Homophobie als Alltagsrassismus. Homophobes Verhalten in Politik und Alltag


Essay, 2017

10 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

Einleitung
Homophobie – eine Begriffsklärung
Homophobie in der Politik
Homophobie im Alltag
Homophobie in der Schule
Homophobie im Berufsleben
Homophobie in Sport und Freizeit
Fazit

Literaturverzeichnis

Homophobie als Alltagsrassismus – Diskriminierung trotz rechtlicher Gleichstellung?

Einleitung

In den letzten Jahren wurden in vielen Ländern die Rechte homosexueller Paare schrittweise erweitert und häufig auch die vollständige rechtliche Gleichstellung erreicht. So gibt es mittlerweile in 14 Ländern Europas die Möglichkeit zur gleichgeschlechtlichen Ehe, unter anderem in Spanien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Finnland. Auch in Deutschland ist die Akzeptanz der Ehe für alle in den vergangenen Jahren signifikant angestiegen. In einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die anlässlich des Themenjahres für sexuelle Vielfalt durchgeführt wurde, gaben 83% der Befragten an, dass die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt sein sollte. Doch bedeutet diese Entwicklung, dass Homosexuelle in diesen Ländern keine Diskriminierung mehr erfahren? Kann also von einer Abwesenheit der Homophobie in der Gesellschaft gesprochen werden?

Eine Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte belegt das Gegenteil. In der Studie fanden die Forscher heraus, dass homosexuelle Menschen im Alltagsleben immer noch diskriminiert werden – sei es in der Schule oder im späteren Berufsleben. Fast die Hälfte der Befragten gab sogar an, innerhalb des vorangegangenen Jahres Opfer von Diskriminierung oder Belästigung aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung geworden zu sein. Auch das Aufkommen des Rechtspopulismus in vielen Ländern der Europäischen Union, welcher sich häufig mit deutlich homophoben Einstellungen positioniert, unterstreicht die Aktualität dieser Thematik zusätzlich.

Das Ziel des vorliegenden Essays ist es daher, das Ausmaß der Diskriminierung homosexueller Menschen in ihrem Alltagsleben zu beleuchten. Dabei werden Ursachen und Auswirkungen dieser Homophobie auf die Betroffenen sowie die Gesellschaft herausgearbeitet. Gerade durch Diskriminierung innerhalb von Schule und Arbeitsleben wird die persönliche und berufliche Entwicklung der Betroffenen unter Umständen gehemmt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf eben diese Personengruppe, sondern auf die gesamte Gesellschaft, die das Potenzial der Betroffenen in diesem Fall nicht vollständig ausschöpft. Um die Thematik zu beleuchten, werde ich zunächst den Begriff „Homophobie“, wie ich ihn in diesem Essay verwende, definieren. Ausgehend von meinem Homophobie-Verständnis werde ich anschließend das Ausmaß homophober Diskriminierung in der Politik sowie in verschiedenen Lebensbereichen des Alltags beleuchten: in der Schule, im Beruf sowie im Sport. Abschließend werde ich analysieren, inwiefern Homophobie in Deutschland als Alltagsrassismus bezeichnet werden kann und welche Faktoren diese reduzieren könnten.

Homophobie – eine Begriffsklärung

Ganz allgemein wird als Homophobie die Phobie, also die Angst vor homosexuellen Menschen und deren Lebensweise bezeichnet. Küpper und Zick verstehen Homophobie als sexuelles Vorurteil und eine Art gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wie Plöderl darüber hinaus betont, ist die Bezeichnung Homophobie nicht unproblematisch, da der Begriff Phobie zwar die Angst bezeichnet, nicht aber die ablehnende Haltung gegenüber dieser Personengruppe. Homophobie beinhaltet jedoch in der Regel nicht nur die Angst vor Homosexuellen, sondern auch ein teilweise aggressives Vorgehen gegen diese Gruppe. In verschiedenen Ländern lassen sich unterschiedliche Ausprägungen der Homophobie erkennen. In bestimmten Ländern werden Homosexuelle strafrechtlich verfolgt. In 73 Ländern weltweit ist Homosexualität strafbar, in neun vorwiegend arabischen Ländern steht ausgelebte Homosexualität sogar unter Todesstrafe. In diesen Ländern ist die Homophobie rechtlich im Staat verankert. Man kann demnach von einer Homophobie als Staatsideologie sprechen.

