Wie beeinflussen Medien die Krankheit Anorexia nervosa bei weiblichen Jugendlichen?


Essay, 2020

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abstract/ Einleitung

2. Anorexia Nervosa

3. Folgen

4. Schönheitsideal

5. Medien

6. Präventivmaßnahmen in den neuen Medien

7. Weitere Eiflussfaktoren

8. Therapien

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. Abstract/ Einleitung

Die Anorexia nervosa (AN) oder deutsch „Pubertätsmagersucht“ ist einer der häufigsten chronischen Erkrankung der weiblichen Endphase des Jugendalters.

Das Idealbild der heutigen Zeit wird stark durch das Idealgewicht bestimmt, welches die Mehrheit der Gesellschaft mit Diäten, Disziplin, Sport usw. versucht zu erreichen oder zu halten. Das Idealgewicht natürlich zu erreichen beansprucht jedoch Zeit.

Mädchen haben ein hohes Körperbewusstsein und vergleichen sich mit ihren Idolen. Das Erscheinungsbild und die Wahrnehmung von der eigenen Umwelt haben bei den Jugendlichen einen hohen Stellenwert.1

,,Die meisten epidemiologischen Studien stimmen darin überein, dass die Inzidenz der AN bei 15- bis 24-jährigen jungen Frauen zugenommen hat. Die Prävalenzrate dieser Altersgruppe wird derzeit zwischen 0,3 und 1% geschätzt '' 2 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

Das folgende Essay beschäftigt sich mit dem Thema, wie Die Anorexia im Jugendalter von Mädchen durch Schönheitsideale beeinflusst wird.

Um dieses bekannte Problem vorzustellen, werde ich den Begriff Anorexia nervosa definieren und die damit verbundenen Ursachen und Folgen erklären. Dies werde ich aus der klinischen Sichtweise beschreiben.

Ferner wird das mit der Magersucht verbundene Schönheitsideal beschrieben, welches sich im Wandel der Zeit und in Bezug auf die Kulturen stetig verändert.

Des Weiteren beziehe ich mich auf den Einfluss der Medien und wie die Gesellschaft Schönheitsideale vorgibt (je mehr Mediennutzung desto mehr Magersucht?).

Außerdem befasse ich mich kurz auf andere Faktoren, wie biologische, familiäre, individuelle und soziokulturelle Faktoren, welche neben den Medien auf die Anorexia einwirken Um das Thema abzuschließen werde ich mich mit einer Therapie beschäftigen, die das Problem möglicherweise Lösen könnte und allgemeinen Lösungsvorschlägen suchen.

Bei diesem Aufsatz handelt es sich um eine qualitative Forschung, das heißt, dass ich hauptsächlich mit Literatur- und Inhaltsanalysen arbeiten werde.

2. Anorexia Nervosa

Die Anorexia Nervosa (AN) oder deutsch „Pubertätsmagersucht“ ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen der weiblichen Endphase des Jugendalters.

Auf dem Sektor der kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen, hat die AN eine der höchsten Mortalitätsraten.

Aus der Literatur kann man entnehmen, dass die Häufigkeit der Erkrankung immer häufiger Auftrittt und sich in charakteristischen Altersgruppen verteilt:

„Die meisten epidemiologischen Studien stimmen darin überein, dass die Inzidenz der AN bei 15- bis 24-jährigen jungen Frauen zugenommen hat. Die Prävalenzrate dieser Altersgruppe wird derzeit zwischen 0,3 und 1% geschätzt . Seit den 50er Jahren wird zudem ein Anstieg bei der kindlichen Mager- sucht (10–14 Jahre) beobachtet (Abb. 1). Das Geschlechterverhältnis liegt bei etwa 1:10 (männlich:weiblich).“3 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

Die Erkrankung ist durch eine dramatische Reduktion des Körpergewichts, durch Hungern und permanente Gewichtskontrolle gekennzeichnet, welche bis zur lebensbedrohlichen Unterernährung führen kann. Die Patienten leiden unter der straken Angst dick zu werden.

