Planungsverständnis und Planungsmethoden. Eine persönliche Einschätzung


Essay, 2013

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Planung im Wandel

3. Persönliches Resümee

4. Quelllenverzeichnis

Vorwort

Der vorliegende Abschlussessay legt das persönliche Planungsverständnis dar. Dieses baut auf den in dem Seminar „Plannungsmethoden und Pla­nungsverständnis“ erarbeiteten Sachtexten, Referaten und Diskussionen auf. Zusätzlich dienen weitere Quellen aus Literatur und Internet der Er- abreitung dieser Arbeit.

Bevor auf das subjektive Planungsverständnis eingengangen wird, erfolgt eine Erläuterung des Begriffs Planung und die dazugehörigen Aufgaben, um dann die Rolle des Planers definiern zu können.

Da sich im Laufe der Jahre nicht nur die Rahmenbedinungen, sondern auch die Aufgaben in der Planung verändert haben, soll im weiteren Ver­lauf dieser Ausarbeitung die Frage des Wandels der Planung beantwortet werden.

Am Ende erfolgt eine persönliche Schlussbemerkung, wie Planung defi­niert werden kann und was vor allem die Problematik ist, wenn es darum geht sich die Frage zu stellen, warum Planung oftmals scheitert und an ihre Grenzen stoßt.

2. Planung im Wandel

Der Begriff Planung kann als Vor­wegnahme künftigen Handelns verstanden werden.1 Gleichzeitig kann Planung auch als eine geziel­te Beeinflussung der Entwicklung von Städten gesehen werden.2 An­gestrebt wird dabei ein gewünschter Zustand, der mit Hilfe von unter­schiedlichen Handlungsstrategien erreicht werden soll.

Diese Strategien sind je nach Plan­vorhaben unterschiedlich. Zusätz­lich kommt es bei der Planung darauf an, die zum gewünschten Zustand angestrebten Mittel richtig und rechtzetig zu koordinieren und mit möglichst allen beteiligten Ak­teuren abzustimmen.

Jedoch ist Planung einem ständigen Wandel ausgesetzt. Das hat auch damit zu tun, dass sich die Rah­menbedingungen, die Aufgaben, aber auch die Beteiligung von be­stimmten Akteuren stetig umfor­men. Zu den Rahmenbedinungen, die die Stadtentwicklung beeinflus­sen, zählen vor allem die Abnah­me der Bevölkerungszahl und ihre Auswirkungen auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt, wirtschaftliche Ent­wicklungen und ihre Auswirkun­gen auf Standortstrukturen, kom­munale Finanzen, aber auch neue Anforderungen an die kommunale Sozial- und Kulturpolitik.3 Themen, wie zum Beispiel der de­mographische Wandel, aber auch der damit verbundene Bevölke­rungsverlust und die wirtschaftliche Krise vieler Kommunen geraten ge­genwärtig immer mehr in den Vor­dergrund. Diese kritischen Punkte führen wiederum zu Leerständen und einem steigenden Anteil an Brachflächen, womit Planer im Ar­beitsalltag zu kämpfen haben. Die­ser Tatbestand weist schlussendlich darauf hin, dass sich die Steuerung der räumlichen Entwicklung än­dern muss.4 Doch während in den einen Gebieten eine negative Ent­wicklung im Sinne von Schrump­fungen festzustellen ist, sind ande­re Regionen am Wachsen, sodass hier von einem widersprüchlichen Wandlungsprozess gesprochen werden kann. Zusätzlich kommt die Frage auf, wie viel Handlungs­spielraum öffentliche Akteure ha­ben und weiterhin haben sollten.

Das Ziel der Planung ist es eigent­lich Ordnung im städtischen Raum zu schaffen. Doch genau diese Ab­sicht einer strengen Ordnung nach Plan kann zu ökonomischen und politischen Konkurrenz- und Kon­fliktfällen zum Beispiel zwischen öffentlichen und privaten Trägern führen, aber auch zwischen einzel­nen Kommunen.5 Erfolgt eine ge­ringe Entziehung öffentlicher Ak­teure aus dem Planungsgeschen, ist mit einer Entstehung von Unord­nung zu rechnen.

Allerdings ist Koordinierung und Lenkung nach Plan ebenfalls mit Problemen gekennzeichnet. Es ist offenbar schwierig Fachplanung zu koordinieren und zudem auch noch raumordnerische und ökologische Gesichtspunkte optimal aufein­ander abzustimmen. Selbst wenn anfangs noch von einer erfolgreich koordinierten Planung die Rede ist, können bei der Durchführung auf­tretende Probleme, wie zum Bei­spiel finazielle Möglichkeiten, zu Erschwernissen führen.6 Dadurch stellt sich die Frage, wie Planung richtig funktionieren soll, um mög­liche Konkurrenz- und Konfliktfäl­le zu vermeiden.

Der einst geltende Gedanke, künfti­ge Entwicklungen können mit Hilfe von komplexen Modellen gestaltet und geformt werden, ist heute nicht mehr einsetzbar. Grund dafür ist, dass sich die ökonomischen und ge­sellschaftlichen Rahmenbedinun- gen stetig wandeln und somit kom­plexe Herausforderungen an die Planung stellen.7 Durch diesen steti­gen Prozess des Wandels gewinnen Pläne und Prozesse, die informell und vielschichtig sind, immer mehr an Bedeutung. Statt den typisch streng vorgegeben Plänen, rücken kommunikative Ansätze immer mehr in den Vordergrund. Nicht nur die Politik und Verwaltung soll einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten, sondern auch die Bürger selbst. Mit dem Ziel, dass sich die Stadtentwicklung „nicht über die Köpfe der Bürger hinweg vollziehen soll“8. Dieser Trend zur Kommuni­kation verstärkt das Berufsbild des Planers als „Mittler und Koordina­tor in Planungsprozessen“.9

Nichts desto trotz gibt es weder eine allgemein gültige Definition für die Rolle des Planers noch ein bestimmtes Schema nach dem man erfolgreich planen kann. Zudem lässt sich nur selten feststellen, wie erfolgreich oder weniger erfolg­reich eine Planungsmaßnahme war, da es schwierig ist die Planugser- gebnisse zu beurteilen. Gleichzeitig sollte hier bedacht werden, dass un­terschiedliche Gegebenheiten das Planungsergebnis bewirkt haben könnten.10

Weitgehend zusammengefasst be­deutet dies also, dass es kein effek­tives Schema bei der Planung gibt, dass zum Erfolg führen kann.