Darüber hinaus gibt es Staaten, die zwar Homosexualität nicht unter Strafe stellen, doch auch keine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare gewährleisten. Hierzu zählen viele Staaten Mittel- und Osteuropas, in denen Homosexuelle keine Möglichkeit der Registrierung ihrer Partnerschaften haben und somit auch nicht die gleichen Rechte und Vorteile wie heterosexuelle Paare genießen können. Diese Länder befinden sich häufig, jedoch nicht immer, auf dem Weg von einem homophoben Staatsbild hin zu einem Staatsbild, in dem Homophobie keine Rolle mehr spielt. In diesen Staaten herrscht also eine Homophobie auf rechtlicher Ebene vor: Es handelt sich um eine Homophobie als rechtliche Benachteiligung.

Doch auch in Ländern, in denen Homosexuelle rechtlich (weitgehend) gleichgestellt sind, heißt das nicht, dass diese Personengruppe nicht diskriminiert wird. Wie ich in diesem Essay zeigen werde, herrscht in vielen Ländern eine Homophobie als Alltagsrassismus.

Wie Leiprecht beschreibt, macht der Begriff Alltagsrassismus auf alltägliche Formen der Ausgrenzung von Minderheiten aufmerksam. Diese Art von Rassismus tritt nicht immer offen auf, sondern kann auch subtil und unauffällig stattfinden. In diesen Gesellschaften haben Homosexuelle mit Vorurteilen und Benachteiligung im Alltagsleben zu kämpfen aufgrund von Einstellungen, die in der Bevölkerung vorherrschen und (noch) nicht abgestellt wurden. Da in Deutschland homosexuelle Paare rechtlich weitgehend gleichgestellt sind, werde ich mich im vorliegenden Essay auf die Homophobie als Alltagsrassismus konzentrieren.

Homophobie in der Politik

In der Politik gibt es einen klaren Willen unter den etablierten Parteien, welche versuchen Homophobie als Alltagsrassismus zu reduzieren, auch wenn die Parteien unterschiedliche Ansichten über die konkreten Maßnahmen vertreten. Es werden zahlreiche Kampagnen durchgeführt, um Aufmerksamkeit auf die Thematik zu lenken. Ein Beispiel hierfür ist das Themenjahr für sexuelle Vielfalt von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Darüber hinaus werden Bildungsmaterialien zu dem Thema zur Verfügung gestellt. So wird auch zunehmend großen Wert daraufgelegt, den Umgang mit sexueller Vielfalt innerhalb der Schule zu fördern.

Eine Gegenbewegung hierzu ist jedoch durch das Aufkommen des Rechtspopulismus in Europa entstanden. Es besteht die Gefahr, dass diese Parteien Homophobie in der Gesellschaft stärken und homophobe Ansichten auf die politische Agenda setzen. So zeichnet die Alternative für Deutschland (AfD) in ihrem Parteiprogramm ein klares „traditionelles Familienbild“ und betont, dass eine Familie aus Vater, Mutter und Kindern bestehen muss. Weiterhin unterstreicht die Partei in ihrem Programm die Forderung, dass Kinder in der Schule nicht zum „Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit“ (den Homosexuellen) werden dürften. Damit werden deutlich homophobe Forderungen von der Partei aufgestellt. Sie fordern, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht mit der „traditionellen Familie“ gleichgestellt werden dürfen. Des Weiteren sollen unterschiedliche sexuelle Orientierungen nach Meinung der AfD in der Schulbildung keine Berücksichtigung finden. Auch dies sind klare Forderungen gegen sexuelle Vielfalt, die das Potenzial haben, Homophobie in der Gesellschaft – zumindest in bestimmten Bevölkerungsgruppen – zu stärken.