Sie haben ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper, denn Betroffene sehen sich selbst trotz einem dünnen bis mageren Körper als übergewichtig und leugnen deshalb ihren Hunger. 4

3. Folgen

Die Folgen der Magersucht zeigen sich in zahlreichen Symptomen, die zu langwierigen physischen Folgen für den weilblich Körper führen.

Die Betroffenen leiden unter einer geringen Körperwärme auch Hypothermie genannt, einem niedrigen Blutdruck und unter Bradykardie.5

Zudem kommt es gerade in der Phase der Adoleszenz zu einem Stillstand der pubatären Reifung des Wachstums, einem eingeschränkten Knochenaufbau und zunehmenden Knochenabbau, sowie fehlenden Regelblutungen.

Neben den physischen Folgen der Magersucht treten natürlich auch psychische Folgen auf wie Angst, Zwangsstörungen, Depressionen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, ein Minderwertigkeitsgefühl, sowie ein niedriges Selbstbewusstsein.

Die geringe Nahrungsaufnahme wird durch selektive Aufmerksamkeit beeinflusst.

Die Erkrankten legen ihren Fokus selektiv auf Figur- Gewichts- und essensbezogene Reize. „Dieser sog. „kognitive Bias“ führt zu einer verminderten Flexibilität und Selektivität der Reaktionsmuster auf krankheitsspezifische, angstauslösende Reize und kann somit zur Aufrechterhaltung der Essstörung beitragen.‘‘6 (B. Herpertz- Dahlmann, 2011)

Trotz der dem Erkrankten bewussten Symptome und dem schlechten Wohlergehen verdrängen oder minimalisieren die meisten Patienten lange ihre gefährliche Krankheit und weigern sich an einer Therapie teilzunehmen.7

4. Schönheitsideal

Das Idealbild der heutigen Zeit wird stark durch das Gewicht bestimmt, welches die Mehrheit der Gesellschaft mit Diäten, Disziplin, Sport usw. versucht zu erreichen, oder zu halten. Das perfekte Gewicht auf diese Weise zu erreichen beansprucht jedoch Zeit.

Mädchen haben ein großes Körperbewusstsein und vergleichen sich mit ihren Idolen. Das Erscheinungsbild und die Wahrnehmung von der eigenen Umwelt haben bei den Jugendlichen einen hohen Stellenwert8 Das Adjektiv ,,schön‘‘ ist sehr komplex und kann unterschiedlich definiert werden.

In unserer Gesellschaft wird Schönheit oft durch die äußere Erscheinung wie Körper und Gesicht beurteilt. Dies verläuft einerseits durch die subjektive Empfindung, die bei jedem Menschen individuell sein kann und andererseits durch allgemeine gültige Normen in der Gesellschaft, welche die Idealvorstellungen der Menschen, was als schön angesehen wird, prägen und vorgeben.

Das Schönheitsideal reflektiert also die vollkommene Idealvorstellung in Bezug auf das Aussehen eines Menschen.9

Dieses Schönheitsideal wandelt sich von Zeit zu Zeit und von Kultur zu Kultur, während im antiken Griechenland die Frau der Idealvorstellung entsprach, wenn sie Fruchtbar war, umfasst das Schönheitsideal der Frau heute hauptsächlich den weiblichen Körper wie z.B. die Größe, Brustumfang, Body-Mass - Index und Hüftumfang.10

Schon früh werden Mädchen mit diesem Schönheitsideal im Kindesalter konfrontiert. Stellvertretend hierfür steht auch die Barbiepuppe, die mit ihrer „makellosen“ schlanken Erscheinung das Schönheitsbild prägt.

Im weiteren Verlauf des Heranwachsens, werden diese Schönheitsideale der Frau durch verschiedenste Weisen an die Mädchen Neben den physischen Folgen der Magersucht treten natürlich auch psychische Folgen auf wie Angst, Zwangsstörungen, Depressionen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, ein Minderwertigkeitsgefühl, sowie ein niedriges Selbstbewusstsein. herangetragen.

