In den vergangenen Jahren machten immer wieder Schlagworte wie Value Engineering, Value Assessment, Value Analysis oder aber auch Value Control in Unternehmen die Runde. Ihren Ursprung fanden die Begriffe im Jahre 1947 in Amerika. Sie wurden geprägt von dem Chefeinkäufer L.D. Miles von General Electric, der damals die Aufgabe hatte, den Einkaufsbereich seines Unternehmens auf mögliche Kosteneinsparungen hin zu untersuchen. Das Ergebnis einer 5-jährigen Forschungsarbeit war eine systematische Vorgehensweise zur gezielten Kosteneinsparung, die in den späten sechziger Jahren auch im europäischen Raum unter dem Begriff Wertanalyse Einzug hielt. Trotz alledem war die Entwicklung in Europa eine andere als in Amerika. Aufgrund des zu Ende gegangenen Krieges herrschte ein Nachholbedarf für eine ganze Generation, was Konsumgüter anging. Die Kosten der Produktion spielten eine eher untergeordnete Rolle, man wollte nicht mehr sparen und die Methodik der Wertanalyse war nur vom Namen her bekannt. Im Jahre 1964 war es dann soweit. Man kann das Jahr als Geburtsjahr der Wertanalyse in Deutschland bezeichnen. Um endlich wieder konkurrenzfähig zu werden, griffen deutsche Ingenieure der Automobilindustrie erstmalig auf die Methoden der Wertanalyse zurück und machten die Wertanalyse binnen 6 Jahren zu einer der bedeutendsten Rationalisierungstechniken für die Zukunft der deutschen Industrie.
Aber auch heutzutage, in Zeiten sinkender Gewinnspannen, der Globalisierung und dem daraus resultierenden höheren Konkurrenz- und Preisdruck, müssen Unternehmen Ideen und Methoden entwickeln, wie sie am Weltmarkt weiterhin bestehen können. Es ist Aufgabe des Managements geworden, Veränderungen in der betrieblichen Umwelt zu erkennen, diese mit in seine Entscheidungen einzubeziehen und zu berücksichtigen.
Im engeren Sinne sind dies:
Ein Wechsel in unserer Gesellschaft und eine daraus resultierende Veränderung der Nachfragegewohnheiten von Konsumenten.
Die Aufgabe für Unternehmen, mit neuen und innovativen Produkten auf den Markt zu treten.
Die Fähigkeit, als Unternehmen qualitativ hochwertige Produkte oder Dienstleistungen anzubieten und einen nachhaltigen Gewinn zu erwirtschaften.4
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen und Erklärungen
2.1 Der Begriff Wertanalyse
2.2 Der Begriff Wert
2.2.1 Der Kostenwert
2.2.2 Der Gebrauchswert
2.3 Der Begriff Funktion
3 Anwendungsgebiete der Wertanalyse
4 Der Arbeitsplan in der Wertanalyse
5 Die Funktionsanalyse
6 Die Systemelemente der Wertanalyse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wertanalyse als strategisches Managementinstrument, um durch systematische Funktionsanalyse und Kostenoptimierung die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu sichern und zu steigern.
- Historische Entwicklung und Einordnung der Wertanalyse
- Systematische Begriffsdefinitionen (Wert, Funktion, Kosten)
- Einsatzmöglichkeiten der Wertanalyse in der Praxis
- Methodischer Arbeitsplan der Wertanalyse
- Funktionsanalyse als Kern der Wertbestimmung
Auszug aus dem Buch
Die Informationsphase
Diese Phase dient der allgemeinen Orientierung (Was ist es?). Es werden Informationen aller Art gesammelt und geordnet. Der genaue IST-Zustand des Objektes wird ermittelt, indem Information aus allen Bereichen im Unternehmen eingeholt werden, die mit dem Objekt in Verbindung stehen (z. B. Marketing, Konstruktion, Fertigung, Einkauf). Des weiteren ist es wichtig, dass Informationen über ein bestimmtes Objekt aus Quellen kommen, welche zuverlässig und fachkundig sind. Nachdem alle Daten über das zu untersuchende Produkt verfügbar sind, kann begonnen werden, diese zu ordnen, zu systematisieren und zu analysieren. Dabei werden Anforderungen hinsichtlich ihrer Notwendigkeit genau überprüft.
