen können, die einen mehr oder weniger starken Eisverlust aufweisen, ist sehr ausführlich in wissenschaftlicher Literatur dokumentiert (Swart et al. 2015).
Als Hauptaugenmerk in dieser Arbeit wurde der Artikel von John E. Walsh, Florence Fetterer, J. Scott Stewart und William Chapman mit dem Titel „A database for depicting arctic sea ice variations back to 1850“ herangezogen, in diesem handelt es wiederum von diesem Themengebiet, welches ich in dieser Arbeit näher erläutern werde, inklusive der Berücksichtigung des Umfelds von dem Artikel.
Beginnen werde ich mit einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von der immer weiter fortschreitenden Industrialisierung und dem Schmelzen der arktischen Eisflächen durch das Aufzeigen verschiedener Datensammlungen, die von den AutorInnen selbst zusammengetragen wurden. Im Zuge dessen wird auch gleich die Methodik, welche von den Forschern und Forscherinnen verwendet wurde kurz erklärt. Anschließend wird der historische Kontext des Schmelzens der Eisflächen näher behandelt, um somit den Verlust der Eisflächen im zeitlichen Kontext einordnen zu können. Im Anschluss daran, werden die verschiedenen Größenordnungen der Eisvariationen auf verschiedenen zeitlichen Abschnitten und wie diese zueinanderstehen dargelegt. Auch der mediale Umgang dieses Sachverhalts ist dabei zu berücksichtigen, da dieses Thema immer wieder für Aufsehen, sowohl bei den Forscherinnen, als auch seitens der Öffentlichkeit sorgt. Zum Abschluss der Arbeit wird es noch ein kurzes Fazit geben, welches auch einen zukünftigen Ausblick beinhalten wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Auswirkungen der Industrialisierung
4. Historischer Kontext
5. Größenverhältnisse der Eisvariationen
6. Verankerung in den Medien
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderungen der arktischen Meereisfläche seit 1850 und analysiert, inwieweit diese durch den anthropogenen Klimawandel beeinflusst werden. Ziel ist es, historische Eisdaten sowie methodische Ansätze zur Rekonstruktion dieser Daten kritisch zu beleuchten und den Einfluss interner klimatischer Variabilität von langfristigen Trends zu unterscheiden.
- Rekonstruktion der arktischen Eisfläche mittels des SIBT1850-Systems
- Zusammenhang zwischen Industrialisierung und dem Rückgang arktischer Eisflächen
- Analyse regionaler Unterschiede, insbesondere im Beringmeer sowie im Beaufort- und Tschuktschenmeer
- Untersuchung von Eisdickenvariationen und hochfrequenten Schwankungen
- Diskussion des medialen Umgangs mit kurzzeitigen Klimatrends und wissenschaftlicher Modellkonservativität
Auszug aus dem Buch
3. Auswirkungen der Industrialisierung
Der Vergleich von drei verschiedenen Zeiträumen von je 50 Jahren, in denen ein Minimum an Eisfläche im September festgestellt wurde, brachte die Forscher und Forscherinnen zu dem Ergebnis, dass die Industrialisierungszeit sehr wohl ausschlaggebend für das Schmelzen der arktischen Eisflächen verantwortlich sein kann, beziehungsweise damit zusammenhängt. Die ersten zwei Zeiträume von 1850 bis 1900 und von 1901-1950 wiesen nämlich einen erheblich größeren Umfang an Eisfläche vor als der letzte Zeitraum von 1950 bis 2014 (Walsh et al. 2017: 98).
Auch Aufzeichnungen von einzelnen Jahren konnten feststellen, dass zwischenjährliche Variationen des Eisumfangs durchaus berücksichtigt werden müssen. Mit Ausnahme des letzten Verlustes der Eisfläche seit 1970, sowohl im März als auch im September, gibt es wenig Indikatoren für jährliche oder zwischenjährliche Variationen bezüglich des pan-arktischen Eisumfangs (Walsh et al. 2017: 99).
Beobachtungen von anderen ForscherInnen wiesen einen Abwärtstrend im September bezüglich des arktischen Eisumfangs von 1953 bis 2006 auf, und die derzeitigen Sommerminima der Eisflächen sind bereits ungefähr 30 Jahre dem Ensemblemittel der Vorhersagen voraus (Stroeve et al. 2007: 5).