5. Medien

Medien spielen als Kommunikationsmittel eine große Rolle für die Beeinflussung der Mädchen im Jugendalter und für die damit zusammenhängende Verbreitung des Schönheitsideals. Durch die Globalisierung ist ein Leben ohne soziale Netzwerke in der heutigen Generation kaum mehr vorstellbar. Das Internet und moderne Kommunikationstechnologien durchdringen zunehmend den Alltag.

Betroffene der Krankheit Anorexia nervosa nutzen Medien, um sich miteinander auszutauschen und gegengenseitig zu unterstützen bzw. die Krankheit zu fördern. Hier werden Strategien ausgetauscht, um den vermeidlichen Idealkörper beizubehalten. In diesen Netzwerken werden Bilder und Videos geteilt, welche sehr dünne Models zeigen.11

Die Erkrankten halten also an den Bildern von Models und schlanken Frauen fest, die in den Medien repräsentiert werden. Das hat dramatische Folgen: ,,Durch die konstante Nutzung sozialer Medien steigen die bewussten und unbewussten körperlichen Vergleichsmöglichkeiten und auch die Erwartungshaltungen an den eigenen Körper. Allein bei Facebook werden stündlich 10 Millionen neue Fotos hochgeladen‘‘12 (Medienpädagogik, 31.03.2018)

Auch Instagram zählt zu den sozialen Netzwerken, welche die Essstörung der Mädchen beeinflussen. Die Autoren des Buches ,,Eating Disorders‘‘ führten eine Studie durch, welche das Ziel verfolgte Ess- und Bewegungsstörungen bei Frauen zu untersuchen, die auf Instagram den aktuellen Internettrend „Fitspiration“ (Fit und Inspiration) vertraten, der beinhaltet sich gesund zu Ernähren und Sport zu machen. An der Studie waren 101 Frauen beteiligt welche Fitspirationsbilder gepostet hatten und 102 Frauen die Reisebilder veröffentlichen. Beide Gruppen führten Maßnahmen gegen Essstörungen und Zwangsstörungen durch.

Die Studie zeigte, dass die Influencer welche Fitspirationsbilder gepostet hatten, eine stärkere Neigung entwickelten für Schlankheit, Bulimie, Muskulatur und Zwangsübungen. Außerdem konnte bei 17,5 % der Frauen in dem Studienarm ein Risiko für die Diagnose einer klinischen Essstörung ermittelt werden. Im Vergleichsarm, mit den Urlaubsbildern, waren es lediglich 4,3 %.13

Während der Body Mass Index der Durchschnittsbürger in den letzten Jahren stark zunimmt, werden die medialen Schönheiten im Zeitverlauf immer schlanker.

Die schönen attraktiven Akteure werden in Filmen in den meisten Fällen als erfolgreiche, glückliche Person, welche sich in einer romantischen Beziehung befinden dargestellt. Dagegen wird ein weniger attraktives Aussehen mit Dummheit, Faulheit und Problemen wie Diskriminierung koaliert.14

Verdeutlichen kann man das an den Fernsehformaten wie „Germany’s next Topmodel“ und „The Biggest Loser“, welche sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

6. Präventivmaßnahmen in den neuen Medien

Viele Studenten sind durch die Umstellung von der Schule zur Universität einem starken psychischem Druck ausgesetzt, welcher zu Essstörungen führen kann oder diese unterstützt.

Präventivmaßnahmen in den neuen Medien wie bspw. das Internetprogramm ,,Student Bodies‘‘ sollen hier zu einer Reduktion der Zweifel und Unzufriedenheit bezüglich des Gewichts und Körpers führen.

Es handelt sich um ein Präventionsprogramm, welches strukturiert versucht die kognitiven Verhaltensweisen der Erkrankten zu verändern. Neben aktiven Interventionen auf Video, stehen auch moderierte Onlineforen zur Verfügung. Die Probanden sollen sich innerhalb eines Zeitraumes von 8 Wochen wöchentlich bei der Plattform anmelden, sich am moderierten Foren beteiligen und sich in Bezug auf Essstörungen bzw. Verhaltensweisen selbst reflektieren. Sie folgen dabei den Anweisungen eines Leiters.

