Hochbegabung und Hochbegabtenförderung sind in den letzten Jahren immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Es gibt Berichte von Vierjährigen, die bereits fließend lesen können oder zwölfjährige, die Vorlesungen an der Universität besuchen. Es gibt viele Modelle und Überlegungen hochbegabte Kinder und Jugendliche in der Schule besser zu fördern. Die Notwendigkeit der Förderung Hochbegabter im schulischen Bereich ist bekannt, doch wo steht hier der Kindergarten? Hochbegabung beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Schule und dennoch wird Hochbegabtenförderung und -forschung im Bereich der Elementarpädagogik vernachlässigt. Erzieher # erhalten in ihrer Ausbildung in der Regel keine Gelegenheit sich mit dem Thema Hochbegabung auseinander zusetzen. Viele sehen den Betreuungsaspekt, sowie die soziale Integration als Hauptaspekte des Elementarbereichs. Die Tatsache, dass der Kindergarten auch eine wichtige Rolle in der Bildungsvermittlung spielt, hat sich noch nicht durchgesetzt.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Hochbegabung von Kindergartenkindern. Der besondere Blickpunkt liegt hierbei auf den Förderungsmöglichkeiten für Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter und deren Kritik...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Hochbegabung? – Ein Definitionsproblem
2.1 Begabung
2.2 Intelligenz
2.3 Hochbegabung
3. Modelle der Hochbegabung
3.1 Das Drei- Ringe- Modell
3.2 Das Komponentenmodell der Talententwicklung
3.3 Das Münchener Begabungsmodell
4. Identifikation von Hochbegabung
4.1 Intelligenztests
4.2 Intelligenztests für Kindergarten- und Vorschulkinder
4.3 Kreativitätstests
4.4 Beobachtung
4.5 Checklisten
5. Hochbegabte Kinder im Kindergarten
5.1 Probleme hochbegabter Kindergartenkinder
5.2 Welche Rolle spielt der Erzieher?
5.3 Frühzeitige Einschulung als Vorteil?
6. Fördermöglichkeiten für Kindergartenkinder
6.1 Bedeutung des Elternhauses
6.2 Förderung im Kindergarten
6.2.1 Förderung im Regelkindergarten
6.2.2 Förderung im Sonderkindergarten
6.3 Förderung außerhalb des Kindergarten
7. Fazit: Was muss verbessert werden?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation und die Förderungsmöglichkeiten für hochbegabte Kinder im Kindergartenalter. Ziel ist es, den Bildungsauftrag des Kindergartens kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie pädagogische Einrichtungen besser auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder eingehen können, um eine frühzeitige und professionelle Entwicklungsunterstützung zu gewährleisten.
- Theoretische Grundlagen und Definition von Hochbegabung
- Modelle zur Beschreibung intellektueller Begabung
- Methoden der Diagnostik (Tests, Beobachtung, Checklisten)
- Besondere Herausforderungen für hochbegabte Kindergartenkinder
- Förderansätze im Regel- und Sonderkindergarten sowie außerschulische Angebote
Auszug aus dem Buch
5.1 Probleme hochbegabter Kindergartenkinder
Der Eintritt in den Kindergarten stellt für hochbegabte, genauso wie für alle Kinder, ein kritisches Lebensereignis dar. Die meisten von ihnen bleiben zum ersten Mal für einige Stunden allein in einer unbekannten Umgebung mit fremden Erwachsenen und fremden Kindern. Die Kinder befinden sich in einer relativ altershomogenen Gruppe in der alle vergleichbaren Beschäftigungen nachgehen. Hochbegabte Kinder bemerken hier aber oft sehr früh, dass sie anders sind, andere Interessen und Wünsche haben. Hochbegabte haben oft ein Problem damit, Freunde zu finden und fühlen sich daher ausgegrenzt.
Dieser Entwicklungsunterschied zwischen dem hochbegabten Kind und den gleichaltrigen normal begabten wird auch als interindividuelle Asynchronie bezeichnet. Hochbegabte Kinder bevorzugen ältere Freunde und Spielkameraden, weil diese eher dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Ein weiterer Aspekt ist die unterschiedliche Aktivität dieser Kinder. Sie haben in der Regel ein sehr hohes Aktivitätsniveau und brauchen weiniger Schlaf als andere Kinder in ihrem Alter. Manchmal werden sie deshalb von Eltern, Erziehern oder Kinderärzten für hyperaktiv gehalten und vielleicht sogar medikamentös behandelt.