Homophobie im Alltag

Obwohl der Großteil der deutschen Bevölkerung sexuelle Vielfalt akzeptiert und als richtig ansieht, haben Homosexuelle in den verschiedensten Situationen mit offener oder subtiler Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen. Dieses Phänomen lässt sich anhand einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes darstellen. So befürworten in Deutschland zwar 83% der Menschen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Gleichzeitig fühlen sich jedoch viele Befragte unwohl, wenn das Thema Homosexualität ihren persönlichen Lebensraum berührt. So gaben etwa 40% an, dass sie es unangenehm fänden, wenn ihre Tochter oder ihr Sohn homosexuell wäre. Etwa 38% der Befragten stört es wiederum, wenn sich homosexuelle Männer in der Öffentlichkeit küssen bzw. offen zu ihrer Liebe stehen. Diese scheinbaren Widersprüche zeigen, dass viele Menschen sich der Wichtigkeit der Gleichstellung homosexueller Paare bewusst sind, aber dennoch in homophoben Denkmustern gefangen sind, wenn ihr persönliches Umfeld betroffen ist.

Situationen, in denen Diskriminierung stattfindet, betreffen die Schule, das Berufsleben und den Sport. Da diese drei Bereiche sowohl Freizeit als auch professionelles Leben der untersuchten Gruppe betreffen, bilden diese Lebensbereiche ein gutes Bild des Alltagslebens der Betroffenen ab und veranschaulichen so die Arten der Diskriminierung, mit der die Betroffenen konfrontiert werden.

Homophobie in der Schule

Während der Schulzeit werden sich Jugendliche ihrer Sexualität bewusst. Dies ist daher häufig der erste Ort, in der die Homosexuellen etwaige Akzeptanz oder Ablehnung in Hinsicht auf ihre Sexualität erfahren können. Die Schule ist während des Heranwachsens für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Ort der Persönlichkeitsentwicklung. Daher steht in der Schulbildung heute nicht nur die Vermittlung von fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten im Vordergrund, sondern zunehmend die Erziehung zu gesellschaftlich anerkannten Einstellungen und Überzeugungen. Die Kultusministerkonferenz definiert es als Ziel, den Schülerinnen und Schülern Toleranz und Respekt vor anderen Überzeugungen zu vermitteln. Auch im Schulunterricht sollte sexuelle Vielfalt als Normalität vermittelt werden, wodurch homosexuellen Menschen das Bekenntnis zu ihrer Sexualität erleichtert werden könnte.

Diesem Ziel widersprechen allerdings Erfahrungen vieler Betroffener während ihrer Schulzeit. In einer Online-Befragung des Ministeriums für Arbeit, Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg gaben 73% der Schülerinnen und Schüler an, im schulischen Umfeld auf negative Reaktionen aufgrund ihrer Sexualität gestoßen zu sein. Mehrere Befragte gaben sogar an, sich wegen der negativen Einstellungen der Mitschüler erst nach dem Schulabschluss „geoutet“ zu haben. Weitere Befragte gaben zudem an, dass sich sogar Lehrkräfte offen negativ über Homosexualität geäußert hätten. Gerade im Hinblick auf den Einfluss des Lehrerverhaltens und deren vertretenen Meinungen im Unterricht, sollten derartige Äußerungen und persönliche Überzeugungen vermieden werden. Diese Erkenntnisse decken sich mit der Definition der Homophobie als Alltagsrassismus. Auch wenn Lehrpläne und Beschlüsse der Kultusministerien die sexuelle Vielfalt in der Schule fördern, treffen Betroffene immer noch auf weitreichende Ablehnung von Mitschülern und Lehrkräften. Um diese Situation zu verbessern, müssen daher weitere Maßnahmen zur Anerkennung sexueller Vielfalt, besonders im Schulwesen und innerhalb der Lehrerschaft, gefördert werden.

