Initial Coin Offering und Crowdfunding. Marktüberblick beider Finanzierungsmechanismen


Hausarbeit, 2020

30 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsziel und -methodik

3 Crowdfunding
3.1 Definition des Crowdfunding
3.2 Marktüberblick des Crowdfunding

4 Initial Coin Offering
4.1 Blockchain-Technologie
4.2 Token-Sale
4.3 Abgrenzung ICO zum Crowdfunding
4.4 Ablauf eines ICO
4.5 Rechtliche Bestimmungen eines ICO
4.6 Marktüberblick ICO

5 Zusammenfassung der Erkenntnisse

Literatur- und Quellenverzeichnis

Internetquellen

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Datenintegrität innerhalb der Blockchain

Abbildung 2: Aufwärtstrend bei Kryptowährungen 2019

II. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Crowdfunding Investmentvolumen in Deutschland bis 2019

Tabelle 2: Crowdfundingplattformen (Stand: 21.05.2020)

Tabelle 4: ICO-Markt der letzten 12 Monate

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anmerkung:

In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskuli­num verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

1 Einleitung

Die Kapitalbeschaffung von Unternehmen unterliegt einem dauerhaften Anpas­sungsprozess an die Marktgegebenheiten. Grundlegend ist es für ein Unternehmen möglich sich Eigenkapital in Form einer Innen- oder Außenfinanzierung zu beschaf­fen. Die Innenfinanzierung ermöglicht dem Unternehmen Kapital aus Umsatzprozes­sen oder der Umschichtung von Vermögen zu generieren (vgl. Thommen u. a., 2017, S. 277). Bei der Außenfinanzierung dagegen erfolgt die Kapitalbeschaffung über den Kapitalmarkt durch zusätzliche Kapitaleinlagen der Eigentümer oder durch Fremd­beteiligung von dritten (vgl. Thommen u. a., 2017, S. 312). Für junge Unternehmen in der Gründungsphase gelten dabei Business Angels1, Venture-Capital Geber2, Bankkredite oder staatliche Förderprogramme als gewöhnliche Finanzierungsfor­men. Diese wurden durch die aus der Finanzkrise 2008/2009 entstandenen und 2013 verabschiedeten Vorschriften der Bankregulierung Basel III in ihrer Investiti­onsbereitschaft stark eingeschränkt (vgl. Sixt, 2014, S. 43). Daraus konstituiert sich ein Ungleichgewicht von Kapitalbedarf in der Gründungsphase (vgl. Ley/Weaven, 2011, S. 85 ff.). Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, werden in der vor­liegenden Arbeit alternative Finanzierungsmöglichkeiten untersucht und überprüft ob sie valide Substitute darstellen.

Der in Deutschland noch junge Markttrend des Crowdfunding kann Ansatzmöglich­keiten bieten, um dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Nach aktuellen Marktdaten wurden seit 2011 bereits 762,5 Mio. € über Crowdinvestment in Deutschland finan­ziert (vgl. Harms M., 2019, S. 18). Eine mögliche Erklärung für den jüngsten Erfolg dieser Finanzierungsform geht auf die Optimierung des Web 2.0 zurück. Maßgebli­cher Faktor ist dabei die massiven Ausbreitung von Social-Media Plattformen (vgl. Leimeister, 2012, S. 389). Ferner hat die Kryptowährung Bitcoin, basierend auf der in Kapitel 4.1 erläuterten Blockchain-Technologie, seit dem Jahr 2009 zuneh­mend an Bedeutung und Popularität gewonnen (vgl. Hacker/Thomale, 2017, S. 1). Dadurch hat das Initial Coin Offering3 (ICO), dass auf der Grundform des Crowdfun­ding basiert, ebenfalls ein steigendes Interesse erfahren. Als eine der bedeutendsten Erfolgsgeschichten des ICO gilt das US-Amerikanische Unternehmen „Block.one“ auf den Kaimaninseln, welches innerhalb eines Jahres mehr als 4 Mrd. USD mit nur einem ICO umwarb (vgl. Fisch, 2019, S. 1 ff.). Auf Basis einer Markterhebung des PricewaterhouseCooper aus dem Jahr 2018 wurden durch ICO zwischen 2013 und 2018 insgesamt 21,04 Mrd. USD an Kapital generiert. Damit stellt das ICO eine po­tentielle Finanzierungsalternative gegenüber einer traditionellen Venture Capital Fi­nanzierung am Primär- und Sekundäraktienmarkt dar (vgl. Diemers u. a., 2018, S. 2 ff.). Der Begriff des ICO ist an den des klassischen Börsengangs (IPO)4 angelehnt. Der bedeutende Unterschied des ICO zum IPO liegt darin, dass Investoren mit Kryp- towährungen (wie bspw. Ether, Bitcoin oder Tokens) und nicht, wie üblich, mit Aktien beteiligt werden (vgl. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, 2017, S. 16). Weiterhin ist hervorzuheben, dass ein Intermediär wie bei der klassischen Kapital­beschaffung überflüssig ist (vgl. Wohlschlägl-Aschberger, 2019, S. 121).

Um das Phänomen ICO zu untersuchen, werden im Rahmen dieser Seminararbeit zunächst die theoretischen Grundlagen mit ihren elementaren Bestandteilen des Crowdfunding in Kapitel 3 und dem Initial Coin Offering in Kapitel 4 dargestellt. Für beide jungen Finanzierungsmechanismen wird ein aktueller Marktüberblick gege­ben. Der Fokus liegt auf dem Prozess des ICO, insbesondere der Blockchain-Tech- nologie und den zugehörig geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Abschlie­ßend werden in Kapitel 5 die elementaren Bestandteile zusammengefasst, eine Zu­kunftseinschätzung gegeben und eine weiterführende Forschungsempfehlung aus­gesprochen.