Aufgrund des Entwicklung- und Wissensvorsprung der hochbegabten Kinder, ist besonders das letzte Kindergartenjahr für sie sehr schwierig. Das Spielmaterial oder aber auch das Vorschulprogramm kann sie nicht mehr intellektuell herausfordern. Ein weiteres Problem besteht darin, dass das hochbegabte Kind nun zu den ältesten Kindern gehört. Zwischen ihrem Entwicklungsstand und dem der gleichaltrigen Kinder bestehen aber große Unterschiede.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Hochbegabtenförderung im Elementarbereich oft vernachlässigt wird, obwohl bereits Kinder im Vorschulalter spezifische Bildungsangebote benötigen.
2. Was ist Hochbegabung? – Ein Definitionsproblem: In diesem Kapitel werden die komplexen Begriffe Begabung, Intelligenz und Hochbegabung definiert und die Schwierigkeiten bei der Erstellung einer allgemein gültigen Definition erläutert.
3. Modelle der Hochbegabung: Es werden drei bedeutende wissenschaftliche Modelle – das Drei-Ringe-Modell, das Komponentenmodell und das Münchener Modell – vorgestellt, um die verschiedenen Facetten von Hochbegabung zu verdeutlichen.
4. Identifikation von Hochbegabung: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene diagnostische Verfahren wie Intelligenztests, Kreativitätstests, Beobachtungen und Checklisten sowie deren Vor- und Nachteile in der Anwendung bei Kindern.
5. Hochbegabte Kinder im Kindergarten: Hier werden die spezifischen Problemlagen hochbegabter Kinder in der Kindergartengruppe, die Rolle der Erzieher und die Debatte um eine vorzeitige Einschulung behandelt.
6. Fördermöglichkeiten für Kindergartenkinder: Das Kapitel vergleicht Förderansätze im Elternhaus, im Regelkindergarten, in Sonderkindergärten sowie durch externe Institutionen und Vereine.
7. Fazit: Was muss verbessert werden?: Das Fazit fordert eine grundlegende Neukonzeption der Elementarpädagogik, eine bessere Ausbildung des pädagogischen Personals und eine stärkere Einbindung individueller Förderbedarfe in den Kindergartenalltag.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Kindergarten, Elementarpädagogik, Intelligenz, Begabtenförderung, Diagnostik, Intelligenztest, Kreativität, Asynchronie, Erzieherrolle, Förderung, Vorschulkind, Schulfähigkeit, Sonderkindergarten, Bildungsauftrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Situation hochbegabter Kinder im Kindergarten und untersucht, welche Förderangebote existieren und wie diese verbessert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Definitionen von Begabung, diagnostische Methoden, Probleme im Kindergartenalltag und verschiedene institutionelle Förderansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Kindergarten eine zentrale Rolle in der frühkindlichen Bildung spielt und wie Erzieher auf hochbegabte Kinder eingehen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Auswertung aktueller Forschungsliteratur, Modellen und Studien zur Hochbegabtenpädagogik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Modellierung von Begabung, der Diagnostik, den sozialen Problemen hochbegabter Kinder und den konkreten Förderwegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hochbegabung, Elementarpädagogik, Förderung, Diagnostik und frühkindliche Bildung beschreiben.
Welche Rolle spielt der Erzieher bei der Förderung?
Der Erzieher fungiert als wichtiger Anreger, Moderator und Helfer, der Lernumgebungen gestalten muss, die auch hochbegabte Kinder intellektuell fordern.
Warum ist eine frühzeitige Einschulung umstritten?
Die Debatte dreht sich darum, ob eine frühzeitige Einschulung das Kind überfordert oder ob es umgekehrt bei verspäteter Einschulung unter seinen Möglichkeiten bleibt.
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- Manuela Siegel (Author), 2007, Was wird für hochbegabte Kindergartenkinder getan und wie ist dies zu bewerten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93967