Homophobie im Berufsleben

Auch im späteren Beruf halten weiterhin viele Homosexuelle aus Angst vor Nachteilen in der Karriere oder Ablehnung am Arbeitsplatz ihre sexuelle Identität geheim. Auch dies wird in zahlreichen Befragungen homosexueller Erwerbstätiger bestätigt. In der oben genannten Online-Umfrage in Baden-Württemberg gaben Befragte „Gerüchte, Getuschel“, „Ausgrenzung aus dem Kollegenkreis“ oder ein Gefühl, nicht ernst genommen zu werden an. Da die Frage nach dem Beziehungs- und/oder Familienstand während der Arbeit nicht zwingend eine Rolle spielen bzw. angesprochen werden müssen, sind offene Formen der Ausgrenzung wie Stellenverweigerung, Nichtbeförderung oder weniger Gehalt nicht bekannt. In seltenen Fällen kam es jedoch zu körperlicher Gewalt am Arbeitsplatz.

Homophobie in Sport und Freizeit

Auch im Freizeitleben sind Homosexuelle in Deutschland mit weitreichender Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert. Häufig treten Situationen auf, in denen sich die Perspektiven von Vorurteilsträgern und betroffenen Homosexuellen signifikant unterscheiden. Während homophobe Witze oder Herabwürdigungen von einem Großteil der Anwesenden als harmlos angesehen werden, können die Diskriminierten ein starkes Gefühl der Einschränkung oder Verletzung erleben.

Ein Beispiel für Homophobie in der Freizeit ist der Sport - insbesondere der Fußball. Noch 2010 empfahl der Fußballfunktionär Rudi Assauer schwulen Fußballspielern, sich in einer anderen Sportart zu betätigen, da sie sonst „plattgemacht“ würden. Diese Äußerung zeigt, dass homophobe Vorurteile gegenüber schwulen Männern im Sport weitverbreitet sind. Wie Jörg Steinert ausführt, wird besonders im Spitzensport von homosexuellen Fußballspielern mit viel Aufwand eine Doppelidentität mit Frau konstruiert, um dem Idealbild des heterosexuellen Fußballspielers zu entsprechen. Da sich jedoch viele, gerade junge Menschen derartige Sportler zum Vorbild nehmen, könnte bei ihnen der Eindruck vermittelt werden, dass sie als Homosexuelle nicht dem Idealbild dieses Sportes entsprechen. Hierdurch könnte ihre persönliche Entwicklung gehemmt werden, da sie sich als ungeeignet zur Ausübung bestimmter Freizeitaktivitäten sehen. Des Weiteren erkennt Steinert einen Teufelskreis im Fußball. Die Abwesenheit von schwulen Fußballprofis verhindert gleichzeitig den Abbau von Vorurteilen. Während in den vergangen 50 Jahren mehr als 55000 Fußballer in der Bundesliga gespielt haben, ist Ex-Fußballer Thomas Hitzelsperger der Einzige, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hat. Gerade dieses Outing und die daraufhin entstandenen Diskussionen verdeutlichen wie stark Homosexualität im Spitzenfußball ein Tabuthema darstellt, obwohl dieser ich oftmals als sehr offen und modern präsentiert.

Ein positives Beispiel kann an dieser Stelle hingegen der Frauenfußball sein. Hier ist es bereits Normalität, dass homosexuelle Spielerinnen sich offen zu ihrer Sexualität bekennen, sich mit ihrer Partnerin zeigen und trotzdem erfolgreich und angesehen sind. Derartige Vorbilder können, insbesondere durch ihre Medienpräsenz, auch für junge Menschen einen positiven Einfluss haben, wenn sie sich mit ihrer Sexualität auseinandersetzen und beginnen zu sich selbst zu stehen. Während der Fußball nur ein Beispiel unter vielen möglichen Freizeitaktivitäten ist, macht er besonders durch seinen Beliebtheitsgrad deutlich, welchen Vorurteilen Homosexuelle in ihrer Freizeit begegnen können.