2 Forschungsziel und -methodik

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen aktuellen Marktüberblick über die Fi­nanzierungsformen des Corwdfunding und des ICO zu geben. Dabei soll herausge­arbeitet werden, ob der ICO-Prozess eine zukünftige Alternative am Kapitalmarkt, als mögliches Substitut zum Venture Capital, zur Unternehmensfinanzierung dar­stellt.

Das methodische Vorgehen der Seminararbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil, basierend auf einer Literaturrecherche, dessen wesentliche Suchbegriffe sich nachfolgend darstellen: „Crowdfunding“, „Crowdinvesting“, „Entrepreneurship“, „Gründungsfinanzierung“, „Initial Coin Offering“ und „Venture Capital“. Die Literatur­recherche wurde auch vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage durch die Corona Pandemie primär in Online-Bibliotheken, Online-Mediatheken, Google­Scholar sowie mit freier Recherchearbeit durchgeführt. Die Arbeit basiert auf Fachli­teratur, Artikeln, Studien und stellenweise Onlineliteratur zur Ermittlung aktueller Marktdaten.

Eine der größten Herausforderungen der Recherche bestand darin, die für die For­schungsarbeit relevante Fachliteratur auszuwählen, da durch das große wissen­schaftliche Interesse des Phänomens Initial Coin Offerings die Objektivität der Lite­ratur häufig nicht gegeben war.

Zur Ausarbeitung der Thematik wurde sich im Wesentlichen auf Originalliteratur und Basiswissen zur Definition der zentralen Begriffe beschränkt. Um einen aktuellen Bezug für die Substitutionsfrage zu haben, wurden überwiegend Quellen der letzten 2-10 Jahre verwendet.

3 Crowdfunding

In den nachfolgenden Abschnitten werden die theoretischen Grundlagen des Crow­dfunding definiert und ein aktueller Marktüberblick gegeben, um im weiteren Verlauf der Seminararbeit die Abgrenzung zum ICO darzulegen.

3.1 Definition des Crowdfunding

Der Begriff des Crowdfunding entstammt dem Grundgedanken des Crowdsourcing, welcher 2006 von Jeff Howe erstmalig in einem Artikel für die Fachzeitschrift Wired „The Rise of Crowdsourcing“ beschrieben und geprägt wurde (vgl. Howe, 2006). Be­trachtet man den etymologischen Stamm bestehend aus dem englischen nomen „crowd“5 und „outsourcing“6 wird das Prinzip zur Auslagerung von Teilgebieten eines Unternehmens auf eine Menschenmenge deutlich. Das Ziel vom Crowdfunding7 ist es, durch Mikrobeträge von vielen Personen über einen öffentlichen Aufruf im Web 2.0, bestimmte Projekte bzw. Kampagnen von Einzelpersonen oder Unternehmen zu finanzieren (vgl. Forster, op. 2013, S. 18). Dies wird durch die Nutzung von Web 2.0-Instrumenten, insbesondere Social-Media-Plattformen ermöglicht (vgl. Kalten- beck, 2011, S. 8). Die Optimierung des Web 2.0 ist ein essentieller Bestandteil zur Umsetzung des Crowdfunding als Finanzierungsinstrument. Beim Crowdfunding und beim ICO wird Geld in Projekte investiert, die in der Gründungsphase faktisch kein reales Produkt besitzen. Dadurch haben sich in jüngster Zeit Unternehmen wie bspw. Facebook als bekannteste Medienplattform ohne eigene Inhalte, Alibaba als Wiederverkäufer ohne eigene Produkte, Uber als Fahrdienstleister ohne eigene Ta­xen oder Airbnb als Hoteldienstleister ohne eigene Immobilien zu globalen Playern ihrer Branche entwickelt (vgl. Goodwin, 2015, S. 1). Die stetig steigende Marktent­wicklung des Phänomens Crowdfunding bietet eine potentielle Alternative zu klassi­schen Venture Capital Fonds8 (vgl. Leimeister, Ausgabe/Number: 56, S. 389) und wird in nachfolgender Tabelle 1 mit dem Entwicklungsvolumen bis 2019 verdeutlicht:

Tabelle 1: Crowdfunding Investmentvolumen in Deutschland bis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Harms, M. Crowdinvest Marktreport 2019, S. 4

[...]


1 Business Angels sind vermögende Privatpersonen die sich mit Ihrem Vermögen und ihrer Kom­petenz in eine Unternehmung investieren.

2 engl. Risikokapital, Investoren erhalten für Ihre finanzielle und Know-How Beteiligung am Un­ternehmen Gegenleistungen desselben, wird oftmals in der Gründungsphase genutzt.

3 nachfolgend als ICO abgekürzt

4 IPO, Kurzform für Initial Public Offering, englischer Fachbegriff für den Börsengang

5 dt. Menschenmenge, übersetzt auf https://de.pons.com

6 dt. Auslagern, übersetzt auf https://de.pons.com

7 dt. Schwarmfinanzierung, übersetzt auf https://de.pons.com

8 Risikogeldanlage zur Unterstützung von Unternehmensgründungen, auch genannt Wagniska­pital-Fonds.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Initial Coin Offering und Crowdfunding. Marktüberblick beider Finanzierungsmechanismen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule  (FOM Hannover)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
30
Katalognummer
V939045
ISBN (eBook)
9783346269089
ISBN (Buch)
9783346269096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
initial, coin, offering, crowdfunding, marktüberblick, finanzierungsmechanismen
Arbeit zitieren
Thilo Hermanns (Autor:in), 2020, Initial Coin Offering und Crowdfunding. Marktüberblick beider Finanzierungsmechanismen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/939045

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