Planung muss sich den Gegebenhei­ten anpassen und flexibel bleiben. Für den Planer selbst signalisiert diese Tatsache, dass er sich auf die wandelnden Rahmenbedindungen einstellt und seine Rolle als „Visio­när, Technokrat, Manager, Berater, Mentor oder Lehrer“11 nutzbrin­gend präsentiert. Inwiefern sich die Rolle des Planers ausprägt, ist jedoch von seinen Wertmaßstäben abhängig. Das bedeutet, der Planer bestimmt mit seinem Verständnis und den Wertvorstellungen seine Rolle und somit auch sein Handeln. Doch was auf den ersten Blick plau­sibel erscheint, dass sich sowohl Planer als auch die gesamte Pla­nung der gegenwärtigen Situation anpassen müssen, ist bei weitem nicht so leichtgläubig zu verwirk­lichen. Im Gegenteil: Oftmals ste­hen andere Ideale zur Realisierung eines Projektes im Vordergrund als die Verbesserung oder Stärkung der gegenwärtigen Situation.

Projekte erscheinen als zweckori­entiert, die nur ein Ziel haben: Der Erfolg. Teilweise stehen nur noch wirtschaftliche Ziele im Vorder­grund, sodass auf die eigentliche Planung nicht eingegangen wird. Das führt dazu, dass die Kluft zwi­schen dem Ziel und den Handlun­gen und Maßnahmen immer größer wird, vor allem aber dass versucht wird der Politik Recht zu geben und einen Erfolg mit möglichst wenig Aufwand zu erzielen.12 Dabei ist es unumgänglich Leitgedanken ein­zuleiten, Anpassungsprozesse zu stützen, Schwierigkeiten zu mil­dern, Entwicklungschancen zu nutzen und vor allem Freiraum für notwendige Optionen offenzuhal­ten. Das erfodert eine Beobachtung und Bewertung der Entwicklungs­tendenzen von Kommunen oder Projekten und gegebenfalls auch eine Formulierung alternativer Entwicklungsperspektiven.13 Diese Vorgehensweise kann als Ansatz ei­ner integrierten und ganzheitlichen Querschnittsplanung verstanden werden. Das bedeutet: Planunng sollte sich grundsätzlich auf alle Le­bensbereiche beziehen, um so die Qualität der örtlichen Lebensbedi- nungen in ihrer sozialen, ökono­mischen, baulich-räumlichen und ökologischen Dimension zu sichern und weiterzuentwickeln.

[...]


1 Boldt/Umbach/Haus/Schäfer/ Schmidt-Eichstaedt, Der moderne Staat, 3. Aufl. Mannheim/Wien/Zürich 1988, Seite 152

2 Haus/Schmidt-Eichstaedt/ Schäfer, Städte, Kreise und Gemeinden, Mannheim/Wien/Zürich 1986, Seite 246

3 Haus/Schmidt-Eichstaedt/ Schäfer, Städte, Kreise und Gemeinden, Mannheim/Wien/Zürich 1986, Seite 270

4 http://www.pt.rwth-aachen.de/ index.php?option=com_content&vie- w=article&id=547&Itemid=99 (Zugriff: 02.08.2013)

5 Fehl/Rodriguez-Lores, Sachtext zum Planentwurf für die Erweiterung der Stadt Mainz, Aachen 1982, Seite 16

6 Boldt/Umbach/Haus/Schäfer/ Schmidt-Eichstaedt, Der moderne Staat, 3. Aufl. Mannheim/Wien/Zürich 1988, Seite 152

7 http://www.scheuvens-wachten. de/Kompetenzen.122.0.html (Zugriff: 02.08.2013)

8 Selle, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung - Auf dem Weg zu einer kommunikativen Planungskultur?, Heft 1.2007, Seite 63

9 http://de.alleplanenmit.wikia. com/wiki/Gegenw%C3%A4rtiges_Pla- nungsverst%C3%A4ndnis (Zugriff: 02.08.2013)

10 Schönwandt, Grundriss einer Planungstheorie der dritten Generation, Seite 33

11 http://de.alleplanenmit.wikia. com/wiki/Gegenw%C3%A4rtiges_Pla- nungsverst%C3%A4ndnis (Zugriff: 02.08.2013)

12 Merten, Kapputtgeplant - Das Elend der Raum- und Stadtplanung, Cam­pus Verlag 1997 (Text im Seminar)

13 Haus/Schmidt-Eichstaedt/ Schäfer, Städte, Kreise und Gemeinden, Mannheim/Wien/Zürich 1986, Seite 270

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Planungsverständnis und Planungsmethoden. Eine persönliche Einschätzung
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V938435
ISBN (eBook)
9783346311337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Städtebau, Stadtplanung, Planung, Planungsmethoden, Planungsverstädnis
Arbeit zitieren
Anastasia Nickel (Autor:in), 2013, Planungsverständnis und Planungsmethoden. Eine persönliche Einschätzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/938435

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