Fazit

Wie dieses Essay gezeigt hat, tritt Homophobie als Alltagsrassismus in verschiedensten Lebensbereichen auf. Obwohl ein Großteil der Deutschen Homosexualität und die Gleichstellung homosexueller Paare als Normalität ansieht, sehen sich Betroffene sowohl in Freizeit als auch im professionellen Umfeld mit Vorurteilen und Ausgrenzung konfrontiert. Diese Ausgrenzung erfolgt oft subtil. Dies ist damit zu erklären, dass Menschen, die im persönlichen Umfeld auf Homosexualität treffen, sich oft unwohl fühlen.

Auch wenn die rechtliche Gleichstellung weitgehend sichergestellt ist, entsteht sowohl den Betroffenen als auch der Gesellschaft durch eine derartige Homophobie ein Schaden, da sich die Betroffenen in Beruf und Freizeit nicht frei entfalten können und somit ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen werden.

Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zwischen Homophobie und Demokratiefeindlichkeit (Küpper et al). Homophobe Befragte unterstützen deutlich häufiger rechtsradikale sowie deutlich demokratiekritische Aussagen. Da die Demokratie die Grundlage des deutschen Staates bildet, kann dies als eine Gefahr für die Gesellschaft und den funktionierenden Staat bewertet werden. Eine vollständige Gleichstellung von Minderheiten muss darüber hinaus im Interesse einer jeden offenen Gesellschaft sein.

Daher müssen Programme und Initiativen zum Abbau von Vorurteilen, insbesondere unter jungen Menschen, unterstützt werden. Das Themenjahr für sexuelle Vielfalt ist ein angemessenes Mittel um Aufmerksamkeit in der Gesellschaft für die Thematik zu schaffen. Doch auch Bildungsprogramme in Schulen und Jugendverbänden können positive Auswirkungen haben und dafür sorgen, dass Homosexuelle weniger ausgegrenzt werden und Homophobie in der Gesellschaft dauerhaft abgebaut wird. Hierbei könnte insbesondere der Fußball, aufgrund seines Beliebtheitsgrades in vielen Ländern und des damit einhergehenden Einflusses auf junge Menschen, einen enormen Anteil haben. Während es jedoch oftmals scheint, als würden homosexuelle Spieler innerhalb der FIFA nicht existieren, ist die Wahrheit vermutlich eine andere: Dutzende, vielleicht auch Hunderte von Spielern sehen sich, auch nach Angaben von Thomas Hitzelsperger, ihrer eigenen Angst vor einem Outing gegenübergestellt - die Wahrscheinlichkeit von Witzen in der Umkleide und unter der Dusche, sowie von öffentlicher Ausgrenzung und Anfeindung gedemütigt zu werden, erscheinen oftmals zu groß. Dabei können gerade berühmte Persönlichkeiten, seien es Sportler, Schauspieler oder Politiker, durch ein mögliches Coming-Out eine wichtige Vorbildfunktion einnehmen, Betroffenen Mut machen und zugleich Akzeptanz und Toleranz innerhalb der Gesellschaft fördern.

Während die Situation von Homosexuellen in Deutschland, besonders in den vergangenen 15 Jahren, große Fortschritte gemacht hat, ist es fraglich, ob Homophobie bzw. die Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen jemals komplett aus der Gesellschaft verschwinden werden. Nach eigener Überzeugung sind die Gründe verschiedener homophober Denkweisen und Einstellungen weder nachvollziehbar noch gerechtfertigt. Hier erhält, meines Erachtens, die gewagte und zudem sehr direkte Aussage des US-Amerikanischen Schauspielers Morgan Freeman einen hohen Wahrheitsgehalt: ‚I hate the homophobia. It’s not a phobia. You are not scared. You are an asshole’.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Homophobie als Alltagsrassismus. Homophobes Verhalten in Politik und Alltag
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Rassismus
Note
1,0
Jahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V939027
ISBN (eBook)
9783346269393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassismus, Alltagsrassismus, Politk, Politische Bildung, Politikwissenschaft, Homophobie, Diskriminierung
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Homophobie als Alltagsrassismus. Homophobes Verhalten in Politik und Alltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/939027

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