Im nächsten Schritt wird das Objekt hinsichtlich seiner Funktionen untersucht (Was tut es?). Dies findet im Rahmen einer Funktionsanalyse statt (siehe unter Punkt 5).
Der letzte Schritt in dieser Phase ermittelt die Gesamtkosten des Objektes im IST-Zustand (Was kostet es?).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die Entstehung der Wertanalyse in den USA durch L.D. Miles und ihre spätere Etablierung als bedeutende Rationalisierungstechnik in der deutschen Industrie.
2 Begriffsdefinitionen und Erklärungen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie Wertanalyse, Wert, Kostenwert, Gebrauchswert und Funktion für den weiteren Kontext der Arbeit definiert.
3 Anwendungsgebiete der Wertanalyse: Das Kapitel erläutert, dass Wertanalyseobjekte sowohl materieller als auch immaterieller Natur sein können, von Produkten bis hin zu komplexen Geschäftsprozessen.
4 Der Arbeitsplan in der Wertanalyse: Dieser Abschnitt beschreibt den strukturierten, fünfstufigen Prozess der Wertanalyse, der von der Informationsgewinnung bis zur Umsetzung der Vorschläge reicht.
5 Die Funktionsanalyse: Die Funktionsanalyse dient der methodischen Zerlegung eines Objektes in seine Funktionen, um unnötige Kosten zu identifizieren und Potenziale zur Wertsteigerung aufzudecken.
6 Die Systemelemente der Wertanalyse: Die Wirksamkeit der Wertanalyse wird als Zusammenspiel von drei Elementen beschrieben: dem Management, der Methodik und den Verhaltensweisen im Projektteam.
7 Fazit: Das Fazit stellt die Wertanalyse als wirksames Instrument der strategischen Planung dar, um durch Wettbewerbsvorteile und nachhaltige Kostenoptimierung die Gewinnlage eines Unternehmens zu verbessern.
Schlüsselwörter
Wertanalyse, Wert, Funktionsanalyse, Kostenoptimierung, Wettbewerbsvorteil, Wertschöpfungsprozess, Rationalisierung, Value Engineering, Gebrauchswert, Kostenwert, Effizienzsteigerung, Management, Projektteam.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wertanalyse als einer systematischen Methode zur Kostensenkung und Qualitätsverbesserung in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition der Wertanalyse, ihre methodische Umsetzung mittels Arbeitsplan sowie die Funktionsanalyse als Instrument zur Wertoptimierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung, wie durch die Wertanalyse wettbewerbsrelevante Vorteile generiert und durch eine funktionsorientierte Betrachtungsweise Kosten eingespart werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine strukturierte Darstellung des methodischen Vorgehens gemäß der Wertanalyse-Lehre.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe, die Anwendungsgebiete, der strukturierte 5-Stufen-Arbeitsplan sowie die spezifischen Instrumente der Funktionsanalyse erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Wertanalyse, Funktionsanalyse, Kostenoptimierung, Wettbewerbsvorteil und Rationalisierung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Wertanalyse von anderen Kostensenkungsmethoden?
Im Gegensatz zu reinen Sparmaßnahmen zielt die Wertanalyse darauf ab, den Wert und die Funktionalität für den Kunden zu erhalten oder zu steigern, statt lediglich Kosten durch Qualitätsverlust zu senken.
Welche Rolle spielt das Team bei der Wertanalyse?
Das Team spielt eine entscheidende Rolle, da durch die interdisziplinäre Zusammensetzung Synergieeffekte entstehen, die wesentlich zur Lösungsfindung beitragen.
Warum ist die Funktionsanalyse als "hoher Abstraktionsgrad" beschrieben?
Sie erfordert, das Produkt in seine abstrakten Funktionen (Substantiv/Verb) zu zerlegen, um losgelöst von der konkreten Konstruktion neue, innovative Lösungsansätze zu finden.
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- Alexander Lorenz (Author), 2002, Grundlagen der Wertanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9401