Dieser verfolgt das Ziel den Teilnehmern ein gestärktes Körperbild, gesunde Möglichkeiten der Gewichtsabnahme, sowie Wissen über die entstehenden Risiken der Krankheit heranzutragen und zu vermitteln.

Erste Ergebnisse zeigten, dass durch die Teilnahme am Programm, die Sorgen um Gewicht und Körper signifikant reduziert werden konnten.15

Ferner scheint es auch bei einigen Herstellern in den Werbekampagnen zu einem Umdenken zu kommen. So wurde bspw. bei der Vermarktung des Kosmetikherstellers DOVEÒ, in Werbespots, gezielt mit korpulenteren Frauen geworben, die nicht dem klassischen Schönheitsideal entsprechen.

7. Weitere Eiflussfaktoren

Bei der Genese der Magersucht sind jedoch auch andere Faktoren von Wichtigkeit. Es wurde bewiesen, dass die Angehörigen von magersüchtigen und bulimischen Patienten anfälliger für Essstörungen sind als Angehörige gesunder Individuen.16 ,,In einer aktuellen Studie mit 500 Essgestörten konnte eine genetische Transmission partieller Essstörungssyndrome nachgewiesen werden, die möglicherweise Ausdruck einer unterschiedlichen genetischen Penetranz ist. Ähnlich wie bei anderen psychiatrischen Störungen weisen auch anorektische Patientinnen eine erhöhte Anzahl perinataler Risikofaktoren auf. Im Vergleich zu gesunden Kindern wurden Patienten mit AN signifikant häufiger zu früh geboren.‘‘ (Herpertz-Dahlmann, 2002). Ferner haben familiäre Faktoren auf die Anorexia nervosa einen Einfluss. Eine geringe Selbständigkeit, Perfektionismus, ausgeprägte Harmoniebedürfnisse, soziale Inkompetenz oder Angst des Kindes beeinflussen den Erziehungsstil der Eltern und führen zu Kommunikationsschwierigkeiten mit dem erkrankten Kind. Eine Kausalität zwischen Anorexia nervosa und einer Schwierigkeit der Interaktion innerhalb der Familien konnte jedoch bisher in Studien nicht bestätigt werden. Als bewiesen gilt lediglich, dass die Kritik der eigenen Mutter an der erkrankten Tochter einen Einfluss auf das Essverhalten hat. Das gestörte Essverhalten wird von den Müttern an die Töchter weitergegeben. Sie neigen dazu ihre Töchter unabhängig von ihrem Gewicht zum Abnehmen zu drängen.

Außerdem hinterlassen sexueller Missbrauch, schlechte Kindheitsbedingungen und Gewalt psychische und körperliche Folgen in Bezug auf den weiteren Lebensverlauf der Kinder. Die Betroffenen verlieren das Vertrauen zu ihrer Umgebung und dem eigenen Körper. Misshandlungen zählen deshalb ebenfalls als Faktor der Genese von Anorexia nervosa.17

[...]


1 (Becker, 2006)

2 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

3 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

4 (Prof. Dr. Jürgen Margraf, 2009)

5 (Prof. Dr. Jürgen Margraf, 2009)

6 (B. Herpertz- Dahlmann, 2011)

7 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

8 (Becker, 2006)

9 (Mauch, 2018)

10 (Svenja, 2010)

11 (Misleading Health-Related Information Promoted Through Video-Based Social Media: Anorexia on YouTube, 2013)

12 (Medienpädagogik, 31.03.2018)

13 (Grace Holland, 2017)

14 (Schemer, 2006)

15 (Mößner, 2008)

16 (Herpertz-Dahlmann, 2002)

17 (PD Dr. phil. Dipl.-Päd. C. Götz-Kühne, 2004)

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Wie beeinflussen Medien die Krankheit Anorexia nervosa bei weiblichen Jugendlichen?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V938407
ISBN (eBook)
9783346268266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anorexia Nervosa., Medien, Weibliche Jungendliche
Arbeit zitieren
Nike Müller (Autor), 2020, Wie beeinflussen Medien die Krankheit Anorexia nervosa bei weiblichen Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938407

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