Von 1953 bis 2006 hat sich der arktische Eisumfang am Ende der Schmelzzeit im September massiv reduziert, und alle Modelle die am „Intergovernmental Panel on Climate Change Fourth Assessment Report“ (IPCC AR4) teilgenommen haben, belegen dies. Dennoch wurden, mit Berücksichtigung der jeweiligen Zeitfenster, nur wenige oder gar keine individuellen Modellsimulationen gefunden, die Trends vergleichbar mit den derzeitigen Beobachtungen zeigen (Stroeve et al. 2007: 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des arktischen Eisverlustes ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die auf der Analyse des Artikels „A database for depicting arctic sea ice variations back to 1850“ basiert.
2. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das digitale System „Sea ice back to 1850“ (SIBT1850), welches historische Datensammlungen und Interpolationsverfahren nutzt, um pan-arktische Eisflächenkonzentrationen zu rekonstruieren.
3. Auswirkungen der Industrialisierung: Hier wird der Vergleich dreier 50-Jahres-Zeiträume diskutiert, wobei ein direkter Zusammenhang zwischen der Industrialisierungsphase und dem Rückgang der arktischen Eisfläche aufgezeigt wird.
4. Historischer Kontext: Dieses Kapitel ordnet den gegenwärtigen Eisverlust zeitlich ein und betont, dass der seit 1850 beobachtete Rückgang im September ein beispielloses historisches Ausmaß erreicht hat.
5. Größenverhältnisse der Eisvariationen: Hier werden zwischenjährliche und dekadische Varianzen der Eisfläche und -dicke verglichen, wobei insbesondere die Rolle natürlicher klimatischer Schwankungen hervorgehoben wird.
6. Verankerung in den Medien: Dieses Kapitel analysiert, wie mediale Diskurse durch kurzfristige Trends beeinflusst werden und welche Skepsis dies bezüglich der Validität von Klimamodellen hervorrufen kann.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass der Eisverlust keinem einfachen linearen Trend folgt, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel interner und externer Faktoren geprägt ist.
Schlüsselwörter
Arktis, Meereis, Klimawandel, Eisverlust, SIBT1850, Industrialisierung, Eisdicke, Klimamodelle, atmosphärische Zirkulation, Eisvariationen, interner Klimaschwankung, Sommerminima, historischer Kontext, Beringmeer, Datensammlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und den Veränderungen der arktischen Meereisfläche seit dem Jahr 1850 unter Berücksichtigung klimatischer Einflüsse.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Rekonstruktion von Eisdaten, die Auswirkungen der Industrialisierung, die Analyse regionaler Unterschiede und die Differenzierung zwischen internen Klimaschwankungen und langfristigen Trends.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Synthese von Eisdaten zur Einordnung des aktuellen Eisverlustes in den historischen Kontext sowie die Beantwortung der Frage, wie stark natürliche Variabilität das Verständnis des Klimawandels beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenauswertung angewendet?
Es wird das System SIBT1850 verwendet, das historische Schiffserkundungen und Datensammlungen durch lineare Erweiterungen und analoge Verfahren digitalisiert und zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Auswirkungen der Industrialisierung, den historischen Kontext des Eisverlustes, die Untersuchung von Eisdicken- und Umfangsvariationen sowie eine medienkritische Reflexion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Arktis, Meereis, SIBT1850, Klimawandel, Eisdicke, interne Variabilität und historische Datensätze.
Warum zeigt das Beringmeer ein anderes Verhalten als andere arktische Regionen?
Das Beringmeer zeichnet sich durch saisonale Eisbildung aus, bei der natürliche Faktoren der atmosphärischen Zirkulation eine dominierende Rolle spielen, was das Fehlen eines eindeutigen langfristigen Trends erklärt.
Welchen Einfluss haben die Medien auf die Wahrnehmung des Klimawandels?
Die Medien neigen dazu, kurzzeitige Schwankungen oder Pausen im Eisverlust als Trendwende zu interpretieren, was zu Skepsis gegenüber Klimamodellen führen kann, die von Skeptikern oft als zu konservativ kritisiert werden.
Inwieweit widersprechen die Beobachtungen der Eisdicke den gängigen Klimamodellen?
Beobachtete hochfrequente Schwankungen in der Eisdicke, die bis zu 16% innerhalb eines Jahres betragen können, lassen sich von aktuellen Modellen bisher nur schwer reproduzieren, was weiteren Forschungsbedarf nahelegt.
Welchen zukünftigen Ausblick gibt die Autorin?
Das Fazit deutet darauf hin, dass die graduelle Wintererwärmung das System in einen neuen Zustand gezwungen haben könnte, der eine Rückkehr zu historischen Eisregimen unwahrscheinlich macht.
- Citation du texte
- Romana Pfurtscheller (Auteur), 2019, Veränderungen der arktischen Eisfläche seit 1850, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938385